Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse

Deutsche FilmkunstEin heute fast vergessener Film ist der 1950 entstandene DEFA-Film: „Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse“. Einer der beiden Autoren des literarischen Szenariums, Michael Tschesno-Hell, schrieb darüber:

Ernst Thälmann, hochgeschätzt von Lenin und Stalin, war nicht nur eine der markantesten und populärsten Persönlichkeiten der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung, er war, wie Romain Rolland sich plastisch ausdrückte, „das Symbol des großen Friedens unter den befreiten Völkern“, er „verkörperte wie wohl selten jemand sowohl das kommende Deutschland wie die kommende Welt überhaupt“ (Martin Andersen Nexö).

Der Thälmann-Film soll die revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse in unseren Werktätigen wieder lebendig machen, das Bewußtsein ihrer eigenen Kraft, das Vertrauen in ihre Fähigkeit zur Umwandlung der Welt stärken und festigen. „Unermeßlich sind die Kräfte, die uns aus der Erinnerung an stolze und gehobene Momente und Tatsachen unserer Vergangenheit zuströmen“ (Thälmann). Der Film soll auch die Bedeutung der Rolle der Werktätigen als der Befreier der Menschen von Ausbeutung und Krieg, als treibende Kraft der Geschichte, als Vollstrecker des Willens des Volkes, der Nation, veranschaulichen.

Quelle:
Deutsche Filmkunst, Henschelverlag, Kunst und Gesellschaft, Heft 1, 1954, S.13f.

Teil 1:

Teil 2:

К 130-летию Эрнста Тельмана Коммунистическая Партия представляет впервые озвученный на русский язык снятый в 1954 году в ГДР фильм „Эрнст Тельман: герой своего класса“. Предлагаем нашему читателю посмотреть этот фильм.

Этот фильм демонстрировался в 50-е годы советскому зрителю, но русско-язычной версии перевода, демонстрировавшейся на широком экране в настоящее время не существует для широкого пользователя.

Закадровый текст читает Игорь Герасимов.

Первая часть:

https://youtu.be/ZcPwnaNnV2M?t=13s

Вторая часть:

https://youtu.be/G6dUcudY0Ek

Hermann Matern: Erfahrungen der KPD

Hermann MaternHermann Matern (1893-1971)

Revolutionäre Wachsamkeit ist eine wichtige Sache. Wachsam sein gegenüber den Abweichungen vom Marxismus-Leninismus und wachsam sein gegenüber den Verlockungen des Kapitalismus, mit denen Teile der Arbeiterklasse gekauft werden, sich freiwillig dem Diktat der Ausbeuterklasse zu unterwerfen, wachsam sein gegenüber den Einschmeichlern und falschen Propheten der Bourgeoisie – das ist die wichtigste Eigenschaft eines Revolutionärs. Die Ausbeuterklasse wird niemals freiwillig auf ihre Privilegien und auf den Profit verzichten. Den berechtigten Forderungen der Arbeiter wird sie immer feindlich gegenüberstehen. „Es gilt, mit der opportunistischen Vertrauensseligkeit Schluß zu machen, die von der falschen Annahme ausgeht, als ob der Feind in dem Maße, wie unsere Kräfte wachsen, immer zahmer und harmloser werde. Eine solche Annahme ist grundfalsch. … Man darf nicht vergessen,“ sagte Stalin, „daß die Kenntnis und Beherrschung der Geschichte unserer Partei das wichtigste Mittel ist, um die revolutionäre Wachsamkeit der Parteimitglieder vollauf zu sichern.“ [1]

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Ernst Thälmann: An die Jugend

Reichsparteitag 1929Ernst Thälmann begrüßt den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands auf dem 4.Reichsjugendtag Ostern 1929 in Düsseldorf

Unser Genosse Ernst Thälmann war (und ist auch heute noch!) vor allem für die Jugend ein leuchtendes Vorbild. Und er war für die deutsche und internationale Arbeiterbewegung einfach unersetzlich. Er war so wertvoll, daß Stalin sich 1944 sogar bereit erklärte, sämtliche kriegsgefangenen Wehrmachtsgeneräle gegen den von den Nazis inhaftierten KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann einzutauschen, und das waren etliche!
1929 richtete Ernst Thälmann in Düsseldorf an die Jugend die folgenden Worte:

Unser Kampf um die Gewinnung der werktätigen Jugend ist ein wichtiger Teil der Eroberung der Mehrheit der Arbeiterklasse. Partei und Jugendverband müssen gemeinsam dieses gewaltige Problem meistern…
Wir müssen der gärenden und suchenden werktätigen Jugend sozialistische Ziele und Ideale geben, wir müssen ihr eine Zukunft weisen, die sie sich nur im Kampf für den revolutionären Ausweg erringen kann…
Wir gewinnen die werktätige Jugend nur im täglichen Kampf, durch unermüdliche Kleinarbeit, durch zähe Aufklärungsarbeit über das Wesen des Faschismus… und unter breitester Popularisierung des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion, durch die Weckung des Kampfes- und Verteidigungswillens für unser sozialistisches
Vaterland, die UdSSR.

Siehe:
Krasnoe TV: Blumen für Ernst Thälmann (Video)

Die Lehren aus dem Hamburger Aufstand

von Ernst Thälmann
lehren
Vor über 90 Jahren schrieb Genosse Ernst Thälmann einen interessanten Artikel über die Lehren des Hamburger Aufstandes. Dieser Beitrag wurde am 23. Oktober 1925 in der Zeitung der KPD „Die Rote Fahne“ veröffentlicht. Ernst Thälmann schrieb damals:

Heute vor zwei Jahren, am 23. Oktober 1923, stieg Hamburg auf die Barrikaden.
Getrieben vom Elend der Inflationszeit, gedrängt von der unerhörten Not der werktätigen Massen, getragen vom Geiste des Bolschewismus griff der beste, revolutionärste Teil der Hamburger Arbeiterschaft zum Gewehr und nahm den Kampf gegen die kapitalistischen Unterdrücker auf.

Zwei Jahre sind seit dem 23. Oktober 1923 vergangen. Vieles hat sich inzwischen in Deutschland und in der ganzen Welt geändert. Wir, die Kommunisten, sind zwar geschlagen worden und mit uns die ganze deutsche Arbeiterklasse. Die Stabilisierung des bürgerlichen Deutschlands ist in gewissem, begrenztem Umfang gelungen. Die Bourgeoisie schöpft neue Hoffnung. Das Proletariat durchlebte ein Jahr der Entmutigung und des Rückzuges. Wenn wir heute der zweijährigen Wiederkehr des Hamburger Straßenkampfes gedenken, so geschieht das nicht aus dem bloßen Anlaß, daß der Kalendertag des 23. Oktobers wiederkehrt. Jubiläen sind für die Kommunisten und den klassenbewußten Teil des Proletariats nicht leere Gedenktage, sondern Richtlinien für den Klassenkampf, Leitfäden für die Aktion. Gerade die politische Situation, in der wir heute stehen, fordert mit gebieterischem Zwang von uns, daß wir die geschichtliche Bedeutung und die Lehren des Hamburger Aufstandes vollkommen klar erkennen.

Was waren die Ursachen des Hamburger Kampfes?

War es nur die Agitation der Kommunisten, waren es die Beschlüsse illegaler Geheimorgane, wie die bürgerlichen Gerichte behaupten? Nein! Die Ursachen liegen tiefer. Der Aufstand entsprang weder dem blinden Zufall noch dem freien Willen von ein paar Verschwörern. Der Hamburger Aufstand entsprang der revolutionären Situation vom Herbst 1923.

Der Herbst 1923 brachte die tiefste, ganz Deutschland umfassende, alle Schichten und Klassen der Bevölkerung ergreifende Krise der Bourgeoisie. Der Ententeimperialismus hatte seine Zerstörungsarbeit vollendet. Der zehn Monate lange Ruhrkrieg war für die deutsche Bourgeoisie verloren. Die Markwährung, die beim Regierungsantritt des Reichskanzlers Cuno auf 8000 stand, stieg auf 4,5 und 6 Billionen. Die Arbeiter konnten für ihre Löhne nichts mehr kaufen. Sogar „die treuesten Diener des Staates“, die Beamten, begannen zu rebellieren. Die Mittelschichten waren ruiniert. Das Gespenst des Hungers schritt durch Deutschland. Machtlos standen die Regierungen der Bourgeoisie dem Zerfall gegenüber. (…)

Bereits im Frühjahr 1923 begannen riesenhafte Streikbewegungen im Ruhrgebiet und in Oberschlesien. Neue Wellen des Klassenkampfes rollten in ganz Deutschland heran. Die Arbeiter kämpften noch nicht um die Macht, sondern nur um die dringendsten Tagesforderungen, um die Beseitigung der brennendsten Not. Der Kampf vollzog sich noch vorwiegend in „friedlichen“ Formen. Während die rechten Sozialdemokraten, die Sollmann und Severing, bereits im Bunde mit den Reichswehrgeneralen und den Polizeipräsidenten zur blutigen Niederschlagung des Proletariats rüsteten, setzten die „linken“ Sozialdemokraten alles daran, die Arbeiterschaft wehrlos zu machen, sie am Machtkampf zu hindern, sie mit Phrasen abzuspeisen, sie auf die „friedlichen“, parlamentarischen Kampfformen der Vorkriegszeit zurückzudrängen. Aber die Logik von fünf Revolutionsjahren war stärker als die Schurkerei der rechten und die Feigheit der linken sozialdemokratischen Führer.

Vom Moment des Sturzes der Cuno-Regierung an sprang der Funke des Bürgerkrieges durch Deutschland. Schon vorher war an der Ruhr, in Hannover, in Oberschlesien, in Bayern und anderen Teilen Deutschlands geschossen worden. Jetzt wurde es mit jedem Augenblick klarer, daß eine friedliche Entscheidung nicht mehr möglich war. Der erbarmungslose gewaltsame Kampf zwischen Klasse und Klasse wurde unvermeidlich. Aus den Streiks wurden Zusammenstöße, aus den Kundgebungen wurden blutige Kleinkämpfe zwischen Arbeitern und Polizei in Dutzenden deutscher Städte. Es kam der Augenblick, von dem Lenin in seinen „Lehren des Moskauer Aufstands“ im Jahre 1906 sprach: Es zeigte sich, „daß sich der Generalstreik als selbständige und hauptsächliche Kampfform überlebt hat, daß die Bewegung mit elementarer, unwiderstehlicher Gewalt diesen engen Rahmen durchbricht und eine höhere Kampfform, den Aufstand, gebiert“.

Diesem Augenblick näherten wir uns im Oktober 1923 mit unheimlicher Schnelligkeit.
Eine unmittelbar revolutionäre Situation war vorhanden. Alle Bedingungen für den Sieg der Arbeiterklasse waren da, außer einer einzigen: dem Bestehen einer klaren, eisern zusammengeschlossenen, unauflöslich mit den breitesten Massen verbundenen kommunistischen Partei, die entschlossen und fähig war, den spontanen Kampf der Arbeitermassen zu organisieren, ihn zu leiten.

Die Führung unserer Partei versagte in der entscheidenden Stunde. Der Eintritt führender Kommunisten gemeinsam mit den linken Sozialdemokraten in die sächsische Regierung war nur dann richtig, wenn dieser Schritt einem einzigen Ziel diente: der Organisierung der Revolution, der Bewegung der Massen, der Aufnahme des Kampfes in ganz Deutschland. Gerade dieses Ziel verlor die damalige Leitung unserer Partei aus den Augen. Unsere Führer benutzten ihre Stellung in der sächsischen Regierung nicht zur Entfesselung, sondern zur Vermeidung des Kampfes. Koalitionspolitik war es nicht, daß sie in die sächsische Regierung eintraten, sondern daß sie sich in dieser Regierung übertölpeln und führen ließen, anstatt die Arbeitermassen in den Kampf gegen die Reichsregierung zu führen. Sie vergaßen, daß die Bewegung „in eine höhere Kampfform“ übergehen mußte. Sie beschränkten sie auf den „engen Rahmen“, ja sie versuchten sogar, den engen Rahmen der wirtschaftlichen und politischen Teilkämpfe noch „enger“ zu spannen. Sie gaben den Auftrag, bestehende Streikbewegungen abzubrechen, da „der entscheidende Kampf bevorstehe“. Unsere Partei als Ganzes war noch viel zu unreif, um diese Fehler der Führung zu verhindern. So scheiterte im Herbst 1923 die Revolution am Fehlen einer ihrer wichtigsten Voraussetzungen: dem Bestehen einer bolschewistischen Partei.

StimmeWas sind die wichtigsten Lehren des Hamburger Aufstandes?

1.) Eine zahlenmäßig geringe Schar von Proletariern, die mit größtem Heldenmut unter dem Banner der Diktatur [des Proletariats] gekämpft haben, konnte sich mit Erfolg gegen die zwanzigfache Übermacht der glänzend organisierten und bewaffneten Truppen der Bourgeoisie militärisch halten.

2.) Der unvergängliche Ruhm der Hamburger Oktoberkämpfer besteht darin, daß sie in einer revolutionären Situation zu den Waffen griffen, obwohl sie den Sieg nicht zu 99 Prozent in der Tasche hatten. Der Leninismus lehrt, daß man den Kampf aufnehmen muß, wenn ernste Chancen für den Sieg vorliegen. Eine Garantie für den Sieg gibt es niemals im voraus. Die Niederlage in einem solchen Kampf ist tausendmal fruchtbarer und wertvoller für die Zukunft des Klassenkampfes als ein Rückzug ohne Schwertstreich.

3.) Der Aufstand führte zur Niederlage, weil er isoliert blieb, weil er nicht in Sachsen und im ganzen Reiche sofort unterstützt wurde. Mögen die Arbeiter in einem einzelnen Ort mit dem größten Heldenmut, getragen von der stärksten Massenbewegung, den Kampf aufnehmen: Sie werden geschlagen, wenn nicht das Proletariat im ganzen Lande mit ihnen geht. Gerade darin, in der Organisierung und Zusammenfassung der gesamten Arbeiterklasse in allen Industriezentren und Großstädten im ganzen Lande, besteht die Rolle der Kommunistischen Partei als Vortrupp des Proletariats. Gerade darum brauchen wir eine eiserne, völlig geschlossene, restlos verschmolzene, unbedingt disziplinierte Partei.

4.) Es ist nicht wahr, daß der Hamburger Aufstand ein Putsch war, sondern er wurde von der Sympathie der breitesten Massen getragen. Sogar der Polizeisenator Hense mußte wütend zugeben, daß die sozialdemokratischen Arbeiter in Hamburg, dieser rechtesten Organisation der SPD, und mit ihnen „die weitesten Kreise der Bevölkerung zu den Kommunisten hielten“. Unsere Schwäche bestand nur darin, daß wir nicht verstanden, diese Massen fest um uns zu scharen, sie rechtzeitig in allen Teilkämpfen zu uns herüberzuziehen, mit ihnen die Einheitsfront gegen die sozialdemokratischen Führer zu schließen.

5.) Um bei der unvermeidlich kommenden Wiederkehr des Hamburger Kampfes in viel größerem Maßstabe siegen zu können, müssen wir wie ein Keil in die Massen eindringen, sie durch tausend Klammern mit uns vereinigen, eine wirkliche proletarische Einheitsfront mit Millionen Arbeitern bilden. In den Gewerkschaften, in allen parteilosen Organisationen der Arbeiterklasse muß ein großer revolutionärer Flügel heranwachsen, der gemeinsam mit den Kommunisten zum Träger der kommenden Kämpfe wird.

6.) Als besonderer Mangel wurde in den Hamburger Oktobertagen das Fehlen einer starken Rätebewegung empfunden. Diese Tatsache ist noch nicht genügend in der Partei verstanden worden. Die Räte sind die Organe, die in einer revolutionären Situation die Millionenmassen des Proletariats zusammenfassen, die das Rückgrat des Kampfes bilden. Diese Lehre dürfen wir auch in der jetzigen Periode zwischen zwei Revolutionen nicht vergessen.

7.) Die Machtergreifung des Proletariats ist kein einmaliger Akt. Sie besteht nicht nur in dem militärischen Kampf gegen die Truppen der Bourgeoisie, sondern sie muß durch jahrelange, ausdauernde Arbeit der Kommunistischen Partei und des ganzen Proletariats vorbereitet werden. Die kommenden Sieger über die Bourgeoisie müssen durch unzählige Teilkämpfe erzogen, vorbereitet, organisiert werden. Dies ist unsere Hauptaufgabe in der jetzigen Periode.

8.) Es ist falsch, daß durch die Oktoberniederlage von 1923 eine einzigartige revolutionäre Situation ein für allemal „verpaßt“ wurde. Die Niederlage von 1923 war keine dauernde, ebensowenig wie die Niederlage des Spartakusbundes in den Nosketagen von 1919 eine dauernde war. Die Stabilisierung des bürgerlichen Deutschlands hat keinen langen Atem: trotz Dawesplan und Garantiepakt. Besser: wegen Dawesplan und Garantiepakt. Die kapitalistische Stabilisierung in Deutschland erlebt jetzt ihre erste „Atemnot“. Das große Resultat des Hamburger Aufstandes ist, daß die Arbeiter den scheinbar unbesieglichen Klassenfeind dreimal vierundzwanzig Stunden lang in seiner ganzen Schwäche gesehen haben. Zu den Hamburger Tagen haben die Arbeiter die Bourgeoisie am Rande des Abgrundes gesehen. Und sie werden diesen Augenblick niemals vergessen! Wir gehen nicht einer Versumpfung, sondern neuen Kämpfen, wir gehen mit eherner Notwendigkeit in Deutschland der zweiten Revolution entgegen. Darum gehört der Hamburger Aufstand nicht „der Geschichte“ an, sondern er ist eine Probe für die Zukunft.

9.) Der Aufstand war ein Musterbeispiel für die glänzende, reibungslos arbeitende Organisation des revolutionären Kampfes. Aber er offenbarte zugleich den größten organisatorischen Fehler unserer Partei. Die Hamburger Kämpfer besaßen die volle Sympathie der Arbeiter in den Betrieben, aber sie hatten organisatorisch keine Verbindung mit ihnen. Es zeigte sich die ganze Unbrauchbarkeit, die verhängnisvolle Rückständigkeit unserer alten sozialdemokratischen Wohnorganisation. Die Wahlmaschine taugt nicht für die Barrikaden! Die schwerste Lücke in der Hamburger Kampffront war das Fehlen kommunistischer Betriebszellen. Eine Kämpferschar wie die Hamburger, die sich auf fest verwurzelte Zellen in allen Betrieben und auf die Vereinigung der breitesten Arbeitermassen stützt, wird künftig in einer ähnlichen Situation unbesiegbar sein.

10.) Die größte, wertvollste Lehre des Hamburger Aufstandes ist die großartige Erfüllung der Rolle der Kommunistischen Partei in der proletarischen Revolution. Die Kommunisten waren nicht in Worten, sondern in der Tat der Vortrupp, die Führung, der Wegweiser der Arbeiterklasse. Sie gaben der Bewegung ein klar umrissenes Ziel, ein genau formuliertes Programm: die Diktatur des Proletariats. In dieser Beziehung steht der Hamburger Kampf auf einer weit höheren Stufe als alle früheren Bewegungen. Die Märzaktion von 1921 z.B. hält keinen Vergleich mit dem Hamburger Aufstand aus. Nur weil die Partei die Führung des Kampfes fest in den Händen hatte, wurde von den Hamburger Revolutionären zum ersten Male in Westeuropa die Marx-Engelssche Lehre begriffen und verwirklicht, daß „der Aufstand eine Kunst und daß die größte Hauptregel dieser Kunst die mit verwegener Kühnheit und größter Entschlossenheit geführte Offensive ist.“

Das sind die wichtigsten Lehren des Hamburger Aufstandes. Das grausame Lehrgeld, das wir für sie zahlten, waren der Tod und die Einkerkerung unserer Besten. Und dennoch: Diese Opfer werden sich hundertfach lohnen.
PolizeiPolizei verhaftet am 1. Mai 1929 einen jungen Arbeiter

(…) Analysiert man die Weltlage und die konkrete Situation in Deutschland, so ist es für jeden ernsthaften Menschen klar, daß die gegenwärtige „Atempause“ nicht lange dauern wird. Wir müssen sie gut ausnutzen, um zu lernen, unsere Kräfte zu erweitern, uns und die Arbeiterklasse zu schulen, uns und die Arbeiterklasse politisch und organisatorisch vorzubereiten auf die neuen Hamburger Tage, die in allen Städten Deutschlands eine gewaltige Wiederkehr erleben werden. Gerade in der jetzigen Periode des geduldigen Kleinkampfes, der zähen, langsam wachsenden Teilbewegungen dürfen wir keine Minute die Bedeutung und die Lehren des Hamburger Aufstandes vergessen.

Unsere Partei vollzieht eine entscheidende Umstellung von der Spitze bis in die unterste Tiefe. Sie merzt den scheinrevolutionären, wortradikalen Geist aus. Sie beseitigt die Reste des Sektierertums, der Massenverachtung in ihren eigenen Reihen. Sie ändert ihre Taktik, um sich noch fester, noch enger mit den sozialdemokratischen Arbeitern, mit den Massen in den Gewerkschaften und in den Betrieben zu verbinden. Sie geht an die völlige Umgestaltung ihrer organisatorischen Grundlagen heran. Sie arbeitet an der Schaffung eines großen linken Flügels in der Arbeiterbewegung.

Zur Erfüllung dieser Aufgaben brauchen wir vor allem die geduldige, mühselige, hartnäckige Tagesarbeit. Bedeutet das, die Politik des Hamburger Aufstandes zu verlassen? Nein! Wenn wir sie verlieren, sind wir verloren. Durch den Übergang zur Politik der Massengewinnung und der Massenführung schmieden wir die Klassenbasis für einen anderen Hamburger Aufstand von ungleich größerem Ausmaß, von viel weiterer Tragweite, von noch tieferer historischer Bedeutung, als es der erste war.

Mehr denn je muß in dieser Periode jeder deutsche Kommunist, jedes Parteimitglied, jedes Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, jeder revolutionäre Arbeiter stets und unverrückbar das Bild des Hamburger Oktoberkämpfers vor Augen haben: kaltblütig, todesverachtend, der Sache der Arbeiterklasse grenzenlos ergeben, das Gewehr in der Hand, vor sich die Barrikade, zum Empfang des Feindes bereit und den Blick auf ein einziges Ziel gerichtet, auf das größte, stolzeste Ziel, das es für einen Kommunisten gibt: die Diktatur des Proletariats.

Nachbemerkung:
Am 10. Oktober 1923 war es in Sachsen und am 16.Oktober 1923 in Thüringen gelungen, auf verfassungsmäßiger Grundlage Arbeiterregierungen aus linken Sozialdemokraten und Kommunisten zu bilden. Arbeiter in ganz Deutschland begrüßten diesen Schritt. Diese Ereignisse verunsicherten die Monopolherren, Bankiers, Großgrundbesitzer, Militärs und reaktionären Politiker. Der Reichspräsident erließ daraufhin Notverordnungen und stimmte mit der Reichswehr Maßnahmen ab, um die sächsischen und thüringischen Landesregierungen schnellstmöglich abzusetzen. Angesichts des unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Angriffs gegen die Arbeiterregierungen beschloß die KPD, Forderungen verschiedener Arbeiterversammlungen nach dem Generalstreik aufzugreifen und in ganz Deutschland den bewaffneten Aufstand auszulösen, um so die Regierungen in Thüringen und Sachsen zu verteidigen. Auf einer Konferenz der sächsischen Regierung lehnten die Sozialdemokraten diesen Vorschlag ab. Daraufhin ließ auch die KPD dieses Vorhaben fallen. In Unkennntis dieser Sachlage begannen Kommunisten entsprechend dem zuvor gefaßten Parteibeschluß am 23. Oktober 1923 in Hamburg den bewaffneten Aufstand. Die politische Leitung lag damals in den Händen von Ernst Thälmann. (vgl. Lehrbuch für die Klasse 9, Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin, 1988, S.46f.)

Siehe auch: Fiete Schulze – ein Held unserer Zeit

Unser Kampf fordert ganze Menschen (E.Thälmann)

ThälmannErnst Thälmann grüßt die revolutionären Berliner Arbeiter am 1. Mai 1930

Auf welche Straße des Lebens Du auch in der Zukunft gehen wirst, Vorbedingung für Deine Haltung ist Dein Charakter… Goethe sagt im «Torquato Tasso»: «Es bildet ein Talent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt.» Und in «Wilhelm Meisters Lehrjahren» heißt es: «Die Geschichte eines Menschen ist sein Charakter.» So ist auch unser allgemeiner Sprachgebrauch: Ein Mensch von Charakter – das bedeutet: Er hat etwas erlebt und ist von den Erlebnissen geprägt worden, er hat in sich etwas Festes, auf das wir uns verlassen können. Das Wort «Persönlichkeit» ist Weiterbildung von «Person». Damit will man etwas Wesentliches am Menschen ausdrücken, was mehr ist als bloße äußere Form. Persönlichkeit aber heißt auch heute noch ein Mensch, aus dem etwas Großes, Bedeutendes spricht. Einmal wird es gebraucht, um etwas zu umreißen, «Persönlichkeit» heißt dann soviel wie: sein Charakter und seelisches Erscheinungsbild. Man wird also das Wort «Persönlichkeit» allgemein dann verwenden müssen, wenn man einen Menschen bezeichnen will, der über die Allgemeinheit hinausragt und seine Kräfte im Dienste seines Volkes einsetzt. Diese geschlossene Einheit des Charakters ist die Vorbedingung für eine fortschrittliche Persönlichkeit, denn Wert und Rang einer Persönlichkeit hängen von ihrem Charakter ab. Was ist das hohe Charakterliche an einer Persönlichkeit? Daß sie in jedem Augenblick um der Idee willen ihr ganzes Dasein einsetzt, um ein höheres zu gewinnen, daß sie wirklich «jede Sache um ihrer selbst willen tut». Die Geschichte unseres Lebens ist hart, deshalb fordert sie ganze Menschen. Du, ich und alle Mitkämpfer für unsere große Sache müssen alle stark, fest, kämpferisch und zukunftssicher sein. Denn Soldat der Revolution sein heißt: Unverbrüchliche Treue zur Sache halten, eine Treue, die sich im Leben und Sterben bewährt, heißt unbedingte Verläßlichkeit, Zuversicht, Kampfesmut und Tatkraft in allen Situationen zeigen. Die Flamme, die uns umgibt, die unsere Herzen durchglüht, die unseren Geist erhellt, wird uns wie ein Leuchtfeuer auf den Kampfgefilden unseres Lebens begleiten.

Treu und fest, stark im Charakter und siegesbewußt im Handeln, so und nur so werden wir unser Schicksal meistern und unsere revolutionären Pflichten für die große, historische Mission, die uns auferlegt ist, erfüllen und dem wirklichen Sozialismus zum endgültigen Sieg verhelfen können.

ERNST THÄLMANN

Antwort auf Briefe eines Kerkergenossen, 1944

Quelle:
Der Sozialismus – Deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1975, S.21.

Was man aus der Geschichte lernen kann…

Die wirtschaftliche Konjunktur bringt Illusionen hervor

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts stand die KPD vor einer schwierigen Aufgabe. Unter dem wiedererstarkenden Imperialismus hatte sich die Lebenslage der Volksmassen verbessert. Obwohl die Ausbeutung weiter zugenommen hatte, stieg der durchschnittliche Wochenlohn eines Industriearbeiters von 1924 auf 1925 von 16,50 auf 35,60 Mark. Es war natürlich, daß die arbeitenden Menschen nach den harten Kriegsjahren jede Verbesserung ihrer Lebenslage hoffnungsvoll begrüßten. Die sozialdemokratische Reformpolitik fand allgemeine Zustimmung. Vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Konjunktur wuchs auch in weiten Teilen der Arbeiterklasse die Illusion der baldigen Überwindung des Kapitalismus und eines friedlichen Übergangs zum Sozialismus.

IndustrieVor welcher Aufgabe stand damals die KPD?

Aus diesen Bedingungen mußte die KPD die richtigen Schlußfolgerungen für den revolutionären Kampf ableiten. „In der KPD-Führung gab es dazu unterschiedliche Auffassungen und harte Auseinandersetzungen. Einige ihrer Vertreter waren ungeduldig und verkannten, daß zunächst die proletarische Revolution nicht auf der Tagesordnung stand. Dagegen mahnten besonnenere, erfahrenere Führer, nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun, und erinnerten an die Erfahrungen der Bolschewiki in Rußland. Sie erklärten, die Überwindung der Spaltung der Arbeiterbewegung und die Gewinnung der Massen sei notwendiges Erfordernis zur Lösung der nächstliegenden Aufgaben…“ [1]

Wie sich die realistischeren Ansichten in der KPD durchsetzten…

Im Oktober 1925 wurde das Zentralkomitee der KPD neu gebildet. Und es beherzigte die Lehren Lenins. Der 39jährige Ernst Thälmann, war nunmehr zum Ersten Vorsitzenden der KPD berufen worden. Auf seine Meinung hörten die Arbeiter. Er ging von der Erkenntnis aus: „Die deutsche Arbeiterklasse kann nur im Bunde mit der Sowjetunion, ihre Partei kann nur auf dem von Lenin und der Partei der Bolschewiki gewiesenen Wege im Kampf gegen den Imperialismus bestehen.“ [2] In den Auseinandersetzungen hatte sich gezeigt, daß Ernst Thälmann „fraktionelles Machtstreben verabscheute und daß ihm pseudoradikales Getue zuwider war. Durch die Aufrichtigkeit und Geradlinigkeit seines Wesens und durch seinen revolutionären Optimismus hatte er sich das Vertrauen des revolutionären Proletariats erworben.“ [3]

Die systematische Verbreitung einer wissenschaftlichen Weltanschauung

Ohne Kenntnisse über die poltischen und ökonomischen Zusammenhänge war es unmöglich, die Arbeiterklasse im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung zu vereinen. Deshalb forderte die Parteiführung nun von den Genossen, daß sie die aktuellen Probleme der Arbeiter aufspüren und aktiv zur Verbreitung der marxistisch-leninistischen Weltanschauung beitragen solle. Das setzte aber eine verstärkte ideologische Schulung der KPD-Mitglieder voraus. So wurde im April 1927 die Reichsparteischule der KPD gegründet, es erschienen zahlreiche Schriften Lenins in deutscher Sprache und in vielen Städten entstanden „Marxistische Arbeiterschulen“ (MaSch).

RFB1928Demonstration des Rotfrontkämpferbundes im Mai 1928 in Berlin

Das Erstarken reaktionärer und faschistischer Kräfte

Doch die nach 1918 entmachteten Fürsten, Herzoge und Grafen wurden immer dreister. Ehemalige Landesfürsten aus Thüringen , die seit jener Zeit 15 Millionen Mark errafft hatten, waren damit jedoch keinesfalls zufrieden. Im Herbst 1925 vereinten sich die Fürstenfamilien und forderten von der Republik weitere 2,6 Milliarden Mark. Ernst Thälmann rief in Kundgebungen dazu auf: „Das Schmarotzertum muß ein Ende haben!“
Mitte der 20er Jahre gab es in Deutschland etwa 110 bewaffnete, militärische Organisationen wie den „Stahlhelm“ (400.000), der „Wehrwolf“ (300.000) oder den „Kyffhäuserbund“ (2,4 Millionen Mitglieder). Die Kommunisten warnten eindringlich vor einer erneuten Kriegsgefahr, und die Arbeiter begannen sich gegen den zunehmenden Polizeiterror zu wehren.

Die geistige Manipulierung der Bevölkerung

Einige große Verlagskonzerne bestimmten das geistige Klima in der Weimarer Republik. Mit einer Flut von Zeitungen und Zeitschriften überschwemmten sie das Land. Der Gesamtumsatz der bürgerlichen Druckereien betrug 1929/39 etwa 600 Milliarden Mark, proletarische Verlage hatten dagegen nur etwa 6 Mio. Mark Umsatz. [4]

Quelle:
[1] Geschichte, Lehrbuch 9.Klasse, Volk und Wissen Volskeigener Verlag Berlin, 1988, S.57.
[2] Ernst Thälmann, Eine Biographie, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1980, Bd.1, S. 250.
[3] a.a.O. S.251.
[4] Geschichte, Lehrbuch, a.a.O. S.69.

Die Rolle der Persönlichkeit

Bekannt ist die Äußerung Stalins „Kader entscheiden alles“. Tatsächlich ist der Einfluß bedeutender Persönlichkeiten auf den Gang der Geschichte sehr groß – vorausgesetzt, sie sind in der Lage, die Volksmassen in deren eigenem Interesse und zu deren Vorteil zu beeinflussen. Ohne Führung ist das Volk eine unkoordinierte Menschenmenge. In seinem Buch über Ernst Thälmann schrieb der kommunistische Schriftsteller Willi Bredel über die Rolle dieses bedeutenden Arbeiterführers:

Es ist eine dumme und vulgäre Behauptung reaktionärer Historiker, daß der Marxismus die besondere Bedeutung hervorragender Persönlichkeiten leugne. Ignoriert wird schlankweg, was Karl Marx über die Menschen, die „ihre Geschichte machen“, geschrieben hat. In seiner Schrift „Der Achtzehnte Brumaire“ heißt es:

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.“

Und Stalin äußerte sich über dieselbe Frage in einer Unterredung mit dem deutschen Schriftsteller Emil Ludwig:

„Der Marxismus verneint keineswegs die Rolle hervorragender Persönlichkeiten oder daß die Geschichte von Menschen gemacht wird … Allerdings machen die Menschen die Geschichte nicht so, wie es ihnen die Phantasie eingibt, nicht so, wie es ihnen gerade einfällt. Jede neue Generation findet bestimmte Verhältnisse vor, die bereits in fertiger Gestalt vorhanden waren, als diese Generation zur Welt kam. Und die großen Männer sind nur insofern von Bedeutung, als sie imstande sind, diese Verhältnisse richtig zu verstehen, zu verstehen, wie sie zu ändern sind. Wenn sie diese Verhältnisse nicht verstehen und sie so verändern wollen, wie es ihnen ihre Phantasie eingibt, so geraten diese Männer in die Lage eines Don Quichotte.“

Die Voraussetzung eines wirklichen Führers, daß er die Bedingungen des geschichtlichen Handelns erkennt und begreift, bedingt vor allem Volksverbundenheit. Der proletarische Führer ist verbunden mit der Arbeiterschaft und der Partei der Arbeiter, und sie, die Partei, ist die politische Führerin der Arbeiterklasse und bringt die wahren Führer der Arbeiter hervor.

Das sogenannte „Führerprinzip“ der Hitlerfaschisten war nichts anderes als das Prinzip einer Diktatur im Auftrage einer Minderheit von Ausbeutern und Kriegstreibern, die ihre Gewaltherrschaft über das Volk ausübten und sich dabei jeder Kontrolle des Volkes entzogen haben.

Der Arbeiterführer Ernst Thälmann hingegen, getragen vom Willen und Vertrauen der Parteimitgliedschaft, Vorsitzender einer nach dem Organisationsprinzip des demokratischen Zentralismus gewählten Parteileitung, die gemeinsam berät, gemeinsam beschließt, gemeinsam führt, war ein wahrhafter Volksführer.
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In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg hatte die deutsche Arbeiterbewegung in August Bebel einen Führer von außerordentlicher Popularität. Nach Bebels Tod hat die deutsche Sozialdemokratie eine solche Persönlichkeit nicht mehr hervorgebracht. Im Kriege und in der Revolution wurden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch ihre Treue, ihre Kühnheit und Entschlossenheit die Helden der vorwärtsdrängenden Arbeiter. Die Reaktion ermordete beide, denn die junge Kommunistische Partei sollte enthauptet werden.

In der Tat war die deutsche Arbeiterschaft jahrelang ohne eine besonders hervortretende Führerpersönlichkeit. Erst als Ernst Thälmann innerhalb der Kommunistischen Partei und dann über den Rahmen der Partei hinaus in den Massen der Arbeiter der ärmeren Bauernschaft und des städtischen Kleinbürgertums Vertrauen und Ansehen gewann,
von Millionen verehrt und geliebt, hatten die Werktätigen Deutschlands wieder einen Führer. Ernst Thälmann wurde der Erbe von August Bebel, von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Quelle:
Willi Bredel, Ernst Thälmann – Beitrag zu einem politischen Lebensbild, Dietz Verlag, Berlin 1950, S.83f.

Siehe auch:
Ernst Thälmann: Über die „Freiheit der Andersdenkenden“

Wer war Ernst Thälmann?

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Ende August 1944 wurde Ernst Thälmann im Auftrage von Hitler-Göring durch SS-Banditen ermordet. Elfeinhalb Jahre war er in der Einzelhaft der Nazizuchthäuser drangsaliert worden. Wo in der ganzen Welt von dem Kampf deutscher und ausländischer Antifaschisten gegen das barbarische Naziregime gesprochen wurde, nannten Arbeiter, Bauern, Jugend und Geistesschaffende den Namen Ernst Thälmann. Er wurde zum Inbegriff des unerschrockenen und kompromißlosen Kämpfers gegen die Blutherrschaft der Hitlerbande.

Wer war Ernst Thälmann?

Je mehr Jahre vergehen, um so geringer wird die Zahl der Menschen, die noch ein lebendiges Bild von dem Arbeiterführer Ernst Thälmann haben. Eine neue Generation ist herangewachsen, die vom Leben und Kampf dieses wahren deutschen Volkstribunen kaum mehr weiß, als daß er von der Gestapo eingekerkert und ermordet wurde…
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Ernst Thälmann war ein sozialistischer Kämpfer und Agitator mit hohen politischen und menschlichen Qualitäten. Gerade das macht auch seinen schnellen Aufstieg zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Deutschlands und zum populären Führer des werktätigen Volkes verständlich. Sein hartnäckiger und unversöhnlicher Kampf galt den Ausbeutern und Unterdrückern der arbeitenden Menschheit, galt der junkerlichen und großkapitalistischen Reaktion und ihren Agenten in den Reihen der Arbeiterklasse. Immer wieder zeigte er in Reden und Artikeln den ursächlichen Zusammenhang zwischen der Agitation Hitlers und den Profitinteressen der deutschen Monopolkapitalisten auf. Die Entlarvung der Hitlerpolitik als die Vorbereitung des Krieges machte er zur wichtigsten Aufgabe der revolutionären Sozialisten.
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Ernst Thälmann wußte aber auch, daß die Arbeiterbewegung sich des Faschismus nur erwehren kann, wenn sie eine Einheit ist und eine einheitliche Führung hat. Man muß den sozialdemokratischen Arbeitern die Bruderhand reichen, war seine ständige Mahnung. Unermüdlich wirkte er in der Partei und in den Massenorganisationen für die einheitliche antifaschistische Aktion aller Schaffenden. Nur die Einheitsfront gegen den Faschismus sichert dem deutschen Volke den Frieden.

Als die Hitlerbande die Arbeiterorganisationen zerschlug und Jagd auf die Arbeiterfunktiönäre machte, fiel ihr auch Ernst Thälmann in die Hände. Die Goebbels-Presse triumphierte. Sie schrie von einem Monstreprozeß, durch den der Kommunismus in Deutschland restlos vernichtet werden sollte. Der Prozeß hat aber nie stattgefunden. In strengster Isolierung, abgeschlossen von seinen mitgefangenen Genossen, führte Ernst Thälmann, allein auf sich gestellt, einen bewundernswürdigen Kampf gegen die Nazijustiz und gegen alle faschistischen Versuche, ihn körperlich und geistig zu, zermürben. Alle Bemühungen der Nazibanditen, den aufrechten, stolzen Arbeiterführer Ernst Thälmann niederzuzwingen, scheiterten an seinem unbeugsamen Willen.
Thälmann Gefängnis
Als 1941 Gestapobeamte Ernst Thälmann die Nachricht von dem Überfall auf die Sowjetunion brachten, schleuderte er ihnen den einen Satz ins Gesicht: „Stalin bricht Hitler das Genick!“ Drei Jahre später wurde Ernst Thälmann ermordet. Die Furcht vor seiner Popularität bei den werktätigen Massen steckte den Massenmördern so in den Knochen, daß sie es nicht wagten, den Mord an ihm einzugestehen.

Ernst Thälmann ist unter Mörderhand gefallen. Doch was er in seiner jahrzehntelangen gewerkschaftlichen und politischen Tätigkeit geschaffen hat, lebt weiter. Es lebt die einheitliche sozialistische Partei, es lebt die Massenorganisation einheitlicher freier Gewerkschaften, es lebt das kühne Beispiel des antifaschistischen und antiimperialistischen Kampfes, es lebt der Wille zum Sozialismus…

Wilhelm Pieck
(August 1948)

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In Ernst Thälmann waren die guten Traditionen der deutschen Arbeiterbewegung verkörpert, die Kampffreudigkeit aus der Zeit des Sozialistengesetzes, der Kampf für die Reinhaltung der Lehren von Marx und Engels, der Kampf gegen den preußischen Militarismus, wie der Heroismus von Karl Liebknecht und der streikenden Munitionsarbeiter von 1917/18. In der Arbeit Ernst Thälmanns waren diese wertvollen Erfahrungen mit den Lehren Lenins und Stalins verbunden. Marx und Engels hatten auf der Grundlage des wissenschaftlichen Sozialismus die selbständige Arbeiterbewegung in Deutschland geschaffen, die später in der Periode des Imperialismus, bei Beginn des ersten Weltkrieges, von der sozialdemokratischen Führung verraten worden war.
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Das geschichtliche Verdienst Ernst Thälmanns besteht darin, daß er die unter der Führung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gegründete Kommunistische Partei Deutschlands zur revolutionären Massenpartei entwickelte, daß er als erster systematisch die Lehren von Lenin und Stalin in die deutsche Arbeiterbewegung und in das deutsche Volk trug.

Ernst Thälmann studierte unermüdlich die Werke von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Er studierte die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung und die großen Erfahrungen Lenins und Stalins in der Strategie und Taktik des Befreiungskampfes der Arbeiterklasse. Sein Studium der kapitalistischen Krisen befähigte ihn, in den Jahren 1929 und 1930 die sozialdemokratische Theorie über die Stabilisierung des Kapitalismus rechtzeitig zu widerlegen und der Arbeiterschaft eine richtige Darstellung der Entwicklung der Krisen zu geben. Sein gründliches Studium der Theorie des Imperialismus ermöglichte es Ernst Thälmann, rechtzeitig der Bevölkerung vorauszusagen, daß die Revanchepropagarida und die Rassenhetze zum Krieg und zum Ruin Deutschlands führen. Sein gründliches Studium der Theorie des Marxismus-Leninismus ist beispielgebend für jeden Funktionär der Arbeiterbewegung, der auf Grund der wissenschaftlichen Lehre Lenins und Stalins die Entwicklung voraussehen muß, um den richtigen Weg zu gehen.
Ziegenhals-teddyDie kürzlich geschändete Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals

Man kann sagen, daß Ernst Thälmann das große Verdienst gebührt, daß er die vom deutschen Sozialdemokratismus verfälschte marxistische Lehre, die Lenin wiederherstellte und weiterentwickelte, der deutschen Arbeiterschaft und den fortschrittlichen Kräften der deutschen Intelligenz vermittelt hat.

Walter Ulbricht (1949)

In: Willi Bredel, Ernst Thälmann, Beitrag zu einem politischen Lebensbild, Dietz Verlag Berlin 1950

Siehe auch:
Erich Weinert: So war Ernst Thälmann
Protest gegen die Schändung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte Ziegenhals

Beiträge von Ernst Thälmann:
– Der Kampf fordert ganze Menschen
– Die Rolle der Persönlichkeit
– Lehren aus dem Hamburger Aufstand
– An die Jugend

Ernst Thälmann – hoch die Faust!

ThaelmannSinngemäß sagte Erich Honecker einmal:

Ernst Thälmann war unter uns, als wir in der Weimarer Republik den Kampf gegen den aufkommenden Faschismus führten. Er war unter uns, als wir in tiefster Illegalität unter den Bedingungen des Hitlerfaschismus den Kampf für den Sturz des Nazismus führten.

Ernst Thälmann war uns gegenwärtig, als sich 1945 die Kommunistische Partei Deutschlands aus der Illegalittät erheben konnte kraft des Sieges der ruhmreichen Sowjetarmee. Die Ideen Ernst Thälmanns waren mit uns, als wir im Jahre 1946 aus zwei Arbeiterparteien eine Partei schufen, die Sozialistische Einheitspartei Deutschland.

Ernst Thälmann war unter uns, als wir 1949 unsere Republik gründeten. Er ist jetzt unter uns, weil wir geschworen haben, in seinem Sinne das Banner der Revolution immer weiter zu tragen und den Sozialismus wieder zum Siege zu führen.

Wir protestieren gegen die Zerstörung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals durch Gerd Gröger, einen ehemaligen Ministerialbeamten der Brandenburgischen Regierung, und seine Auftraggeber! Schande über ihn und seine reaktionären Komplizen! (4.Mai 2010)
http://www.etg-ziegenhals.de/Aktuelles.html

Siehe auch:
Wer war Ernst Thälmann?