Luthers unheiliger Geist…

Martin LutherMartin Luther (1483-1546) gilt als Begründer der deutschen Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die dieser 1517 angeblich an die Stadtkirche zu Wittenberg genagelt haben soll, protestierte er gegen den kirchlichen Ablaßhandel und löste damit eine breite Volksbewegung aus, welche die frühbürgerliche Revolution einleitete. Luthers Thesen wurden bald überall in Deutschland bekannt.

Später jedoch, im Bauernkrieg, verurteilte er das revolutionäre Vorgehen der Aufständischen aufs Schärfste. Seine 1522 erschienene „Treue Vermahnung zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ hat ihre demagogische Wirkung sogar bis heute nicht verfehlt. Sie zeigt Luther als einen „Gegner der Gewalt, die die Unterdrückten anwenden, um mit den Unterdrückern fertig zu werden“, zugleich aber als einen „Anhänger der Gewalt, welche die Unterdrücker anwenden, um die Unterdrückten niederzuhalten oder niederzuwerfen“ (Alfred Meusel). Sein Einfluß auf die deutsche Schriftsprache ist bedeutend. Und so wird Luther heute als deutscher Nationalheld verehrt. Doch man muß gelesen haben, welche Ansichten er vertrat. Seine Äußerungen sind oft derart menschenverachtend und zynisch, daß man ihn ohne weiteres als geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnen kann. Und nicht selten haben sich die Nazis auch auf ihn berufen.

In abstoßender Weise ließ Luther sich über das „feurige Ende“ der Juden aus, über das Ersäufen behinderter Menschen, und rechtfertigte das Abschlachten der aufständischen Bauern. Martin Luther steht für Klassenhaß gegenüber den Unterdrückten, für Frauen-feindlichkeit und für einen wütenden Antisemitismus. Auch seine Liebedienerei gegenüber den Fronherren und Fürsten ist schließlich bekannt. Doch ungeachtet dessen feiert ihn die evangelische Kirche und mit ihr die ganze frömmelnde und „patriotische“ bürgerliche Öffentlichkeit als wichtigen historischen Gesellschaftsgestalter. Ja, er wird sogar als faszinierende Persönlichkeit beschrieben. Etwas ähnliches äußerte auch schon Hitler. Wann endlich trennt sich die evangelische Kirche von diesem falschen Propheten? Hier nun ein paar Luther-Zitate, die dies belegen:

Luther über den Gehorsam gegenüber der Obrigkeit

„Ich möchte mich fast rühmen, daß seit der Zeit der Apostel das weltliche Schwert und die Obrigkeit noch nie so deutlich beschrieben und gerühmt worden ist wie durch mich. Sogar meine Feinde müssen das zugeben. Und dafür habe ich doch als Lohn den ehrlichen Dank verdient, daß meine Lehre aufrührerisch und als gegen die Obrigkeit gerichtet gescholten und verdächtigt wird. Dafür sei Gott gelobt!“

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“

„Denn freilich streiten die Christen nicht, noch gibt es bei ihnen eine weltliche Obrigkeit. Ihre Herrschaft ist eine geistliche Herrschaft, und dem Geiste nach sind sie niemandem als Christus allein unterworfen. Mit Leib und Besitz aber sind sie dennoch der weltlichen Obrigkeit unterworfen und Gehorsam schuldig. Wenn sie nun von der weltlichen Obrigkeit zum Kriege aufgerufen werden, sollen und müssen sie kämpfen, aus Gehorsam, nicht als Christen, sondern als Glieder und als untertänige, gehorsame Leute, dem Leibe und dem zeitlichen Besitze nach.“

„Wenn es rechtmäßig zugeht, hat die Obrigkeit mit ihren Untertanen nichts anderes zu tun, als das Recht zu bewahren, Gericht zu halten und Urteile zu fällen. Wenn sie sich aber empören und auflehnen, wie es jüngst die Bauern taten, ist es recht und billig, gegen sie mit Gewalt vorzugehen.“

„Das Amt eines Richters ist hoch zu achten. Es ist ein göttliches Amt, ob er nun mit dem Munde Recht spricht oder es als Scharfrichter mit der Faust vollzieht.“

„An sich ist das Amt des Schwertes recht und eine göttliche, nützliche Ordnung, und Gott will, daß sie nicht verachtet, sondern gefürchtet und geehrt wird und Gehorsam genießt. Anderenfalls soll es nicht ungerächt bleiben, wie der heilige Paulus Römer 13,2 schreibt. Denn er hat eine doppelte Herrschaft unter den Menschen aufgerichtet: eine geistliche, durch das Wort und ohne Schwert, wodurch die Menschen fromm und gerecht werden sollen, so daß sie mit dieser Gerechtigkeit das ewige Leben erlangen. Solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Wort, das er den Predigern aufgetragen hat. Die andere Herrschaft ist weltlich durch das Schwert, damit diejenigen, die nicht durch das Wort fromm und gerecht für das ewige Leben werden wollen, dennoch durch diese weltliche Herrschaft gezwungen werden, fromm und gerecht zu sein vor der Welt. Und solche Gerechtigkeit bewirkt er durch das Schwert.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526) …mehr.
WöllfeDer Pöbel braucht eine harte Obrigkeit!

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, daß ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ (Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526)

„Steche, schlage, würge hie, wer da kann. Bleibst du darüber tot, wohl dir, einen seligeren Tod kannst du nimmer mehr erlangen“.(Luther über die aufständischen Bauern, Weimarer Ausgabe 18, S.357f.)

„Es ist besser, wenn Tyrannen hundert Ungerechtigkeiten gegen das Volk verüben, als daß das Volk eine einzige Ungerechtigkeit gegen die Tyrannen verübt.”

Luthers Meinung über Frauen

„Eine Frau hat häuslich zu sein, das zeigt ihre Beschaffenheit an; Frauen haben nämlich einen breiten Podex und weite Hüften, daß sie sollen stille sitzen.“ (zitiert nach Arnulf Zitelmann, 1997, „Widerrufen kann ich nicht. Die Lebensgeschichte des Marthin Luther“, Beltz & Gelberg, 1997, S. 111)

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, daß die Männer durch sie geboren werden.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes. Ob die Frauen sich aber auch müde und zuletzt tot tragen, das schadet nichts. Laß sie nur tot tragen, sie sind darum da.”

„Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, daß sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.“ (Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551)

Luther über behinderte Kinder

„Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt … so halte ich dafür … daß es wahre Teufel sind.“
Luther und JudenLuther über die Juden

„Wie es unmöglich ist, daß die Aglaster ihr Hüpfen und Getzen läßt, die Schlange ihr Stechen: so wenig läßt der Jüde von seinem Sinn, Christen umzubringen, wo er nur kann.“ (Tischreden. Erlanger Ausgabe der Werke Luthers, Bd.62, S.375)

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, daß sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen…; Man sollte ihre Synagogen und Schulen mit Feuer anstecken, … unserem Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, daß wir Christen seien (…) ihre Häuser desgleichen zerbrechen und zerstören.“ (Von den Juden und ihren Lügen, Tomos 8, S. 88ff.)

„Darum wisse Du, lieber Christ, und Zweifel nichts dran, daß Du, nähest nach dem Teufel, keinen bittern, giftigern, heftigern Feind habest, denn einen rechten Juden, der mit Ernst ein Jude sein will.“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.182)

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, daß man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, daß kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.. Zum andern, daß man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben …“ (Luther: Handbuch der Judenfrage, S.233-238)

„Wenn ein Dieb zehn Gülden stiehlet, so muß er henken; raubet er auf der Straßen, so ist der Kopf verloren. Aber ein Jüde, wenn er zehn Tunne Goldes stiehlet und raubet durch seinen Wucher, so ist er lieber denn Gott selbs.“
(Luther: Von den Jüden und ihren Lügen. Erlanger Ausg. Bd.32. S.244)

„Denn es gibt viele Schwätzer, Ungehorsame und Schwindler… die aus dem Judentum kommen. Diese Menschen muß man zum Schweigen bringen…es sind abscheuliche und unbelehrbare Menschen, die zu nichts Gutem taugen.“ (Paulusbrief an Titus 1, Verse 10-16)

Anmerkung:
In einem Gespräch sagte Adolf Hitler 1923: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung; sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen“ (1923). Die Reichskristallnacht fand in der Nacht zu Luthers Geburtstag statt und auch bei den Nürnberger Prozessen beriefen sich die Nazis ausdrücklich auf Luthers Anti-Juden-Schriften. Die Judenverfolgung ist also keine Erfindung der Nazis, sondern hat kirchliche Tradition. Hitler sagte: „Ich tue nur, was die Kirche seit fünfzehnhundert Jahren tut, allerdings gründlicher.“

Angesichts der eindeutigen Fakten ist es längst nicht mehr akzeptabel, wenn die protestantische Kirche den üblen Demagogen und Volksverhetzer Martin Luther als Vorbild verkauft, z.B. in einer Unterrichtsbroschüre zum LUTHER-Film für die Klassen 7-13. Doch es werden weiterhin massenhaft Filme und Bücher über diesen Mann auf den Markt geworfen, in den Schulen werden ‚fromme‘ Legenden verbreitet, Museen werden mit lobhudelnden Relikten eines zweifelhaften Luther-Kults bestückt, um diesen als eine „faszinierende Persönlichkeit“ erscheinen lassen.

Hubertus Mynarek, einer der prominentesten Theologen und Kirchenkritiker des 20.Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch „Die neue Inquisition“: „Nach heutigem Rechtsverständnis war Luther ein Krimineller, den der Staatsanwalt sofort verhaften ließe wegen Volksverhetzung (§130 StGB ), Anstiftung zum Mord (§§26,211), […] zum Landfriedensbruch (§§26,125) und […] zu schwerer Brandstiftung (§§26,306).“ Die eindringlichen Teufels-Heimsuchungen im Spielfilm LUTHER lassen den Kirchengründer sogar als Psychopath erscheinen. Wenn die protestantische Kirche einen (Ersatz-)Heiligen benötigt – den Heiligenkult hatte Luther bekanntlich ebenso radikal abgelehnt wie eine „lutherische“ Kirche –, so sollte sie besser den protestantischen Humanisten und Reformator Thomas Müntzer ehren.

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Quellen:
Der Theologe: So spricht Martin Luther.
Der Theologe: Ein Mahnmal für die Opfer der Kirche.
Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können
Projektwerkstatt: Martin Luther – ein Vorbild und „deutscher Held“?
Prof.Dr. Uwe Hillebrand: Lehren der christlichen Kirchen550 Jahre Luther sind genug

Siehe auch:
Gegen die religiöse Verblödung der Menschheit

Glen Beck: Share this with your friends !

Glen Beck:
„Amerika, I am an imperfect messenger for this…“ Der Moderator findet keine Worte. Dieser Mitschnitt eines privaten Fernsehsenders aus den USA zeigt einen der unfaßbar grausamen Vorfälle, wie sie schon seit langem den gekauften syrienfeindlichen Verbrechern zur Gewohnheit geworden sind. Nicht nur, daß ganze Wohnsiedlungen bis zur Unkenntlichkeit zerstört wurden; nicht nur, daß Menschen grundlos und grausam gefoltert und ermordet werden, nicht nur daß Kinder mit Giftgas … diese von den USA, von der NATO und einigen arabischen und israelischen Machtzentren gesponserten Kannibalen sind keine Menschen…
(Leider ist dieser Film bisher nur in Englisch verfügbar. Bitte geben Sie ihn weiter !!! )

Glen Beck: Video
http://www.youtube.com/watch?v=Ageeh1pLslU

USA-Waffen: Die Chemie des Todes

In einer brisanten und sehr ausführlichen Dokumentation schilderten 1987 die DDR-Militärwissenschaftler Ralf Stöhr und Harald Kießlich-Köcher die Entwicklung der Produktion chemischer Waffen. Mit einem Streifzug durch die Geschichte begründeten sie die Doppelbödigkeit und Verlogenheit von Moral und Recht in der Klassengesellschaft, erforschten den Ersteinsatz chemischer Waffen von deutscher Seite im 1.Weltkrieg und belegten schließlich die heute führende Rolle der USA beim Einsatz chemischer Waffen in aller Welt. Um so zynischer erscheint es, wenn ausgerechnet die aggressivsten Kreise des USA-Imperialismus immer wieder andere des Besitzes und Einsatzes chemischer Waffen beschuldigen, während in den USA-Versuchslabors und auf den Testgeländen immer neue Waffen ausprobiert, und in den Kampfstofflagern in der BRD und in anderen Ländern in aller Welt die gefährlichsten, tödlichen Waffen aufbewahrt werden. Diese Gefahr ist keineswegs gebannt, sie verschwand nur zeitweise aus unserem Blickfeld…

Die Führungsrolle der USA bei der chemischen Kriegsvorbereitung

In den Vereinigten Staaten konzentrierte sich die chemische Rüstungsindustrie nach dem zweiten Weltkrieg zunächst auf die Produktion von Sarin, das in Granaten und Bomben verfüllt wurde. Das Testgelände Dugway Proving Ground im Staate Utah wurde 1950 wiedereröffnet und erheblich erweitert.
Dugway KampfstofftestgeländeUS-amerikanisches Kampfstofftestgelände
Dugway Proving Ground /Utah

Weitere Testgelände für die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen waren Fort Clayton in der Panamakanalzone, Fort Greeley in Alaska und Camp Tuto auf Grönland. Da für die Sarinproduktion nicht genügend Vorprodukte zur Verfügung standen, wurde 1953 in Alabama ein neues Werk, das Muscle Shoals Development, errichtet, das die Belieferung des Rocky Mountain Arsenal bei Denver/Colorado übernahm. Dort wurde Sarin zu einem Preis von 3 Dollar je Kilogramm produziert. In den 50er Jahren stellte dieses Werk 15.000 bis 20.000 t Sarin her.

Chemische Waffen der USA im Koreakrieg

Der Aggressionskrieg gegen die KDVR war den USA willkommene Gelegenheit, chemische Kampfstoffe auszuprobieren. Aus diesem Krieg sind zahlreiche Fälle der Anwendung chemischer Kampfstoffe durch US-amerikanische Truppen bekannt geworden. Eine Dokumentation der Internationalen Vereinigung Demokratischer Juristen verzeichnete folgende Einsätze:
23. Februar 1951: 2 US-amerikanische Flugzeuge setzen chemische Kampfstoffe gegen nordkoreanische Stellungen am Han-Fluß südlich von Soul ein.
6. Mai 1951: 3 B-29 vergiften eine Fläche von 30 ha in der Stadt Nampo, nachdem zuvor 3 Angriffe mit Sprengbomben die Häuser zerstört hatten. Es gab 1379 Kampfstoffgeschädigte, von denen 480 starben.
6. Juli 1951: Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen das Dorf Poong Po Ri, südlich von Wonsan.
1. August 1951: Einsatz chemischer Kampfstoffe gegen die Dörfer Yen Seng Ri und Won Chol Ri in der Provinz Hvanghe.
9. Januar 1952: In dem Bergdorf Hak Seng, nördlich von Wonsan, werden nach einem US-amerikanischen Bombenangriff 83 kampfstoffvergiftete Personen festgestellt.

USA: Der «humane Charakter» des chemischen Massenmords

Ende der 50er Jahre kam es in den USA zu einer neuen Kampagne der Propagierung des chemischen Krieges. Sie erhielt die Bezeichnung «Operation Blue Skies» und hatte die Aufgabe, den «humanen Charakter» des chemischen Krieges nachzuweisen. So wurde z.B. damit argumentiert, daß es bei der Eroberung der japanischen Insel Iwo-Jima nicht zu 6.000 Toten und 19.000 Verwundeten gekommen wäre, hätte man damals chemische Kampfstoffe eingesetzt. Das neue Schlagwort hieß psychotoxische bzw. – noch harmloser – psychoaktive Stoffe. Es handelte sich dabei um Substanzen, die für einige Zeit kampfunfähig machen sollten und deren Entwicklung mit dem LSD begann, das 1943 von dem Schweizer Chemiker Albert Hoffmann entdeckt worden war. Zur Veranschaulichung wurde ein Film gezeigt, in dem eine mit LSD vergiftete Katze Angst vor einer Maus hatte. Einer der Reklamesprüche des Pentagon lautete: «Der Mensch wird nun mit der Möglichkeit konfrontiert, den Tod aus dem Krieg zu verbannen.»

Der dubiose ‚Selbstmord‘ des Biochemikers Frank R. Olsen

Neben der Armee gab es für diese neuen Kampfstoffe noch einen weiteren Interessenten – den Geheimdienst CIA. In dem 1975 vorgelegten Bericht der Rockefeller-Kommission, die im Auftrag des USA-Präsidenten die Tätigkeit der CIA untersucht hatte, heißt es: «Ende der 40er Jahre begann die ClA, die Eigenschaften gewisser Drogen zu untersuchen, die das menschliche Verhalten ändern (wie z.B. das LSD), und zu überlegen, wie man sie für Spionagezwecke einsetzen könnte … Man plante auch, Drogen außerhalb der USA bei verschiedenen Operationen einzusetzen … 1953 wurde zum ersten Mal die Möglichkeit ins Auge gefaßt – und auch Interesse gezeigt –, Drogen, die das menschliche Verhalten verändern, an Menschen auszuprobieren. Zu diesem Zeitpunkt zog man auch in Erwägung, Angestellte der Agentur als Versuchskaninchen zu benutzen.» Es begann zunächst mit Versuchen an Freiwilligen. Im Jahre 1955 wurden auch Unfreiwillige einbezogen. Im Bericht wird ein Fall detailliert geschildert: «Der Mann hatte, bevor man ihm die Dosis LSD verabreichte, an einer Diskussion teilgenommen, in deren Verlauf das Prinzip, ähnliche chemische Substanzen an Nichtfreiwilligen auszuprobieren, gebilligt worden war. Erst zwanzig Minuten nach der Verabreichung teilte man dem Mann mit, er habe LSD erhalten. Er zeigte starke sekundäre Reaktionen und wurde, von einer Eskorte der CIA begleitet, nach New York gebracht, wo man ihn in psychiatrische Behandlung gab. Einige Tage später sprang er aus dem Fenster seines Zimmers im zehnten Stock und starb.» Es handelte sich dabei um den Biochemiker Frank R. Olson, der sich vertraglich verpflichtet hatte, an einem streng geheimen Projekt in Fort Detrick mitzuarbeiten. Seine Tat wurde als Selbstmord ausgegeben. Seine Familie erfuhr erst nach 22 Jahren die Wahrheit.

Tödliche Experimente in Krankenhäusern und Haftanstalten

Weitere Versuche fanden an Universitäten, in Krankenhäusern und in Haftanstalten statt, die meisten jedoch mit Soldaten in Edgewood/Maryland und Fort Bragg/North Carolina. Ein Arzt, der einige Zeit mit dem Edgewood Arsenal zusammengearbeitet hatte und dessen Aussage in den Bericht aufgenommen worden war, teilte mit, «daß diese Experimente über Jahre hindurch geführt wurden. Die amerikanische Armee verlor allmählich das Interesse an LSD und zog ihm andere Derivate vor, das BZ zum Beispiel, das sie für stärker und wirksamer hält.» Von 1967 – in diesem Jahr stellte die Armee die Versuche mit LSD ein – bis 1975 wurde das BZ an 2.100 bis 2.800 Soldaten erprobt.

Weiter heißt es in dem Bericht: «In den fünfziger und sechziger Jahren wurden in Fort Detrick etwa zehn chemische und bakteriologische Waffen von der amerikanischen Armee und den von ihr eingestellten Forschern entwickelt … Unter dem Kodewort ‚Projekt Naomi‘ begannen die CIA und die amerikanische Armee, alle Anwendungsmöglichkeiten dieser Waffen zu erforschen und die Herstellung anderer zu erwägen … 1970 befahl Präsident Richard Nixon, die Laboratorien in Fort Detrick zu schließen und das ganze Waffenlager an bakteriologischen und einige chemische Waffen zu vernichten. Die CIA folgte dieser Anordnung nicht.» Sie führte ihre Errungenschaften dem Senat vor und präsentierte verschiedene Apparate zur Anwendung von Giften. So wurde z.B. eine Neonröhre gezeigt, die beim Einschalten ein Gift als Aerosol freisetzt. Verschiedene Wurfpfeilsysteme waren entwickelt worden, die in Regenschirmen, Spazierstöcken oder Füller eingebaut waren. Außerdem wurden elektrische, völlig geräuschlose Pistolen vorgeführt. die vergiftete Pfeile, die sich beim Einschlagen ohne Spur auflösen, über Entfernungen von mehr als 100 m verschießen.

Die mehrfachen Mordversuche an Fidel Castro

Daß diese Waffen keineswegs nur für die Vorführung vor Senatoren bestimmt waren, offenbarte ein Bericht der Church-Kommission, die sich ebenfalls mit der Tätigkeit der CIA beschäftigte. Untersucht wurden unter anderem die Versuche der CIA, den kubanischen Ministerpräsidenten Fidel Castro ZU vergiften. Ein Beamter der Abteilung Technische Dienste der CIA erinnert sich: «Man beabsichtigte, im Rundfunkstudio Castros eine Substanz mit ähnlicher Wirkung wie der des LSD ausströmen zu lassen. Dieser Plan wurde aber wieder fallengelassen, da die in Frage kommende Substanz nicht sehr sicher war. Zu gleicher Zeit hatte die Abteilung Technische Dienste eine Schachtel Zigarren mit einer Flüssigkeit präpariert, die eine vorübergehende Desorientierung hervorruft.» Im Bericht heißt es weiter: «Aus einer Notiz in den Unterlagen des Büros für Medizinische Dienste der Operationsabteilung erfahren wir, daß man einem Beamten eine Schachtel mit den Lieblingszigarren Castros übergeben hatte mit dem Auftrag, sie mit einem tödlichen Gift zu präparieren. daß so stark war, daß jeder, der eine dieser Zigarren in den Mund nahm, sterben würde. Am 7. Oktober (1960) teilte der Beamte mit, die Zigarren seien fertig; aus den Notizen der Abteilung Technische Dienste geht hervor, daß sie am 13. Februar 1961 einer nicht namentlich erwähnten Person weitergegeben wurden.»
Fidel Castro
Von der CIA als Opfer eines Giftmordes auserkoren:
Kubas Ministerpräsident Fidel Castro

Diese Versuche wurden in den folgenden Jahren fortgesetzt. Im Februar 1961 noch erhielt ein Mafia-Gangster von der CIA Pillen mit Botulinustoxin, um Fidel Castro zu ermorden. Im April 1962 gingen erneut 4 Giftpillen in Richtung Kuba. Anfang 1963 wurde ein Versuch mit einem pilzverseuchten Taucheranzug unternommen. Im November 1963 war der Einsatz eines Füllfederhalters mit vergiftetem Pfeil vorgesehen. All diese Versuche scheiterten ebenso an der Wachsamkeit der kubanischen Sicherheitsorgane wie die Absicht, die kubanischen Zuckerarbeiter zum Zeitpunkt der Zafra, der Zuckerrohrernte, mit chemischen Mitteln Arbeitsunfähig zu machen.

Tödliche Gifte in den Händen der CIA

Aber nicht nur der kubanische Regierungschef stand in der Mordkartei der CIA. Im Church-Bericht heißt es: «Anfang 1961 gab Bissel Harvey, der damals Chef der Abteilung ausländische Nachrichten der CIA war, den Auftrag, ein Mordpotential zu schaffen, das eine Untersuchung der verfügbaren Mittel beinhalten sollte, die es gab, um fremde Staatsmänner zu ermorden.» Einer seiner wissenschaftlichen Berater «gab an, Bissel habe sich an ihn gewandt, weil er alle Substanzen, über die die Laboratorien der CIA verfügen, kannte und weil Bissel glauben mußte, daß eine derartige Studie zu seinen Aufgaben als technischer Berater gehörte. Vorher hatte es schon eine interne Kommission der CIA gegeben, die Vorschläge zum operativen Gebrauch von Drogen oder chemischen und biologischen Mitteln unterbreitete.»

Die Armee hatte sich inzwischen dem Kampfstoff BZ zugewendet, der den Gegner kampfunfähig machen sollte. Im Jahre 1962 wurde für 2 Mill. Dollar im Pine Bluff Arsenal eine Anlage zur Herstellung von BZ gebaut. Dieser Stoff wurde dann im Dugway Proving Ground und auf einem Übungsplatz auf Hawaii getestet.

Nachdem die USA unter Nutzung britischer Unterlagen den neuen Kampfstoff VX entwickelt hatten, wurde er in kurzer Zeit in die Produktion überführt. Produktionsstätte war die für 13,5 Mill. Dollar erbaute Anlage in Newport/lndiana. Charakteristisches Merkmal dieses Betriebes waren ein 10stöckiger Turmbau, in dem 65 km Rohrleitungen für die Synthese von VX verlegt waren, und eine Gebäudegruppe, in der der Kampfstoff in Raketen, Granaten und andere Munition verfüllt wurde. Ein weiteres Werk, das neben Sarinmunition für den Werfer M-91 auch VX-Granaten und -Bomben zu fertigen begann, war das Rocky Mountain Arsenal in der Nähe von Denver/Colorado.

Ein qualvoller Tod durch Kampfstoffunfälle

Auf dem Dugway Proving Ground kam es bei der Erprobung eines Flugzeugabsprühgeräts mit VX zu einem Unfall, der Schlagzeilen machte. Am 13. März 1968 sprühte ein Jagdbombenflugzeug des Typs F-4 Kampfstoff über dem Testgelände ab. Wegen eines defekten Ventils verblieben etwa 10 kg VX im Behälter und strömten erst später aus, 30 km außerhalb des Testgeländes in der Nähe einer Kleinstadt. Ein günstiger Wind bewahrte die ahnungslosen Bürger der Stadt vor qualvollem Tod. Dafür kamen 6.400 Schafe um, die über eine große Fläche verteilt gewesen waren. Etwa 1 Jahr später, im Sommer 1969, lief auf dem USA- Stützpunkt Okinawa in Japan ein VX-Behälter aus. 24 Soldaten wurden schwer vergiftet. Dabei stellte sich heraus, daß die japanische Regierung nicht über die Lagerung chemischer Kampfstoffe in ihrem Lande informiert gewesen war. Am 22. Juli 1969 verlangte sie von der USA-Regierung den Abzug sämtlicher chemischer Kampfstoffe von japanischem Hoheitsgebiet. Daraufhin sahen sich die USA gezwungen, diese Kampfstoffvorräte auf Johnston Island im Pazifik zurückzunehmen.
Kampfstofflager Newport
VX-Kampfstofflager in Newport/Indiana

Zu weiteren Unfällen kam es im Army’s Arctic Test Center bei Fort Greeley/Alaska und im Rockv Mountain Arsenal. In zahlreichen Fällen traten Probleme bei der Lagerung älterer Kampfstoffmunition auf, da die Hüllen der Munition im Laufe der Zeit von Rost zerstört worden waren. Da die Vernichtung nach Ansicht maßgeblicher Stellen in den USA zu hohe Kosten verursachte, wurde gegen die Proteste zahlreicher USA-Bürger und der empörten WeItöffentlichkeit beschlossen, die Granaten in Betonblöcken einzulagern und im Meer 450 km vor der Küste von Florida zu versenken.

Ende der 60er Jahre verkündeten die USA mit großem Propagandaaufwand die Einschränkung der Produktion einiger Kampfstofftypen und die Stillegung mehrerer Werke. In Wirklichkeit wurden diese Werke jedoch konserviert und waren in der Lage, binnen kurzem die Produktion wiederaufzunehmen. Die Reduzierung der Produktion resultierte einmal daraus, daß bereits große Vorräte an chemischer Munition die Lager füllten, und zum anderen aus der Tatsache, daß sich eine neue Entwicklung auf dem Gebiet der chemischen Waffen abzuzeichnen begann – zu den binären chemischen Waffen.

Neue Chemiewaffen der USA

An dieser Art von Waffen arbeitete man in den USA schon seit Mitte der 50er Jahre. Damals verlangte die Marine nach chemischer Munition, die bei gegnerischen Treffern auf dem Schiff nicht die gesamte Besatzung gefährdete. Im Jahre 1962 wurde ein Sonderprogramm zur Entwicklung binärer chemischer Munition beschlossen, dem große Priorität eingeräumt wurde. Erst 1969 tauchten binäre chemische Waffen zum erstenmal in offenen Dokumenten auf. 4 Jahre später wurde der Bau des Binärwaffenwerkes in Pine Bluff/Arkansas verkündet. Es gab jedoch Schwierigkeiten mit dem USA-Kongreß, der es ablehnte, die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zustellen.
binary projectile
Darstellung des Binärgeschosses M 687E1

Bei binären chemischen Waffen wird die Munition mit 2 voneinander getrennten Komponenten gefüllt, von denen die eine flüs­ sig und die andere fest oder beide flüssig sind. Diese beiden Komponenten, jede für sich genommen relativ ungiftig, vermischen sich bei Raketen oder Granaten erst nach dem Abschuß und bei Bomben erst nach dem Abwurf und bilden dann die Kampfstoffe VX oder Sarin. Die entstehenden Kampfstoffe tragen die Bezeichnungen VX-2 und GB-2, entsprechen in ihrer Wir­ kung aber dem normalen VX bzw. Sarin.

Inzwischen wurden eine binäre chemische Granate für die 155-mm-Haubitze und eine binäre chemische Bombe mit der Bezeichnung «Bigeye» hergestellt. Eine entsprechende Granate für die 203,2-mm-Haubitze befindet sich in der Erprobung. Bei den Haubitzgranaten handelt es sich um Kaliber, die in nahezu allen NATO-Armeen, darunter auch bei der Bundeswehr, im Einsatz sind. Die Kosten für dieses «Modernisierungsprogramm» schätzte die «Washington Post» bereits am 28. April 1974 auf mindestens 1 bis 2 Mrd. Dollar.

Quelle:
Ralf Stöhr/Harald Kießlich-Köcher: Chemie des Todes, Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, 1987, S.82-88

(Der Text ist in Kurzfassung hier schon mal vorhanden.)

(Das genannte Buch kann man hier nachlesen bzw. hier antiquarisch erwerben.)

Das Proletariat und die westdeutschen Eliten

Wenn man die öffentliche Meinung, das soziale Verhalten und das (schwach entwickelte) Klassenbewußtsein der deutschen Arbeiterklasse beurteilen will, so muß man in Betracht ziehen, daß die ökonomisch herrschende Klasse über alle Mittel verfügt, ihre Ideen und Meinungen durchzusetzen. Woher kommen nun die bundesdeutschen Eliten? Sämtliche Massenmedien, die Schulen und Universitäten, Bildungsträger der BRD befinden sich seit vielen Jahrzehnten in den Händen der Bourgeoisie, sogar ein großer Teil des Internets ist davon beeinflußt. Verbreitet werden die Auffassungen der Kapitalisten und ihrer Lakaien,
die sich dann auch in vielfältiger Weise in den Meinungsäußerungen der Bevölkerung widerspiegeln. Die alten Nazis waren in Westdeutschland fast alle wieder zu Amt und Würden gelangt. Hinzu kommt, daß nach 1949 Tausende ehemaliger Nazibonzen aus der DDR nach dem Westen abgehauen waren, um sich auf diese Weise ihrer gerechten Bestrafung zu entziehen. Diese Faschisten zeugten wiederum Kinder und erzogen sie im gleichen braunen Ungeist. Allein die DDR machte die Ziele der antifaschistischen Widerstandbewegung und der Antihitlerkoalition, die im Potsdamer Abkommen ihren Ausdruck fanden, zur Richtschnur ihres Handelns. 1965 erschien die 2. überarbeitete Auflage des BRAUNBUCHs über die Kriegs- und Naziverbrecher in Deutschland.

BraunbuchBei der Veröffentlichung des Braunbuches, das die Namen der Täter und ihre Rolle während der Nazizeit und in der späteren BRD dokumentierte, sagte Prof. Albert Norden:„Es nützt nichts, sich über die Tatsache, daß die Nazi-Mörder von gestern im Bonner Staat wieder Macht ausüben, damit hinwegzutäuschen, daß es sich nur um einige tausend Leute handele und daß sie sowieso eines Tages aussterben. Erstens beherrschen diese paar tausend Leute 50 Millionen und die stärkste Armee in Westdeutschland. Zweitens haben sie längst Zehntausende Nachfolger als Führungselite ihres militaristischen Staates im gleichen Ungeist erzogen, der sie selber zu Verbrechern werden ließ Tatsache ist:
Der opferreiche Kampf der in der Antihitlerkoalition vereinten Völker, dessen Hauptlast die Sowjetunion trug, endete mit der völligen Niederlage des faschistischen Aggressors, mit dem totalen Zusammenbruch eines Systems, das durch eine Kette von Angriffsakten und militärischen Überfällen, durch eine Herrschaft des Terrors und der Willkür, durch Massenmorde und schwerste Kriegsverbrechen den Tod von 55 Millionen Menschen verschuldete.

Die antifaschistische Krim-Deklaration

Der Begriff „Kriegs-und Naziverbrechen“ war zum Synonym für Völkermord, Barbarei und Sadismus geworden, und die Regierungen der Antihitlerkoalition drückten das Empfinden und die Forderungen der ganzen friedliebenden Menschheit aus, als sie in der Krim-Deklaration verkündeten: „Es ist unser unbeugsamer Wille, den deutschen Militarismus und Nationalsozialismus zu zerstören und dafür Sorge zu tragen, daß Deutschland nie wieder imstande ist, den Weltfrieden zu stören. Wir sind entschlossen, alle Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen und einer schnellen Bestrafung zuzuführen…“

Der ‚verordnete‘ Antifaschismus

Die DDR machte die Ziele der antifaschistischen Widerstandsbewegung und der Antihitlerkoalition, die im Potsdamer Abkommen ihren Ausdruck fanden, zur Richtschnur ihres Handelns. Aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wurden jene Kräfte entfernt, die den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und die Völker Europas in Krieg und Elend stürzten. Das lag ebenso im Interesse des Friedens und der Sicherheit der europäischen Nachbarvölker als im Interesse des deutschen Volkes. Die DDR erfüllte den Auftrag des deutschen Volkes und der Völker der Welt, alle Kriegs-und Naziverbrechen zu ahnden und gerecht zu sühnen.

Kriegsverbrecherprozesse in der DDR

In der Zeit vom Mai 1945 bis Dezember 1964 wurden in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR ingesamt 16.572 Personen wegen Beteiligung an Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit und wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Davon wurden
12.807 verurteilt, 1.578 freigesprochen. Die Verfahren gegen
2.187 Angeklagte wurden wegen Abwesenheit, Tod oder auf Grund des von der Sowjetischen Militär-Administration erlassenen Amnestiebefehls Nr. 43/48 vom 18. März 1948 eingestellt, da keine höhere Freiheitsstrafe als ein Jahr zu erwarten war.
Von den 12.807 gerichtlich zur Verantwortung gezogenen Personen wurden 118 zum Tode, 231 zu lebenslangem Zuchthaus und 5.088 zu einer höheren Freiheitsstrafe als 3 Jahre verurteilt.

In der BRD kamen die alten Nazis wieder an die Macht

20 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, 20 Jahre nach dem Beginn des Nürnberger Völkertribunals gegen die Hauptkriegsverbrecher steht die Welt jedoch vor der Tatsache, daß in der westdeutschen Bundesrepublik zu Tausenden Verantwortliche für Nazi-und Kriegsverbrechen nicht nur unbestraft blieben, sondern führende Positionen in Wirtschaft, Staat, in der Bundeswehr und Polizei, in Bildungseinrichtungen sowie in Verlagen und in den Massenmedien einnehmen. Die westdeutsche Regierung setzte sich rigoros über die gerechten Forderungen aller Völker hinweg, mißachtete das Potsdamer Abkommen und die Nürnberger Rechtsprechung, stellte die Verfolgung der Kriegsverbrecher unmittelbar nach Gründung der Bundesrepublik fast völlig ein und beförderte Hauptschuldige und Hintermänner der schlimmsten Naziverbrechen in entscheidende Staatsstellungen.

Der westdeutsche ‚Rechtsstaat‘ mit Nazitradition

Die widerrechtliche Übernahme von Gesetzen des Bonner Staates durch Westberlin, das nicht zur Bundesrepublik gehört und bekanntlich auf dem Territorium der DDR liegt, hat dazu geführt, daf auch hier in zunehmendem Maße schwerbelastete Faschisten in hohen Positionen der Verwaltung, Justiz und Polizei Wiederverwendung gefunden haben. Diese Kräfte sind es in erster Linie, die als Stützen der Bonner Machthaber in Zusammenarbeit mit den Spionagezentralen und Diversantengruppen durch Provokationen an der Staatsgrenze der DDR, Menschenraub und andere Terrorakte ständig eine Verschärfung der Lage anstreben und alle Verhandlungsbemühungen der Regierung der DDR zur Normalisierung des Verhältnisses zum besonderen Gebiet Westberlin zu torpedieren versuchen.

…immerhin: einige Prozesse gab es im Westen doch!

Obwohl nach 1945 der weitaus größte Teil der Kriegs- und Naziverbrecher in die westlichen Besatzungzonen flüchtete, wurden in der westdeutschen Bundesrepublik, deren Bevölkerungszahl dreimal so groß ist wie die der DDR, bis zum 1. Januar 1964 nur 12.457 Personen angeklagt. Bis März 1965 wurden von den Gerichten der Bundesrepublik nur 5.234 Personen rechtskräftig verurteilt, in über 7.000 Fällen erging Freispruch, wurde das Verfahren eingestellt oder die Hauptverhandlung gar nicht erst eröffnet. In den Fällen aber, in denen eine Verurteilung erfolgte, standen die Urteile in der Regel in keinem Verhältnis zur Straftat. Von 5.234 verurteilten Naziverbrechern und Massenmördern wurden nur 80 zur Höchststrafe (9 zum Tode, 71 zu lebenslangem Zuchthaus) verurteilt!

Unter dem Druck der internationalen Öffentlichkeit

Wenn in den letzten Jahren – nach langer Pause – in der Bundesrepublik wieder einige Verfahren gegen Nazi-Massenmörder stattfinden, so muß dazu festgestellt werden: Erstens erfolgen sie unter dem Druck der Enthüllungen der DDR und nur in solchen Fällen, in denen die internationale Empörung der westdeutschen Justiz keine andere Möglichkeit lä6t. Zweitens richten sie sich fast ausschließlich gegen die untersten Chargen der SS-und KZ-Mörder, während die hochgestellten Schreibtischmörder und Hintermänner verschont bleiben. Drittens schließlich ergehen in diesen Verfahren haarsträubend milde Urteile, so daf sogar Eichmann-Mitarbeiter, wie die SS-Führer Hunsche und Krumrey, die an der Deportation und Ermordung von Hunderttausenden ungarischen Juden mitwirkten, 1964 in Frankfurt a.M. freigesprochen bzw. mit Bagatellstrafen belegt wurden. Diese Verfahren ändern nichts daran, daß Westdeutschland heute ein Paradies für Nazi- und Kriegsverbrecher ist.

Das Braunbuch

Dieses Braunbuch enthält – als eine erste, noch unvollständige Zusammenfassung – die Namen von über 1.900 schwerbelasteten führenden Nazi-Funktionären und Kriegsverbrechern, die sich heute ungehindert in entscheidenden Stellungen des westdeutschen Staats-und Wirtschaftsapparates betätigen oder aber hohe Staatspensionen für ihre „verdienstvolle“ Tätigkeit im „Dritten Reich“ beziehen.

Das Braunbuch weist nach:
Zu den Stützen der Hitlerdiktatur, den Wegbereitern find Nutznießern der Judenverfolgung, den Organisatoren und Kommandeuren der Überfälle auf fast alle Länder Europas. zu den überführten Mördern von Antifaschisten und Widerstandskämpfern, die heute in Westdeutschland wieder tätig sind, zählen allein
21 Minister und Staatssekretäre der Bundestepublik,
100 Generale und Admirale der Bundeswehr,
828 hohe Justizbeamte, Staatsanwälte und Richter,
245 leitende Beamte des Auswärtigen Amtes, der Banner Botschaften und Konsulate,
297 hohe Beamte der Polizei und des Verfassungsschutzes.
Experten des barbarischen Terrors in den besetzten Ostgebieten, wie Karl Friedrich VIALON, sind Staatssekretäre. Mördergenerale, wie General TRETTNER, befehligen die Bundeswehr. Naziblutrichter. die Hunderte Todesurteile fällten, beherrschen die Justiz. Ja, als höchster Repräsentant der Bundesrepublik fungiert mit Heinrich LÜBKE ein Mann, der sich bei der Verwirklichung der geheimsten Rüstungsvorhaben der obersten Nazi-Führung hervortat und als Bauleiter des Görinq-Himmler-Speer’schen Jägerstabes an der Ermordung vieler Hundert KZ-Häftlinge mitschuldig wurde.

Dieses Braunbuch enthält ausschließlich die Namen solcher Personen, die durch ihre führende Tätigkeit bei der Vorbereitung und Durchführung der nazistischen Verbrechen und Aggressionsakte tatsächlich schwer belastet sind und entweder unmittelbar an Massenmorden teilgenommen, dafür die Befehle Wiederverwendung der Nazi- und Kriegsverbrecher liegt darin, daß im westdeutschen Staat die gleichen verhängnisvollen Kräfte der Rüstungsindustrie Politik und Wirtschaft in den Händen haben, die Hitler zur Macht brachten, den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und heute Revanche für ihre Niederlage nehmen und erneut die Grenzen der Nachbarstaaten überrennen wollen.
Weil diese Kräfte heute die gleiche verderbliche Politik wie zur Zeit des Faschismus zu betreiben versuchen, bedienen sie sich der gleichen faschistischen Verbrecher. Weil die gesellschaftlichen Wurzeln des Faschismus, die Machtkonzentration in den Händen der Rüstungsmonopole, in Westdeutschland nicht beseitigt wurden, deshalb werden die Naziverbrecher rehabilitiert.

Quelle:
Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik, Staatsverlag der DDR, 1965, S.7-11 (aus dem Vorwort; Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Anmerkung:
Angesichts dessen muß man sich die Frage stellen: Wer sind heute die sogenannten „Eliten“ der Gesellschaft? Was sind deren Ideale? Und was sind deren wahre Absichten? Nur selten plaudert einer von denen davon etwas aus. Ihre wahren Absichten werden sorgsam verborgen hinter einem pompösen Gemälde, das uns zeigen soll, wie die bürgerliche Welt von heute nunmal eben sei: Wohlstand und Zufriedenheit, gute Laune, Eintracht, Fleiß und deutsche Gründlichkeit, Hilfsbereitschaft, Solidarität und bürgerschaftliches Engagement, Spendenbereitschaft, Kunst, Kultur und Kinderfreuden… anstatt (worüber man kaum spricht!): Bereicherung, Ausbeutung, Geldgier, Manipulation, Betrug, Krieg, Drohnen, Spionage, gezielte Ermordung, Korruption, Polizeiwillkür, Lobbyismus, staatliche Gewalt, Eigennutz bis hin zur kleinen, gerissenen Gaunerei – schier endlos lang ist die Liste der Verbrechen des Imperialismus! Blut- und schmutztriefend ist sein Antlitz! Und perfekt funktioniert heute die bürgerliche Demagogie!

Siehe auch:
Braunbuch (online)
Der Nürnberger Prozeß – Ein Epilog.

letzter Satz des Historikers Prof.Görtemaker: „…vielleicht wird man es nie ganz verstehen können. Es ist beschämend und bleibt beschämend.“

„Honi soit qui mal y pense!“ (Ein Schelm, wer Arges dabei denkt!)

Kommentar: Oh, welche Verwunderung, welch‘ ein Erstaunen! Worüber eigentlich? Im Gegenteil: Man kann es sehr gut verstehen. Es war zu erwarten, denn die deutsche Justiz ist eine Klassenjustiz. Sie ist die Justiz der herrschenden Klasse. Und diese Klasse ist nicht „Das Volk”, sondern die Bourgeoisie. Es ist die Ausbeuterklasse! Man versteht darunter die Fabrikbesitzer, die Konzernherren, die Aktionäre und ihre Lakaien in Verwaltungen, Ämtern, im Staat und in seinen Machtorganen (wie Polizei und Justiz). Sie machen ihre Gesetze so, wie sie sie brauchen. Sie bestimmen die Spielregeln so, wie sie IHNEN nützen (und nicht dem Volk!). Sie fälschen Aussagen und Beweismaterial, um ihre Widersacher zu belasten und zu kriminalisieren. Und darum ist es kein Zufall, kein „Skandal“. Es ist absolut nichts Erstaunliches! Es ist ganz logisch. Es war von denen gar nicht anders zu erwarten…

Siehe auch:
Solidarität mit Pfarrer Lothar König
Die Liquidierung des Ghettos Rymanów durch die Nazis

Der US-amerikanische Zynismus…

Was ist das? (linkes Bild anklicken)
US-Kriegs-Denkmal 2US-Kriegs-Denkmal 1Eine verrückte Kunst-Ausstellung? Nein. In diesem Raum des National-Museums von Chicago hängen 58.000 Erkennungsmarken von im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten. Man erinnert damit an die eigenen Toten, mehr nicht. Muß man sie deshalb beweinen. Nein, das muß man nicht! 1965 überfielen die USA das kleine asiatische Land, mordeten die Einwohner, vergifteten deren Lebensgrundlagen und bombardierten Felder, Schulen, Betriebe, Krankenhäuser, Städte und Dörfer. Doch das vietnamesische Volk wehrte sich heldenhaft – besiegte und vertrieb die Aggressoren!

Ende November 1967 schrieb die westdeutsche Wochenzeitung „Die Zeit“:

„Die Amerikaner warfen über ganz Vietnam an Bomben ab im Jahre 1965: 315.000 Tonnen; 1966: 512.000 Tonnen; und in den ersten neune Minaten dieses Jahres: 681.000 Tonnen; zusammen über 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff. Mindestens die Hälfte davon oder 750.000 Tonnen wurden auf Ziele im Norden abgeladen, wahrscheinlich warfen die amerikanischen Maschinen auf Deutschland 641.000 Tonnen Bomben. Legt man die Flächen des Deutschen Reiches von 1941 und die Nordvietnams zugrunde, so ergibt sich eine mindestens fünfmal höhere Intensität des Luftkrieges der Amerikaner gegen Nordvietnam als seinerzeit gegen Deutschland.“ (S.361)

Was also trafen die US-Piloten bei ihren Terrorflügen? In Vietnam praktizierte die US-Air-Force planmäßigen Massenmord. „Der US-Soldat mit seinem Spezialgewehr, der auf Menschenjagd geht,“ so schrieben Heynowski & Scheumann 1967 in ihrem Dokumentarbericht, „ist ein Sonntagsjäger gegenüber einem US-Bomberpiloten.“ (S.362) Ein Vergleich zwischen dem bundesdeutschen Massenmörder Müller (genannt „Kongo-Müller“) und den US-Bomberpiloten ist daher allemal sehr aufschlußreich: „Nicht selten mußten wir während unserer Gespräche mit den Luftpiraten an unsere Begegnung mit dem Kongo-Müller denken. Gewiß – dieser Mann war ein blutbefleckter Söldner. Aber verglichen mit der Mehrzahl der amerikanischen Piloten, die wir kennengelernt haben, entdeckten wir an Kongo-Müller im nachhinein sogar akzeptable Züge. Denn er verhehlt wenigstens nicht, daß er ein Söldner ist! Er bekennt sich doch offen dazu! … Anders die Piloten der USA. Diese Inhaber hochbezahlter Jobs dürfen sich in der Sicherheit staatsoffiziellen Wohlwollens wiegen; ihr Mordhandwerk, das sie ohne erkennbares Engagement verrichten, wird von der offizellen Propagandamaschine mit ‚vaterländischen‘ und anderen ‚ethischen‘ Floskeln verziert. Etwaige Gewissenbisse, die sich gelegentlich vielleicht bemerkbar machen könnten, werden durch dieses Verfahren wieder besänftigt, eingelullt.“ (S.359)

„Vor die Frage gestellt, welcher Typ der schlimmere ist – Kongo-Müller oder der Air-Force-Jobber –, müssen wir bekennen: Der ’staatsoffizielle‘ Söldner ist der gefährlichere von beiden. Nicht nur, weil er massenweise auftritt und die modernsten Kampfmittel zur Verfügung hat, sondern vor allem weil sein sozialer Status sich in der imperialistischen Gesellschaft offizieller Wertschätzung erfreut. Jeder Kleinbürger hat hier die Chance, sich in der Anonymität eines offiziellen Apparats zu einem ‚Donnergott‘ aufzuschwingen. … Keiner stellt sich neben einen zerstörten Kindergarten, vor ein geborstenes Kirchenschiff oder auf die rauchenden Trümmer eines Krankenhauses…“ (S.360)

Quelle:
Heynowski & Scheumann, Piloten im Pyjama, Verlag der Nation, Berlin (DDR), 1968.

Bomber über VietnamAgent OrangeZerstörte Stadtvietnamesische KriegsgefangeneZerstörtes DorfVerhörmethodenUS-Söldner in VietnamUS-Söldner und Gefangener...ermordetFamilie auf der FluchtKinder auf der FluchtWieder zu Hause
Die zwei Gesichter eines US-Söldners: im Vietnamkrieg … und endlich wieder daheim!

Damit ist an dieser Stelle noch nichts gesagt zu all den anderen Kriegsverbrechen der USA in Vietnam. Nicht genannt ist hier der Giftstoff Agent Orange, mit dem die US-Air-Force ganze Landstriche verseuchte, was massenhaft unheilbare Krankheiten, Fehlgeburten und Todesfälle zur Folge hatte. Nicht einen einzigen Cent erhielten die Opfer von den US-amerikanischen Kriegsverbrechern. Nicht genannt sind die durch US-Bombardement verwüsteten vietnamesischen Reisfelder. Nicht erwähnt sind die Folterungen und Massenerschießungen. Die Kette der Schandtaten ist lang. Die Täter bleiben im Dunkeln. Niemand wurde verurteilt, und keiner kam ins Gefängnis. Im Gegenteil: sie erhielten Orden und Medaillen, Auszeichnungen und sogar „Entschädigungen“.

Nein, die Amerikaner sind keine besseren Menschen. Vielleicht sind einige von ihnen nur etwas unempfindlicher gegenüber fremdem Leid. Es ist ein beispielloser Zynismus, wenn sie ihren Kriegsverbrechern und Söldnern ein Denkmal setzen, dafür daß sie Vietnam wieder „in die Steinzeit zurück“ zu bombardieren suchten…

„Obama reihte sich würdig ein in die Liste seiner Vorgänger als US-Päsidenten, zu denen der von mir hochgeschätzte Noam Chomsky schon vor vielen Jahre bemerkte:
‚Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen,
hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.‘

Obama setzte nicht nur die verbrecherische Außenpolitk seines Vorgängers Bush nahtlos fort, er führte sie mit den Drohnenmorden auch auf eine neue Stufe.“ (Cathrin)
(siehe: Ein Kriegsverbrecher in Berlin)

Siehe auch:
Amerikanisierung – ein ernstes Warnungszeichen
Ein Kriegsverbrecher in Berlin
Die Siege Vietnams
Sind die Amerikaner bessere Menschen?
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Der Nürnberger Prozeß: Epilog

Dr. Maria Grollmuß: Hoffnung auf eine bessere Welt

Maria Grollmuß war eine Suchende. Sie war auf der Suche nach Gerechtigkeit, nach einem menschenwürdigen Leben, nach einer Alternative zur faschistischen Barbarei. Und sie hatte erkannt, daß die Nazis nur Tod und Verderben bringen würden. Sie hatte erkannt, daß der Kommunismus die einzige Alternative sein würde. Deshalb schloß sich die gläubige Katholikin zeitweise der KPD an. Deshalb brachte sie illegale kommunistische Literatur an geheime Adressen. Deshalb half sie den verfolgten Genossen, den Fängen der Faschisten zu entkommen. Ihren Heldenmut und ihre Standfestigkeit, ihre Aufrichtigkeit und ihre sozialistische Gesinnung bezahlte sie mit ihrem Leben. Viel zu spät wurde die Erkrankte von einer KZ-Ärztin operiert. Sie starb im KZ Ravensbrück. Auch heute gibt es viele Suchende. Doch nicht immer ist diese Suche auch aufrichtig genug, und nicht immer führt sie zu der Erkenntnis, daß nur der Sozialismus einen Ausweg aus der Misere bietet. Noch hat die Arbeiterklasse nicht überall auf der Welt erkannt, daß sie bei der Überwindung des Kapitalismus eine führende Rolle spielt, noch gibt es nicht überall eine genügend starke, eine massenverbundene kommunistische Partei, die die Volksmassen zum Sieg über dieses menschenverachtende kapitalistische System zu führen imstande ist. Doch nicht mehr lange… Der Henker steht schon vor der Türe…
Dr. Maria Grollmuß
Maria kam im Winter ins Lager. Sie habe anfangs immer sehr gefroren und sich vor dem kalten Wasser zum Waschen gescheut. Deshalb habe sie sich oft nur mit der dünnen Kaffeebrühe, die es zum Frühstück gab, das Gesicht gewaschen. „Da haben wir sie eben mal ins Krankenrevier geholt und in die Badewanne gesteckt“, erinnert sich Emmy Handke. Diese Solidarität spürte Maria auch, wenn sie sich, um in der Natur zu sein, immer wieder freiwillig zur Arbeit außerhalb des Lagers meldete. Oft waren ihre Kräfte den unmenschlichen Anforderungen beim Straßenbau, beim Bäumefällen im Wald, dem Hetztempo auf Erntefeldern nicht gewachsen: Dann griffen die anderen Kameradinnen zu, übernahmen einen Teil von Marias Arbeit, damit sie Schritt halten und den Schlägen der KZ-Aufseherinnen entgehen konnte.

Maria dankte es ihnen, indem sie immer neue Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit, Fakten und Zusammenhänge aus Geschichte, Politik und Wissenschaft ihrem schier unerschöpflichen Gedächtnis entlockte. Phänomenal nennt Dr. Rita Sprengel, Häftling gleich ihr, dieses Gedächtnis. „Maria war unser lebendes Lexikon“. Elisabeth Lynhard, eine ihrer Leidensgenossinnen, erinnert sich später daran ebenso wie an Marias große Liebe zur Natur. „Kam sie abends zurück ins Lager, so stöhnte sie: ‚Es ist jedesmal für mich eine neue Verhaftung, Ihr glaubt es vielleicht nicht, aber die Atmosphäre um das Lager ist eine andere, man kann gar nicht mehr atmen‘.“

Doch auch im Lager fand sie in den knapp bemessenen arbeitsfreien Stunden ein reiches Betätigungsfeld. Vor allem mit den polnischen und tschechischen Frauen verband sie bald enge Freundschaft. Auf ihren illegalen Wegen nach Prag und in andere Orte hatte sie die tschechische Sprache gelernt, um sich besser verständigen zu können und weniger aufzufallen. Mit den Polinnen unterhielt sie sich zuerst französisch, und mit der Zeit lernte sie auch noch Polnisch von ihnen. Sie erzählte ihnen dafür vom deutschen Widerstand gegen den Faschismus, sprach über deutsche Geschichte und Literatur. Mit ihren vielfältigen Sprachkenntnissen – zuletzt konnte sie auch noch ein wenig Russisch – gehörte sie zu den Mittlerinnen zwischen den Frauen aus vielen Ländern.

Als glühende Internationalistin, als überzeugte Sozialistin ist sie immer ihrem Glauben treu geblieben. Eine ihrer polnischen Freundinnen, Maria Szydlowska, berichtete später: „Sie wußte ganz genau, daß ich Atheistin bin und der materialistischen Philosophie anhänge, aber das warf nicht den geringsten Schatten auf unsere Freundschaft. Für alle hatte Maria Verständnis. Mir waren die langen Gebete meiner Landsmänninnen langweilig, aber noch sehe ich Maria vor mir, wie sie sich mitunter an den Andachtsübungen beteiligte. Ich sehe ihre glänzenden Augen, die feierliche Ruhe und beinah Freude auf ihrem gütigen Gesicht …“

Und auch die Hoffnung auf eine bessere Welt verließ sie nicht. „Ich träume davon, die katholische Linke der sozialistischen Linken nahezubringen“, sagte sie zu einer anderen polnischen Freundin im Lager. Wenn sie erlebt hätte, wie sich später in der Deutschen Demokratischen Republik ihre Wünsche und Träume von der Einheit der Arbeiterklasse, von der guten Gemeinsamkeit zwischen Christen und Kommunisten, zwischen allen Parteien und Parteilosen erfüllen würden – sie wäre eine der aktivsten dabei gewesen.

Doch die Krankheit, die sich schon jahrelang in ihr ausgebreitet hatte, überwältigte sie. Rita Sprengel berichtet, was Maria ihr im Frühjahr 1944 anvertraut hatte: „Nach Verbüßung ihrer Zuchthausstrafe habe die Gestapo von Maria verlangt, in der sorbischen Widerstandsbewegung Spitzeldienste zu leisten. Sie lehnte ab. Da erhöhte die Gestapo den Druck: Sie wisse doch, daß sie Krebs habe. Stimme sie dem Vorschlag der Gestapo zu, würde sie sofort in ein besonders gutes Krankenhaus eingewiesen. Noch verspreche eine Operation Erfolg. Bleibe Maria jedoch stur, würde sie ins Frauenkonzentrationslager Ravensbrück eingewiesen. Dort müsse sie dann lebendigen Leibes verfaulen. Sie habe damals den Tod gewählt. Und nun sei es soweit, sie könne sich nicht mehr aufrecht halten und müsse ins Revier gehen, um dort zu sterben … Dann umfaßten ihre bräunlichen, feingliedrigen Knochenhände meine Hände.“ Maria bedankte sich bei der erstaunten Rita Sprengel für das Glück, mit ihren Informationen über die Renaissance-Zeit ihr und anderen geholfen zu haben. Rita wehrte ab, doch Maria schüttelte ungeduldig den Kopf: „Verstehst du denn nicht, was es für mich bedeutet, wenigstens dies eine Mal noch mit meinem Wissen nützen zu können?!“

Eine Häftlingsärztin operierte Maria, aber es war zu spät. „In sechs Wochen verging sie wie eine Blume“, schreibt Elisabeth Lynhard. In dieser Zeit wurde sie von den Revierhäftlingen aufs sorgsamste gepflegt. Unter denen, die sie am Krankenbett besuchten, war am 6.August 1944 Rita Sprengel: „Auch das war natürlich verboten. Doch wer von den Revierhäftlingen als zuverlässig bekannt war, dem öffneten sich die Türen.wenn die Luft rein war, d.h. wenn das SS-Personal das Revier verlassen hatte. Als ich an diesem frühen Nachmittag zu Maria kam, war es für mich … klar: Maria lag im Sterben … Sie lag mit geschlossenen Augen da, ihr Atem ging schwer und wurde langsam, doch ohne Kampf und Krampf immer flacher, bis er schließlich aussetzte. Ich saß neben ihr und sprach leise, doch eindringlich von dem, wonach Maria sich so sehr gesehnt hatte, von Radibor, ihrem Heimatdorf, und von dem Obstgarten, von dem sie mir manchmal vorgeschwärmt hatte … Falls Maria meine Worte noch erreichten, sollten sie ihren Übergang vom Leben zum Tode mit der Vision ihrer Heimkehr in ihr Elternhaus verbinden …“

Auch wenn sie diese Worte nicht mehr vernommen hätte, die Hoffnung darauf muß sie in den Tod begleitet haben. Als sie starb, hielt sie in ihren Händen einen Brief von der Schwester, der sie am Vortag erreicht hatte, Cäcilia schrieb darin, sie habe die Absicht gehabt, einige Wege zu gehen, die sie in ihrer Jugend gemeinsam durchstreift hatten, aber sie warte damit, bis Maria wieder zu Hause sei …

Die Nachricht vom Tod Marias verbreitete sich an diesem stillen Sommersonntag im Lager sehr schnell: Alle, die sie liebten – und das waren viele –, hatten ihr in den Wochen zuvor Obst, Lebensmittel, Säfte gebracht. Auch die Bibelforscherinnen schafften von den für die SS gesammelten Blaubeeren ein Glas voll für Maria beiseite. Nun brachten sie von den Wegrändern, von den Rabatten Blumen über Blumen als letzten Gruß für Maria, die sie nicht mehr vergessen würden.

Lieselotte Thoms-Heinrich

Aus: Kreuzweg Ravensbrück. Lebensbilder antifaschistischer Widerstandskämpferinnen, Verlag für die Frau, Leipzig 1989

Siehe auch:
Das Frauen-KZ in Ravensbrück
Sächsische Biografie: Dr. Maria Grollmuß
Erinnerung an den unbeugsamen Juristen Hermann Reinmuth

Sind die Amerikaner bessere Menschen?

Es ist anzunehmen, daß am Ende weder die Kriegsdrohungen der USA, noch die Vorbereitungen auf den Häuserkampf, noch der verstärkte Ausbau von Kampfdrohnen, noch die Ermordung unliebsamer Politiker, noch die Verblödung der Fernsehzuschauer und Zeitungsleser, noch das Einschwören der künftigen Führungselite auf ihr Glück die Imperialisten und die Kriegsverbrecher vor dem Galgen retten werden. Man wird sie finden und bestrafen. Die Rache der geschundenen Völker dieser Erde wird gewaltig sein. Und der Zorn ist es heute schon. Noch sind es wenige, ein paar Millionen vielleicht, die begreifen, daß der Kapitalismus am Ende ist und weg muß. Noch sind es wenige, die im Sozialismus ihre Zukunft erkennen. Aber es werden mehr und mehr…

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In ihrem Blog vergleicht Cathrin den Bombenanschlag in Boston mit den Verbrechen der US-Soldaten in Vietnam. Und sie hat ein gutes Recht, es zu vergleichen:

Sind Amerikaner eigentlich bessere und wichtigere Menschen als andere? Bei der Berichterstattung über den Bombenanschlag von Boston wird dieser Eindruck jedenfalls von fast allen Medien vermittelt. Um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen: Auch ich halte diesen Bombenanschlag für ein grausames Verbrechen, das durch nichts zu rechtfertigen ist. Zumal ja wohl auch ein achtjähriger Junge unter den Opfern ist. Aber dieses Riesentheater, das um die „armen und bedauernswerten Amerikaner“ in den Medien gemacht wird, zeigt einmal mehr sehr deutlich die elende Doppelmoral der westlichen Gesellschaft. [1]

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Und um die Frage zu beantworten: Sind die Amerikaner nun bessere Menschen? Nein. Sie sind es nicht. Sie sind auch keine schlechteren Menschen. Es hängt nicht ab von der Nationalität, von der Herkunft eines Menschen, ob er gut oder schlecht ist. Wohl aber hängt es davon ab, auf welcher Seite er steht. Steht er auf der Seite der einfachen, der arbeitenden Menschen oder steht er auf der Seite der Bourgeoisie, der Vollstrecker, der Nutznießer des Kapitals. Sind seine Hände sauber oder sind sie blutbefleckt? Man kann sehr wohl unterscheiden zwischen GUT und BÖSE. Aber nicht wie der Mörder George W. Bush es tat, sondern wie Karl Marx, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Lenin, Stalin oder Ernst Thälmann es taten. Sie standen konsequent auf der Seite des Proletariats. Sie kämpften gegen das Unrecht und die kriminelle Gewalt. Sie kämpften gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution war ein Fanal. Er war der Beginn einer neuen Epoche der Menschheit. In der DDR konnten wir den Sozialismus noch miterleben. Beim nächsten Mal werden wir ihn zu verteidigen verstehen…

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Im Russischen gibt es einen Spruch: NIEMAND ist vergessen, und NICHTS ist vergessen! Das gilt sowohl für die Schandtaten, die Verbrechen der westlichen Welt an der Menschheit, als auch für die Helden des Widerstandes, für Millionen aufrechter und standhafter Kommunisten in aller Welt. Man kann sie zwar verfolgen, man kann sie bekämpfen oder ermorden lassen, doch eine Idee laßt sich niemals töten. Der Marxismus-Leninismus ist unsterblich, weil er wahr ist! Und wie sagte doch Soja Kosmodemjanskaja angesichts ihrer bevorstehenden Ermordung durch die faschistischen Henker:
«Was steht ihr hier herum und laßt die Köpfe hängen! Ich habe keine Angst für mein Volk und für meine Heimat zu sterben. Wir sind viele, sie werden uns nicht alle überwinden. Zündet sie an, erschlagt sie, vergiftet diese faschistischen Lumpen. Stalin ist mit uns, und er wird kommen und sich rächen. Der Sieg wird unser sein!». [2]

Quelle:
[1] CathrinKa: Sind alle Menschen gleich?
[2] Wer war Soja Kosmodemjanskaja?

Siehe auch:
Woher kommt die kriminelle Gewalt?
Der Nürnberger Prozeß (Verurteilung der Naziverbrechen)
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Michael Moore warnt vor Amerikanisierung
Warum gerade Marxismus-Leninismus?

Und hier noch etwas, weil es dazupaßt:
„Holodomor“ auf amerikanische Weise

Die giftige Hinterlassenschaft der USA im Irak

Überall wo die US-Army ihre schmutzigen Finger im Spiel hat, gibt es Folter, Tod und Verderben. Das wußten wir schon vom Koreakrieg, vom Vietnamkrieg, vom Golfkrieg, von Jugoslawien und Afghanistan. Schon während des Golfkrieges setzten die USA im Irak Uranmunition ein:
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Die US-Administration schert sich weder um Völkerrecht noch um internationale Konventionen. Ja, nicht einmal um das Schicksal der eigenen Kriegsveteranen. Nichts ist ihnen ein Menschenleben wert, wenn es um die Macht geht. Zwei US-Kriege hinterließen im Irak Hunderte Tonnen depleted Uranium (DU)-Munition und anderen giftigen Abfall. Hugo Chavez hatte schon recht, als er nach einem Auftritt des damaligen US-Präsidenten Bush vor der UNO lakonisch bemerkte, es rieche verdächtig nach Schwefel. Die Kriegsverbrecher sitzen im Pentagon, im Weißen Haus und…

Kommunisten-Online, 24. März 2013

Das Vermächtnis des Irakkrieges: Krebs und schwere Geburtsfehler

Dahr Jamail, 15.3.13 Ajazeera: Falluja, Kontaminierung mit DU und anderer militärischer Schadstoffbelastung werden verdächtigt, eine große Zunahme an angeborenen Geburtsschäden, Krebsfällen und anderen Krankheiten im ganzen Irak zu verursachen.
Phosphorbomben
Viele prominente Ärzte und Wissenschaftler behaupten, daß DU-Kontaminierung auch mit dem Ansteigen von Krankheiten verbunden ist, die man bis vor kurzem im Irak nicht gesehen hat, wie neue Erkrankungen der Niere, Lunge und Leber als auch totalen Kollaps des Immunsystems. DU-Kontaminierung mag auch mit dem Ansteigen von Leukämie-, Nieren- und Anämiefällen besonders unter Kindern zu tun haben, von dem aus vielen irakischen Landesteilen berichtet wird. Es hat auch einen dramatischen Anstieg von Mißgeburten und Frühgeburten unter irakischen Frauen besonders in den Gebieten gegeben, wo schwere US-militärische Operationen stattfanden, besonders in Falluja. Die offizielle irakische Regierungsstatistik zeigt, daß vor dem Ausbruch des ersten Golfkrieges,1991 die Krebsrate im Irak bei 40:100.000 lag. 1995 war sie bei 800:100.000 und 2005 hat sie sich auf mindestens 1600:100.000 verdoppelt. Augenblickliche Schätzungen zeigen eine weitere Zunahme. So schockierend diese Statistik ist, auf Grund mangelnder adäquater Dokumentation, Untersuchung und Berichten wird die Krebsrate und die anderer Krankheiten wahrscheinlich viel höher liegen als diese Zahlen angeben. …

Giftige Umwelt

Dr. Haddad glaubt, daß es eine direkte Verbindung zwischen der wachsenden Krebsrate und der Menge der Bombardierungen durch US-Militär in besonderen Gebieten gibt: „Meine Kollegen und ich haben in Falluja ein Anwachsen von angeborenen Missbildungen, Sterilität und Unfruchtbarkeit bemerkt; in Falluja haben wir vor allem das Problem mit Giften, die durch US-Bombardements mit DU-Waffen verursacht wurden. Während 2004 führten die US massive Belagerungen von Falluja durch und verwendeten große Mengen von DU und weißen Phosphor. „Wir machen uns große Sorgen um die Zukunft unserer Kinder, die der Strahlung und anderem giftigen Material ausgesetzt sind, das das US-Militär in unserer Umwelt hinterlassen hat,“ sagte Dr. Haddad. Eine häufig zitierte epidemiologische Studie mit dem Titel „Kindersterblichkeit in Falluja, 2005-09“ enthält eine von Tür zu Tür-Untersuchung von mehr als 700 Haushalten in Falluja. Das Untersuchungsteam interviewte die Bevölkerung über anormal viele Krebsfälle und Geburtsschäden. Einer der Autoren der Studie, der Chemiker Chris Busby, sagte, daß die Falluja-Gesundheitskrise „die höchste Rate von Geburtsschäden im Vergleich zu jeder anderen untersuchten Bevölkerung hat“.

„Nach den Bombardements bleibt die getroffene Bevölkerung oft in den Ruinen ihrer kontaminierten Wohnungen oder in den Gebäuden, wo sie metallischem Staub weiter ausgesetzt ist. Unsere Untersuchungen in Falluja zeigten, daß die Mehrheit der Familien in ihre bombardierten Häuser zurückkehrte und dort lebte oder auf dem kontaminierten Schutt ihres alten Hauses wieder baute. Wenn möglich benützten sie auch Baumaterial, das von zerstörten Orten gerettet werden konnte. Diese allgemeine Praxis trägt dazu bei, daß die Menschen weiter den giftigen Metallen noch Jahre nach den Bombardements ausgesetzt sind,“ sagte Frau Dr. M. S. Sie wies auch auf die große Menge von DU und andere Munitionsreste hin, die in der irakischen Umwelt herumliegen. „Zwischen 2002 und 2006 verwendete die US-Armee sechs Milliarden Geschosse – nach Zahlen des US-Hauptzählbüros,“ fügte sie hinzu. Nach Frau Dr. S. stammen Metall-Kontaminate in Kriegszonen von Bomben, Geschossen und andern explosiven Sprengkörpern. Metalle, meistens Blei, Uranium und Quecksilber werden in den Munitionsfabriken benützt, und all diese verursachen die Geburtsschäden, immunologische Unordnung und andere Krankheiten. …

Falluja-Babies

Ärzte in Falluja sind weiter Zeugen von dem schon erwähnten hohen Anstieg schwerer Geburtsschäden wie Kinder, die mit zwei Köpfen oder mit nur einem Auge oder vielfachen Tumoren geboren werden oder entstellten Gesichtern und deformierten Körpern, offenem Rücken, oder mit komplexen Nervensystemproblemen. Die Ärzte registrierten hunderte Babies mit deformierten Körpern und schreiben dies DU-Munition zu. Die Bewohner von Falluja berichten Al Jazeera, daß viele Familien darüber zu erschrocken sind, um noch Kinder zu haben. Zu viele Frauen machen die Erfahrung von zu vielen Mißgeburten oder deformierten, kranken Neugeborenen. …
Neugeborene im IrakDas internationale Gesetz und die Zukunft

Es gibt eindeutige internationale Gesetze zur Anwendung von Munition wie DU. Artikel 35 des Protokolls, eines Zusatzes von 1977 der Genfer Konventionen, verbietet jedes Mittel oder Methoden der Kriegsführung, die überflüssige Verletzungen und unnötiges Leiden bei der Zivilbevölkerung verursachen. §45 verbietet auch …Kriegsmittel, die großflächige und langfristige Schäden bei Menschen und Umwelt verursachen. Bis jetzt haben Belgien (2007) und Costa Rica (2011) innenpolitische Gesetze verabschiedet, die DU-Waffen innerhalb ihrer Gebiete verbieten. 2008 nahm das EU-Parlament eine Resolution an, in der es heißt, daß die Anwendung von DU im Krieg gegen sämtliche Regeln und Prinzipien der üblichen internationalen, humanitären und Umwelt-Gesetze verstößt.

Radioaktivität und Giftmunition hinterlassen langfristige Schäden

DNA-Mutationen, die durch DU verursacht werden, werden den nächsten Generationen weitergegeben. So kann sich die von den US-Kriegen 1990 und 2003 verursachte DU-Kontamination auf zukünftige irakische Generationen als anhaltende Gesundheitskrise auswirken. Die bleibenden Spuren von DU im Irak (Afghanistan, Kosovo, Libanon, Gaza?) stellen ein schreckliches, langfristiges Umweltrisiko dar, da es länger als 4,5 Milliarden (!!) Jahre radioaktiv sein wird. Die irakischen Ärzte wünschten, daß Menschen besonders in den USA (und in aller Welt) von der Krisis in Falluja wissen und ihre Regierungen auffordern, nicht weiter Menschen außerhalb ihres Landes in der Weise zu verletzen (Ja, daß die Anwendung von DU-Munition grundsätzlich verboten werden soll. ER)

(dt. und stark gekürzt: Ellen Rohlfs)
Mit freundlicher Genehmigung übernommen vom Kommunisten-Online.

Anmerkung:
Einst galt Falludscha als eine der schönsten Städte im Nahen Osten. Während der Massendemonstrationen im April 2003 veranstalteten die US-amerikanischen Invasoren ein regelrechtes Zielschießen auf friedlich demonstrierende Einwohner der Stadt. Wenig später gab es heftige Kämpfe gegen die sich formierenden irakischen Partisaneneinheiten, in deren Folge über tausend US-Soldaten fielen. Der Krieg in Falludscha wurde in den russischen Medien verglichen mit dem faschistischen Überfall der Nazis auf Stalingrad. Nicht nur, daß ganze Stadtviertel dieser historisch wertvollen Stadt zerstört wurden, die Trümmer wurden von den Amerikanern vergiftet durch radioaktive, chemische und biologische Waffen. Der folgende kasachische Film berichtet davon:
http://kiwi.kz/watch/lr658c2zlbav/ (Link anklicken – Sprache: russ.)

Siehe auch:
Kinder als Opfer imperialistischer Kriege
Der Atomwaffenkrieg der USA (DU-Munition)

Katyn: Waren die Dokumente gefälscht?

Eine Vorbemerkung dazu: Das waren die ersten Informationen vom Mai-Anfang Juni 2010 über die Fälschungen im russischen Staatsarchiv. Inzwischen hat sich diese Tatsache erhärtet: die Dokumente waren gefälscht! Zu weiteren Konsequenzen kam es jedoch nicht, da die KPRF offenbar nicht daran interessiert war, die Sache weiterzuverfolgen (oder war sie dazu nicht imstande?). Am 19. März 2011 wurde der Duma-Abgeordnete Prof. Dr.jur. Wiktor Iwanowitsch Iljuchin ermordet, und die gezeigten Beweisstücke tauchten nie wieder auf. Hier nun also die Publikationen in den Printausgaben der Wochenzeitungen „Sowerschenno Sekretno“, „Versia“ und „Moj Rajon“ zur Erklärung W.I.Iljuchins über die Fälschung der Katyner Dokumente:

Waren die Dokumente über die Katyner Erschießung gefälscht?
von Ruslan Gorewoj

Kommunisten-online vom 08.06.2010 – Die Sonderkommission aus Abgeordneten der Staatsduma und Historikerexperten unter Leitung von Wiktor Iljuchin studierte die bisher unbekannten Geheimdokumente, welche möglicherweise Licht in die sogenannte Katyner Erschießung der polnischen Offiziere bringen werden.

Laut der offiziellen sowjetischen Version, die 1944 bekannt gemacht wurde, waren die polnischen Militärangehörigen 1941 bei Smolensk von den deutschen Okkupationsarmeen erschossen worden. Diese Schlußfolgerung beruhte auf dem Gutachten der Kommission unter dem Vorsitz von Akademiemitglied Nikolai Burdenko. Der Kommission gehörten weiterhin an: der Schriftsteller Alexej Tolstoj, der Metropolit Nikolai, der Volkskommissar für Aufklärung Wladimir Potjomkin, sowie hochrangige Vertreter von Armee und NKWD. IIm Jahre 1990 hat man diese Schlußfolgerungen revidiert: die Führung der UdSSR anerkannte die Verantwortung des NKWD für die Erschießung der gefangenen Polen, und diese Version gibt bis jetzt Nahrung für zahlreiche Spekulationen und Anschuldigungen an die Adresse Rußlands. Wie sich jetzt aufklärt, wurden sie vermutlich auf Anweisung des Mitglieds des ZK der KPdSU Alexander Jakowlew verfälscht.

Ein Zufall hat die Entdeckung der Fälschung ermöglicht. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Sonderdienste hatte sich an den Abgeordneten der Staatsduma der KPRF Wiktor Iljuchin gewandt und die dokumentarische Bestätigung dafür erbracht, daß eine ganze Reihe von Dokumenten über Katyn, einschließlich des berüchtigten „Briefes von Berija № 794/B“, in dem vorgeschlagen wird, mehr 20.000 polnische Kriegsgefangenen zu erschießen, zu Anfang der 90er Jahre im Auftrag „eines gewissen Mitglieds des Zentralkomitees der Partei“ hergestellt wurden. Wiktor Iljuchin, in der Vergangenheit oberster Mitarbeiter des Generalstaatsanwaltes der UdSSR, hat den Zeugen mit Voreingenommenheit befragt und geklärt, daß die Fälschungen vor 20 Jahren mit dem Ziel hergestellt wurden, um Stalin zu diskreditieren: „Das wurde im Zuge jener zügellosen Propagandakampagne der Verunglimpfung der sowjetischen Führung gemacht, die besonders zynisch und offen geführt wurde zu Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts.“

Diese Mitteilungen von der Kommission unter Leitung Iljuchins sind nicht einfach nur sensationell – wenn die Authentizität aller den Abgeordneten übergebenen Dokumente bewiesen sein wird, werden nicht nur die Ereignisse der 40er Jahre, sondern auch einige Umstände aus Zeiten der späten Umgestaltung in einem anderem Licht erscheinen. Eine Bestätigung dessen, daß die Dokumente, aufgrund derer das Gutachten über die Beteiligung des NKWD an der Erschießung der gefangenen Polen hergestellt wurde, gefälscht wurden, wird unvermeidlich dazu zwingen, nach dem Auftraggeber dieser Unterstellungen zu suchen. Derzeit kann es darüber nur Vermutungen geben. „Sobald wir in unserer Objektivität uns gründlich sicher sind, werden wir diese Frage sowohl dem Präsidenten, als auch dem Untersuchungskomitee und der Generalstaatsanwaltschaft vorlegen,“ erklärte Wiktor Iljuchin. „Wir rechnen damit, daß das Gründe dafür sind, eine Strafsache anzuregen, weil man ohne Anregung einer Strafsache keine ernsthafte Expertenuntersuchungen durchführen kann.“ Außer den Katyn verbundenen Dokumenten, ist erforderlich, die Authentizität der Materialien über die Zusammenarbeit unserer Sicherheitsorgane mit den Organen der Reichssicherheit Deutschlands zu überprüfen: Es existieren gewichtige Beweise, daß auch sie gefälscht wurden, „um den Faschismus und den Stalinismus auf eine Ebene zu stellen“.

Vor kurzem haben sich Vertreter von „Memorial“ an Dmitrij Medwedjew mit der Bitte gewandt, die Qualität der Untersuchungen der Hauptmilitärstaatsanwaltschaft über die Umstände der Katyner Erschießung zu überprüfen. Die Bürgerrechtler forderten, „die Stalinsche Führung der UdSSR“ der Beschlußfassung über die Massenerschießungen zu überführen, doch jetzt spricht man dazu passend von der Revision aller dokumentarischen Grundlagen über Katyn. Die Wahrheit werden wir schon sehr schnell erkennen.

Wiktor Iljuchin: „In Rußland wurde heimlich die Geschichte gefälscht.“

Der Abgeordnete der Staatsduma von der KPRF mit einer sensationellen Videoaufzeichnung in die Öffentlichkeit. In Zusammenhang mit dem Geständnis des Geheimdienstmitarbeiters, der sich während der Regierungszeit B.N. Jelzins mit der Massenproduktion falscher Dokumente und mit ihrer nachfolgenden fälschenden Einfügung in die staatlichen Archive beschäftigte, und anderen Umständen gab der Abgeordnete der Staatsduma W.I. Iljuchin eine offizielle Erklärung ab

siehe Video:
http://www.youtube.com/v/QGr7eNmyPMY?hl=de_DE&version=3″

Der Abgeordnete teilte mit, daß ihn am 25. Mai 2010 ein unbekannter Mann angerufen und um ein Treffen gebeten hat. Dabei teilte er mit, daß er eine Information im Zusammenhang mit der Untersuchung der Erschießung der polnischen Offiziere in Katyn geben könne. Iljuchin traf sich mit ihm noch am selben Tag.

„Der Unbekannte nannte mir seinen Namen, den ich aber zu seiner Sicherheit, vorerst nicht nennen werde, und er teilte mit, daß er in unmittelbarer Beziehung zur Herstellung und der Fälschung der Archivdokumente stünde, einschließlich derer über die Erschießung der gefangenen Polen.

Aus seiner Aussage folgt, daß Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Gruppe hochrangiger Spezialisten geschaffen wurde zum Zwecke der Fälschung von Archivdokumenten, die wichtige Ereignisse der sowjetischen Periode betreffen. Diese Gruppe arbeitete in der Struktur des Sicherheitsdienstes des russischen Präsidenten B. Jelzin. Sie sei in den ehemaligen Wochenendhäusern der Mitarbeiter des ZK der KPdSU in der Ortschaft Nagornyj untergebracht gewesen. Die Arbeit der Mitglieder der Gruppe sei gut bezahlt worden, sie hätten Leistungslohn erhalten.

Er teilte insbesondere mit, daß durch sie die Aufzeichnungen L. Berijas im Politbüro der Allunions-KP( B ) vom März 1940 hergestellt wurden, worin vorgeschlagen worden sei, mehr als 20.000 polnische Kriegsgefangene zu erschießen. Dabei demonstrierte er den Mechanismus der Fälschung der Unterschriften L. Berijas, J. Stalins (die Kopien der Blätter füge ich bei). Ich schließe nicht aus, daß ebenso der polnischen Regierung gefälschte Dokumente der sogenannten Katyner Sache übergeben wurden.

Er teilte mit, daß von seiner Gruppe die falsche Aufzeichnung Schelepins auf den Namen Chrustschows vom 3. März 1959 hergestellt worden seien. An der Herstellung des Textes sei Oberst Klimow unmittelbar beteiligt gewesen.

Nach seinen Worten wurde nach Nagornyj die notwendige Bestellung geliefert, sowie der Text für das Dokument, welches herzustellen bzw. einem existierenden Archivdokument hinzuzufügen war und die Unterschrift dieses oder jenes Beamten, die unter oder über einem Text ergänzt werden sollte.

Nach seiner Information arbeitete an der inhaltlichen Herstellung der Texte eine Gruppe von Personen, zu der angeblich der ehemalige Leiter des Russischen Archivs, Pichoja, gehörte, der dem ersten russischen Präsidenten M.Poltoranin nahestand. Dabei wurde auch der Name des ersten Stellvertreters des Leiters des Sicherheitsdienstes des Präsidenten G. Rogosin genannt.

Die Gruppe soll bis zum Jahre 1996 in Nagornyj gearbeitet haben und sei dann in die Siedlung Sarechje versetzt worden.

Es sei ihm bekannt, daß mit den Archivdokumenten derselben Quelle auch die Mitarbeiter des 6. Institutes (Moltschanow) des Generalstabes der Streitkräfte Russischer Föderation arbeiteten,“ teilt Wiktor Iljuchin mit.

Er behauptet, daß für diese Periode in den russischen Archiven Hunderte falscher historischer Dokumente eingefügt worden seien, und ebenso viele mittels Eintragung von verzerrten Nachrichten und mittels Fälschung von Unterschriften verfälscht worden seien.

Siehe Video:
http://rutube.ru/video/1383da2dce9800f640109cd7de46fd23/

Auf Video zeigt Iljuchin die leeren Formulare der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts, Stempelabdrücke, Stempel, Petschaften, die möglicherweise für die Urkundenfälschung im Namen der kommunistischen Partei, des NKWD, einschließlich der Unterschriften Stalins und Berijas, verwendet wurden, eine Mappe mit Geheimen Dokumenten.

„Kann man den Dokumenten glauben, die aus den geheimen Archiven der UdSSR in den letzten Jahren bekannt gemacht wurden? Den sogenannten Geheimen Vereinbarungen Molotows mit Ribbentrops, den Dokumenten über Katyn usw. Nach alledem zu urteilen, wurden der Öffentlichkeit geschickt hergestellte Fälschungen präsentiert, um die Führung der UdSSR und die sowjetische Staatsmacht zu verleumden,“ teilt die Website der KPRF mit.

Die offiziellen Massenmedien ignorieren gegenwärtig die Erklärung des kommunistischen Duma-Abgeordneten.

Wenn sich diese Information jedoch bestätigen sollte, so können wir nicht nur einfach Zeugen eines Skandals werden. Tatsächlich kann es zu einer Umbewertung vieler historischer Ereignisse aus der Stalinschen und der Jelzinschen Regierungszeit durch die Gesellschaft kommen. Die Gesellschaft wird Antworten bekommen auf viele aktuelle Fragen, einschließlich des Lärms um die Erschießung der Polen in Katyn.

Quelle:
Kommunisten-Online-Archiv
Übersetzung: Wolfgang Seidel

Siehe auch:
Fälscher im Russischen Staatsarchiv
Elena Prudnikowa: Die Story der Fälscher
Über die Nazimorde im Wald von Katyn
Europäischer Gerichtshof: Lügen über Katyn entlarvt!

Über die Nazimorde im Wald von Katyn

KatynWahrheit und Lüge über Katyn
von Wladimir Kowaltschuk (Arbeiter), Moskau

Die Sowjetfeinde entlarven … sich selber
„Mein Gott! Wieviel Wahrheit liegt doch in den Augen der staatlichen Nutten!“
Jurij Schewtschuk (ddt)

Kommunisten-online vom 6. Juli 2010 – Zum 65. Jahrestag des Sieges des sowjetischen Volkes, seiner kommunistischen Partei und der Roten Armee im Grossen Vaterländischen Krieg über die imperialistischen Aggressoren, über das faschistische Deutschland und seine Verbündeten – zum 65. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs rottet sich der profaschistische bürgerliche Mob wieder zusammen und erhebt sein Geheul gegen die Sowjetunion, gegen die Erinnerung an unsere redlichen Vorfahren und gegen unsere Zukunft.

Dieser giftige Bodensatz wurde von den antikommunistischen Kräften in Europa und von den derzeitigen Machthabern der Russischer Föderation aufgewühlt und von deren Speichelleckern in der „Katyner Sache“ der Erschießung der kriegsgefangenen polnischen Offiziere ringsherum aufgegriffen. Die Livree von Lakaien ist ihnen schon von hinten anzusehen.

Die Lügen der Nazis werden weiterverbreitet

Die von Goebbels nach der Niederlage bei Stalingrad zubereitete Fälschung wiederkäuend, spucken die Machthaber der Russischen Föderation im Namen Putins in die Vergangenheit. Sie unterminieren damit die Zukunft, was die „Europäer“ unseres Landes nicht einmal bemerken. Vor dem „zivilisierten“ Westen haben sie bereut und sich entschuldigt – und die Russen haben es nun auszulöffeln und zu bezahlen. Eine Verbeugung vor den Nachkommen derer, die sich Hitler, seinen Verbündeten, den Okkupanten unterwarfen, die jene faschistischen Horden fütterten und ausrüsteten. Die polnischen Pans haben die Klage an Rußland über eine Summe von mehr als 4 Milliarden Dollars, zuzüglich der aufgelaufenen Zinsen, schon vorbereitet. Mit Hilfe NATO werden sie das auch einfordern, geringer geht es nicht – und die Putinisten und der Rest der Bande in Europa werden ihr Gebäck mit Konfitüre fressen.

Was geschah nach 1939 wirklich?

Es ist eine historische Tatsache, daß im September-Oktober 1939, nachdem Westweißrußlands und Westlicher Ukraine ihren Beitritt zur UdSSR erklärt hatten, etwa 10.000 Offiziere der polnischen Armee, und ebenso viele Polizisten und andere „Amtspersonen“ interniert und später als Kriegsgefangene inhaftiert wurden. Sie wurden 1940 in 3 Kategorien untergeteilt:
1) besonders gefährliche Verbrecher, Mörder, die Diversanten und Spione. Sie wurden zur Erschießung verurteilt. Das betraf etwa Tausend Personen.
2) polnische Offiziere, die für die Bildung der polnischen Armee des Generals Anders auf dem Territorien der UdSSR für den Kampf gegen die faschistischen Besatzer freigelassen wurden (400 Personen).
3) Potentiell gefährliche Personen, die man nicht freilassen konnte. Sie waren in einem Arbeitslager westlich von Smolensk inhaftiert. Zu Beginn des Krieges gelang es nicht mehr, sie zu evakuieren. Und zu Fuß bis weit hinein in das Gebiet der UdSSR zu marschieren, lehnten sie ab.
So gerieten sie in die Hände der Deutschen, die sie dann im Herbst 1941 entsprechend dem Befehl Hitlers zur Beseitigung des „polnischen Problems“ erschossen haben: „Die Polen sollen nur einen Herrn – den Deutschen haben. Es können und dürfen nicht zwei Herren nebeneinander existieren, deshalb müssen alle Vertreter der polnischen Intelligenz vernichtet werden. Nur auf diese Weise können wir das uns zustehende Gebiet beherrschen.“

Und das sind die Beweise:
a) Die Geschosse und die Patronenhülsen, die man in den Gräbern der Ermordeten fand, waren in Deutschland hergestellt worden;
b) Bei dem Teil der Leichen hatte man die Hände mit Papierschnur gefesselt, welche bis zu Beginn des Krieges in der UdSSR nicht herstellt wurde;
c) Nach dem Gutachten der gerichtsmedizinischen Experten (einschließlich dessen, das von der Kommission nach Exhumierung der Leichen im Jahre 1943 erstellt wurde), befanden sich die Ermordeten nicht länger als anderthalb Jahre unter der Erde;
d) Nach dem Gutachten der speziellen sowjetischen Kommission unter Leitung von Akademiemitglied N.Burdenko war die Art und Weise der Erschießung der sowjetischen Bürger in Orjol und Woronesch mit der Methode der Hinrichtung der polnischen Offiziere identisch;
e) Wie konnten die „blutrünstigen Bolschwiken“ heimlich 12.000 Menschen in Katyn erschießen, wenn sich dort bis zum Kriege ein Pionierlager befand? Wenn das so gewesen wäre, dann hätte sich sicher ein geeigneterer Platz dafür gefunden;
f) Die „Entdeckung“ der Massengräber durch die Faschisten erfolgte nach der Niederlage bei Stalingrad, als der ganze Zweite Weltkrieg zu scheitern drohte. Mit einer solchen demonstrativen Schau der Opfer „unmenschlichen bolschewistischen Regimes“ beabsichtigte Deutschland die Koalition der Verbündeten – die UdSSR, die USA, Großbritannien und die Länder Europas zu spalten und den schnellen Vormarsch der sowjetischen Armeen zu verhindern;
g) Und, schließlich – die überflüssigen Fälschungen und die gefälschten Dokumente: Darauf werden wir ausführlicher eingehen.

Die Fälschungen im Russischen Staatsarchiv

Welche Geheimnisse enthält nun die sogenannte „Besondere Mappe №1“ des Politbüros des ZK der KPdSU? Nach ausführlicher Begutachtung eines Schriftsatzes von L.Berijas an das Politbüro mit dem Vorschlag, mehr als 25.000 Polen zu erschießen, sowie des zustimmenden Beschlusses des Politbüros des ZK der Allunions-KP( B ) zu dieser Frage durch Historiker und Wissenschaftler, und nach der von Kriminalisten erstellten Expertise wurde festgestellt, daß ein Originals dieses „Beschlusses“ nicht existiert, und daß der Schriftsatz L.Berijas gefälscht wurde! Die erste, zweite und die dritte Seite dieser Mitteilung Berijas wurde auf einer Schreibmaschine angefertigt, die vierte auf einer anderen.

In Mai 2010 wandte sich einer der Haupthersteller dieser Fälschungen an den Abgeordneten der Staatsduma der Russischen Föderation W.Iljuchin. Nach seinen Aussagen folgte, daß Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts eine Gruppe hochrangiger Spezialisten zur Fälschung der Archivdokumente, die wichtige Ereignisse der Sowjetzeit betreffen, geschaffen wurde. Diese Gruppe arbeitete im Apparat des Sicherheitsdienstes des russischen Präsidenten B. Jelzin. Er teilte u.a. mit, daß der oben erwähnte Schriftsatz L.Berijas vom März 1940 von ihnen hergestellt worden sei. In einer solchem Position arbeiteten mit den Archivdokumenten auch Mitarbeiter des 6.Institutes des Generalstabes der Streitkräfte der Russischer Föderation. Er behauptete, daß in die russischen Archive für diesen Zeitabschnitt Hunderte falscher historischen Dokumente eingefügt worden, und ebenso viele gefälscht worden seien.

Die Frage der Klärung der „Katyner Sache“ ist mit dem Ziel verbunden, wieder einmal Stalin und die Partei der Bolschewiki zu diskreditieren. Dieses Ziel wird nicht aufgehen, Ihr Herren Fälscher! Ihr seid auf der ganzen Strecke hereingefallen!

Wladimir Kowaltschuk, Moskau

übernommen aus: Kommunisten-Online-Archiv

Siehe auch:
Fälscher im Russischen Staatsarchiv
Der lange Schatten des Joseph Goebbels

Weitere Nazimorde an kriegsgefangenen sowjetischen Soldaten:
In der Nähe von Rymanów organisierten die (deutschen) Okkupanten ein Vernichtungslager, in welchem 10.000 sowjetische Kriegsgefangene umkamen, und auch die massenhafte Ausrottung der jüdischen Bevölkerung der Stadt vollzogen wurde. In den Gefängnissen und den umliegenden Hinrichtungsorten kamen auch Bewohner Rymanóws um.
(Siehe unter: Liquidierung des Ghettos Rymanów )