Eine verlorene Generation…

BildIm Jahre 1979 erschien in der DDR ein kleines Büchlein, das heute – nimmt man seine Aktualität – von Anfang bis Ende neu gedruckt werden könnte, ohne daß grundsätzlich etwas daran geändert werden müßte. Von ein paar Kleinigkeiten mal abgesehen. Es geht um die Jugend im kapitalistischen Europa. Roland Bach: „Eine verlorene Generation?“ Mit einem Fragezeichen? Ja. Doch heute müßte man es mit drei Ausrufezeichen schreiben! Die Jugend im Kapitalismus ist (von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen) eine verlorene Generation. Was natürlich nicht heißen will, daß sie nicht irgendwie doch noch zu retten wäre. Im Vorwort schreibt der Autor:

„Bedeutend verstärkt wurde die antikommunistische Propaganda unter der Jugend. Bei der Durchführung von Wahlen in den kapitalistischen Ländern konzentriert sich ein beträchtlicher Teil der Anstrengungen der bürgerlichen Parteien auf die Beeinflussung der jugendlichen Wähler. Große Bemühungen unternimmt auch die Sozialdemokratie, um die Teile der Jugend, die mit dem kapitalistischen System unzufrieden sind, die nach einer gesellschaftlichen Alternative suchen, vom Übergang auf revolutionäre Positionen abzuhalten.“ [1] Das stimmt noch heute. Doch lesen wir weiter. Roland Bach schreibt:

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Glanz und Elend der bürgerlichen Welt

Glanz und privater Reichtum…

‚Wissen ist Macht‘ sagt ein altbekanntes Sprichwort. Wir sehen die schönen Fassaden, wir sehen, wieviel Neues jeden Tag entsteht, wir sehen die vielen tätigen, sich erholenden, ihre Freizeit gestaltenden Menschen. Doch können wir wirklich wissen, was um uns herum geschieht? Oder sind das alles nur Vermutungen? Es ist nicht nur eine philosophische Frage: Wie können wir erkennen, worin das Wesen unserer Gesellschaft besteht?  Und wenn wir heute nun wirklich im Kapitalismus leben, woher kommt dann diese Gleichgültigkeit? Woher kommt die so scheinbar überall zu spürende Zufriedenheit mit einer der schlimmsten Ausbeuterordnungen der Weltgeschichte? In der BRD haben sich im Verlaufe der Jahrzehnte schon sehr viele Menschen erfolgreich mit dem Kapitalismus arrangiert.

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Das haben wir toll gemacht….

…war der erste Kommentar der CDU-Vorsitzenden nach der Wahl.
reich und arm

Und hier sind nun einige dieser Tollheiten:
– Staatsverschuldung: über 1,6 Billiarden Euro
– offizielle Arbeitslosigkeit: 3 Millionen (in Wirklichkeit über 8 Mio.)
– Billiglohnland: jeder vierte Deutsche arbeitet für einen Billiglohn
– die BRD hat die niedrigste Geburtenrate in Europa
– Kinderarmut: jedes fünfte Kind von Armut betroffen
– zwei Schulbücher kosten bspw. zusammen 36 Euro
– jeder zehnte BRD-Bürger arbeitet in einem Minijob
– Altersarmut: dahinvegetieren mit 7,70 Euro am Tag
– deutsche Obdachlosigkeit: schätzungsweise über 100.000 Menschen
– jährliche Rüstungausgaben: über 42.000.000.000 Euro (etwa ein Zehntel der USA)
– in Afghanistan gefallene deutsche Soldaten (2001-2013): über 50 Tote
… und die deutsche Rüstungsindustrie boomt!

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Ehret die Arbeit…

Ein Loblied auf die Arbeiterklasse! Viel zu selten werden heute diejenigen Menschen geehrt, die tagtäglich fleißig ihre Arbeit verrichten und denen oft nicht einmal der ihnen zustehende Lohn gezahlt wird, der notwendig ist, um den Lebensstandard zu erhalten, sondern lediglich ein existentielles Minimum, das gerade mal zum Überleben reicht, und denen – wie Karl Marx schreibt – der „für die physische Existenz des Geschlechts notwendige Rest vermittels der Armengesetze“ [1] aufgebracht werden muß. Heute sagt man dazu: das sind die „Aufstocker“, die zusätzlich zu ihrem kärglichen Lohn (von bspw. 7,50 € pro Stunde) noch Sozialhilfeleistungen beantragen müssen, um nicht unter die Armutsgrenze zu fallen, um die Miete bezahlen zu können, ja – die ansonsten wohl verhungern müßten. Und das in einem der reichsten kapitalistischen Länder der Welt! Hier gibt es eben „Tafeln“ wie anderswo Suppenküchen. Armutsberichte, deren Ergebnisse nur sporadisch an die Öffentlichkeit gelangen, bezeugen dies: „In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Dies entspricht etwa 19,4 Prozent aller Personen unter 18 Jahren.“ [2] Deshalb: Ehret die Arbeit! Und wer keine Arbeit hat, der hat in der kapitalistischen BRD nicht einmal das Recht auf einen Arbeitsplatz, geschweige denn auf angemessene Entlohnung!
Wie lange willst du noch darum betteln, daß man dich arbeiten läßt, Arbeitsloser?
Wie lange willst du dich noch ausbeuten lassen, Prolet?

Ferdinand Freiligrath

Ferdinand Freiligrath (1810-1876)

EHRET DIE ARBEIT

Wer den wucht’gen Hammer schwingt;
wer im Felde mäht die Ähren;
wer ins Mark der Erde dringt,
Weib und Kinder zu ernähren;
wer stroman den Nachen zieht;
wer bei Woll‘ und Werg und Flachse
hinterm Webestuhl sich müht,
daß sein blonder Junge wachse: –

Jedem Ehre, jedem Preis!
Ehre jeder Hand voll Schwielen!
Ehre jedem Tropfen Schweiß,
der in Hütten fällt und Mühlen!
Ehre jeder nassen Stirn
hinterm Pfluge! – Doch auch dessen,
der mit Schädel und mit Hirn
hungernd pflügt, sei nicht vergessen!

Ferdinand Freiligrath
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Der Dichter Ferdinand Freiligrath

Freiligrath, in Detmold geboren, entstammte einer armen Lehrerfamilie. Er mußte den Besuch des Gymnasiums vorzeitig abbrechen und trat in die Kaufmannslehre. Dieser Beruf bildete fast sein ganzes Leben lang die materielle Grundlage seiner Existenz, aber schon sehr bald empfand er drückend dessen kleinbürgerliche Enge. Mit zum Teil romantischen Gedichten über ferne Länder versuchte er darum, sich in eine Phantasiewelt zu flüchten. Gegenüber der politischen Entwicklung in Deutschland verhielt sich der Dichter anfangs zurückhaltend, aber 1844 veröffentlichte er einen neuen Gedichtband. „Ein Glaubens-bekenntnis“. Im Vorwort dazu sagt er: „Solange der Druck währt, unter dem ich mein Vaterland seufzen sehe, wird mein Herz bluten und sich empören, sollen mein Mund und mein Arm nicht müde werden, zur Erringung besserer Tage nach Kräften das ihrige mitzuwirken!“

Wer die Wahrheit sagt, der wird verfolgt

Diese mutigen Worte – im reaktionären Deutschland ausgesprochen – zwangen den Dichter zur Emigration. In Brüssel lernte Freiligrath Karl Marx kennen, mit dem ihn eine langjährige Freundschaft verbinden sollte. Bald darauf siedelte er in die Schweiz über. Hier veröffentlichte er 1846 die Gedichtsammlung „Ça ira!“ (= Es wird gehen). Sie enthält auch, das eindringliche Gedicht „Von unten auf“, in dem das revolutionäre proletarische Klassenbewußtsein deutlich zum Ausdruck kommt und das nach Franz Mehrings Worten der „Gipfel der sozialistischen Lyrik“ Freiligraths ist.

Die Revolution wird siegen, denn: „…sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!“

Als die bürgerlich-demokratische Revolution von 1848 ausbrach, kehrte der Dichter in seine Heimat zurück. Er schrieb das Revolutionsgedicht „Die Toten an die Lebenden“ (1848), das außerordentlichen Widerhall fand. Die Regierung verfolgte ihn wegen des Gedichtes und machte ihm einen Hochverratsprozeß; er mußte jedoch freigesprochen werden. Durch seine Teilnahme an den revolutionären Kämpfen erwarb er sich den Ehrentitel „Trompeter der Revolution“. Freiligrath trat dem Bund der Kommunisten bei und arbeitete in der Redaktion der „Neuen Rheinischen Zeitung“ eng mit Karl Marx zusammen. In Freiligraths Revolutions-gedichten (z.B. „Die Revolution“) ist der Geist von Marx bis in die einzelnen Gedanken und Wendungen zu spüren“ (Mehring). Sie wurden durch Flugblätter schnell in ganz Deutschland verbreitet. Die letzte Nummer der „Neuen Rheinischen Zeitung“ vom 19. Mai 1849 enthielt des Dichters trotziges „Abschiedswort der Neuen Rheinischen Zeitung“: „Nun ade – doch nicht für immer ade! Denn sie töten den Geist nicht, ihr Brüder!“ Zwei Jahre später mußte der Dichter Deutschland erneut verlassen. Aus dem englischen Exil kehrte er – „immer noch der alte Achtundvierziger“ – 1868 nach Deutschland zurück, wo er 1876 starb. [3]

Quelle:
[1] Karl Marx: Lohn Preis und Profit, in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Bd.III, Dietz Verlag Berlin, 1987, S.123.
[2] Deutscher Kinderschutzbund: Kinderarmut in Deutschland, siehe hier:
http://www.dksb.de/CONTENT/SHOWPAGE.ASPX?CONTENT=459&TPL=0
[3] Übersichten und Biographien zum Literaturunterricht Klasse 8-10, Volk und Wissen, Volkseigener Verlag Berlin, 1965, S.49f. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

P.S. In der DDR gab es keine Arbeitslosigkeit und keine Armut. Und es gab keine Ausbeutung mehr! Um diese EHRE, um dieses RECHT auf ARBEIT musen wir erst wieder KÄMPFEN.

Siehe:
DDR: Das Recht auf Arbeit
Leben in der DDR
Ein kinderfreundliches Land

Wahlen 2013

Vote for NobodyWen bitte soll ein seiner Klasseninteressen bewußter Arbeiter denn wählen? Den Finanzjongleur Steinbrück von der SPD bzw. dessen Vorgänger, den einstigen hochkarätigen Beamten und Geheimdienstkoordinator unter Schröder namens Steinmeier? Die aufgedunsenen skurril anmutenden Schwätzergestalten von der einstigen Sonnenblumenpartei? Den scheinheiligen Gysi, der zumindest mal eine Lehre als Rinderzüchter machte und ansonsten den Scharlatan in allen Talkshows abgibt?

In den bürgerlichen Staaten bestimmen die unversöhnlichen Widersprüche zwischen der Ausbeuterklasse und den Klassen der Ausgebeuteten, die Methoden der Ausbeutung sowie der Grad der Organisiertheit der Klassen wesentlich den Inhalt des Wahlsystems. Das bürgerliche Wahlsystem ist darauf gerichtet, die unterdrückten und ausgebeuteten Klassen, d.h. die große Mehrheit des Volkes und der Wähler, von der tatsächlichen staatliche Machtausübung fernzuhalten und ihren wirklichen Willen zu verfälschen. Deshalb gehören zu den bürgerlichen Wahlsytemen untrennbar auch Wahlbetrug und -fälschung, Wahlterror, geheime Wahlabsprachen, gegen die Werktätigen gerichtete Wahlzensen, Wahlrummel.

Quelle: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1967, S.701.

Ein Brief von Jens Bohlke aus Belgien

Liebe Genossen,
bei den letzten Begegnungen zwischen Günter und mir wurde dieses Thema bereits intensiv diskutiert, und ich teile Günters Auffassung völlig:

1. Was ich als Kommunist tun kann
Als Kommunist mit oder ohne Parteizugehörigkeit nutze ich wirklich so gut wie alle meine Kontakte im privaten und Kollegenumfeld dafür, den Menschen die Augen zu öffnen, sie für die Position des Austritts aus den imperialistischen Machtblöcken EU und NATO und IWF und Weltbank usw. zu gewinnen, sie für den sozialistischen Entwicklungsweg zu gewinnen. Sogar die hübschesten Mädchen bei der Bahnfahrt zur Arbeit beeinflusse ich in diesem Sinne, denn sie nehmen zumeist recht aufgeschlossen und interessiert mein DDR-(N)Ostalgie-TShirt zur Kenntnis und dann entspinnt sich ein ca. zehnminütiges Gespräch zwischen dem Bahnhof meines Wohnorts und dem Bahnhof an meiner Arbeitsstelle, wo ich ihnen zur DDR aus meinem Leben berichte und darauf verweise, wie menschenwürdiger und chancenstärker ich dort studieren konnte im Vergleich zur Kostspieligkeit einer soliden Hochschulbildung heutzutage unter kapitalistischen Verhältnissen. Natürlich trage ich hier täglich die Aktionslosung meiner Gewerkschaft, daß wir Arbeiter Besseres verdienen als das, was uns derzeit zugestanden wird … Ich aktualisiere ständig die gewerkschaftlichen Aushänge auf der Arbeit und bringe da auch die Einladung zur Manifiesta http://www.manifiesta.be unserer Partei unter, um Kollegen aufzurütteln und anzusprechen. Ich nutze viel Pausenzeit für Gespräche und habe mittlerweile einen ganzen „Klub” junger männlicher Kollegen um mich geschart, die mich wie einen Ersatzvater verehren … Ich werbe für die Gewerkschaft als Organisationsplattform der Arbeiter, ich werbe für die kommunistische Partei und die kommunistische Weltanschauung.

2. Was ich von der Partei „Die Linke” halte
Günter und ich haben Erfahrung auch innerhalb der PDS/PDL gesammelt, was uns prägt. Wir kennen Dinge wie den dortigen BAK „Shalom”, die dortigen korrupten und reaktionären Schwulen-Netzwerke und die Verräterclique an der Spitze dieser opportunistischen Partei, deren jetzige Vorsitzende gerade zur Einführung eines Vorkasse-Modells für die Energieversorgung bei den Hartz-4-Sozialfällen in Deutschland wirbt, womit sie die CDU/CSU/FDP und SPD/Grünen noch weit rechts überholt und Anleihen bei Lady Thatcher aufgenommen hat. Wir kennen Brie, Gysi, zahlreiche Trotzkisten und das einst marxistisch-leninistisch zu DDR-Zeiten forschende und lehrende aber heutzutage sich opportunistisch andienende Feigenblatt namens Kommunistische Plattform in und bei der PDL sowie deren ominös anmutenden Ältestenrat aus einstigen DDR-Koryphäen, die sich vor lauter Alters-Demenz mit offenbar „Augen zu und durch” in dieser Partei ebenfalls nur höchst bereitwillig als rotes Feigenblatt für eine reaktionäre demagogische Politik zur Stabilisierung und Erhaltung der imperialistischen Machtverhältnisse in Deutschland mißbrauchen lassen. Von diesen Elementen, anders kann sie ein Genosse nicht mehr bezeichnen, haben wir uns gelöst und sind da auch zu keinerlei taktischen oder sonstigen Kompromissen und Bündnissen mehr bereit, weil dies keine zuverlässigen Partner sind. Die SED-PDS/PDS/PDL verrottet seit fast 24 Jahren vor sich hin, was Zeitlänge genug ist, daß wir Kommunisten uns über ihr Wesen klar werden mußten.

3. … und was sonst noch die deutschen Kommunisten betrifft
Was sich in Deutschland derzeit kommunistisch nennt (Parteien mit „kommunistisch” oder „marxistisch-leninistisch” im Namen), sind vom Klassengegner geschaffene oder beherrschte sowie wohlwollendst geduldete Auffangbecken für alle sich dort sammelnden Unzufriedenen, die irrezuleiten und zu beschäftigen sind, allerdings in einer Art und Weise, dass sie der bestehenden Gesellschaftsordnung nicht gefährlich werden können. Die einstigen politischen Kommandohöhen der Arbeiter- und Volksbewegung in Deutschland bzw. jenen beiden deutschen Staaten beim Anschluß der DDR an die BRD sind von dem Finanzkapital und dessen Geheimdiensten bestens besetzt worden. Jede kommunistische Zelle wie beispielsweise K-Online, wie bestimmte Berliner Genossen, wie eine kommunistische Zelle in Hamburg usw. (um mal die zu nennen, bei denen ich diesen Status gelten lassen würde), werden überwacht und mit Zersetzungsmaßnahmen unterdrückt, was von gerichtlichen Drohkulissen bis hin zu Intrigen und zuweilen auch gewaltsamen Drohkulissen reicht und zumindest im Bereich der wirtschaftlichen Beeinträchtigung (Arbeitsplatzverlust, Einkommensverlust, Wohnungsverlust usw.) für uns Kommunisten schwer zu verkraftende Verluste und Situationen zur Folge hat. Wir sind Ziel gezielter Angriffe und verspüren dies auch, wissen dies auch richtig zu bewerten und einzuordnen. Jene pseudokommunistischen Organisationen hingegen haben ihren Deal mit dem Klassengegner!

4. Was ist denn nun eine kommunistische Partei?
Die KKE steht an der Spitze der westeuropäischen kommunistischen Bewegung marxistisch-leninistischer Prägung – „Eurokommunisten” oder Revisionisten sind für uns ja keine Kommunisten. Daher unterstützen wir nach besten Kräften die KKE und sorgen für die Verbreitung ihrer Position. Die Reaktion des Klassengegners erkennen wir bereits. Die DKP schmeißt sich an die KKE ran und ist bestrebt, den Platz des Partners der KKE in Deutschland für sich allein zu sichern. Dasselbe betreibt die DKP gegenüber der Belgischen Arbeiterpartei (PTB/PVDA). Zugleich ist die DKP Wahlhelfer und Steigbügelhalter der PDL. In der DKP gibt es noch wenige aufrechte Kommunisten, wie z.B. um die Zeitschrift „Theorie & Praxis“. Sonst haben Trotzkisten und Revisionisten das Sagen. Es gibt auch ähnlich der PDL innerhalb der DKP zersetzende Netzwerke wie „DKP queer”. Von einer kommunistischen Partei, erst recht nach den Prinzipien Lenins für die Partei neuen Typs, ist die DKP meilenweit entfernt. Von den einstigen Mitgliedern der Thälmannschen KPD ging nur eine Minderheit Ende der 1960er Jahre in die DKP. Leider existiert der politische Untergrund der einstigen Thälmannschen KPD in Deutschland nicht mehr in organisierter Form, so daß wir Kommunisten darauf nicht aufbauen können. Dennoch gibt es uns, auch in Deutschland, und muß eine Organisation dringend her! Dies wird nicht nur durch manche politischen Differenzen, sondern vor allem durch persönliche Antipathien sehr erschwert, was höchst bedauerlich ist und der Sache jedes Kommunisten schwer schadet.

5. Wen sollten wir denn nun wählen???
Nichtwählen hilft den faschistischen Parteien! Dies machte auch ich mir noch vor 20 Jahren zum Leitsatz und wählte PDS. Was sich schon damals mit meinem Gewissen und Wissen über Brie und Konsorten nicht vereinbaren ließ und schizophren war. Warum soll ich mich heute verbiegen? Die faschistische Gefahr ist bei den derzeit anstehenden Wahlen in Deutschland nicht akut vorhanden, vor 20 Jahren hatten wir hingegen eine Zeit faschistischer Pogrome! Kein sonderlicher Grund heutzutage, die bürgerlich-demokratischen Kräfte angesichts faschistischer Gefahr stärken zu müssen, denn die faschistischen Splitterparteien sind im Niedergang … wir unterschätzen sie nicht, bekämpfen sie wo immer möglich und beobachten ständig ihre Entwicklung und ihre Stärke als Machtfaktor. Optional läßt sich aus der Position des Nichtwählers (mangels wählbarer Partei!) bestens im Lager vor allem auch dieser Nichtwähler sammeln! Wen bitte soll ein seiner Klasseninteressen bewußter Arbeiter denn wählen? Den Finanzjongleur Steinbrück von der SPD bzw. dessen Vorgänger, den einstigen hochkarätigen Beamten und Geheimdienstkoordinator unter Schröder namens Steinmeier? Die aufgedunsenen skurril anmutenden Schwätzergestalten von der einstigen Sonnenblumenpartei? Den scheinheiligen Gysi, der zumindest mal eine Lehre als Rinderzüchter machte und ansonsten den Scharlatan in allen Talkshows abgibt? Bei der Merkel wissen die Leute zumindest, was sie zu erwarten haben, weshalb das Bundesengelchen sicherlich die Wahlen mit der Stimmenmehrheit der Abstimmenden gewinnen wird. Für Veränderung stehende fortschrittliche Kräfte stehen nicht zur Wahl. Und warum all die Schmarotzer wählen, die beim Sozialabbau noch über Merkel und ihr Team hinausgehen? Nichtwählen ist heutzutage eine gangbar gewordene Option für uns Kommunisten unter diesen Verhältnissen.

6. Ändern wir etwas durch Nichtwählen?
Wir vergrößern den Anteil der Nichtwähler. Dieser tendenziell zunehmende Nichtwähler-Anteil zeigt die Unfähigkeit der Bourgeoisie und ihrer Lakaien, das Volk an die bestehenden Verhältnisse zu binden. Immer mehr Menschen haben kein Vertrauen in diejenigen, die ihnen da als Kandidaten bei den Wahlen vorgesetzt werden. Die von einem Beamten aus dem Kriegsministerium gegründete und geführte Piratenpartei geriet zum absoluten Flop. Aber es ist damit zu rechnen, daß kurz vor der Wahl auch diese tote Hose wieder vom Scheiterhaufen der Geschichte geholt wird und mediale Aufmerksamkeit bekommt. Alles wird eingesetzt werden, um diese Wahlen durch die Beteiligung daran vor der Weltöffentlichkeit möglichst gut zu legitimieren. Unsere Aufgabe als Kommunisten besteht darin, die wahrheitsgemäßen absoluten Zahlen zu veröffentlichen und unter das Volk zu bringen. Dem Volk klarzumachen, daß es von einer absoluten Minderheit einer bestimmten Söldnergruppe des Kapitals politisch verwaltet wird. Wir müssen das Volk aufklären, daß Deutschland nicht mal eine Verfassung hat. Und wenn die stinkbürgerliche Schweiz in diesem Herbst eine Volksabstimmung zum Thema 1:12 – Begrenzung der Managergehälter per Gesetz (Firmenchefs und Manager dürfen nicht mehr als 12 mal soviel wie der schlecht bezahlteste Arbeiter in der Firma verdienen), dann ist dies doch immerhin Ausdruck bürgerlich-demokratischer Verhältnisse, wie es sie im kapitalistischen Deutschland seit 1933 nicht gegeben hat … und wo die PDL mal gerade bei der sehr leise vorgebrachten Forderung von 1:20 angelangt ist, hahaha! Dies ist dem Volk mitzuteilen. Und auch, daß kein deutscher Richter im Namen des Volkes überhaupt ein Urteil sprechen kann, wenn wir mal traditionell und international anerkannte Rechtsnormen zugrunden legen, wonach Recht im Namen des Volkes vom Volk per Volksabstimmung über zumindest eine Verfassung legitimiert sein muss. Was ja in Deutschland heute nicht der Fall ist. Auch wenn wir es zumindest in der DDR hatten, die aber leider zerschlagen wurde, was für uns und die Völker der Welt keinesfalls das Ende der Geschichte bedeutet.

7. Sind wir mit unserer Option zufrieden?
Keinesfalls. Lieber wäre uns die Stimmabgabe für eine Partei wie die KKE, allerdings mit Kandidaten in Deutschland. Weshalb wir daran arbeiten müssen, diese Option zu schaffen. Das tun wir hiermit.

Allerbeste kommunistische Grüße,
Jens

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von kommunisten-online.de

Anmerkung:
Friedrich Engels schrieb (1884):

Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende | 167 | Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. … | 168 | Und endlich herrscht die besitzende Klasse direkt mittelst des allgemeinen Stimmrechts. Solange die unterdrückte Klasse, also in unserm Fall das Proletariat, noch nicht reif ist zu seiner Selbstbefreiung, solange wird sie, der Mehrzahl nach, die bestehende Gesellschaftsordnung als die einzig mögliche erkennen und politisch der Schwanz der Kapitalistenklasse, ihr äußerster linker Flügel sein. In dem Maß aber, worin sie ihrer Selbstemanzipation entgegenreift, in dem Maß konstituiert sie sich als eigne Partei, wählt ihre eignen Vertreter, nicht die der Kapitalisten. Das allgemeine Stimmrecht ist so der Gradmesser der Reife der Arbeiterklasse. Mehr kann und wird es nie sein im heutigen Staat; aber das genügt auch. An dem Tage, wo das Thermometer des allgemeinen Stimmrechts den Siedepunkt bei den Arbeitern anzeigt, wissen sie sowohl wie die Kapitalisten, woran sie sind.

Friedrich Engels – „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats” in: Karl Marx/Friedrich Engels – Werke. Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1975, Bd. 21, S.152-173.

Bedarf es dazu weiterer Erklärungen? Ich glaube, nein. Solange das Proletariat, also die werktätigen Menschen, noch nicht reif sind für eine Veränderung der Gesellschaft, wird es eine solche auch nicht geben. Eine Wahl ist immer ein politischer Willensbildungsprozeß. Er legimtimiert die gewählten Vertreter im Namen ihrer Wähler verbindliche politische Entscheidungen zu treffen. Wenn aber, wie in der BRD, die „schweigende” Mehrheit des Volkes darauf verzichtet, an diesem Willensbildungsprozeß teilzunehmen (Wahlmüdigkeit, Wahlboykott), so liegt das vor allem an folgendem:
1. das Trommelfeuer liberaler und antikommunistischer Propaganda,
2. die ständige Verketzerung linker Kräfte und fortschrittlicher Ideen,
3. der Einsatz eines umfassenden Apparates der Meinungsbeeinflussung,
4. die Erziehungsinhalte in den Schulen,
5. die massive Einschüchterung fortschrittlicher Kräfte,
6. die versch. pseudolinken und trotzkistischen Organisationen,
7. das Überangebot an Informationen und Veranstaltungen und
8. nicht zuletzt die berufliche Überforderung der Werktätigen.
(Im übrigen sind nach Schätzugen etwa 80% aller Abgeordneten durch sog. Beraterverträge in die Wirtschaft eingebunden und vollziehen so deren Interessen.)

Siehe auch:
In Hessisch-Sibirien ist die Welt noch in Ordnung

Die Wurzeln des Übels

privatIm gebildeten Bürgertum gibt es gar viele, recht unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die künftige Gesellschaft einmal aussehen sollte, was sich ändern müßte und wo man ganz und gar nicht hinkommen will. Am besten natürlich im Rahmen der bestehenden Gesetze. Beibehalten werden sollte unbedingt die deutsche Gemütlichkeit, jedenfalls für diejenigen, die sie heute schon haben. Denn wir haben ja mit der ’sozialen Marktwirtschaft‘ das beste Wirtschaftssytem der Welt. Wirklich??? Nein, denn die rauhe Wirklichkeit sieht anders aus. Der Kapitalismus ist am Ende, sein Sterben zögert sich nur noch etwas hinaus, da die Palliativmedizin ja doch sehr weit entwickelt ist. Reden wir hier einmal über die Ursachen der sozialen Misere. Reden wir darüber, was wirklich in unserer Gesellschaft geschieht! Und danach reden wir über die Zukunft…

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Woher kommt der deutsche Opportunismus?

irgendwo…irgendwo in Deutschland

Wieder einmal stehen in der BRD Wahlen bevor. Um es kurz zu machen: auch wenn die Wahllosungen noch so griffig sind und überzeugend scheinen, keine einzige von all den bürgerlichen Parteien vertritt die Interessen des Proletariats*. Keine einzige ist bereit, dafür an den Grundfesten der Ausbeuterordnung zu rütteln. Weder die CDU, noch die SPD, FDP, die Linke oder die Grünen sind dafür geeignet! Wir sehen zwar, daß der Kapitalismus als alte, überlebte Gesellschaftsordnung abgewirtschaftet hat und zu keinerlei menschen-würdigen Lösungen mehr imstande ist, wir sehen, daß die Verbrechen der Imperialisten auf der Welt rapide zunehmen, doch wir wundern uns darüber, daß die deutsche Arbeiterklasse so wenig revolutionär ist, daß sie so gespalten ist und daß sie ein so schwach entwickeltes Klassenbewußtsein besitzt. Und dabei ist es doch aus historischer Sicht sehr leicht erklärlich, wie es dazu kam.

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es den Opportunismus (die prinzipienlose Anpassung an die herrschende kapitalistische Ordnung) und den Reformismus (nach dem Motto: Besser Leben im Kapitalismus!). Mit dem aufkommenden Imperialismus begannen die Kapitalisten, eine Arbeiteraristokratie heranzuzüchten, die sich aufgrund ihres relativen Wohlstandes mit dem Kapitalismus ausgesöhnt hatte, desweiteren predigten Verräter der Arbeiterklasse unter Preisgabe der marxistischen Lehre einen Weg des friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus. In der damaligen Sowjetunion hingegen verlief die Sache wesentlich anders. Dort hatte man mit Erfolg damit begonnen, den Zarismus zu beseitigen und die kapitalistische Ordnung abzuschaffen. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution wurde zu einem Fanal für die gesamte Menschheit. Die Partei der Bolschewiki führte einen unversöhnlichen Kampf gegen die Opportunisten und Reformisten. Und der ist auch notwendig, wenn sich die gesellschaftlichen Verhältnisse eines Tages wieder zugunsten der arbeitenden Menschen ändern sollen.

Das Eindringen opportunistischer und imperialistischer Ideen in die Arbeiterbewegung

a) Handwerker werden zu Proletariern
Immer größere Massen selbständiger Handwerker wurden zu Lohnarbeitern; ihre kleinen Werkstätten unterlagen im Konkurrenzkampf kapitalistischen Unternehmen. Ein Meister oder Geselle nach dem anderen mußte in die Fabrik gehen. Ähnlich erging es manchem kleinen Ladeninhaber, der sich gegenüber den großen Handelsfirmen nicht behaupten konnte und ruiniert wurde. Massenweise wurden Angehörige des Mittelstandes zu Proletariern. Diese neuen Arbeiter sahen nicht, daß ihr wirtschaftlicher Ruin eine Folge der kapitalistischen Entwicklung war. Sie wollten daher auch nicht die kapitalistische Gesellschaftsordnung beseitigen, sondern sie forderten nur Reformen, um ihre augenblickliche Lage zu verbessern. Das nutzten die Kapitalisten aus, um mit ihrer Hilfe einen Teil der Arbeiter irrezuführen und für sich zu gewinnen. Das Anwachsen der Sozialdemokratischen Partei, der Gewerkschaften und Genossenschaften wirkte auch auf bürgerliche und kleinbürgerliche Intellektuelle anziehend. Sie erstrebten und erhielten eine sichere Existenz in der Arbeiterbewegung als Redakteure, Abgeordnete, Sekretäre usw. Ihre bürgerliche Weltanschauung legten nur wenige von ihnen restlos ab. Sie wurden gleichfalls Stützen des Reformismus.

b) Ablehnung der sozialistischen Revolution und der Diktatur des Proletariats
Das Eindringen kleinbürgerlicher Elemente, die so leicht durch die kapitalistische Denkweise zu beeinflussen waren, führte dazu, daß in der Sozialdemokratischen Partei eine opportunistische Richtung entstand, die besonders stark in . den Parlamentsfraktionen des Reiches, der Länder und Gemeinden war. Man nennt sie opportunistisch, weil sie um kleiner Alltagserfolge willen auf die Durchsetzung der großen revolutionären Befreiungsideen der Arbeiterklasse verzichtete und sie damit verriet. Die Opportunisten bestimmten immer mehr die Politik der Sozialdemokratischen Partei. Ihr Führer, Eduard Bernstein, forderte in den neunziger Jahren eine umfassende Überprüfung und Abänderung (Revision) der Lehren von Marx und Engels. Die Revisionisten lehrten, daß es den Arbeitern schon im Kapitalismus allmählich immer besser gehen würde, wenn von einer Wahl zur anderen die sozialdemokratischen Stimmen zunähmen, wurden die Arbeiter bald die Mehrheit erreichen, und man würde auf diesem Wege friedlich in den Sozialismus hineinwachsen. Eine sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats seien nicht nötig. Es genüge, im Rahmen des bestehenden kapitalistischen Staates Reformen durchzusetzen. Ähnliche Ansichten entstanden auch in den Arbeiterparteien anderer Länder. Das war eine ernste Gefahr sowohl für die deutsche als auch für die internationale Arbeiterbewegung. Auf den Parteitagen der SPD wies August Bebel mit Unterstützung der großen Mehrheit der Mitglieder die Forderung auf Revision der Marxschen Lehre scharf zurück. Aber in der Praxis setzte sich die Politik der Anhänger Bernsteins immer mehr durch. Diese bereits unter dem Sozialistengesetz einsetzende und nach 1890 offen auftretende opportunistische Beeinflussung der Arbeiterbewegung erhielt ihren besonderen Auftrieb im Imperialismus.

Entstehung einer Arbeiteraristokratie

Die Kapitalisten benutzten einen Teil ihrer hohen Monopolgewinne, um eine kleine Gruppe ihrer Arbeiter besserzustellen und damit über die anderen Mitglieder der Belegschaften hinauszuheben. Diese erhielten höhere Löhne als die Masse der Arbeiter. In manchen Fällen gewährte ihnen der Unternehmer Werkwohnungen oder einen unbedeutenden Anteil am Gewinn des Betriebes. Damit wollte man eine kleine Schicht schaffen, die mit der Erhaltung des Kapitalismus einverstanden war. Man bezeichnet diese Schicht als Arbeiteraristokratie. Die Unternehmer wandten die Methode der Bestechung an, um einen Keil in die Arbeitermassen zu treiben. Die Arbeiteraristokratie wurde zu einem ausgesprochenen Träger imperialistischer Gedankengänge. So kauften die englischen Imperialisten mit Hilfe ihrer Kolonialgewinne eine große Anzahl von Arbeiterfunktionären und machten sie zu festen Stützen ihrer imperialistischen Politik im Innern und nach außen, worauf bereits Engels in seinen Briefen an Karl Marx aufmerksam gemacht hat.

Drei Richtungen in der SPD

In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entstanden mit der Entwicklung des Imperialismus drei Richtungen:
1. Die „Rechten“, die jede Revolution ablehnten; mit ihrem starken Anhang von Partei-und Gewerkschaftsangestellten;
2. die zahlenmäßig schwachen „Linken“ um Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, Franz Mehring, Clara Zetkin und Wilhelm Pieck. Sie kämpften entschlossen für die konsequente Anwendung des Marxismus auf allen Gebieten und für seine Reinhaltung von jedem Opportunismus;
3. die Zentristen, die beide Richtungen versöhnen wollten, dabei aber in Wirklichkeit den Opportunisten die Durchführung ihrer Politik ermöglichten.
Bebel setzte sich für die Reinhaltung der marxistischen Lehre ein, wollte aber die Einheit der Partei um jeden Preis erhalten und vermied es, mit den Opportunisten zu brechen. Selbst die Linken wichen vor diesem Schritt zurück. Die Opportunisten blieben in der Partei. Zwar war die Mehrzahl der Arbeiter und vor allem der Arbeiterjugend nicht mit ihrer Haltung einverstanden, aber die Zahl der „Rechten“ nahm unter den Partei- und Gewerkschafts-führern weiterhin zu. Sie werden als rechte sozialdemokratische Führer bezeichnet. Sie dienen den Interessen der Monopolkapitalisten.

Der Kampf der Bolschewiki gegen die Opportunisten

Im Gegensatz zur deutschen Sozialdemokratie hatte die Partei der Bolschewiki die organisatorische Trennung von den Opportunisten durchgeführt. vertrat eine klare, marxistisch-revolutionäre Politik. Ihre Führer, Lenin Stalin, kritisierten scharf die Opportunisten in Rußland und den rechten Flügel in der deutschen Partei und in der II. Internationale. Sie vertraten die Meinung, daß die Rechten aus der sozialistischen Arbeiterbewegung geschlossen werden müßten. Damit zeigten sie auch der deutschen Arbeiterklasse den richtigen Weg. Er wurde aber nicht beschritten. Die deutsche Sozialdemokratie war die zahlenmäßig stärkste Partei in der II. Internationale Ihre rechten Führer sahen in nationalistischer Überheblichkeit mit Geringschätzung auf die Partei der Bolschewiki herab. Sie unterdrückten auch in der sozialdemokratischen Presse die Stellungnahme der Bolschewiki zu den Grundsätzen des Marxismus. Die Partei der Bolschewiki forderte auf allen internationalen Kongressen einen unversöhnlichen Kampf gegen den Kapitalismus und gegen seine Anhänger und Verteidiger in der Arbeiterklasse, nämlich gegen Opportunisten und Zentristen. Sie verlangten schärfsten Kampf gegen die imperialistischen Kriegstreiber.

Zusammenfassung:
Unausgesetzt strömten kleinbürgerliche Elemente in die Arbeiterklasse und auch in die Sozialdemokratie. Sie verlangten Flickreformen anstatt des konsequenten Kampfes gegen die kapitalistische Ausbeutung. In der Sozialdemokratie entstand eine opportunistische Richtung. Verräter an der Sache der Arbeiterklasse verlangten eine Abänderung, in Wirklichkeit die Preisgabe der marxistischen Lehre. Sie predigten das friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus; sie verwarfen die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats. Die Kapitalisten züchteten systematisch eine Arbeiteraristokratie, eine Minderheit von Arbeitern, die durch materielle Besserstellung mit dem Kapitalismus ausgesöhnt wurden. In der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands entstanden drei Richtungen: die Rechten, die Zentristen und der von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wilhelm Pieck geführte linke Flügel. Es kam nicht wie in Rußland zu einem klaren Bruch mit den Opportunisten. Die Partei der Bolschewiki führte einen unversöhnlichen Kampf gegen den Opportunismus und zeigte damit der deutschen Arbeiterbewegung den richtigen Weg. Zum Nachteil für die deutschen Arbeiter wurde er nicht beschritten.

Quelle:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht, 7.Schuljahr, Ausgabe 1952, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1955, S.322-324

*Anmerkung:
Zum Proletariat gehören alle diejenigen Lohnarbeiter, die – weil sie kein Eigentum an Produktionsmitteln besitzen – gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt dadurch zu bestreiten, indem sie ihre Arbeitskraft an die Kapitalistenklasse verkaufen, wobei sie für diese Klasse die Existenzmittel und den Reichtum schaffen, und so – unabhängig von der Höhe ihres Lohnes – ausgebeutet werden. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung besteht aus Lohnempfängern. Kleine und mittlere Unternehmer, sowie deren mithelfende Ehefrauen, arbeiten indessen für den Profit und den Erhalt der eigenen Firma. Sie zählen nicht zu den Lohnempfängern. Der unversöhnliche Interessengegensatz zwischen dem Proletariat und der Kapitalistenklasse ist die Grundlage des Klassenkampfes. Darin besteht der unlösbare Hauptwiderspruch des Kapitalismus, es ist der Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privatkapitalistischer Aneigung.

Siehe auch:
Was versteht man unter Ausbeutung?
Wer gehört eigentlich zur Arbeiterklasse?
Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?
Laßt uns den Marxismus verteidigen!

Zerbrochene Kinderfreuden…

Es war einmal in den 1980er Jahren in der Sowjetunion…
Irgendwo in der Nähe von Moskau gab es mal ein Kinderferienlager:

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…das heute verlassen dasteht und dem Vandalismus überlassen bleibt:
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Moskau hatte damals über 8 Millionen Einwohner. Es gab also Hunderte solcher Kinderferienlager. Sie sind heute alle in einem ähnlichen Zustand. Man kann sich sicher vorstellen, was es bedeutet, wenn es heute für die Kinder Moskaus keine solche kostenlosen Ferienfreuden mehr gibt. Nur wer die Straßenkinder dort gesehen hat und die Armut in Rußland kennt, der kann den Verlust ermessen. In der Bibliothek dieses Kinderferienlagers sind zum Beispiel noch bedeutende Werke der Weltliteratur zu finden (N.Leskow, M.Lermontow, W.Majakowski) und in der Großküche wurde das Essen für 200 Kinder täglich frisch zubereitet, sogar die Stühle wurden beim Verlassen sorgsam hochgestellt…

Quelle:
ulter1for

Bertolt Brecht: Im Gefängnis zu singen…

Bertolt Brecht
Im Gefängnis zu singen…

1. Sie haben Gesetzbücher und Verordnungen,
Sie haben Gefängnisse und Festungen,
Ihre Fürsorgeanstalten zählen wir nicht.
Sie haben Gefängniswärter und Richter,
Die ihr Geld bekommen und zu allem bereit sind.
Ja, wozu denn?
(Glauben sie denn, daß sie uns damit kleinkriegen?)
Eh‘ sie verschwinden, und das wird bald sein,
Werden sie gemerkt haben, daß ihnen das alles nichts mehr nützt,
Daß ihnen das alles nichts mehr nützt.

2. Sie haben Geld und Kanonen,
Die Gummiknüppel zählen wir nicht.
Polizisten und Soldaten.
Ja, wozu denn?
(Haben sie denn so mächtige Feinde?)
Sie glauben, da muß doch ein Halt sein,
Der sie, die Stürzenden stützt.
Eines Tages, und das wird bald sein,
Werden sie sehen, daß ihnen alles nichts nützt.
Und dann können sie noch so laut Halt schrei’n,
Weil sie weder Geld noch Kanonen mehr schützt.

Komposition: Hanns Eisler
Interpretation: Ernst Busch

Siehe:
Kommunisten-online: Getreten, geprügelt, mit Giftgas bekämpft…

Das Märchen vom „Strukturwandel“

MärchenES WAR EINMAL… so fangen alle Märchen an. Heute erzählt man uns dies und morgen das. Doch die Wirklichkeit ist anders. Im Verlaufe der letzten 20 Jahre hat sich die Gesellschaft in der BRD enorm verändert. Nach einer Zeit der neuen Hoffnungen (oder sollte man besser sagen: der dummen Illusionen?) bei der ostdeutschen Bevölkerung, und einer Zeit der „Goldgräberstimmung“ bei den westdeutschen Firmen, hat sich die Krise wieder bemerkbar gemacht. Vor allem bei der Masse des Volkes, bei den einfachen Leuten, den Arbeitern, den Angestellten, den Bauern, den Lohnempfängern. Die Wirtschaft boomt. Und doch klafft die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Neue Armut macht sich breit. Wohin geht eigentlich der ganze produzierte Reichtum? Und wem gehören all die schönen neuen Gebäude, die Straßen, die Brücken und Tunnel, die Maschinen und Industrieanlagen? Wer verfügt letztendlich über die dicken Bankkonten und Vermögenswerte? Auf der anderen Seite wird überall gespart. Man redet von klammen Kassen, von Haushaltssperre, von Sparzwang, von Eurokrise und – von den gierigen Managern. Und man sieht die Folgen dieser Politik: Verarmung großer Teile der Bevölkerung, soziale Verwahrlosung, Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit, Entlassungen, erhöhter Arbeitsdruck und Mobbing. Die soziale Moral sinkt auf einen Tiefpunkt. Die strukturelle Gewalt nimmt zu. Und die sozialen Sicherungssysteme sind bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit ausgereizt. Woran liegt das alles? Was läuft da schief? „Die Zeit ist schuld“ sagen die einen. „Jede Krise ist auch eine neue Chance“ sagen die anderen. Was ist nun wahr, und was ist falsch? Es herrscht allgemeine Unklarheit. Und doch sind diese Erscheinungen keineswegs ein Zufall. Wir stellen fest:

1. Die Armut hat stark zugenommen
a) Kinderarmut: inzwischen ist jedes 5.Kind von Armut betroffen,
b) Armut im Alter: jeder vierte Rentner lebt unter dem Existenzminimum,
c) arm trotz Arbeit: viele Berufsttätige und kleine Selbständige sind auf Sozialhilfe angewiesen,
d) die Warteschlangen an den „Tafeln“ und in den Suppenküchen werden länger.

2. Der Reichtum der besitzenden Klasse ist enorm angewachsen
a) Es gibt immer mehr Milliardäre, die über unermeßlichen Reichtum verfügen,
b) es gibt pensionierte Beamte, die monatlich 6.000-20.000 Euro kassieren,
c) es gibt Firmeninhaber, die nicht arbeiten und von ihren Profiten leben,
d) es gibt Geschäftsführer, Manager, Politiker und Sparkassendirektoren die allein für ihre „Verwaltungstätigkeit“ und ihre „Vorträge“ monatlich bspw. 25.000 Euro einstreichen. Und das sind nur die kleinen Fische.

3. Kriminalität und Gewaltverbrechen gehören mittlerweile zum Alltag:
a) Drogendelikte, Raubüberfälle und Materialdiebstähle sind keine Seltenheit mehr,
b) Trickreiche Wirtschaftsverbrechen werden durchs Deals mit den Gerichten „beglichen“,
c) der Rechtsradikalismus hat sich weiter ausgebreitet (Morde und brutale Überfälle), durch Tricks und gegenseitige Schuldzuweisungen versucht der Staat, die Sache zu verharmlosen,
d) in Krankenhäusern wird oft sogar nur operiert, um damit „Kohle“ zu machen, in technische Geräte werden Chips eingebaut, die das Gerät nach einer gewissen Zeit unbrauchbar machen.

4. Die soziale Kälte hat weiter zugenommen
a) Jeder ist sich selbst der Nächste, es gibt keine Solidarität,
b) Mobbing in der Schule, in der Nachbarschaft und im Beruf sind gang und gäbe,
c) psychosomatische Erkrankungen sind zu einer Volkskrankheit geworden,
d) die zunehmende Rücksichtslosigkeit und der Egoismus im Straßenverkehr und im Umgang mit anderen ist nicht mehr zu übersehen.

5. Es wird überall gebaut, investiert und erweitert
a) Ob Großflughafen oder Bahnhofsneubau – Milliardensummen fließen aus öffentlichen in die privaten Taschen der Bauunternehmer, der Berater und ihrer Zuträger,
b) ohne Rücksicht auf die „klammen Kassen“ entstehen neue Museen, Schwimmbäder, Sportarenen und Kulturbauten – woher kommen die Millionen, und wer profitiert davon?
c) neue Einfamilienhäuser entstehen, alte Bauten werden kostspielig restauriert – wer sind die neuen Besitzer?

6. Die Gesellschaft krankt an zunehmender Überalterung
a) Die Geburtenrate sinkt, die Leute werden angeblich immer älter,
b) Die Pflegeheime sind voll – Altenpfleger wird zu einem „Zukunftsberuf“
c) Das Rentenalter wird erhöht, obwohl zunehmend junge Leute vorzeitig berufsunfähig sind,
d) Die Alterspyramide ist deformiert, eine Erholung ist nicht zu erwarten.

7. Die Dummheit und Unbildung der Bevölkerung nimmt rapide zu
a) die Manipulierung der Bevölkerung hat gigantische Ausmaße angenommen, die meisten Menschen laufen nur noch fremdgesteuert und sind nicht in der Lage, Ursachen und Zusammenhänge zu erkennen. Viele haben schon resigniert.
b) in den Schulen wird nicht mehr gelernt, sondern nur noch mit „Schulmodellen“ experimentiert. Das Durcheinander im Bildungssystem ist eine reine Katastrophe.
c) Es gibt kaum noch gute, inhaltsreiche Filme, Bücher oder Theateraufführungen – die Texte sind nur noch wertlose und inhaltsleere „Sprechblasen“,
d) die Beschäftigung mit den modernen Medien (TV, PC, Computerspiele, Handy, iPad) „frißt“ unnötig Lebenszeit und den Verstand.

8. Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist unvermindert hoch
a) Es fehlt permanent an Arbeitsplätzen, was zu extremer Mobilität (Pendler) führt,
b) die Anzahl der Fachkräfte ist begrenzt, man greift auf Billigarbeitskräfte und auf Fachpersonal aus dem Ausland zu, während gebildeter eigener Nachwuchs fehlt,
c) Arbeitsbeschaffungsmanahmen und Umschulungen sind ein reiner Schwindel, da sie keine Arbeitsplätze herbeischaffen und keine Perspektive bieten.
d) Die Androhung von Entlassungen führt zu Lohnverzicht und Teilarbeit usw.

War das schon alles?

Nein. Es gibt noch weit mehr solche Erscheinungen im heutigen Stadium des entwickelten, weltweit monopolisierten Kapitalismus, die auf seine Morbidität hinweisen, die in weiten Kreisen der Bevölkerung eine gewisse Endzeitstimmung erzeugen und Beweis sind für die Unfähigkeit dieses Gesellschaftssystems, die entstandenen Probleme in Griff zu bekommen. Freilich existiert diese Stimmung nicht bei denen, die bis jetzt in einigermaßen gesicherten Verhältnissen gelebt haben oder sich an Profiten bereicherten. Wer noch nicht hat und dazu imstande ist, der versucht sich jetzt zu raffen, was nicht niet- und nagelfest ist. Wälder werden ohne Rücksicht auf die Folgen abgeholzt und zu Geld gemacht, es wird geraubt, geplündert, geschachtert was das Zeug hält. Das ist nicht verwunderlich, denn:
„Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um.“ (Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort, 1859) [1]

Wird es eine Revolution geben???

Das ist im Moment wohl eher nicht zu erwarten. Wobei zu bemerken ist, daß diese angekündigten sozialen Revolutionen erst dann eintreten können, wenn folgendes zutrifft:
„1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; (…) Damit es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht, daß die ‘unteren Schichten’ in der alten Weise ‘nicht leben wollen’, es ist noch erforderlich, daß die ‘oberen Schichten’ in der alten Weise ‘nicht leben können’. 2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der ‘friedlichen’ Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die ‘oberen Schichten’ selbst zu selbständigem historischem Handeln gedrängt werden.“ (W.I.Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale, 1915) [2] Aber nicht jede revolutionäre Situation mündet in eine Revolution. Zu den objektiven Voraussetzungen, die nabhängig sind vom Willen einzelner Parteien und Klassen, muß diue subjektive Voraussetzung hinzukommen: die Fähigkeit der revolutionären Klasse zu revolutionären Massenaktionen, die die alte Regierung stürzen oder erschüttern. Diese Fähigkeit kann die Arbeiterklasse nur unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei erwerben. Bewußtheit und Organisiertheit der revolutionären Klasse sind von ausschlaggebender Bedeutung für die Durchführung einer Revolution. [3]
Capitalism isn't workingFazit: Gibt es nun also einen „Strukturwandel“ von der „Industriegesellschaft“ in die „Informationsgesellschaft“ oder die „Dienstleistungsgesellschaft“? Oder vielleicht gar in die Wegwerfgesellschaft? Nein, das ist Unsinn. Die technischen und technologischen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre haben den Kapitalismus in seinem Wesen nicht verändert. Die sozialökonomische Struktur ist geblieben. Der Kapitalismus erweist sich als ein Anachronismus. Das wirft natürlich eine Reihe weiterer Fragen auf:

1. Was genau ist eigentlich Kapitalismus?
2. Gibt es heute noch eine Arbeiterklasse?
3. Worin besteht eigentlich die Ausbeutung?
4. Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
5. Wir leben doch in einem demokratischen Land, oder?
6. Wer ist schuld an der Finanzkrise?
7. Wie kann man die Krise überwinden?
8. Warum ist der Sozialismus gescheitert?
9. Und wie ist die Perspektive?

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Und hier sind ein paar kurze Antworten:

1. Der Kapitalismus ist eine ökonomische Gesellschasftsformation, die auf dem kapitalistischen Privateigentum an Produktionsmitteln und auf der Ausbeutung der Lohnarbeiter beruht. Die bewegende Kraft der kapitalistischen Produktion ist das Streben nach höchstmöglichem Profit. Demzufolge ist das Mehrwertgesetz das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus. Der Grundwiderspruch des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatkapitalistischen Aneignung. Der daraus hervorgehende Konkurrenzkampf und die Anarchie der Peroduktion haben periodoische Wirtschaftskrisen zur Folge. Der Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat entsteht gesetzmäßig aus dem antagonistischen Widerspruch zwischen diesen beiden Grundklassen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. [4] Dieser Widerspruch ist nur lösbar durch die Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuterordnung.

2. Es gibt heute noch eine Arbeiterklasse, auch wenn sie nicht immer als solche zu erkennen ist. Es sind dies die lohnabhängigen Beschäftigten in allen Bereichen der Wirtschaft. Im Kapitalismus ist die Arbeiterklasse (auch: Proletariat) als ausgebeutete, politisch unterdrückte und ideologisch niedergehaltene Klasse ohne Eigentum an Produktionsmitteln gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Sie ist die revolutionärste Klasse, denn sie ist die am meisten ausgebeutete und unterdrückte Klasse.

3. Die Ausbeutung besteht darin, daß sich die Eigentümer der Produktionsmittel, die Kapitalisten, die unbezahlte Mehrarbeit der Lohnarbeiter aneignen. Das heißt, eine parasitäre Minderheit von Menschen lebt auf Kosten der Mehrheit.
(Siehe: Was ist eigentlich Ausbeutung?)

4. Die Arbeitslosigkeit (Erwerbslosigkeit) resultiert aus dem allgemeinen Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Die kapitalistische Rationalisierung und die schnelle Entwicklung der Produktivkräfte bewirkt eine Freisetzung der damit überflüssig gewordenen menschlichen Arbeitskraft. Es sind die Arbeiter, die für ihre Ware Arbeitskraft keinen Käufer mehr finden. (siehe auch: Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?)

5. Wir leben in einer bürgerlichen Demokratie, die gewisse Freiheiten erlaubt, die aber weit entfernt ist von einer wirklichen Herrschaft des Volkes. Sie ist begrenzt durch die Klasseninteressen der herrschenden Bourgeoisie, welche auch die Produktionsmittel besitzt. Die bürgerliche Demokratie hat daher einen scheindemokratischen Charakter.

6. Die Finanzkrise ist nicht allein die Folge der Habgier irgendwelcher Bankmanager oder das Resultat von Fehlspekulationen, sondern Ausdruck des Grundwiderspruchs des Kapitalismus in seinem letzten Stadium, dem Imperialismus. Die zyklischen Überproduktionskrisen des Kapitalismus sind gesetzmäßig und nicht zu vermeiden.

7. Die endgültige Überwindung wirtschaftlicher Krisen ist erst nach der Liquidierung des kapitalistischen Eigentums an Produktionsmitteln und der Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse möglich. Die planmäßige Entwicklung der Volkswirtschaft im Sozialismus (Planwirtschaft) kennt keine Wirtschaftskrisen.

8. Der Sozialismus ist nicht gescheitert. Er wurde zerschlagen.
(siehe auch: Der Sozialismus war und ist lebensfähig)

9. Die einzige realistische Perspektive besteht in der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft.
(siehe auch: Über Perspektiven im gesellschaftlichen Leben)

Quellen:
[1] Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort, 1859, MEW 13, S.9
[2] W.I.Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale, 1915 in: Werke, Bd.21, S.206/207.
[3] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1973, S.733.
[4] Meyers Lexikon A-Z, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1980, S.461.