Marxfälscher und andere Revisonisten unserer Zeit…

Nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in der DDR krochen nach dem berüchtigten XX.Parteitag der KPdSU, auf dem Chruschtschow mit seiner dubiosen, stalinfeindlichen Rede das Signal zur Demontage des Marxismus-Leninismus gab, zahlreiche Marx-Überwinder und Lenin-Widerleger aus ihren Löchern hervor und schrieben dicke, revisionistische Bücher, welche leider auch in der DDR weite Verbeitung fanden. Daß diese chamäleonhaften Gestalten sich oftmals sogar im direkten Widerspruch zu ihren eigenen Aussagen befanden, störte sie offenbar recht wenig.

Ein solcher Typ war beispielsweise das sowjetische Akademiemitglied P.N.Fedossejew. In der Zeitung „Iswestija“ (vom 17.Oktober 1952) schwärmte er noch von der „allseitigen und tiefgründigen Analyse schwierigster Probleme der politischen Ökonomie durch Stalin“ und schon 10 Jahre später las man von ihm in der Zeitschrift „Kommunist“ (Nr.3, S.15-47), die ihren Namen nicht mehr wert war: „Stalin begrenzte die Warenproduktion fehlerhaft auf die Sphäre der Waren des täglichen Bedarfs, indem er die Produktionsmittel davon ausnahm.“ oder 1952 in der „Iswestija“ (s.ebd.): „Es wurden 13 Bände der Werke Stalins herausgegeben, die einen unerschöpflichen Schatz marxistisch-leninistischer Gedanken darstellen. … Man kann keinen Zweig der Wissenschaft, Kultur und Kunst nennen, keinen Abschnitt an der ideologische Front, an dem unser großer Lenker und Lehrer Stalin nicht eine inspirierende und richtungweisende Rolle gespielt, und mit seinen genialen Ideen einen wertvollen Beitrag geleistet hätte.“ (das trieft förmlich vor untertänigster Huldigung…) und zehn Jahre später hieß es dann: „Stalin mißachtete völlig eines der grundlegenden Gesetze der Dialektik, das Gesetz der Negation der Negation, was eine falsche Behandlung der Frage zur Folge hatte, ob die Produktionsverhältnisse in der sozialistischen Gesellschaft dem Charakter der Produktivkräfte entsprechen.“ (ders. in der Zeitschrift „Kommunist“, ebd.)

Von ebendiesem (1967 mit dem Leninorden geschmückten) P.N.Fedossejew erschien 1973 im Akademie-Verlag, Berlin: Der Marxismus im 20. Jahrhundert – 533 Seiten und rd. 800g gedruckter Unrat. Etwas ähnliches in dieser Art kann man z.B. auch von solchen Autoren wie einem gewissen Brauseschlauch-Meißner lesen, der sich auf der Themen-Seite einer überregionalen, linken Tageszeitung ausgiebig darüber ausläßt (jW, 9.5.08), „ob in der Tat die hochentwickelten Produktivkräfte von den Produktionsverhältnissen gehemmt und gefesselt werden“ und ob man daher eine Überwindung der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse überhaupt „fordern“ (!) könne.

Das muß man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen! Diesen geistigen Unrat verbreitet ausgerechnet eine sich „marxistisch orientiert“ nennende Zeitung. Also: entweder Marx nicht gelesen, nicht verstanden, und – die Oktoberrevolution fand niemals statt, oder aber: Marx gefälscht! (Und darauf wird noch einzugehen sein!)

Kurzum: Daß in der DDR solchen ideologischen Scharlatanen auch nur eine Druckseite zur Verfügung gestellt wurde, zeugt vom Verfall des wissenschaftlichen Denkens auf dem Gebiete des Marxismus-Leninismus. Der Applaus der Bourgeoisie war denen jedenfalls sicher. Also da bleiben wir doch lieber gleich beim bewährten und angeblich so erfolgreichen Kapitalismus-Modell des „Wirtschaftswunders“…
Oder etwa nicht?

Quelle:
http://le-tireur-bis.ucoz.ru/publ/divenrsija_protiv_marksizma/divenrsija_protiv_marksizma_statja_3/5-1-0-16
(Übersetzung: P.Walther)

Siehe auch:
Ein Lump der sich mit linken Phrasen schmückt
Die Oppositionellen in der SED
Das Wesen des Revisionismus

Ist Rußland ein okkupiertes Land?

NATO-Truppenparade in Moskau:
NATO_ParadeWAR ES EINE OKKUPATION – ODER WAR ES EINE KONTERREVOLUTION?

von Ljubow Pribytkowa

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit ein Mitglied des Exekutivkomitees eines „Bürgerkongresses der UdSSR“ zu treffen. Eine solche Organisation gibt es tatsächlich in Rußland. Wir sprachen über eine Versammlung, welche am 30. Oktober 2011 stattfand. Dort hatte die Vorsitzende des Exekutivkomitees Tatjana Chabarowa einen Bericht erstattet. Sie ist eine ziemlich bekannte Person in der russischen kommunistischen Bewegung. Es lohnte sich nicht, die ideellen Positionen dieser wenig bekannten Organisation zu analysieren, wenn nicht ihre Verbreitung die Menschen von der Wahrheit wegführen würde und der Herausbildung des Klassenbewußtseins des russischen Proletariats großen Schaden zufügen würde.

Die Nostalgie der Intellektuellen

Im Jahre 1995, als Chabarowa den Kongreß der Bürger der UdSSR leitete, verkündete sie unter dem Beifall der Anwesenden eine Erklärung „Über den Status der UdSSR als zeitweilig okkupiertes Land“ und „Über die nichtzutreffenden Rechte des Privateigentums über das Volkseigentum der UdSSR“. Zu dieser Zeit war es noch schwierig, zu verstehen, was eigentlich in diesem Land vor sich ging – zu wild und zu unwirklich erschien das ganze Geschehen. Und die Ideen Chabarowas schienen nicht gerade einer vom Wahn nach Nostalgie befallenen Intellektuellen zu entstammen. Doch 15 Jahre später wurde vieles klarer.

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Lebt denn der alte Adolf noch…

Als ob wir das alles nicht schon gewußt hätten. Da schreibt ein Professor Arno Winkler in seinem Buch „Neofaschismus in der BRD“ (erschienen 1980 in der DDR):

„Die gefährlichen Umtriebe neofaschistischer Kräfte in der BRD haben in den letzten Jahren lawinenartig zugenommen. Die Weltöffentlichkeit wird durch immer neue Tatsachen alarmiert, die beweisen, daß sich die neofaschistischen Tendenzen im gesellschaftlichen Leben der BRD verstärken.
neonazis
Neofaschistische Organisationen und Gruppen schießen wie Pilze aus der Erde. Manche von ihnen stellen sich selbst als Nachfolger der Hitlerpartei dar und geben sich offen deren Namen, wie zum Beispiel die im Februar 1980 in Frankfurt am Main gegründete NSDAP. Andere Gruppierungen versuchen sich zwar verbal von den Greueltaten des Hitlerregimes zu distanzieren, propagieren jedoch gleichzeitig Forderungen, die denen der Altnazis sehr ähnlich sind. Im Jahre 1977 wurden in der BRD 610 neofaschistische Ausschreitungen registriert. Ein Jahr später waren es schon 992. Dazu gehören in immer größerer Zahl Sprengstoffanschläge, Banküberfälle, Morddrohungen gegen fortschrittliche Persönlichkeiten und andere Formen der Gewaltkriminalität. Wie die antifaschistische BRD-Zeitung »die tat« berichtete, verübte zum Beispiel eine neofaschistische Gruppe am 6. und 10.Januar 1979 terroristische Überfälle auf das demokratisch-antifaschistische Buchzentrum in Frankfurt am Main. (siehe: die tat, Frankf.a.M., 19.1.1979) Anderen Pressemeldungen aus der BRD zufolge wurden in Kiel, Hanau, Münster, Koblenz, Bonn und anderen Städten Waffenlager…“ usw. [1]

Оder auch die westdeutschen Autoren Pomorin und Junge schreiben in ihrem 1978 in Dortmund erschienenen Buch „Die Neonazis“:

„Bundesrepublik Deutschland, 22. Juli 1978. Hundert alte und junge Nazis veranstalten bei Hamburg eine ‚Hitler-Feier’. ‚Festredner’ ist der ehemalige Bundeswehr-Leutnant Michael Kühnen Chef der Terrorbande ‚Aktionsfront Nationaler Sozialisten’ Demokratische Journalisten drängen die Polizei zum Eingreifen Aber sechs Tage nach der blutigen Saalschlacht ist Kühnen wieder auf freiem Fuß… An Kiosken und Buchläden hängen Nachdrucke von Nazizeit Schriften, kriegsverherrlichende Landser-Hefte, als ‚Dokumentationen’ getarnte Lobgesänge auf die bestialische SS. Auf Flohmärkten werden faschistische Orden, Nazidolche, Hitler-Bücher gehandelt. Und rund 150 neonazistische Gruppen predigen Führerkult und Völkerhaß, überfallen Veranstaltungen fortschrittlicher Organisationen, rühren die Werbetrommel unter jungen Deutschen. Polizeipräsidenten und Staatsanwälte sehen zumeist tatenlos zu oder weg…
nazischriften
Woher kommen die neuen Nazis? Was wollen sie? Wer braucht sie? Unser Land ist schön und reich. Wir haben geschickte Arbeiter und kluge Wissenschaftler, eine hochentwickelte Industrie. Der Reichtum könnte allen nützen. Aber wir haben über 1 Million Arbeitslose, unter ihnen 350.000 Jugendliche. Sie kommen aus überfüllten Klassenzimmern und finden keine Lehrstelle. Sie sind Ausgestoßene, noch ehe ihr Leben richtig begonnen hat. Wo sollen sie hin mit ihren Sorgen? Wer gibt ihnen eine politische Heimat? Nicht nur die demokratischen Jugendverbände. Auch die Neonazis stehen bereit: mit verlogener Lagerfeuerromantik, perversem Führer- und Herdenkult, antidemokratischen Parolen. Sie fühlen sich wohl in diesem politischen Klima. Berufsverbote, Gesinnungsschnüffelei, Bespitzelungen von Schülern durch den sogenannten Verfassungsschutz, Verteufelung von Sozialisten als Terroristen – dies ist der Nährboden, auf dem die Neonazis gut gedeihen können Bundeswehreinheiten dürfen den Einsatz gegen streikende Arbeiter proben….“ usw. [2]

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Was ist bloß los in Deutschland? So „informieren“ uns die gleichgeschalteten Massenmedien der BRD über dergleichen Nebensächlichkeiten wie ein angebliches „Machtvakuum“ in Nordkorea, den Glassarg eines Kim Jong-Il, die erlaubte Fahrzeugbreite an Autobahnbaustellen oder die Farbe der Flügel des Münchner Weihnachtsengels. Müssen wir uns da noch wundern, wenn die Zeitungsleser und Rundfunkhörer „abschalten“ und von alledem nichts mehr wissen wollen. Sie sind überfüttert von derlei „Nachrichten“, von den überwiegend amerikanischen Songs im Radio, vom dümmlichen Gelächter der Moderatoren, von den überflüssigen „Talk“-Sendungen mit „Experten“ zweifelhafter Herkunft, und sie haben die Nase voll von Ratschlägen zur gesunden Lebensweise, zum Abnehmen, zum Sparen oder über die angeblich „richtigen“ Geldanlagen. Sie wollen ihre Ruhe haben, sie wollen nicht belästigt werden, sie gehen lieber zu Volksfesten, Konzerten, Events und zu Fußballspielen, anstatt nachzudenken über diese angeblich „beste aller möglichen Welten“…

Doch die warnenden Stimmen sind nicht weniger geworden. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…“, das sagte schon Bertolt Brecht. Man muß die Fragen immer wiederholen, auch wenn sie schon „wie Asche in unserem Mund“ sind. Man muß nach den Ursachen suchen, nach den Gesetzmäßigkeiten, die dieser Gesellschaft zugrunde liegen. Erst dann wird es möglich sein, über Lösungen nachzudenken. Und die liegen nun mal außerhalb des gegenwärtigen kapitalistischen Systems. Die einzige Alternative wird der Sozialismus sein. Doch der kommt nicht von allein, so wie ein warmer Regen auf die ausgedörrte Erde fällt…

Quellen:
[1] Arno Winkler, Neofaschismus in der BRD, Dietz Verlag, Berlin, 1980, S.5.
[2] Jürgen Pomorin/Reinhard Junge, Die Neonazis, Weltkreis-Verlag, Dortmund, 1978, S.7

Siehe auch:
Martin Biskupek, Schuldabschiebung, in: Ossietzky 25/2011

Um Antwort auf diese Fragen zu bekommen, sei hier auch das folgende Buch empfohlen:

Kurt Gossweiler, Kapital, Reichswehr und NSDAP, Zur Frühgeschichte des deutschen Faschismus 1919 bis 1924, PapyRossa Verlag, Köln 2012.
gossweiler_kapitalKurt Gossweiler untersucht die Entstehungs- und Entwicklungsbedingungen von Faschismus allgemein und im Besonderen von dessen deutscher Variante, die sich selbst als Nationalsozialismus bezeichnete, und zeigt, aus welchen politischen und ideologischen Wurzeln sie hervorging. Ausführlich setzt sich Gossweiler mit diversen Spielarten der Hitlerlegende auseinander. Er zeichnet ein realistisches Bild der Person Hitler, ihrer politischen Funktion und Wirkung. Damit hilft er, die Frage zu beantworten, wie es der Nazi-Bewegung und ihrem »Führer« wenige Jahre später gelingen konnte, zur Macht zu gelangen, danach Schritt für Schritt die Deutschen nahezu vollzählig hinter sich zu bringen und sie schließlich fast widerstandslos ins Verderben zu führen.
(aus dem Werbetext)

..als Nachtrag folgender Link zur Zeitung „junge Welt“:
http://www.jungewelt.de/2012/01-02/016.php

Schulbücher – in der BRD und in der DDR

5552.jpgDaß gerade Schulbücher immer ein ideologisches Werkzeug der jeweils herrschenden Klasse sind, ist allgemein bekannt. Und da gibt es eben – insbesondere was das politische Grundwissen anbelangt – zwischen Kapitalismus (BRD) und Sozialismus (DDR) große Unterschiede. Ohne Wissen sind die Arbeiter wehrlos; ein ungebildetes Volk läßt sich leichter regieren. Und so ist es nicht verwunderlich, daß auch die heutige Bourgeoisie als herrschende Klasse nichts mehr fürchtet, als ein gebildetes Volk. Denn ein Volk, das heute die Ursachen seiner Ausbeutung und Unterdrückung begreift, ist auch ein Volk, das sich zu wehren versteht. Was also kann durch das bürgerliche Bildungswesen anderes herauskommen, als ein ungebildetes Volk…

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So grausam war Ghadaffi

Hier sehen Sie einige Grausamkeiten des Ghaddafi-Regimes:
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Was der Diktator und Tyrann Gaddafi seinem Volk alles antat, wird jetzt täglich Stück für Stück bekannt. Hier eine Aufzählung seiner Grausamkeiten unter denen die Libyer 4 Jahrzehnte leiden mussten.

1. Es gab keine Stromrechnung in Libyen. Strom war kostenlos für alle Bürger.
2. Es gab keine Zinsen auf Kredite. Die staatlichen Banken vergaben Darlehen an alle Bürger zu null Prozent Zinsen per Gesetz.
3. Ein Heim/Zuhause zu haben galt als ein Menschenrecht in Libyen.
4. Alle Frischvermählten in Libyen erhielten 50.000 US-Dollar. Dieses Geld sollte den Menschen ermöglichen ihre erste Wohnung zu kaufen. Die Regierung wollte so zum Start einer Familie beitragen.
5. Bildung und medizinische Behandlungen waren frei in Libyen. Bevor Gaddafi an die Macht kam konnten nur 25 Prozent der Libyer lesen. Heute liegt die Zahl bei 83 Prozent.
6. Wollten Libyer in der Landwirtschaft Karriere machen, erhielten sie Ackerland, eine Bauernhaus, Geräte, Saatgut und Vieh als Schnellstart für ihre Farmen und das alles kostenlos.
7. Wenn Libyer keine Ausbildung oder medizinische Einrichtungen finden konnten die sie benötigten, hatten sie die Möglichkeit mit der Hilfe staatlicher Gelder ins Ausland zu gehen. Sie bekamen 2.300 USD im Monat für Unterkunft und Auto gezahlt.
8. Wenn ein Libyer ein Auto kaufte, subventionierte die Regierung 50 Prozent des Preises.
9. Der Preis für Benzin in Libyen betrug 0,14 $ (12 Rappen oder ca. 0,10 Euro) pro Liter.
10. Wenn ein Libyer keine Arbeit bekam nach dem Studium, zahlte der Staat das durchschnittliche Gehalt des Berufs in dem er eine Arbeit suchte, bis eine fachlich adäquate Beschäftigung gefunden wurde..
11. Libyen hat keine Auslandsschulden und ihre Reserven in Höhe von 150.000.000.000 $ haben die Okkupationsmächte unter sich aufgeteilt.
12. Ein Teil jeden libyschen Öl-Verkaufs wurde direkt auf die Konten aller libyschen Bürger gutgeschrieben.
13. Mütter die ein Kind gebaren erhielten 5.000 US-Dollar.
14. 25 Prozent der Libyer haben einen Hochschulabschluss.
15. Gaddafi startete Das „Great-Man-Made-River-Projekt“ (GMMRP oder GMMR, dt. Großer menschengemachter Fluss-Projekt) in Libyen Es ist das weltweit größte Trinkwasser-Pipeline-Projekt für eine bessere Wasserversorgung von Bevölkerung und Landwirtschaft.

Gott sei Dank haben NATO und Rebellen das libysche Volk davon befreit.

Siehe auch:
Eine Erklärung zu diesen erschreckenden Bildern finden Sie auf folgender Website:
Schweiz-Magazin, 27.10.2011, So grausam war Ghaddafi

http://www.schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/8852-grausam-war-Gaddafi.html
Vielen Dank an das Schweiz-Magazin!

Was ist in Libyen los!

Proteste auch in den USA

Während in den deutsche Massenmedien nach bewährtem Muster nunmehr auch der syrische Staatspräsident Assad (übrigens ein Augenarzt) als „Diktator“ und „Mörder“ beschimpft wird, und von Panzern, Scharfschützen und einem Blutbad in Syrien die Rede ist, werden die zunehmenden Proteste in den USA verharmlost und beschönigt. Die Berichte der deutschen Medien über das „bunte Völkchen“ der Protestierenden in New York sind einfach gelogen. Die Wahrheit über die Brutalität der Polizeieinsätze in den USA zeigen folgende Bilder – auch wenn hier noch keine Wasserwerfer oder Panzer zu sehen sind:

Aufklärung – unsere Hauptaufgabe!

Schon 1784 befaßte sich der Philosoph und Naturforscher Immanuel Kant (1724-1804) mit der Frage: „Was ist Aufklärung?“ [1] Er war der erste Hauptvertreter der klassischen deutschen Philosophie. In seinem vorwiegend idealistischen System sind aber auch materialistische Gedanken enthalten. Ungeachtet seiner idealistischen Weltanschauung gelangte Kant dabei zu Erkenntnissen, die man heute manch einem der jubelnden „Benedetto“-fans nur wünschen kann: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Gerade an diesem Mut scheint es denen ja zu mangeln… sie sind und bleiben mitunter zeitlebens unmündig. Sie sind manipuliert, sie agieren fremdgesteuert. Und man fragt sich: Ist das nun Feigheit oder ist es (Denk-)Faulheit? Denn es ist ja so bequem, unmündig zu sein: „Wie geht es Ihnen?“ – „Mein Arzt (der Herr Pfarrer, mein Chef etc.) ist zufrieden mit mir!“ …Sind wir nun wieder im Mittelalter angekommen???
KantAufklärung
Die Geschichte der Aufklärung ist lang. Man versteht darunter eine bestimmte historische Form der bürgerlichen Emanzipationsideologie und -literatur. Durch die Aufklärung wurde das metaphysisch-theologische Weltbild überwunden, das der Feudalordnung den „Heiligenschein göttlicher Weihe“ [2] verliehen hatte. In diesem Zusammenhang sei an einige Gedanken erinnert, die Klaus Hartmann, der Vorsitzende des Freidenkerverbandes kürzlich aussprach:

Über die Kosten des Papstbesuches
– 25 bis 30 Millionen Euro soll der Spaß laut Deutscher Bischofskonferenz kosten, allein der Altar im Olympiastadion kostete 400.000 Euro, und der bleibt ja für die folgenden Spiele nicht stehen. Die Kirche spricht zwar viel über ihre Beiträge, aber kein Wort erfährt man über die öffentliche Hand, die ja auch von Evangelen, Muslimen und Konfessionsfreien gefüttert wird.

Trennung von Kirche und Staat
– Wenn Staat und Kirche getrennt sind, hat ein Missionar im Parlament nichts verloren, außer auf der Besucherempore. … Entgegen der verfassungsmäßigen Neutralität des Staates in Religions- und Weltanschauungsfragen machten sie den Bundestag zum Gotteshaus. Kritiker an dieser Entscheidung wurden hysterisch niedergemacht. Das zeugt von Besessenheit der christlich-abendländischen Leitkultur-Kämpfer…

Das Geschäft mit der Volksverdummung
– Das hat nichts mit Religion zu tun, das gehört zum Geschäft der Mainstreammedien, zu ihrem Auftrag: Brot und Spiele, Zerstreuung und Ablenkung vom Wesentlichen. Die Menschen sollen permanent in Atem gehalten werden, nicht zu sich selbst kommen, nicht gegen ihre eigene bedrückende Situation aktiv werden, nicht deren Ursachen und Verursacher erkennen. Das ist ein Programm zur Volksverdummung. Permanent werden Events kreiert, Stars geboren, Idole zur Identifikation angeboten, man könnte sagen, jeden Tag wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Desinteresse der Menschen an religiösen Events
– Es ist ganz in unserem Sinne, wenn über 80 Prozent der Bevölkerung ihr Desinteresse bekunden, und die Vermarktung zum Megaevent eines Popstars durch die Massenmedien wird der Kirche kaum neue Schafe in die Arme treiben. … Die menschenfeindlichen Positionen der Papstkirche bringen bemerkenswert viele Menschen in Bewegung.

Der Mensch kann die Welt erkennen und verändern!
– Freidenker sind eine Weltanschauungsgemeinschaft, sie vertreten eine nichtreligiöse, also eine philosophische Weltanschauung. Ihre Grundlagen sind philosophischer Materialismus, Dialektik und eine darauf gegründete Geschichtsauffassung. Das bedeutet, der Mensch kann die Welt erkennen und verändern.

Der Gehirnwäsche widerstehen!
– Wir … propagieren eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Kriege. Um dafür Menschen in Bewegung zu bringen, müssen sie der Gehirnwäsche widerstehen, mit dem eigenen Kopf denken, und deshalb betrachten wir Aufklärung als unsere Hauptaufgabe.

Kriege zur Neuaufteilung der Welt
– Die aktuelle Wirtschaftskrise wirft ein grelles Licht auf die Gefahren der heutigen Weltsituation. Krisen wurden bisher immer durch Vernichtung von Überkapazitäten »gelöst«: von Produktionsmitteln und Menschen. Seit der Niederlage des Sozialismus in Europa sind neokolonialistische Kriege wieder an der Tagesordnung, das Völkerrecht wird aus den Angeln gehoben, die Schlacht um die erneute Neuaufteilung der Welt ist in vollem Gange.

Wir klagen an…
– Wir kämpfen nicht gegen die Religion oder die Gläubigen. Wir klagen die kriminellen Machenschaften des Vatikans an, von der Hexenverbrennung bis zur Geldwäsche der Vatikanbank heute. Wir klagen Ratzinger an, wenn er der islamophoben Propaganda der neokolonialistischen Kreuzzügler seinen »theologischen« Segen spendet. Oder seine Militärbischöfe die Moral der Truppe beim Totschießen von Afghanen aufrüsten. Wenn Ratzinger beim Kroatien-Besuch im Juni 2011 am Grab von Erzbischof Stepinac den Schutzheiligen der Ustascha-Faschisten zum »christlichen Humanisten« ausruft. In diesem Sinne bleibt unsere Religionskritik immer Gesellschaftskritik. Wir kämpfen gemeinsam mit Gläubigen gegen den Krieg, aber uns verbindet nichts mit den »atheistischen« Kriegstreibern des »Menschenrechts«-Imperialismus gegen Jugoslawien bis Libyen. [3]

Quellen:
[1] Immanuel Kant, Ausgew. Kleine Schriften, Verlag von Felix Meiner in Leipzig, 1949, S.1,
oder: Texte – Uni Potsdam
[2] Marx/Engels, Dietz Verlag Berlin, Werke Bd.19, S.533
[3] „junge Welt“, 23.09.2011 / Schwerpunkt / Seite 3, »Permanent werden Events kreiert«

Der pompöse Auftritt eines Demagogen

In Erfurt und Freiburg wird ihm ein großer Empfang zuteil, dem obersten katholischen Demagogen, dem „Stellvertreter Gottes auf Erden“…
Heiligkeit
„Es ist bezeichnend, daß sowohl der Nationalsozialismus wie der Marximus im Grunde den Staat und das Recht verneinten…“ (J.Ratzinger)

Jaja – es ist schon bezeichnend, und es hat etwas Demagogisches, wenn ausgerechnet die katholische Kirche, die von Anbeginn den faschistischen Staat der Nazis unterstützte, ihren obersten Vertreter hier sagen läßt, der „Nationalsozialismus“ (und der „Marxismus“!) habe den Staat und das Recht verneint. Dabei wissen wir doch: Der Staat ist das Machtinstrument der herrschenden Klasse, und mit der herrschenden Klasse, mit dem Staat der Ausbeuter und Unterdrücker hat sich die katholische Kirche schon immer gut arrangiert…
Katholiken1935
Die Bischöfe Bornwasser und Sebastian mit Gauleiter Bürckel,
Reichsinnenminister Frick und Goebbels (1935)

Als 1963 der Dramatiker Rolf Hochhuth mit seinem Stück „Der Stellvertreter“ an die Öffentlichkeit trat und die zwielichtige Rolle des päpstlichen Nuntius im faschistischen Berlin von 1942 unter die Lupe nahm, ging ein Aufschrei durch die klerikal-faschistische westdeutsche Welt. (Es ist empfehlenswert, dieses Stück wieder einmal zu lesen!) Auch Papst Pius XII. und sein Gefolge hatten von der Ermordung der Juden in Nazi-Deutschland gewußt. Und sie hatten geschwiegen! Nur der Herr Ratzinger hat von alledem nichts gewußt… RATZE GO HOME !!!

Inson (Besucher) ergänzte dazu:
Im KZ Jasenovac schlachteten die „Ustascha“, die kroatischen Klerikalfaschisten,in der Zeit von 1941 bis 1944 ca. 200.000 Serben, Juden und Sinti und Roma ab. Zeitweise stand das KZ unter dem Kommando von Franziskaner-Pater Filipovic in dessen „Amtszeit“ wurden dort 40.000 Menschen getötet. Der Kopflanger dieser Mörder, der kroatische Erzbischof Stepinac, organisierte mit dem Geld der Ustascha die sogenannte „Rattenlinie“. Mit Hilfe des Vatikan konnten viele dieser Klerikalfaschisten fliehen.
Papst Johannes Paul II sprach diesen Erzbischof seelig und der Vatikan zahlte das Geld, 200 Millionen Dollar mit Zinsen, 1990 an das „neuentstandene“ Kroatien zurück.

Vielen Dank!

Siehe auch:
Gegeninformationsbüro
Kirche im Faschismus
Der politische Klerikalfaschismus
Die Verbrechen der Kirche

Mit der Analyse der engen Beziehungen zwischen dem Vatikan und den faschistischen Regimes dieses Jahrhunderts blättert Karlheinz Deschner ein düsteres Kapitel der Kirchengeschichte auf. Anhand reichhaltigen Materials legt der renommierte Kirchenkritiker dar, daß die katholische Kirche schon frühzeitig die faschistischen Bewegungen in Europa
unterstützte. Ob es sich um den Abschluß der Lateranverträge im Jahr 1929, die Unterstützung Francos im Spanischen Bürgerkrieg, die Anerkennung des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland durch das Konkordat von 1933 oder die Unterstützung der faschistischen Ustascha in Kroatien handelt: In allen Fällen erwies sich die übertriebene Angst der Kirche vor dem Kommunismus und ihre Idee eines universellen Katholikentums stärker als alle christlichen Lehren von Frieden und Nächstenliebe.

Die Fälscher im russischen Staatsarchiv

Vor etwas mehr als einem Jahr deckte der Jurist und Dumaabgeordnete Prof. W.I.Iljuchin die großangelegten Fälschungen im russischen Staatsarchiv auf. Diese Fälschungen bezogen sich vor allem auf die Goebbelsschen Lügen um die „Katyner Sache“, die angeblich von Stalin angewiesene und vom sowjetischen Geheimdienst NKWD durchgeführten Ermordungen polnischer Offiziere im Wald von Katyn. Prof. Iljuchin konnte an Hand von Dokumenten, Stempeln und Fälscherwerkzeug beweisen, daß diese Fälschungen unter dem damaligen Präsidenten Jelzin geschahen. Als Iljuchin sich dann mit den Aktivitäten Putins im Zusammenhang mit der Vernichtung der Sowjetarmee befaßte und ein offizielles Tribunal forderte, kam seine Tochter unter mysteriösen Umständen bei einem Verkehrsunfall ums Leben, und am 19. März 2011 starb dann „plötzlich und unerwartet“ Iljuchin selbst an Herzversagen. (Man kann auch sagen: Er wurde heimtückisch ermordet!)

Eine erste Erklärung Prof.Wiktor Iljuchins zu den Fälschungen im Kreml im Mai 2010
„Plumpe Fälschungen geheimer Dokumente im russischen Staatsarchiv“ (russ.):Danach fand eine offizielle Pressekonferenz zur „Katyner Sache“ statt. Hier noch einmal der Bericht von dieser Pressekonferenz :

Am 18. Juni 2010 fand in der Staatsduma der Russischen Föderation eine Pressekonferenz mit dem Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der KPRF S.N. Reschulskij und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees der Staatsduma für Gesetzgebung und staatlichen Bau W.I. Iljuchin statt.

Wir erinnern daran, daß Wiktor Iljuchin die Arbeitsgruppe der Fraktion der KPRF zur Untersuchung der Umstände sogenannten „Katyner Sache“ in der Staatsduma leitet. Zu dieser Kommission gehören unabhängige Forscher, Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft. Die Kommission hat eine umfangreiche Arbeit geleistet, deren vorläufige Ergebnisse am 19. April an dem von der Fraktion der KPRF organisierten „Runden Tisch“ in der Staatsduma vorgestellt wurde. Im Ergebnis der Untersuchungen wurde der Dokumentarfilm „Das Polnische Kreuz Rußlands“ produziert, den man auf der Website der KPRF anschauen kann. Wie Sergej Nikolajewitsch Reschulskij darlegte, streben die Abgeordneten eine erneute parlamentarische Untersuchung zu den jetzt vorliegenden Tatsachen an. Die Teilnehmer des „Runden Tisches“ kamen zu dem Schluß, daß die früher von der russischen Staatsanwaltschaft geleitete Untersuchung der „Katyner Sache“ voreingenommen war, und die Schlußfolgerungen der Generalstaatsanwaltschaft folglich nicht den Tatsachen entsprechen. W.I. Iljuchin äußerte sich empört über die „unverschämte“ antirussische Version, welche seinerzeit von dem nicht unbekannten Goebbels eingeführt worden war, daß angeblich sowjetische Tschekisten die polnischen Kriegsgefangenen erschossen haben sollen, und nicht die deutschen Faschisten.

Wo sind die übrigen Leichen?
Die Expertise bewies (und diese Tatsache verneint auch die polnische Seite nicht), daß die polnischen Kriegsgefangenen mit deutschen Waffen und deutschen Geschossen erschossen wurden. Die Hände der Gefallenen waren nicht Hanfschur gefesselt, wie das zu jener Zeit in der UdSSR üblich war, sondern mit Papierschnur, die in Deutschland hergestellt wurde. Die Leichen trugen warme Kleidung, obwohl nach der Version Goebbels und der modernen Sowjetfeinde, die Mitarbeiter des NKWD die Erschießung angeblich im Mai 1940 vornahmen. Deshalb ist unsere Version wahrscheinlicher, daß die Deutschen die Erschießungen im Spätherbst 1941 durchführten. Der Ort der Erschießung in der Nähe einer Autostraße und eines Pionierlagers ist deshalb zweifelhaft, daß im friedlichen Jahr 1940 dort begonnen werden sollte, Massenerschießungen zu veranstalten. Zu verschiedener Zeit wurden aus den Gräbern etwa 6.000 Leichen exhumiert, doch die polnische Seite hält uns für schuldig am Tod von 21.700 Personen. Doch wo sind die übrigen Leichen?

Eine zweifelhafte „Notiz Berijas“
Die Antisowjetisten verweisen auf eine Notiz Berijas Politbüro des ZK der Allunions-KP(b), wo er vorschlägt, die obengenannte Anzahl polnischer Kriegsgefangener zu erschießen. Aber Schriftexpertise hat ergeben, daß diese Notiz aus irgendeinem Grunde auf verschiedenen Schreibmaschinen hergestellt wurde, und daß zu jener Zeit diese Schriftführung nicht zugelassen war. Auf dem Beschluß des Politbüros gibt es weder eine Unterschrift noch ein Siegel. Noch etwas, aus irgendeinem Grunde befindet sich auf dem Auszug aus dem Beschluß das Siegel der KPdSU (das Staatsarchiv machte dieses Dokument vor kurzem nach einem Hinweis D. Medwedjews bekannt).

Die Siedlung der Fälscher
Nach Aussagen W.I. Iljuchins gibt es einen Zeugen, der behauptet, daß Anfang der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts im Apparat B. Jelzins eine spezielle Gruppe geschaffen wurde, die sich mit der massenhaften Fälschung von Dokumenten beschäftigte und sich in den ehemaligen Wochenendhäusern der KPdSU in der Siedlung Nagornyj aufhielt. Daß es diese Gruppe möglicherweise noch heute gibt, schloß der kommunistische Abgeordnete nicht aus.

Das gefälschte Lenin-Testament
„In 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts erinnerte das Staatsarchiv an einen großen Flohmarkt“, sagte W.I. Iljuchin. Insbesondere wurde bekannt, daß im Gefolge von Jelzin von dem antisowjetischen Wendehals D. Wolkogonow aus dem Geheimen Staatsarchiv Hunderte von Dokumenten in die Kongreßbibliothek der USA entführt wurden. Schon jetzt ist bewiesen, daß die Belege, nach denen J.W. Stalin angeblich ein Agent der zaristischen Ochrana gewesen sei, das sogenannte Testament W.I. Lenins sowie die Dokumente, die mit dem Verzicht Nikolais II. verbunden sind, in dieser Zeit gefälscht wurden. W.Iljuchin stellte die rhetorische Frage: „Wem kann man in unseren Archiven noch glauben?“ und zog daraus die Schlußfolgerung, daß man auf staatlicher Ebene eine Untersuchung dieser Tatsachen im Rahmen eines Straftatbestandes einleiten muß, wobei alle Materialien dem Gericht zu übergeben seien, das dann einen endgültigen Beschluß zu fassen habe.

Iljuchin: „Wir fürchten um sein Leben…”
Die auf der Pressekonferenz anwesenden Vertreter der polnischen Massenmedien und der antisowjetischen russischen Organisation „Memorial” gerieten darüber buchstäblich aus dem Häuschen. Sie versuchten erfolglos, den Kommunisten mit ihren Fragen in die Sackgasse zu führen, was ihnen jedoch nicht gelang. Am meisten interessierten sich die Antisowjetisten dafür, warum auf der Pressekonferenzen nicht der Zeuge vorgestellt wurde, welcher über die geheime Gruppe in der Siedlung Nagornyj berichtet hatte. „Wir fürchten für sein Leben“, antwortete W.I. Iljuchin. „Der Zeuge wird der Untersuchung vorgestellt, sobald sie auf staatlicher Ebene durchgeführt wird.“ Wiktor Iljuchin sagte auch, daß auf die Teilnehmer seiner unabhängigen Kommission Druck ausgeübt werde und ihnen offiziell vorgeschlagen worden sei, sich von diesen oder jenen Anträgen loszusagen. Was die Position der russischen Staatsmacht betrifft, eine Schuld der ehemaligen sowjetischen Führung für die Erschießung der polnischen Kriegsgefangenen anzuerkennen, nannte Wiktor Iljuchin sie „unpatriotisch“, weil sie mit den Interessen des Landes zuwiderlaufe.
„Das polnische Volk ist ein stolzes Volk, das niemals vor jemandem etwas zu bereuen hat,“ sagte W.I. Iljuchin. „Doch es sollte die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts in polnischer Gefangenschaft umgekommenen Rotarmisten eingestehen. Nach unseren Einschätzungen kamen damals etwa 120.000 Rotarmisten in polnische Gefangenschaft, von denen etwa 80.000 – 85.000 gefoltert wurden und starben.“
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Nach der Pressekonferenz wurden den Journalisten die gefälschten Abdrücke, die Blanko-Formulare aus den 30er-40er Jahren, sowie die echten Petschaften und Stempel, die für die Herstellung der Fälschungen verwendet wurden, zur Begutachtung vorgestellt. Dies alles hatte der betreffende Zeuge aus der Siedlung Nagornyj, welcher unerkannt zu bleiben wünschte, der unabhängigen Kommission zur Verfügung gestellt. Er übergab einen ganzen Band hergestellter falscher Dokumente, darunter der Dokumente über eine angebliche Zusammenarbeit des NKWD mit der Gestapo. Wie die Expertise belegte, steht auf der Unterschrift Müllers ein gefälschter Stempel, und die Unterschrift Berijas ist gefälscht.

Leider haben die offiziellen Massenmedien, in erster Linie die großen Fernsehanstalten, die Taktik des Verschweigens der Ergebnisse der Untersuchung, die von der unabhängigen Kommission unter Leitung W.I. Iljuchin geleitet wurde, fortgesetzt, obwohl es unumstößlich ist, daß die von ihr bekannt gemachte Information sensationell ist. Leider sind das die Spielregeln, nach denen die sogenannte „unabhängige bürgerliche Presse“ verfährt.

Text: Alexej Bragin (KPRF)
Fotos: Igor Kosakow
Quelle: kommunisten-online / kprf.ru

Originaltext und Fotos:
На документы ВКП(б) не ставили печати КПСС. С.Н. Решульский и В.И. Илюхин приперли к стенке антисоветчиков-фальсификаторов

Siehe auch:
Am 19. März 2011 wurde Prof.Iljuchin ermordet.
Der lange Schatten des Joseph Goebbels
Elena Prudnikowa: Die Story der Fälscher

Und hier ist das Video von der Pressekonferenz am 28. April 2010:
http://krasnoe.tv/node/4863
http://rutube.ru/tracks/3199573.html

„Denk ich an Deutschland in der Nacht…“ (H.Heine)

cassandraDie paar Herren und ihre vielen Diener in Deutschland

VOM ARBEITER ZUM ARBEITSUNTERTAN

von Kassandra

Alltägliches wollen zwar viele Menschen gar nicht mehr diskutieren, weil ihr Arbeits- oder Arbeitslosenalltag einfach zu grau und öde ist, um nicht lieber am Feierabend vor die Glotze und die dort präsentierten seichten Seifenopern mit all den heilen bürgerlichen Scheinwelten zu flüchten, wo es bestenfalls um ein paar zwischenmenschliche Intrigen geht, nicht aber um Klassenkampf und Realitäten der imperialistischen Raubkriege. Viele Leute lenken sich auch gerne mit Kriminalfilmen von der kriminellen Wirklichkeit ihres Arbeits- oder Arbeitslosenschicksals ab. Bei vielen Rentnern, zumal wenn deren Bewegungsfähigkeiten eingeschränkt sind, laufen die Glotzen gleich 24 Stunden rund um die Uhr und wirken als Dauer-Droge der Verblödung bis in den Tod.

VOR 100 JAHREN WAR DER ARBEITER-ALLTAG GANZ ANDERS

Im Jahr 1911 war der Arbeitsalltag sicherlich mindestens genauso grau wie heute, wenn nicht noch grauer. Die Menschen kannten damals weder Fernsehen noch Radio, weder mobiles Telefonieren noch Internet. Die Kommunikation lief also ausschließlich über Gespräche, gedruckte Medien wie Bücher und Zeitungen und Flugblätter, regional und interkontinental per Postbrief und in dringenden Fällen per Telegramm. Es gab bereits ein Eisenbahnnetz in Mitteleuropa, wobei sich Arbeiter mit ihrem Lohn nicht unbedingt die Bahnfahrten leisten konnten. Die Bauern benutzten noch weitgehend Pferdegespanne, und in der Landwirtschaft der Junker und adligen Großgrundbesitzer herrschten vielerorts noch Elemente von feudaler Leibeigenschaft. Es gab jedoch eine sich rasant entwickelnde Schwerindustrie, die für den zivilen Bereich (Maschinenbau) und für den militärischen Bereich (Waffen und Munition) produzierte. Das sich Ende des 19. Jahrhunderts aus der Verschmelzung von Bank- und Industriekapital bildende Finanzkapital war weitestgehend national organisiert. Die imperialistischen Kolonialmächte England, Frankreich, Niederlande, Belgien, Italien, Türkei (Osmanisches Reich) und USA hatten Afrika und große Teile Asiens sowie Teile Lateinamerikas ihrer direkten Herrschaft unterworfen und metzelten in ihren Kolonien jeden Widerstand mit den brutalsten und unmenschlichsten Methoden jener Zeit nieder. In den bürgerlichen Schulen jener Zeit im deutschen Kaiserreich wurde dem Volk vermittelt, dass harte und eiserne Disziplin sowie bedingungsloser Befehlsgehorsam, Gottesfurcht und Untertanengeist die grundlegenden Tugenden und Charaktereigenschaften des Bürgers und Untertanen aus dem Volke zu sein haben.

Neben den Schulen, Kasernenhöfen, Kirchen, Fabriken, Landgütern und Gefängnissen gab es jedoch auch Arbeiterbildungsvereine, Arbeiterturnvereine, Arbeiterzeitungen, Gewerkschaften und die SPD als Arbeiterpartei. Vor allem nach Erhalt der Lohntüten trafen sich die Arbeiter fröhlich in den Wirtshäusern, um sich den Dreck in den Lungen so gut wie möglich runterzuspülen und gesellig Alltägliches zu diskutieren. Die Arbeiterjugend hatte ebenfalls ihre ersten Organisationen, aber kaum Geld für etwas Freizeitspaß. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, hieß es überall. Und so gab es für die Arbeitertöchter vor allem Kirche, Küche und Kinderhüten neben Wäschewaschen in geselligen Waschküchen, Hausputz und Nähen. Die Arbeitersöhne hingegen mu+ten sich nach der Schule erst noch im Militärdienst drillen lassen, um anschließend zumeist wie ihre Väter in der Großindustrie zu schuften.

VOR 50 JAHREN WAR DER ARBEITERALLTAG NOCH NICHT WIE HEUTE

Im Jahr 1960 war der Arbeiteralltag sicherlich mindestens so grau wie heute, wenn nicht noch grauer. Jedoch gab es bereits Fernsehen und Radio sowie Telefon. Dies war für Arbeiter ein großer Anreiz beim Schuften, denn das Häuschen wollte abbezahlt werden, und außer dem Radio wollten die Arbeiterfamilien auch gerne Fernsehen und Telefon genießen können. Viele Arbeiter nutzten damals die verbreiteten Fahrräder oder Motorräder, um zur Arbeit zu kommen. Auch gab es mit U-Bahnen, S-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen bereits die auch heute üblichen Nahverkehrssysteme zur Massenbeförderung insbesondere in der Berufsverkehrszeit.

Das Radio war einst als „Volksempfänger“ bzw. „Goebbelsschnauze“ ganz bewußt dem deutschen Volk von den Hitlerfaschisten verordnet worden, damit die herrschende faschistische Ideologie voller Nationalismus, Chauvinismus, Rassismus und Militarismus als tödliches Gift gegen das revolutionäre proletarische Bewusstsein der Arbeiterklasse möglichst verheerend wirken konnte. 1960 war die KPD bereits verboten und wurde mit aller Härte in der Illegalität verfolgt, während das Großkapital vor allem den Konsumwahnsinn und angesichts des „Ostblocks“ den Antikommunismus massiv propagierte. In Radio, Fernsehen und den Erzeugnissen der Konzernmedien wurden ausschließlich reaktionäre und antikommunistische Inhalte sowie viel Ablenkung von jeglicher Form des Klassenkampfes dem Volk staatlich und privatkapitalistisch verordnet, die Fernsehprogramme bestanden damals wie heute aus bunten Scheinwelten des Show-Business, Heimatfilmen und Seifenopern oder stramm antikommunistisch ausgerichteten politischen Magazinen. Dies alles natürlich garniert mit ein paar spannenden Hörfunk- und Fernseh-Krimis, Abenteuerfilmen und Kinderprogrammen. So wurden schon die Kinder ganz systematisch an die Glotzen gewöhnt und setzte der Trend zu Stubenhockern bei ihnen damals ein.

Angesichts der Gefahr einer zu großen Attraktivität der sozialistischen Gesellschaft nebenan in der DDR, wo es weder Arbeitslose noch Obdachlose, weder Privatschlösser noch „Gastarbeiter“ gab, sah sich das Großkapital bemüßigt, mit den Gewerkschaftsbonzen Tarifabschlüsse auszuhandeln, die ihren Namen nicht nur anscheinend wert waren, sondern tatsächlich den Arbeiterfamilien einen gewissen Wohlstand zugestanden. Viele hart schuftende Facharbeiter in den Bergwerken, Stahlwerken, Autobaukonzernen, Chemiefabriken und Maschinenbaufirmen konnten sich nicht mehr nur ein Motorrad leisten, sondern sparten für die Anschaffung des eigenen Autos. Dabei taten die Herrschenden und Medienkonzerne alles, um der Arbeiterklasse das Klassenbewußtsein zu zersetzen. Dem Volk wurde emsig die „Wohlstandsgesellschaft“ gepredigt, da es sich ja in der „ersten Welt“ viel besser lebte als in der „Dritten Welt“. Dort in der „Dritten Welt“ hatten sich zwar fast alle Kolonien in harten Kämpfen national befreit, aber der Vietnamkrieg gegen die französische Kolonialmacht weitete sich damals zum Indochinakrieg aus. Und auch in Nordafrika und im Kongo war das Ringen der kolonial unterjochten Völker um zumindest nationale Befreiung längst beendet.

1960 waren die USA, Großbritannien und Frankreich bereits Atommächte. Die NATO bildete das imperialistische Bündnis aggressiver „westlicher“ Mächte unter Führung der USA gegen die UDSSR und die sozialistischen Länder, welche sich ihrerseits im Warschauer Vertrag zur notfalls auch militärischen Verteidigung ihrer Souveränität zusammengeschlossen hatten. Mit dem revolutionären Kuba erhielt der Sozialismus auch auf dem amerikanischen Kontinent einen ersten Vorposten.

Die Arbeiterkultur in den imperialistischen Ländern wurde stark unterdrückt. Vor Ort gab es zuweilen Arbeiter- und Gewerkschafterchöre, Betriebszeitungen von mehrheitlich opportunistischen aber immer wieder auch klassenkämpferischen Betriebsräten, mit der ganzen Schlagkraft der bürgerlichen Klassenjustiz bekämpfte kommunistische Zellen in der Illegalität. Jedoch gelang dem Finanzkapital, die Arbeiterklasse zunehmend mit opportunistischem kleinbürgerlichem Einfluß vor allem der Konsumideologie zu unterwandern. Mit einer bürgerlich-reaktionären antikommunistischen Ordnung, die ihnen anscheinend auf Dauer zumindest zunehmenden Wohlstand zugestand, konnten sich große Teile der Arbeiterklasse und des Volkes in Deutschland sehr wohl zeitweilig identifizieren und arrangieren. Und so erlagen sie der Täuschung durch den Klassengegner.

Zwar gab es in den Großbetrieben und zuweilen auch branchenweit immer mal gewerkschaftliche Streiks zur Durchsetzung geforderter Lohnerhöhungen, aber diese Streiks konnten sich nie zu politischen Streiks gegen die Allmacht des Finanzkapitals ausweiten. Die Arbeiterklasse war weitgehend führungslos. Die Unterdrückung der Kommunisten mit den Mitteln der Klassenjustiz konnte den Einfluß der Kommunisten innerhalb der Arbeiterbewegung und auf die Arbeiterbewegung zeitweilig wesentlich zurückdrängen. Von einem revolutionären Bewußtsein des deutschen Proletariats konnte von 1960 bis heute nicht mal gesprochen werden.

DIE MANIPULIERTEN ARBEITSUNTERTANEN HEUTE

Wann gab es die letzten wirklich großen Klassenkämpfe des deutschen Proletariats? Unstrittig gab es solche Klassenkämpfe in den 1920er Jahren und bis zur Errichtung der hitlerfaschistischen Diktatur in Deutschland. Der Faschismus hinterließ 1945 nicht nur die materiellen Trümmerhaufen des von ihm angezettelten 2. Weltkriegs, sondern auch einen ideologischen Trümmerhaufen namens deutsches Volk.

Dieses deutsche Volk mußte von außen her durch ausländische Armeen der Anti-Hitler-Koalition befreit werden, weil es zu seiner Selbstbefreiung nicht imstande war. Getreu preußischer Knechts- und Untertanenmentalität und des preußischen Kadavergehorsams hatte sich das deutsche Volk sehr mehrheitlich letztlich als Landsknechte und Lakaien des Faschismus recht willfährig mißbrauchen lassen.

An diese von den konkreten Klassengesellschaften in Deutschland in Jahrhunderten geformten „Tugenden“ und Charaktereigenschaften knüpfte der Imperialismus in den letzten Jahrzehnten geschickt an. Einige wenige von etlichen Arbeitern, die mit den Wölfen des kapitalistischen Managements laut heulten, wurden dafür durchaus vorzeigbar belohnt. Und damit wurden ansehnliche Teile der Arbeiterklasse korrumpiert und zeitweilig für den Imperialismus vereinnahmt.

Große Teile des heutigen Proletariats in Deutschland haben den Klassenkampf verlernt und verfügen nicht mal mehr über sonderliche Streikerfahrung. Viele Arbeiter in Deutschland wähnen sich immer noch in einer Gesellschaft mit reichlich Überfluss an Reichtum, in der doch jedermann mit etwas Pfiffigkeit gut leben können müßte. Sie identifizieren sich somit mit dem herrschenden reaktionären bürgerlichen System des Imperialismus, sehen über die imperialistischen Raubkriege im anerzogenen und staatlich verordneten Eigennutz hinweg und meinen, dieses imperialistische Deutschland gegen jede Gefährdung verteidigen und schützen zu müssen.

Mittlerweile verfügen viele Arbeiter und auch Arbeitslose nicht nur über Fernseher und Fahrzeuge, sondern auch über Handys und Internet. Vor 50 Jahren konnte kein Chef mal eben seine Arbeiter anrufen, damit sie noch mal in die Firma kommen oder am nächsten Tag eher erscheinen oder aus dem Urlaub zurückkommen, weil sie „gebraucht werden“.

Viele Arbeiter heute geben jedem danach fragenden Chef mal eben bereitwillig ihre Handynummer, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, daß sie ihre Arbeitskraft rund um die Uhr und möglichst auch noch im Urlaub und an den Wochenenden für die Bosse verfügbar bereithalten. Sie machen sich zu Arbeitsuntertanen.

Die Arbeitsuntertanen von heute arbeiten auch lieber mal unbezahlt länger, nur um dabei wenigstens die Hoffnung zu haben, ihren Arbeitsplatz noch ein wenig für sich erhalten zu können. Denn sie sind ja nun mal „Arbeitnehmer“, die sich da was nehmen bzw. denen gegeben wird von den „Arbeitgebern“ und deren Bluthunden in Gestalt der Bosse, des Managements. Und selbst wenn fast alle Arbeitsuntertanen die Bosse innigste hassen, so gibt es doch recht viele Arbeitsuntertanen, die es mal so und mal andersrum sehen, so daß sie am nächsten Tag auch wieder die Bosse verstehen, die ja so sein müssen, wie sie sind … kraft Naturgewalt?

Und verfügt dieses Management, daß wegen „schlechter Wirtschaftslage“ Weihnachts- und Urlaubsgeld gekürzt oder ganz gestrichen werden müssen, dann nehmen etliche Arbeitsuntertanen dies zähneknirschend hin. Schon weil sie sich erpreßt fühlen, daß die Bosse sonst die Arbeitsplätze in Billiglohnländer verlagern könnten. Was die Bosse natürlich sowieso tun, sofern es sich rechnet und die dadurch erhofften Profite für realistisch machbar von den Bossen eingeschätzt werden.

Aber dieses „Prinzip Hoffnung“ scheint dem deutschen Volk schon genetisch eigen geworden zu sein. Mit Hurra-Gebrüll zogen nicht selten übelst manipulierte deutsche Arbeitersöhne in den 1. Weltkrieg, um für Kaiser, Gott und angeblich auch Vaterland fremde Territorien zu besetzen und auszuplündern. Mit der Hoffnung, daß nach eifrigem Mittun doch auch ein paar Brosamen aus der in greifbare Nähe gerückt zu scheinenden Kriegsbeute ihnen von ihren Herren zugestanden werden müßten, schlug sich die große Masse der deutschen Wehrmachtssoldaten für die deutschen Faschisten und das deutsche Finanzkapital, bis sie als Krüppel oder gar nicht mehr in ihre zerbombte Heimat zurückkamen, wie einst ihre Väter und Großväter.

Mit der Hoffnung, der Kelch der Arbeitsplatzvernichtung würde an ihnen vorübergehen, akzeptierte die große Masse der Arbeiterklasse der DDR in vorauseilendem Kotau des Arbeitsuntertanen den Anschluß jener am Ende Pfaffenrepublik an die BRD und sieht sich heute getäuscht, als hätten all diese einst die DDR-Schulen besuchenden Menschen sich nie den Marxismus-Leninismus aneignen können. Waren sie wirklich der Glotze, dem Westfernsehen, dermaßen erlegen?

Heute leben viele Arbeitsuntertanen mit der Hoffnung, daß ihr Arbeitsplatz doch wenigstens noch bis zu ihrer Rente durchhalten möge. Und viele Arbeitslose machen sich die kleinbürgerlich-anarchistischen Phrasen vom „Recht auf Faulheit“ zu Eigen und hoffen, daß ihnen ein Dasein als Lumpenproletarier und Almosenempfänger auskömmlich genug bleiben wird.

Mittlerweile sind ihrer jedoch zuviele geworden, als daß die Bourgeoisie ihnen einfach so die Befriedigung einiger Grundbedürfnisse als Steuergeschenk und somit Anteil am gesellschaftlichen Reichtum zugesteht. Das Finanzkapital verordnet den Arbeitslosen seit einigen Jahren die Zwangsarbeit zu Niedrigstlöhnerkonditionen als „1-Euro-Jobber“. Es erstaunt die Welt ringsum zu sehen, wie bereitwillig die lohnabhängigen Menschen in Deutschland diese Lohndrückereien und diese Ausbeutung über jede Schmerzgrenze hinaus so seelenruhig mitmachen.

VIEL WENIGER ARBEITSUNTERTANEN AUSSERHALB DEUTSCHLANDS

Nicht uninteressant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, daß viele deutsche Auswanderer als kleine Geschäftsleute in Ländern der sog. Drittwelt unbegreiflich finden, daß sich dort oftmals aus sehr armen Verhältnissen stammende Menschen nicht für Niedriglohn zum Arbeitsuntertan machen lassen, sondern den Job einfach hinschmeißen, wenn der Boss da „zu nerven“ beginnt. In der Redensart der kleinen Geschäftemacher aus Deutschland in solchen Ländern sind jene „Eingeborenen“ dann natürlich von Natur aus extrem faul und unzuverlässig.

Daß dahinter im Grund nur die Menschenwürde steckt, die auch ärmste Menschen in diesen Ländern zu verteidigen wissen, erschließt sich dem deutschen Kleinbürger nicht, der ja meint, als Kunde und Zahler König sein zu müssen. Und der da meint, gerade die Ärmsten müßten doch wie jene erbärmlichen Kriecher- und Schleimertypen in manchem „Arbeitnehmer“-Gewand in Deutschland sein, die in jeden Hintern kriechen, wenn es nur von persönlichem Eigennutz sein könnte.

Es ist schon erstaunlich, wie abhängig sich viele von uns machen, nur weil sie den neuen Medien wie Handy und Internet regelrecht blindlings erliegen. Kaum ist die Arbeitsschicht zu Ende oder eine Pause eingeläutet, rennt die Kollegin mit zwischen linker Schulter und Ohr eingeklemmtem Handy vom Arbeitsplatz ins Freie, weil ihr aus der Familie noch jemand Einkaufswünsche für den Heimweg auftragen will. In Bahnen und an Bushaltestellen erfährt unsereiner sehr viel aus dem Privatleben aller möglichen Passagiere ringsum, die da nahezu pausenlos am Handy hängen.

Immer mehr Kinder und Jugendliche entwickeln sich zu reinen Stubenhockern, so daß die Badestellen und Freibäder verwaisen und statt dessen Facebook und Twitter ständig neue Besucherrekorde vermelden können. So kümmert sich doch jeder erst mal nur noch um sich selbst und seine Familienangehörigen, um den eigenen Chef und dann bestenfalls noch das eigene Auto und die Glotze.

Große Teile des Volkes verblöden so mit System, denn sie sind zu abgestumpft, um überhaupt noch über einen Tellerrand hinausblicken zu wollen. Wird ein Waldspaziergang nicht schon immer öfter mit einem „Dschungel-Camp“ in Verbindung gebracht?

Wo sind die Menschen in oder aus Deutschland, die einfach mal von Tunesien aus nach Libyen reisen und sich ein paar Tage lang in Tripolis ein Bild von der Wirklichkeit jenes imperialistischen NATO-Kriegsverbrechens machen? Die sich nicht von der Glotze dahingehend verblöden lassen, in von NATO-Militärs geleiteten Söldner- und Verbrecherbanden „Volksaufstände“ zu sehen.

Wo sind die Menschen in oder aus Deutschland, die an Aktionen der Solidarität mit dem palästinensischen Volk aktiv teilnehmen? Die endlich denen mal Paroli bieten, die vom ach wo gefährdeten Existenzrecht Israels in allen Konzernmedien labern.

Schon Heinrich Heine schrieb im Wintermärchen: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“

AKTUELLER DENN JE!

Quelle:
Kommunisten-online am 20. August 2011