War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

sowjetische ArbeiterklasseSowjetische Arbeiterklasse

Was unter SOZIALISMUS zu verstehen ist, darüber gibt es weitverbreitete Unkenntnis.
Mal abgesehen von denen, die wissentlich oder unwissentlich verleumderische Mitteilungen darüber verbreiten, sind auch von jenen, die den Sozialismus selbst erlebt haben oder nur vom Hörensagen her zu kennen glauben, oft recht dumme Bemerkungen zu vernehmen. Der Sozialismus ist die einzige menschliche Alternative, um auf dieser, unserer Welt weiterzuleben. Natürlich werden die damaligen und die heutigen Kapitalisten und ihre Hoftrompeter dem nicht zustimmen, aber das hat ja auch niemand erwartet. Ob es damals in der DDR einen Sozialismus gegeben hat, darüber hatten wir schon geschrieben (siehe: Gab es einen Sozialismus in der DDR?), wie aber war das nun in der Sowjetunion? Was ist eigentlich Sozialismus? Und ist es wirklich so, daß die Sache selbst an und für sich gut ist, die Menschen aber schlecht sind? Oder wurde der Sozialismus von der Partei nur mißbraucht? Auf alle diese Fragen wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben:

Die Grundzüge des Sozialismus?

Im Lehrbuch für die politischen Grundschulen von 1951 lesen wir: „In der Sowjetunion ist der Staat ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, und die gesamte Macht gehört den Werktätigen in Stadt und Land. Die ökonomische Grundlage des Sozialismus bilden das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln. Es gibt zwei Formen des sozialistischen Eigentums: das staatliche (Gemeingut des Volkes) und das genossenschaftlich-kollektivwirtschaftliche Eigentum. In der sozialistischen Gesellschaft gibt es schon keine Ausbeuterklassen mehr, und die Hauptunterschiede zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft sind überwunden, da die Arbeiter und Bauern in der einheitlichen sozialistischen Wirtschaft arbeiten. (…) Das wirtschaftliche Leben der sozialistischen Gesellschaft wird bestimmt und gelenkt durch den staatlichen Volkswirtschaftsplan, im Interesse der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums des Landes, der ununterbrochenen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, der Festigung der Unabhängigkeit der UdSSR und der Stärkung ihrer Verteidigungskraft. Dank dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der planmäßigen Lenkung der Volkswirtschaft sichert die sozialistisehe Gesellschaft sowohl ein hohes Entwicklungstempo der Produktion als auch ein hohes Produktionsniveau. Die Sowjetunion verfügt über eine mächtige sozialistische Industrie und über die am besten mechanisierte sozialistische Landwirtschaft, die die bedeutendste der Welt ist. Die Arbeit ist in der Sowjetunion Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden Bürgers. In der Sowjetunion wird das Prinzip verwirklicht: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.‘ Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, daß jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Gebrauchsgüter nicht nach seinen Bedürfnissen erhält, sondern nach der Arbeit, die er für die Gesellschaft geleistet hat, also nach der Menge und Qualität seiner Arbeit. In Übereinstimmung damit führt der Sowjetstaat eine strenge Kontrolle über das Maß der Arbeit und über das Maß des Verbrauchs der Mitglieder der Gesellschaft, legt die Arbeitsnormen und die Entlohnung der Arbeit fest. Die Art der Bestimmung und Staffelung des Arbeitslohns wird durch die Arbeitsgesetzgebung genauestens geregelt. Das Lohnsystem in den Sowjetbetrieben beruht auf dem Prinzip, das in der Sowjetverfassung in folgenden Worten festgelegt ist: ‚Die Bürger der UdSSR haben das Recht auf Arbeit, d.h. das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Menge und Qualität.‘ “ [1]

Wurde nach dem XX.Parteitag in der Sowjetunion der Kapitalismus eingeführt?

Darüber wurde häufig diskutiert. Die „Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD), eine linke Splittergruppe, behauptet: Ja. – Genosse Dr. Kurt Gossweiler sagt: Nein. Andere hingegen möchten das Thema am liebsten vom Tisch wischen und diskutieren derweil mit der Bourgeoisie über die angeblichen „Verbrechen Stalins“. Doch wenden wir uns den Tatsachen zu. Hier also Genosse Dr.Gossweiler: „Darüber, daß mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX.Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genau so sicher war ich mir auch, daß die Chruschschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.“ [2] Ausführlich legt Kurt Gossweiler dar, wie dies geschah, und welche Rolle die revisionistische Chruschtschow-Clique dabei spielte. Dieser Text ist unbedingt lesenswert. (s.Anhang)

Woran erkennt man einen kapitalistischen Staat?

Die grundlegenden Wesenszüge der kapitalistischen Staaten sind (nach Dr.Kurt Gossweiler:)
(1) Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit.
(2) Die anarchische Produktion. Es gibt keine gesamtstaatliche Planung.
(3) Verwandlung von allem Lebensnotwendigen in Waren. (Auch Arbeitskraft ist eine Ware!)
(4) Kapitalistische Profitmacherei in allen Lebensbereichen
(5) Einigkeit der kap.Länder gegen revolutionäre oder antiimperialistische Bewegungen.
Das alles traf weder auf die Sowjetunion zu, noch auf die anderen sozialistischen Länder.

Ist die Sache selbst gut, und sind die Menschen schlecht?

Es wäre eine sehr kurzsichtige, vereinfachende Schlußfolgerung aus der Zerstörung der Sowjetunion, wollte man die Schuld dafür pauschal „den Menschen“ zuschieben, die einfach „noch nicht reif“ für den Sozialismus seien. Es ist eine typische, undialektische Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft, die Ursachen historischer Ereignisse allein bestimmten Personen zuzuschreiben, soziale Verhaltensweisen oder nationale Besonderheiten zu psychologisieren oder aber das Verhalten der Volksmassen zu mystifizieren. Die marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft geht immer von den konkreten Tatsachen aus, und nicht von irgendeiner Interpretation. „Der Darstellung liegt die marxistisch-leninistische Auffassung von der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge einander ablösender Gesellschaftformationen zugrunde, die von der Urgesellschaft über mehrere Formationen der Klassengesellschaft zum Sozialismus und Kommunismus führt. Den Prinzipien des historischen Materialismus entsprechend wird die geschichtliche Entwicklung als ein objektiv bedingter, durch soziale Interessen – in der antagonistischen Klassengesellschaft durch Klassenkampf – bestimmter Prozeß verstanden.“ [3] Oder wie Friedrich Engels es ausdrückte: „Die Menschen machen ihre Geschichte, wie diese auch immer ausfalle, indem jeder seine eigenen, bewußt gewollten Zwecke verfolgt, und die Resultante dieser vielen in verschiedenen Richtungen agierenden Willen und ihrer mannigfaltigen Einwirkung auf die Außenwelt ist eben die Geschichte.“ [4]

Welche Rolle spielte in der Sowjetunion die Kommunistische Partei?

„Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) entwickelte sich aus marxistischen Zirkeln, besonders aus dem von LENIN 1895 geschaffenen ‚Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse‘. Der II.Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands legte den Grundstein für eine Partei neuen Typus* (Bolschewiki). Unter ihrer Führung siegte die Große Sozialistische Oktoberrevolution, bauten die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft der UdSSR den Sozialismus auf (…) Im Interventionskrieg (1918-1920) und im Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) leitete die KPdSU den Kampf des Sowjetvolkes und verteidigte das sozialistische Vaterland. Die KPdSU ist die lenkende und leitende Kraft der Sowjetgesellschaft. In ihrer gesamten Tätigkeit läßt sie sich vom Marxismus-Leninismus und dem auf seiner Grundlage ausgearbeiteten Programm leiten. Getreu dem Prinzip der proletarischen Internationalismus unterstützt sie die um ihre Freiheit kämpfenden Völker und hilft den Bruderparteien beim Aufbau des Sozialismus. Sie ist die erfahrenste revolutionäre Partei und Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb ist sie den kommunistischen und Arbeiterparteien ein leuchtendes Vorbild.“ [5] – so schrieb man noch 1976 in Meyers Jugendlexikon offenbar in Unkenntnis der vor sich gehenden revisionistischen Veränderungen innerhalb dieser Partei. Viel zu lange hielt man auch in der DDR an diesem Klischee fest. Genosse Dr. Gossweiler schreibt: „Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozeß der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können.“ [6] Und das genau geschah 1990.

Mißbrauchte die Partei ihre Macht?

Kurz gesagt: Nein. Sie mißbrauchte nicht ihre Macht, sondern umgekehrt wurde die Partei von einer kleinen Gruppe revisionistischer Halunken mißbraucht, um nicht nur die Partei, sondern mit ihr auch den Sozialismus zu zerstören… „Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen….“ [7]

Quellen:
[1] Lehrbuch für die politischen Ggrundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.249f.
[2] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (November 1994); vollständiger Text: hier
[3] Autorenkollektiv: Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1982, Bd.1, S.5.
[4] Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888), Berlin 1955, S.47.
[5] Autorenkollektiv: Meyers Jugendlexikon, VEB Biliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 365.
[6] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen…, ebd.
[7] ebd.

* Partei neuen Typus: von Lenin geschaffener neuer Parteityp, der den Anforderungen des Kampfes gegen den Imprialismus gerecht wird.

Anhang:
Dr. Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (Nov.1994).

Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD 1994
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Die Frage ist nun: Wie soll der SOZIALISMUS der Zukunft aussehen? Darüber kann es freilich noch keine genauen Aussagen geben. Doch wir können uns an der Geschichte orientieren…
Zukunft – wie bitte?
Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
…und der Jugend eine Zukunft
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

Die „Iskra“ und der richtige Weg

iskra_sDie illegal erscheinende marxistische Zeitung „Iskra“ (Funke) war das theoretische Organ der SDAPR. Sie wurde von Lenin im Jahre 1900 gegründet und war „nicht irgendeine Arbeiterzeitung, sondern setzte sich zum Ziel, die bewußtesten Teile der russischen Arbeiterbewegung rund um ein marxistisches Programm zu sammeln“. Eine Mitarbeiterin Lenins, Z.S. Selikson-Bobrowskaja, schreibt:

In der Periode der Zersetzung und der Schwankungen in den Kreisen der russischen Sozialdemokraten haben Lenins „Aufgaben“, die so klar die Wege der praktischen Tätigkeit wiesen, eine große Rolle im Lande gespielt. Charkow bildete damals keine glückliche Ausnahme. Obwohl unsere Arbeit mit ziemlich viel Schwung geleistet wurde, gab es auch so manches Durcheinander bei uns. Darüber hat sich Lenin in seinem bekannten Vorwort zu der Broschüre „Die Maitage in Charkow“ geäußert. Er kritisierte die Mängel der Charkower Parteiorganisation, die am 1. Mai 1900 bei der ersten offenen Demonstration der Charkower Arbeiter zutage traten:

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Zukunft — wie bitte?

Wie soll die Zukunft der Menschheit einmal aussehen?
Sowetische Heimat
Schon Ernst Thälmann sagte: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“
Und er meinte damit die Sowjetunion unter Lenin und Stalin…

Wir wissen: Der Kapitalismus erweist sich zunehmend als unfähig, die wachsenden Menschheitsprobleme auch nur ansatzweise zu lösen. Im Gegenteil: er schafft ständig neue, bedrohlichere. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt eilt dem gesellschaftlichen Fortschritt weit voraus, aber auch der ist, wie es scheint, nun nicht mehr aufzuhalten. Auch die Niederlage des Sozialismus wurde analysiert; nicht immer richtig, nicht immer ehrlich. Es gibt Unmengen an verlogener bürgerlicher Propaganda darüber.

Bei den fortschrittlichen Kräften unseres Planeten herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, daß nicht nur der sich verschärfende Klassenkampf, sondern auch der moderne Revisionismus die Schuld am Niedergang des Sozialismus tragen. Es war eine bessere Gesellschaft als die, in der wir heute leben. Und so erstrahlt das Bild des Sozialismus (nicht nur der DDR, sondern auch der Sowjetunion) trotz aller Fehler, die wir kannten, weithin als leuchtendes Beispiel einer besseren, zukunftsfähigen Gesellschaftsform. Die Suche nach einem Ausweg, nach einer Alternative zum Kapitalismus ist also groß. Und so wird es immer wieder Versuche und Anfänge geben, vermittels organisatorischer Gründungen und kommunistischer Initiativen nun endlich in den Gang der Geschichte einzugreifen, und gewissermaßen das Ruder doch noch herumzureißen, um nicht noch weiter in die Barbarei hineingestoßen zu werden, als wir es heute schon sind. Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, der heutige Kapitalismus sei nur ein Koloß auf töneren Füßen, und es bedürfe nur einer Revolution, um ihn zu Fall zu bringen, sei als Gedankenanstoß nochmals zitiert, was Genosse Stalin in den Jahren kurz nach der Oktoberrevolution darüber sagte:

Das erste Stadium:
„Die Entwicklung des Kommunismus in Rußland hat eine lange, mehrere Jahrzehnte währende Geschichte theoretischer Arbeit und theoretischen Kampfes innerhalb des russischen Sozialismus. Aus diesem Kampf ging eine festgefügte Gruppe führender Elemente hervor, die genügend stark in der Theorie und standhaft in prinzipieller Hinsicht waren, um die Parteimassen führen zu können.“ [1]

Die Partei:
„Die Entwicklungsetappen der Partei vor 1917:
a) Schaffung des Grundkerns, insbesondere der Gruppe ‚Iskra‘ usw. Kampf gegen den Ökonomismus, Credo
b) Herausbildung von Parteikadern als Grundlage der zukünftigen Arbeiterpartei im gesamtrussischen Maßstab (1895-1903). II.Parteitag
c) Entwicklung der Kader zur Arbeiterpartei und Auffüllung der Partei mit neu mobiliserten Parteiarbeitern im Verlauf der proletarischen Bewegung (1903-1904). III.Parteitag.
d) Kampf der Menschewiki gegen die Parteikader, für deren Auflösung in einer parteilosen Masse (‚Arbeiterkongreß‘) und Kampf der Bolschewiki für die Erhaltung der Parteikader als Grundlage der Partei. Londoner Parteitag und Niederlage der Anhänger des Arbeiterkongresses.
e) Liquidatoren und Parteianhänger. Niederlage der Liquidatoren (1908-1910)
f) 1908-einschließlich 1916. Periode der Verbindung der illegalen und der legalen Formen der Arbeit und Wachstum der Parteiorganisationen in allen Arbeitsbereichen.“ [2]

Gegen den Opportunismus:
„Hatte Lenin recht, wenn er einen unversöhnlichen Kampf gegen die Versöhnler führte? Jawohl, denn sonst wäre die Partei verwässert worden und wäre nicht ein Organismus, sondern ein Konglomerat verschiedenartiger Elemente, sonst würde die Partei nicht über den inneren Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die beispiellose Disziplin und die unübertroffene Elastizität verfügen, ohne die sie und die von ihr geleiteten Sowjetmacht nicht imstande gewesen wären, sich gegen den Weltimperialismus zu behaupten.“ [3]

Das Hineintragen des sozialistischen Bewußtseins in die Arbeiterbewegung:
„Man sagt“, schrieb Genosse Stalin, als er die Leninschen Ideen entwickelte, „daß die Arbeiterklasse in einigen Ländern selbst eine sozialistische Ideologie (den wissenschaftlichen Sozialismus) herausgearbeitet habe und sie auch in den übrigen Ländern herausarbeiten werde, weshalb es ganz überflüssig sei, sozialistisches Bewußtsein in die Arbeiterbewegung von außen hineinzutragen. Das ist jedoch ein schwerer Irrtum. Um den wissenschaftlichen Sozialismus herauszuarbeiten, muß man an der Spitze der Wissenschaft stehen, muß man mit wissenschaftlichen Kenntnissen gewappnet sein und es verstehen, die Gesetze der historischen Entwicklung eingehend zu erforschen. Die Arbeiterklasse aber, solange sie Arbeiterklasse bleibt, ist außerstande, an die Spitze der Wissenschaft zu treten, sie vorwärtszubringen und die historischen Gesetze wissenschaftlich zu erforschen: sie hat hierfür weder Zeit noch Mittel.“ [4]

Die proletarische Revolution:
„Wie ist der Eintritt eines Moments revolutionärer Explosionen zu bestimmen? Wann kann man sagen, daß ‚die Frucht reif geworden‘, daß die Verbereitungsperiode zu Ende sei und daß man zu handeln beginnen könne?
a) Wenn die revolutionäre Stimmung der Massen anschwillt und überschäumt (…)
b) Wenn die Unsicherheit und die Verwirrung, die Zersetzung und der Zerfall im Lager des Gegners ihren Höhepunkt erreicht hat, wenn die Zahl der Überläufer und Abtrünnigen aus dem Lager des Gegners mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde wächst (…)
c) Wenn diese beiden Momente (Punkt a und b) zeitlich zusammenfallen, was auch wirklich der Fall ist.“ [5]

Der Sozialismus:
„Um aber die Organisierung einer richtigen Weltwirtschaft in Angriff nehmen zu können (wenigstens in Angriff zu nehmen), muß das Proletariat wenigstens in einigen fortgeschrittenen Ländern gesiegt haben. Solange das nicht der Fall ist, ist unsere Partei gezwungen, Umwege zu suchen, Umwege einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den kapitalistischen Gruppen. (…) Das sind die durch den Oktober 1917 geschaffenen eigenartigen Bedingungen…“ [6]

Zitate von J.W.Stalin (Werke):
[1] „Rede bei der Eröffnung der Beratung der Kommunisten der Turkvölker“, Bd.5, S.1
[2] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.60f
[3] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.61
[4] „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“, Bd.1, S.86
[5] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.63
[6] „Die Partei vor und nach der Machtergreifung“, Bd.5, S.95

Nachtrag:
Wie Karl Marx schon sagte, wird es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis geben. Es gibt nur diese eine Alternative: Sozialismus oder Barbarei! Die Barbarei haben wir heute: den räuberischen, ausbeuterischen Kapitalismus/Imperialismus mit faschistoider Tendenz. Damit jedoch eine Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft verwirklicht werden kann, muß der ganze geistige Unrat jahrhundertelanger kapitalistischer Herrschaft aus den Köpfen beseitigt werden, und in der Arbeiterklasse muß wieder ein proletarisches Bewußtsein entstehen. Dazu bedarf es einer führenden Kraft, einer marxistisch-leninistischen Partei, die frei von Opportunismus und Revisionismus ist. Wir befinden uns heute also wieder ganz am Anfang…

Siehe auch:
A.G.Grigorenko über Lenin’s Schrift „Was tun?“

Laßt uns den Marxismus verteidigen!

Enver HoxhaLaßt uns den Marxismus verteidigen!
von Enver Hoxha

Wir sind der Meinung, daß der Imperialismus, mit jenem der USA an der Spitze, politisch und ideologisch schonungslos entlarvt werden muß; auch darf man niemals gestatten, daß jemand dem Imperialismus schöntut, ihn streichelt, ihn herausputzt. Ebenso darf man ihm keine einzige grundsätzliche Konzession machen. Die Taktiken und Kompromisse, die unsererseits gestattet sind, müssen unsere Sache und nicht die des Feindes fördern.

Eine klare politische Haltung allen Feinden gegenüber

Angesichts dieses wilden Feindes bildet unsere enge Einheit die Garantie für den Sieg unserer Sache; diese wird siegen, wenn wir die tiefen ideologischen Meinungsverschiedenheiten, die zutage getreten sind, beseitigen und die Einheit auf der Basis des Marxismus-Leninismus, der Gleichheit, Brüderlichkeit und des Geistes der Freundschaft und des proletarischen Internationalismus aufbauen. Unsere Partei ist der Auffassung, daß nicht nur kein einziger ideologischer Riß existieren darf, sondern daß wir auch eine gemeinsame politische Haltung gegenüber allen Fragen einnehmen sollen. Unsere Taktik und Strategie gegenüber den Feinden müssen von allen unseren Parteien ausgearbeitet werden, auf der Basis der Prinzipien des Marxismus-Leninismus und richtiger politischer Kriterien, welche den konkreten und realen Situationen entsprechen …

Friedliche Koexistenz, doch kein Verzicht auf den Klassenkampf

Die Verräter des Marxismus-Leninismus, Agenten des Imperialismus und Intriganten wie Josif Broz Tito, bemühen sich auf jede Weise, teuflische Pläne auszuhecken, wie beispielsweise die Gründung der sog. ‘dritten Kraft’, um die Völker und die neuen Staaten zu desorientieren, sie von ihren natürlichen Bundesgenossen zu trennen und mit dem amerikanischen Imperialismus direkt zu verbinden. Wir müssen all unsere Kräfte einsetzen, um die Pläne dieser Handlanger des Imperialismus zunichte zu machen … es gibt keinen Kommunisten, der gegen die friedliche Koexistenz ist, der ein Kriegstreiber wäre. Der große Lenin war der erste, der den Grundsatz der friedlichen Koexistenz der Staaten mit unterschiedlicher Gesellschaftsordnung als eine objektive Notwendigkeit hervorgehoben hat, solange es in der Welt nebeneinander sozialistische und kapitalistische Staaten gibt. …

Die friedliche Koexistenz zwischen zwei entgegengesetzten Systemen bedeutet aber nicht, wie das die modernen Revisionisten behaupten, einen Verzicht auf den Klassenkampf. Im Gegenteil, man muß den Klassenkampf fortsetzen, man muß den politischen und ideologischen Kampf gegen den Imperialismus, gegen die bürgerliche und revisionistische Ideologie immer mehr verstärken. Indem wir einen konsequenten Kampf für die Realisierung der Leninschen friedlichen Koexistenz führen, ohne jedoch dem Imperialismus auch nur eine einzige grundsätzliche Konzession zu machen, müssen wir den Klassenkampf in den kapitalistischen Ländern sowie die nationale Befreiungsbewegung der Kolonialländer und der abhängigen Länder noch mehr ausweiten…

Diese Frage war bisher ganz klar und erst Genosse Chruschtschow hat sie auf dem XX.Parteitag ganz unnötigerweise verwirrt, in einer Richtung, welche in der Tat den Opportunisten gefiel. Warum wurden die klaren Thesen Lenins und der sozialistischen Oktoberrevolution in solcher Weise entstellt? Die PAA hat hier einen ganz klaren Standpunkt und läßt sich nicht von den Leninschen Lehren abbringen. Bis jetzt hat noch kein Volk, kein Proletariat, keine kommunistische oder Arbeiterpartei die Macht ohne Blutzoll und Gewalt erringen können…

Keine Kapitulation vor dem Druck des Imperialismus!

In der Moskauer Deklaration vom Jahre 1957 sowie in dem vorliegenden Deklarationsentwurf wird festgestellt, daß der Revisionismus heute die Hauptgefahr für die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung ist. In der Moskauer Deklaration vom Jahre 1957 wird mit Recht betont, daß der bürgerliche Einfluß die innere Quelle des Revisionismus bildet, während seine äußere Quelle die Kapitulation vor dem Druck des Imperalismus ist. Das Leben hat voll und ganz bewiesen, dass der moderne Revisionismus unter dem Deckmantel pseudomarxistischer und scheinrevolutionärer Losungen, mit allen Mitteln versucht, unsere große Lehre, den Marxismus-Leninismus zu diskreditieren, indem er ihn als ‘veraltet’ und für die gesellschaftliche Entwicklung von heute schon nicht mehr geeignet hinstellte. Unter der Maske eines ‘schöpferischen Marxismus’ und der ‘neuen Bedingungen’ haben die Revisionisten alle Anstrengungen gemacht, um einerseits den Marxismus seines revolutionären Geistes zu berauben und das Vertrauen der Arbeiterklasse und des werktätigen Volkes zum Sozialismus zu erschüttern. Andererseits haben sie mit allen Mitteln gearbeitet, um den Imperialismus zu beschönigen, ihn als gebändigt und friedliebend hinzustellen. Die seit der Moskauer Beratung vergangenen drei Jahre haben zur Genüge gezeigt, dass die modernen Revisionisten nichts anderes sind als Spalter der kommunistischen Bewegung und des sozialistischen Lagers, treue Lakaien des Imperalismus, geschworene Feinde des Sozialismus und der Arbeiterklasse.

Die verbrecherische Tito-Clique – ein Handlanger des Imperialismus

Die Fahnenträger des modernen Revisionismus, seine aggressivsten und gefährlichsten Vertreter sind, wie das Leben selbst bewiesen hat, die jugoslawischen Revisionisten, die verräterische titoistische Clique und ihre Anhänger. Als die Moskauer Deklaration von 1957 beschlossen wurde, hat man diese feindliche Gruppe und Agentur des amerikanischen Imperialismus nicht öffentlich angeprangert, obwohl unserer Meinung nach genug Tatsachen und Angaben vorlagen, die das erfordert hätten. Nicht nur damals, sondern auch später, als ihre Gefährlichkeit immer offener zutage trat, wurde der Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus, der konsequente ununterbrochene Kampf zu seiner ideologischen und politischen Vernichtung, nicht mit der nötigen Energie geführt. Das war und ist die Quelle vieler Übel und Schäden in der internationalen Arbeiterbewegung. Unsere Partei ist der Meinung, daß der Verzicht auf die restlose Entlarvung der revisionistischen Gruppe Titos und die trügerischen Hoffnungen auf eine angebliche ‘Besserung’ und positive ‘Wendung’ dieser Verrätergruppe den versöhnlerischen Neigungen zuzuschreiben sind, sowohl dem falschen Standpunkt und der falschen Einschätzung der gefährlichen revisionistischen Gruppe Titos durch Chruschtschow und etliche andere sowjetische Führer.

Genosse Stalin hatte die Gefahr richtig eingeschätzt

Es hieß, daß J.W.Stalin die jugoslawischen Revisionisten nicht richtig eingeschätzt und ihnen gegenüber eine zu scharfe Haltung eingenommen habe. Unsere Partei hatte niemals eine solche Meinung, weil die Zeit und das Leben das Gegenteil bewiesen haben. Stalin schätzte die Gefahr, welche von den jugoslawischen Revisionisten ausging, sehr richtig ein, und machte Anstrengungen, um diese Frage im richtigen Moment und auf marxistisch-leninistische Weise zu lösen. Damals trat das Kominform-Büro, als kollektives Organ, zusammen (von den Chruschtschowianern nach dem XX.Parteitag 1956 aufgelöst – N.G.) und nach der Entlarvung der titoistischen Gruppe wurde diese schonungslos bekämpft. Auch hier hat die Zeit wieder bestätigt, daß dies unerläßlich und richtig war … Die titoistische Gruppe war schon seit langem eine Gruppe von Trotzkisten und Renegaten. Jedenfalls ist sie das in der Einschätzung seitens der PAA, seit dem Jahre 1942, d.h. seit 18 Jahren.

Das falsche Spiel der Belgrader Trotzkisten

Schon im Jahre 1942, als der Kampf des albanischen Volkes großen Umfang annahm, bemühte sich die Belgrader trotzkistische Gruppe, unter Mißbrauch unserer Freundschaft und unseres Vertrauens, die Ausdehnung unseres bewaffneten Kampfes, die Bildung von mächtigen Sturmabteilungen der albanischen Partisanen mit allen Mitteln zu verhindern. Als ihr dies nicht gelang, suchte sie die politische und militärische Leitung in ihre Hand zu bekommen. Sie machte Anstrengungen, alles von Belgrad abhängig zu machen und unsere Partei und unsere Partisanenarmee zu einfachen Anhängseln der KPJ und der Nationalen Befreiungsarmee Jugoslawiens zu degradieren. Unsere Partei durchkreuzte erfolgreich diese verbrecherischen Absichten, pflegte jedoch die Freundschaft zu den jugoslawischen Partisanen weiter. Die Titogruppe versuchte damals, eine ‘Balkanföderation’ unter der Führung der Belgrader Titoisten zu schaffen, die kommunistischen Parteien vor den Wagen der KPJ zu spannen und die Partisanenarmeen der Balkanvölker dem jugoslawisch-titoistischen Generalstab unterzuordnen. Zu diesem Zweck bemühte sie sich damals, im Einvernehmen mit den Engländern, einen ‘Balkanstab’ zu bilden, d.h. unsere Armeen, den Anglo-Amerikanern zu unterstellen. Unsere Partei widersetzte sich erfolgreich diesen verräterischen Absichten.

Stalin rettete das albanische Volk vor der Unterjochung

Als dann in Tirana die Fahne der Befreiung entrollt wurde, gab die Belgrader titoistische Bande ihren Agenten in Albanien Anweisungen, die Erfolge der KP Albaniens zu leugnen und einen Putsch zum Sturz der Parteiführung zu organisieren, also jener Führung, welche die Partei aufgebaut, den Nationalen Befreiungskampf geleitet und das albanische Volk zum Sieg geführt hatte. Der erste Putsch wurde von Tito gemeinsam mit seinen verkappten Agenten in der Partei organisiert. Aber die KPA liquidierte das Komplott Titos. Die Belgrader Verschwörer warfen jedoch nicht die Flinte ins Korn, sondern schmiedeten gemeinsam mit ihrem Chefagenten in unserer Partei, dem Verräter Koci Xoxe, in einer anderen Form ein zweites Komplott gegen das neue Albanien: Albanien sollte die siebte Republik Jugoslawiens werden! … Sie hatten die Absicht, Albanien militärisch zu besetzen, jeden Widerstand dagegen zu brechen, die Führer der Partei der Arbeit Albaniens und des Staates zu verhaften und Albanien zur siebten Republik Jugoslawiens auszurufen. Jedoch die Partei zerstörte auch diesen teuflischen Plan. Die Hilfe und das Eingreifen J.W.Stalins in diesen Augenblicken waren für unsere Partei und für die Freiheit des albanischen Volkes von entscheidender Bedeutung. Das war gerade zur selben Zeit, als die titoistische Clique durch das Informbüro entlarvt wurde.

Der XX.Parteitag und die Verurteilung Stalins

Betrachten wir beispielsweise die an Stalin und seinem Werke geübte Kritik. Als marxistisch-leninistische Partei ist sich unsere Partei voll und ganz bewußt, daß der Personenkult für die kommunistischen Parteien und die kommunistische Bewegung selbst fremd und schädlich ist. Die marxistischen Partei dürfen die Entstehung des Personenkultes, welcher die Aktivität der Massen behindert, ihre Rolle herabmindert und sich im Widerspruch zur Entwicklung des Parteilebens selbst und zu den Gesetzen, die es regeln, befindet, nicht gestatten, sondern müssen alle ihre Kräfte einsetzen, um ihn mit der Wurzel auszurotten, wenn er irgendwo aufzutauchen beginnt oder aufgetaucht ist. Von diesem Standpunkt sind wir vollkommen einverstanden, den Kult mit der Person Stalins als eine schädliche Erscheinung im Parteileben zu kritisieren. Aber wir sind der Meinung, daß der XX.Parteitag, insbesondere der Geheimbericht des Genossen Chruschtschow die Stalinfrage nicht richtig, nicht objektiv und nicht marxistisch-leninistisch zur Diskussion stellte. Genosse Chruschtschow und der XX.Parteitag fällten über Genossen Stalin wegen dieser Sache ein hartes und ungerechtes Urteil. Genosse Stalin und sein Werk gehören jedoch nicht allein der KP der Sowjetunion und dem Sowjetvolk, sondern uns allen … Aber warum wurde dann Genosse Stalin auf dem 20. Parteitag ohne vorherige Beratung auch mit den anderen kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt verurteilt? Warum wurde vor den Augen der kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt Stalin plötzlich ‘verflucht’ und erfuhren dies viele Bruderparteien erst, als der Imperialismus den Geheimbericht Chruschtschows massenweise druckte?

Die teuflischen Pläne der Chruschtschow-Clique

Genosse Chruschtschow hat der kommunistischen Bewegung und der fortschrittlichen Welt die Verurteilung des Genossen Stalin aufgezwungen … Wir alle müssen das große unsterbliche Werk Stalins verteidigen; wer das nicht tut, ist ein Opportunist, ist ein Feigling. Als Person und als Führer der bolschewistischen KP der Sowjetunion ist Genosse Stalin auch zugleich der hervorragendste Führer des internationalen Kommunismus nach dem Ableben Lenins. Auf sehr positive Weise und mit großer Autorität hat er zur Konsolidierung und Ausweitung der Erfolge des Kommunismus in der ganzen Welt beigetragen. Alle theoretischen Werke des Genossen Stalin sind ein lebendiger Beweis seiner Treue zu seinem genialen Lehrer, zu dem großen Lenin und zum Leninismus … Der Kult mit der Person Stalins mußte unbedingt überwunden werden. Kann man aber sagen, daß, wie behauptet wurde, Stalin selbst der Urheber dieses Personenkultes war? Der Personenkult mußte unbedingt überwunden werden, war es aber notwendig und richtig, so weit zu gehen, daß jeder, der Stalins Namen nannte, ein Zitat Stalins benützt, schief angesehen wird? Einige Leute vernichteten sogleich voll Eifer die Statuen Stalins und änderten die Namen von Städten, welche nach Stalin benannt waren. In Bukarest sagte Genosse Chruschtschow zu den chinesischen Genossen: ‘Ihr beschäftigt Euch mit einem verreckten Pferd! Wenn Ihr wollt, so kommt und holt auch seine Knochen ab’. Damit meinte er Stalin …

Quelle: kommunisten-online (23. Juli 2013)

Siehe auch:
XX. Parteitag: Eine verbrecherische Rede
Kurt Gossweiler: Die faschistische Tito-Clique
KP Großbritannien: Der Bruch in der kommunistischen Bewegung
Ein Gespräch im Hause Chruschtschow nach der erfolgreichen Beseitigung des Genossen Stalin

Karl Liebknecht: Trotz alledem!

LiebknechtKarl Liebknecht spricht,
Holzschnitt von Alfred Frank
(geb. 1884, von den Faschisten
hingerichtet am 12.1.1945)

Generalsturm auf Spartakus! „Nieder mit den Spartakisten!“ heult es durch die Gassen. „Packt sie, peitscht sie, stecht sie, schießt sie, spießt sie, trampelt sie nieder, reißt sie in Fetzen!“ Greuel werden verübt…

„Spartakus niedergerungen!“
Jawohl! Geschlagen wurden die revolutionären Arbeiter Berlins! Jawohl! Niedergemetzelt an die hundert ihrer Besten! Jawohl! In Kerker geworfen viele Hunderte Ihrer Getreuesten … ! Und die Ebert-Scheidemann-Noske haben gesiegt. Sie haben gesiegt, denn die Generalität, die Bürokratie, die Junker von Schlot und Kraut, die Pfaffen und Geldsäcke und alles, was engbrüstig, beschränkt, rückständig ist, stand bei Ihnen. Und siegte für sie mit Kartätschen, Gasbomben und Minenwerfern. Aber es gibt Niederlagen, die Siege sind; und Siege, verhängnisvoller als Niederlagen.

Die Besiegten der blutigen Januarwoche, sie haben ruhmvoll bestanden; sie haben um Großes gestritten, ums edelste Ziel der leidenden Menschheit, um geistige und materielle Erlösung der darbenden Massen; sie haben um Heiliges Blut vergossen, das so geheiligt wurde. Und aus jedem Tropfen dieses Bluts, dieser Drachensaat für die Sieger von heute, werden den Gefallenen Rächer erstehen, aus jeder zerfetzten Fiber neue Kämpfer der hohen Sache, die ewig ist und unvergänglich wie das Firmament.

Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein. Denn die Niederlage ist ihre Lehre. Noch entbehrt ja das deutsche Proletariat der revolutionären Überlieferung und Erfahrung. Und nicht anders als in tastenden Versuchen, in jugendhaften Irrtümern, in schmerzlichen Rückschlägen und Mißerfolgen kann es die Schulung gewinnen, die den künftigen Erfolg gewährleistet …

Die Geschlagenen von heute, sie haben gelernt. Sie sind geheilt vom Wahne, ihr Heil in der Hilfe verworrener Truppenmassen finden zu können; geheilt vom Wahne, sich auf Führer verlassen zu können, die sich kraftlos und unfähig erwiesen; geheilt vom Glauben an die unabhängige Sozialdemokratie, die sie schnöde im Stich ließ.

Nur auf sich selbst gestellt, werden sie ihre künftigen Schlachten schlagen, ihre Siege erfechten. Und das Wort, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das eigene Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann, es hat durch die bittere Lehre dieser Woche eine neue, tiefere Bedeutung für sie gewonnen. Und auch jene irregeleiteten Soldaten werden bald genug erkennen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird, wenn sie die Knute des wiederhergestellten Militarismus von neuem über sich fühlen; auch sie werden erwachen aus dem Rausch, der sie heute umfängt.

„Spartacus ist niedergerungen!“
O gemach! Wir sind nicht geflohen, wir sind nicht geschlagen. Und wenn sie uns in Bande werfen – wir sind da, und wir bleiben da! Und der Sieg wird unser sein … Denn Spartakus – das heißt Feuer und Geist, das heißt Seele und Herz, das heißt Wille und Tat der Revolution des Proletariats. Und Spartakus – das heißt alle Not und Glücks-sehnsucht, alle Kampfentschlossenheit des klassenbewußten Proletariats. Denn Spartakus, das heißt Sozialismus und Weltrevolution.

Noch ist der Golgathaweg der deutschen Arbeiterklasse nicht beendet – aber der Tag der Erlösung naht. Der Tag des Gerichts für die Ebert-Scheidemann-Noske und für die kapitalistischen Machthaber, die sich noch heute hinter ihnen verstecken. Himmelhoch schlagen die Wogen der Ereignisse – wir sind es gewohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen geraden Kurs fest dahin bis zum Ziel. Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird – leben wird unser Programm; es wird die Welt der erlösten Menschheit beherrschen.

Trotz alledem!

Aus: Die Rote Fahne, 15.Januar 1919

Quelle:
Der Sozialismus – deine Welt, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1975, S.148f.
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Anmerkung:
Es ist nicht einfach, sich in die metaphernreiche Sprache des vergangenen Jahrhundert hineinzuversetzen, deshalb sei hier einmal versucht, diesen Text in die heutige Sprache zu übertragen. Vielleicht ist er dann für manchen etwas verständlicher:

Generalangriff auf den Sozialismus!

„Weg mit allem, was an die DDR erinnert!“ so heult es durch die Medien. „delegitimiert sie, schmäht sie, reißt sie in Fetzen!“ Schandtaten werden verübt, Protestierende niedergeknüppelt…

„Der Kommunismus ist gescheitert?!“
Nein! Er ist nicht gescheitert, er wurde zerschlagen. Geschlagen wurden auch die revolutionären Arbeiter von Berlin und Karl-Marx-Stadt! Jawohl! Vernichtet wurden an die hundert ihrer Besten! Jawohl! Enteignet wurde das ganze Volk der DDR … ! Und die Kohl-Schröder-Merkel haben gesiegt. Sie haben gesiegt, denn die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“, die deutsche Bürokratie, die Konzernherren und Bankmanager, die Pfaffen und Geldsäcke und alles, was engstirnig, beschränkt, reaktionär ist, stand ihnen bei. Und siegte für sie mit Privatisierungen, Rückübertragungen, Hartz4-Gesetzen usw. Aber es gibt Niederlagen, die Siege sind – moralische Siege; und Siege, verhängnisvoller als Niederlagen – und das ist tragisch für meisten Menschen.

Die Besiegten vom Oktober 1989 haben schmachvoll kapituliert; sie hatten einst um Großes gestritten, ums edelste Ziel der Menschheit, um geistige und materielle Befreiung der ausgebeuteten Volksmassen; einige von ihnen hatten sogar geholfen, den Faschismus zu besiegen, hatten für die Zukunft der Menschheit ihr Blut vergossen. Aus jedem Tropfen dieses Bluts, aus dieser Drachensaat für die Sieger von heute, werden den Gefallenen Rächer erstehen, aus jedem zerfetzten Leichnam neue Kämpfer für die Sache des Sozialismus, die ewig ist und unvergänglich.

Die Geschlagenen von heute werden die Sieger von morgen sein. Denn die Niederlage wird ihnen eine Lehre sein. Noch fehlt dem deutschen Proletariat die revolutionäre Kampf-erfahrung. Und nicht anders als durch tastende Versuche, durch Irrtümer, schmerzliche Rückschläge und Mißerfolge kann es diese Erfahrungen sammeln, die den künftigen Erfolg gewährleisten. Der Kapitalismus, schöngeredet als „soziale Marktwirtschaft“, ist nicht imstande die Menschheitsprobleme zu lösen. Im Gegenteil: er verschärft sie …

Die Geschlagenen von heute, sie werden es lernen. Sie werden ihren Irrtum begreifen, daß man sich nicht auf Wahlen verlassen kann; daß man sich nicht auf „die Politik“ und auf die Parteien verlassen kann, die sich als kraftlos und unfähig erweisen; geheilt vom Glauben an die unabhängige Sozialdemokratie, die sie schnöde im Stich ließ.

Nur auf sich selbst gestellt, werden sie ihre künftigen Schlachten schlagen, ihre Siege erfechten. Und das Wort, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur das eigene Werk der Arbeiterklasse selbst sein kann, es hat durch die bittere Lehre der letzten Jahrzehnte eine neue, tiefere Bedeutung für sie gewonnen. Und auch jene irregeleiteten „Sicherheitkräfte“ und Soldaten werden bald genug erkennen, welches Spiel mit ihnen getrieben wird, wenn sie die Knute des wiederhergestellten Militarismus von neuem über sich fühlen; auch sie werden erwachen aus dem Rausch, der sie heute umfängt.

„Der Sozialismus ist überwunden!“
O gemach! Wir sind nicht geflüchtet, wir sind nicht geschlagen. Und wenn sie uns auch juristisch knebeln und mundtot zu machen versuchen – wir sind da, und wir bleiben da! Und der Sieg wird unser sein … Denn Kommunismus – das heißt Feuer und Geist, das heißt Gefühl und Verstand, das heißt Wille und Tat für die Revolution des Proletariats. Und Kommunismus – das beinhaltet alle Glückssehnsucht und alle Kampfentschlossenheit des klassenbewußten Proletariats. Denn nur das verheißt der Menschheit eine Zukunft.

Noch ist die Trägheit und Zerrüttung der deutschen Arbeiterklasse nicht überwunden – aber der Tag der Besinnung wird kommen. Der Tag des Gerichts für die Politiker, Beamten und ihre Lakaien, und für die kapitalistischen Machthaber, die sich noch heute hinter ihnen verstecken. Immer schnellebiger wird die Zeit, immer höher schlagen die Wogen der Ereignisse – wir sind es gewohnt, vom Gipfel in die Tiefe geschleudert zu werden. Aber unser Schiff zieht seinen geraden Kurs fest dahin bis zum Ziel. Und ob wir dann noch leben werden, wenn es erreicht wird – leben wird unser Programm; es wird die Welt der befreiten Menschheit beherrschen. Trotz alledem!

Text
Siehe: Die Kommunisten…

Alexander Tscherepanow (RKAP): Über die aktuellen Aufgaben der Kommunisten

A. Tscherepanow

Aus der Rede des Sekretärs des ZK der Russischen Kommunistischen Arbeiterpartei (RKAP-KPdSU) A.K. Tscherepanow auf dem XXII. Internationalen Kommunistischen Seminar in Brüssel am 1. Juni 2013

Im Manifest der Kommunistischen Partei haben K.Marx und F.Engels über die Beziehung der Bourgeoisie zu den Arbeitern geschrieben: „Die wesentliche Bedingung für die Existenz und für die Herrschaft der Bourgeoisklasse ist die Anhäufung des Reichtums in den Händen von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit. Die Lohnarbeit beruht ausschließlich auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich. Der Fortschritt der Industrie … setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation. Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber.“ [1]

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution 1917 in Rußland errichtete die Macht in Form der Diktatur des Proletariats und gewährleistete das Recht auf Arbeit, auf Wohnraum, Sozialfürsorge, kostenlose Bildung und kostenloses Gesundheitswesen. Dank der sozialistischen Errungenschaften in der Sowjetunion und den anderen sozialistischen Ländern war die Bourgeoisie der kapitalistischen Länder gezwungen, der Arbeiterklasse bei der Gewährung demokratischer Rechte und Freiheiten Zugeständnisse zu machen. Aber mit der Liquidierung der Sowjetunion 1991 begann in vielen Ländern der Welt, darunter auch in Rußland, der Angriff auf die Rechte und die Freiheiten der Werktätigen.

Unsere Partei geht von dem aus, was von F.Engels im Vorwort zur englischen Ausgabe des Manifests der Kommunistischen Partei 1888 geschrieben hat „daß demgemäß die ganze Geschichte der Menschheit … eine Geschichte von Klassenkämpfen gewesen ist, Kämpfen zwischen ausbeutenden und ausgebeuteten, herrschenden und unterdrückten Klassen; daß die Geschichte dieser Klassenkämpfe eine Entwicklungsreihe darstellt, in der gegenwärtig eine Stufe erreicht ist, wo die ausgebeutete und unterdrückte Klasse – das Proletariat – ihre Befreiung vom Joch der ausbeutenden und herrschenden Klasse – der Bourgeoisie – nicht erreichen kann, ohne zugleich die ganze Gesellschaft ein für allemal von aller Ausbeutung und Unterdrückung, von allen Klassenunterschieden und Klassenkämpfen zu befreien.“ [2]

Das nächste Ziel der Kommunisten

Aus dem Manifest der kommunistischen Partei ergibt sich das nächste Ziel der Kommunisten, das ganz allgemein so abgefaßt ist: „Bildung des Proletariats zur Klasse, Sturz der Bourgeoisherrschaft, Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat.“ [3] Deshalb ist die Aufgabe der Organisation des Proletariats zur kämpfende Klasse unsere Mindestaufgabe. Es handelt sich dabei um die Organisation des umfassenden Klassenkampfes in allen seinen Formen: theoretisch, politisch, ökonomisch. Das schließt ein, daß heute unbedingt als nächstes Ziel die Organisation des ökonomischen Kampfes notwendig ist, wobei man sich nicht mit einer angeblichen Neigung zum Ökonomismus, Reformismus und anderem herausreden kann. Diese Aufgabe ist vom Manifest der kommunistischen Partei vorweggenommen, indem gesagt wird, daß die Kommunisten für die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen der Arbeiterklasse kämpfen, in der gegenwärtigen Bewegung zugleich aber die Zukunft der Bewegung vertreten [4] – das heißt den Kommunismus. An den Schluß dieses Satzes erinnern sich die meisten Parteien, wenigstens in Worten sind alle für den Kommunismus oder wenigstens (wie bei Gorbatschow) für kommunistische Wahlen, aber daß man auch den Kampf für die nächsten Ziele organisieren muß, daß man heute den praktischen Kampf organisieren muß, daran erinnern sich bei weitem nicht alle. Wir betonen: die Tagesaufgabe muß die Verschmelzung der Kommunisten mit dem alltäglichen Leben der Arbeitermassen sein, die Heranziehung der Werktätigen selbst zum Klassenkampf. Und wenn wir das nicht selbst lernen, und andere nicht lehren, für die nächsten Ziele zu kämpfen, ist es naiv darauf zu rechnen, daß die Menschen uns im Kampf für den Kommunismus unterstützen werden.

Die Umwandlung der Menschen aus den Bittstellern in Kämpfer – das ist unsere alltägliche Arbeit.

Die einfachste und natürlichste Form des Wirtschaftskampfes ist die Organisation der Gewerkschaften. In unserem Land sind wirklich neue, von den Behörden und den Herrschenden unabhängige Gewerkschaften entstanden, die wir als Klassenorganisationen betrachten können, weil sie ausgehend von der bekannten und obligatorischen Forderung der ILO (International Labour Organisation) so aufgebaut sind, daß sie keine Mitgliedschaft an einer Organisation der Lohnarbeiter und der Besitzer (oder ihrer Vertreter aus Administration und Verwaltung) erlauben. Heute gibt es in Rußland genügend solcher Gewerkschaften, mit denen unsere Partei aktiv zusammenarbeitet.
Die wesentlichsten von ihnen sind:
– Die überregionale Vereinigte Arbeitergewerkschaft „Saschtschita“ („Schutz“);
– Die russische Gewerkschaft der Hafenarbeiter;
– Die Gewerkschaft der Fluglotsen;
– Die überregionale Gewerkschaft der Arbeiter der Autoindustrie;
– Neue Gewerkschaften („Nowoprof“).

Was ist der Ausweg aus der Krise?

Die Russische Kommunistische Arbeiterpartei meint, daß es niemals einfache Wege aus der Wirtschaftskrise des Kapitalismus gab und auch nicht geben wird! Immer und überall verwirklicht sich dieser Ausweg durch die Abwälzung aller Lasten der Krise auf die Schultern der arbeitenden Menschen, vor allem – der Vertreter der Arbeiterklasse. Die Ausbeutung nimmt zu, die früher eroberten sozialen Rechte und politischen Freiheiten werden beschnitten und die Macht der Polizeikräfte verschärft sich. Und dabei ist die kapitalistische Welt ununterbrochen von Instabilität und von erneuten wirtschaftlichen Erschütterungen bedroht. Der Kapitalismus gebiert immer wieder neue Krisen – das ist seine Natur, seine natürliche Funktion. Das einzige Medikament gegen die Krise ist die Entwicklung des Kampfes der arbeitenden Klassen bis zur Verwirklichung der sozialistischen Revolution.

Natürlich stoßt dabei die sich entwickelnde Arbeiterbewegung, wie auch die Tätigkeit wahrhaftiger Kommunisten auf den tollwütigen Widerstand der Behörden und der Kapitalisten. Einerseits werden die Gesetze verschärft, es werden die Rechte und die Möglichkeiten des Kampfes gegen die Unternehmen auf jede Weise eingeschränkt. So werden heute 98 % aller Streiks für ungesetzlich erklärt. In vielen Branchen und Berufsgruppen sind die Streiks untersagt. Die Prozeduren zur Anmeldung von Streiks sind äußerst erschwert. Die Verantwortung für jeglichen Extremismus wurde eingeführt und so weiter. Doch einen um ein Vielfaches größeren Schaden fügen der Arbeiterbewegung die Methoden der Provokateure zu, insbesondere die Irreführung der proletarischen Bewegung auf falsche Pfade, wie sie von den Agenten mit bürgerlichem Einfluß vorgezeichnet werden. So haben die Ideologen der KPRF [5] schon zwei Parteitage mit sogenannten Vertretern der Arbeitskollektive durchgeführt, in deren Ergebnis Resolutionen verfaßt wurden zur Unterstützung der KPRF bei den Wahlen und ein Programm für eine „Regierung des Volksvertrauens“, welche nur allein angeblich das Land retten kann. Von einer Entfaltung des eigenen Kampfes der Werktätigen war da nicht die Rede. Wie im übrigen auch nicht über eine Vertretung der Arbeiter in der Staatsduma.

Ebenso aktiv sind verschiedene trotzkistische Gruppierungen, sozialdemokratische und kleinbürgerliche Organisationen, die sich mit allen Mitteln bemühen, die Arbeiterbewegung dem Einfluß der revolutionären Kommunisten zu entziehen und sie auf die parlamentarischen Parteien zu orientieren, auf angeblich neue „Volksfronten“, oder die einfach versuchen, sie von der Teilnahme an der Politik als einer schmutzigen Angelegenheit abzuhalten. Das alles bestärkt uns in der Überzeugung, daß für die Kommunisten die Entfaltung einer breiten Arbeiterbewegung, das Hereintragen von Kenntnissen des wissenschaftlichen Kommunismus in sie einzig und allein die richtige, und einzig und allein eine perspektivische Ausrichtung des Kampfes ist.

Wie soll man den Kampf organisieren?

Um diese Aufgaben zu erfüllen zu können, die im Manifest der Kommunistischen Partei vorgezeichnet ist, organisierte RKAP den Kampf um die nächsten Ziele der Arbeiterklasse, wobei sie aber immer das Hauptziel im Auge behielt – den Kampf um eine Gesellschaft ohne kapitalistische Ausbeutung, für den Sozialismus. Auf unserer politischen Agenda steht die Taktik der Bildung eines breiten Blocks der Klassenkräfte, wir haben es die Russische Vereinigte Arbeitsfront – ROT FRONT genannt. Schon drei Jahre befassen wir uns mit deren Aufbau, wobei wir Arbeiter und Gewerkschafter, Jugendgruppen und gesellschaftliche Organisationen zur Teilnahme an „ROT FRONT“ mit heranziehen. Die Praxis hat gezeigt, daß wir damit einen Nerv der Bourgeoisie getroffen haben. Wir bekamen bei der Registrierung von „ROT FRONT“ als Partei vom Justizministerium sieben Mal eine Absage, vor allem wegen ihres offensichtlich politischen Charakters (dem Justizministerium gefiel selbst der Titel „ROT FRONT“ nicht, ihm gefiel nicht die Symbolik – eine geballte Faust vor dem Hintergrund eines Sternes, welche sie als ein Symbol des Kampfes gegen den Staat werteten). Typisch ist auch, daß selbst das Wort „FRONT“ Widerspruch auslöste. Das schärfste aber ist, daß sich ausgerechnet die KPRF vehement gegen die Bildung von „ROT FRONT“ aussprach. Sjuganow nannte „ROT FRONT“ – ein „Projekt des Kreml“.

Nichtsdestotrotz haben wir das Ministerium für Justiz überzeugt, und im Dezember 2012 wurde „Russische Vereinigte Arbeitsfront“ nach dem nunmehr achten Anlauf als politische Partei registriert. Derzeit geht der Prozeß der Registrierung der Regionalorganistionen dem Ende zu. Aus der Sicht der bürgerlichen Gesetzgebung ist „ROT FRONT“ nur eine politische Partei, doch für uns besteht – nur als Rechtsperson – die Möglichkeit der Nutzung parlamentarischer Methoden des Kampfes zur Verstärkung des Klassenkampfes. Unsere politische Partei ist natürlich die „Russische Kommunistische Arbeiterpartei“, die den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse vom Joch des Kapitals, für die Verwirklichung einer neuen sozialistischen Revolution fortsetzt.

In erster Linie gegen den Revisionismus und Opportunismus

Bei seiner Tätigkeit mißt die RKAP dem Kampf gegen Revisionismus und Opportunismus eine große Bedeutung bei, da sie ihn für eine wichtige Bedingung erachtet: für den Sieg im Klassenkampf, für die Entwicklung des Klassenbewußtseins der Arbeiter und bei der Schaffung von Massenorganisationen der Werktätigen, welche unter revolutionären Bedingungen zu Sowjets umgebildet werden können. Im übrigen erachtet unsere Partei den Kampf gegen Opportunismus und Revisionismus für eine strategische Hauptaufgabe der internationalen kommunistischen Bewegung. Diese Frage sollte unbedingt in die Resolution des Meetings aufgenommen werden, und wir bieten an, das vorliegende Thema auf dem folgenden Seminar zu erörtern.

Aus der Geschichte ist bekannt, daß der Opportunismus nicht nur einfach eine rechte Abweichung eines Teiles der kommunistischen Bewegung ist, sondern ihn zu einem großen Teil, und manchmal sogar vollständig ergreifen kann. So war es während des Ersten Weltkriegs, als anerkannte marxistische Theoretiker der alten europäischen Sozialdemokratischen Parteien vor dem Krieg in ihren Erklärungen noch völlig marxistische Positionen des proletarischen Internationalismus einnahmen, und nachdem sie das erste Waffengeklirr vernahmen, hoben sie in den Parlamenten einträchtig die Hände für die Kriegskredite ihrer Regierungen, das heißt sie unterstützten den Krieg. Tatsächlich ist auch die Zweite Internationale über diese Frage gestolpert, und sie sank damit auf sozial-patriotische Positionen herab. Eine Ausnahme machten nur die Bolschewiki, und im Endeffekt wurden dafür sechs Abgeordnete der Duma (d.h. die gesamte Fraktion der Bolschewiki vollständig) nach Sibirien verbannt. Auch die bulgarischen Freunde sind nicht „umgekippt“, und ein Kommunist des Deutschen Reichstags – Karl Liebknecht. Das heißt, die Ausmaße einer solchen Erscheinung können wahrlich überwältigend sein, davon zeugt auch das Schicksal der KPdSU.

Ein Charakterzug des heutigen Opportunismus in der kommunistischen Bewegung ist die Anhänglichkeit gegenüber der Theorie des Marktsozialismus auf wirtschaftlichem Gebiet, und die Anerkennung der Parlamente als Form der Volksherrschaft in der Politik. Bei solchen opportunistischen Parteien richtet sich die Strategie ihres Sieges auf Erfolgsversprechungen gegenüber den Werktätigen bei den nächsten Wahlen und auf die Begrenzung ihres Kampfes in einen Kampf um ehrliche Wahlen. Für eine solche parlamentarische Beschränktheit bekommen diese Parteien eine gute Finanzierung aus dem Staatshaushalt. So hat sich in Rußland die Finanzausstattung der Parlamentsparteien seit 2004 um das 100fache vergrößert. Andere außerparlamentarische Formen des Klassenkampfes gegen das bürgerlichen System erkennen die meisten dieser Parteien nicht an, oder nur mit Worten.

Die KPRF – eine opportunistische Partei

In Rußland spielt die Kommunistische Partei der Russischen Föderation (KPRF) die Rolle des Fortsetzers der opportunistischen Gorbatschowschen Ansichten.
Die wesentlichen Merkmale sind:
– Die Behauptung von der Erschöpftheit einer Bereitschaft zur Revolution;
– Die Absage an die Diktatur des Proletariats;
– Die Präferenz des Parlamentarismus für die Volksherrschaft;
– Die Anhänglichkeit gegenüber dem Modell des Marktsozialismus;
– Die Unterstützung der orthodoxen Kirche und ihre Anerkennung einer angeblich positiven Rolle in der Geistigkeit der Gesellschaft usw.
Diese Partei wurde in Form einer parlamentarischen Opposition in das kapitalistische System installiert, die KPRF setzt auf den Sieg durch ehrliche Wahlen, und vermittels der These einer linkszentristischen Regierung des „Volksvertrauens“. Man fragt sich, warum der Kampf gegen den Opportunismus so kompliziert ist, wo doch auf theoretischem Gebiet anscheinend alles klar ist und noch von den Klassikern erklärt wird. Der Haken ist der, daß der Opportunismus nicht direkt ein Verrat ist. Die Opportunisten treten nicht gegen den Kommunismus auf, nicht gegen Marx und Lenin, sondern sie verstecken sich – im Gegenteil – hinter deren Namen. Wladimir Iljitsch betonte, daß der Opportunist die Partei nicht verläßt, sie nicht verrät – doch er meint, daß er ihr richtig dient. Sein ganzes Elend besteht darin, daß er unter dem Druck der Umstände und des momentanen Vorteils die grundlegenden Interessen der Bewegung opfert. Lenin unterstrich, daß die Bourgeoisie immer jene opportunistische Partei unterstützt, die dem Namen und der Phraseologie nach den wahren Revolutionären am ähnlichsten ist. Dabei erlaubt die Bourgeoisie den Opportunisten nicht, sich bis ganz nach rechts zu bewegen, weil in diesem Fall an ihrer Stelle eine echte und für die Bourgeoisie gefährliche Organisation entstehen kann.

Die Tricks der Marx-Verfälscher

Natürlich ist das nicht nur eine russische Erscheinung. Das Projekt der „Eurolinkspartei“ ist, auf einen kurzen Nenner gebracht, auf die Verdrängung der Kommunisten vom linken Rand des politischen Feldes gerichtet. Meistens haben die Opportunisten – sowohl in der Vergangenheit, als auch heute – vorgeschlagen, sich unter dem Deckmantel der Sorge um die Einheit der Reihen der Partei jeglicher Kritik zu enthalten. So verteidigten sie Gorbatschow, während sie die Waffen der Kritik gegen Jelzin richteten. Heute verteidigen sie Sjuganow und die KPRF, während sie sagen, daß man die Waffen auf Putin richten muß usw. Sie sagen, daß wir ein rotes Banner haben, daß wir doch alle Kommunisten sind, und uns alle für den Sozialismus einsetzen müssen. Lenin hat sich noch in 1914 ausführlich hinsichtlich der Einheit geäußert: „Die Einheit ist eine große Sache und eine große Losung! Doch die Arbeitersache braucht die Einheit unter den Marxisten, nicht aber die Einheit der Marxisten mit den Gegnern und Verfälschern des Marxismus.“ [6]

Und dabei war Lenin gegenüber den Verfälschern des Marxismus nicht einfach nur streng, sondern kalt und hart: „Entweder Diktatur (d.h. die eiserne Macht) der Gutsbesitzer und der Kapitalisten, oder Diktatur der Arbeiterklasse. Ein Mittelding gibt es nicht! Von der Mitte träumen die Schmarotzer, die Intelligenzler, Herrschaften, die schlecht gelernt haben in schlechten Büchern, vergebens. Nirgends in der Welt gibt es ein Mittelding, und wird es nicht geben. Entweder Diktatur der Bourgeoisie (verdeckt unter hochtrabenden sozialrevolutionären und menschewistischen Phrasen wie Volksherrschaft, konstituierende Versammlung, Freiheit und dergleichen), oder Diktatur des Proletariats. Wer das aus nicht der Geschichte des 19.Jahrhunderts gelernt hat, der ist ein hoffnungsloser Idiot. [7] Und er fügte hinzu: „Nur Halunken oder Dummköpfe orakeln, das Proletariat müsse zuerst bei Wahlen, die unter dem Joch der Bourgeoisie, unter dem Joch der Lohnsklaverei stattfinden, die Mehrheit erobern und könne erst danach die Macht erobern. Das ist der Gipfel an Borniertheit oder Heuchelei, das ist der Ersatz des Klassenkampfes und der Revolution durch Wahlrummel unter der bestehenden Ordnung, unter der alten Macht.“ [8] Lenin scheute sich nicht, unmittelbar die Politiker, aber auch die Parteien namentlich auszusprechen: „Das größte Elend und eine Gefahr für Europa besteht darin, daß es in ihm keine revolutionäre Partei gibt. Es gibt Parteien von Verrätern, solcher wie die Scheidemänner, Renaudels, Hendersons, Webbs und Co. oder von Allerweltslakaien wie Kautsky. Es gibt keine revolutionäre Partei.“ [9] Im Jahre 1920 schrieb Lenin, daß „der Bolschewismus die Bourgeoisie in Jahren 1917-1919 nicht besiegt hätte, wenn er nicht zuvor 1903-1917 gelernt hätte, die Menschewiki, d.h. die Opportunisten, Reformisten und Sozial-Chauvinisten, zu besiegen, und sie schonungslos aus der Partei der proletarischen Avantgarde zu vertreiben.“ [10]

Nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution forderte Lenin die entschlossene und endgültige Abgrenzung vom Opportunismus der II. Internationale, und er war selbst der Initiator für die Bildung der III. Kommunistischen Internationale. Unter seiner Führung wurden die theoretischen Prinzipien und die organisatorischen Maßnahmen für die Abgrenzung vom Opportunismus entwickelt, die als Bedingungen für die Aufnahme in die Komintern bekannt wurden. Heute gibt es keine Kommunistische Internationale, aber wir meinen, daß eine solche Notwendigkeit herangereift ist.

Strenge Kriterien für eine kommunistische Partei

Aber man muß dazu gerade für die marxistischen kommunistischen Parteien, die auf klaren Klassenpositionen stehen, strenge Richtlinien für die Teilnahme einführen. Wofür vorgeschlagen wird, bestimmte strenge Aufnahmekriterien zu entwickeln. Zur Unterstützung bei dieser Arbeit ist es nützlich, wenn wir uns an die Leninschen Kriterien der Aufnahme in die Komintern erinnern. Man wirft uns häufig vor, daß wir der Kritik des Opportunismus zu viel Aufmerksamkeit widmen, und rät uns, diese Energie auf die Entlarvung des Imperialismus insgesamt, sowie Putins und seines Regimes zu richten. Jedoch ausgehend vom Hinweis Lenins, daß es, „um von der Partei und der Revolution einen nicht wieder gutzumachenden Schaden abzuwenden, Momente gibt, die uns verpflichten, immer wieder beharrlich die Frage zu stellen und die Dinge beim richtigen Name zu nennen“, [11] betrachten wir die heutige Situation als außergewöhnlich, und wir müssen leider feststellen, daß eine Reihe von Parteien unsere ideologischen Gegner sind, die sich als kommunistisch bezeichnen. Die Beachtung dieser Probleme ist eine vordringliche Angelegenheit.

Man muß die Tatsache beachten, daß Lenin 1919 bemerkte, daß sich viele Opportunisten, sozusagen der Mode folgend, der Komintern anschlossen. Und heute gibt es mehr als genug solche Linken, Pseudolinken und Kommunisten, nur dem Namen nach. Alle diese Erscheinungen werden heute so oder so beobachtet, doch wenn man die Strategie und die Taktik ausarbeitet, natürlich nicht, indem man mechanisch den Bedingungen von 1919 folgt, dann kommt man um die Leninsche Erfahrung nicht herum. Das Gespräch für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale kann nur mit jenen Parteien geführt werden, die die Diktatur des Proletariats anerkennen. Und nicht nur als ein Lippenbekenntnis zu Lenin, sondern durch die tagtägliche Propaganda ihrer Notwendigkeit. Indem sie daran arbeiten, das Proletariats als Klasse für sich zu organisieren. Bei dieser Arbeit ist die Russische Kommunistische Arbeiterpartei bereit, mit wirklichen kommunistischen Parteien brüderlich zusammenzuarbeiten.

Original-Quelle:
http://rkrp-rpk.ru/content/view/9473/1/

Zitate:
[1] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1988, Bd. I, S.429.
[2] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, Vorrede [zur englischen Ausgabe von 1888], in: Marx/Engels, Ausgewählte Werke in sechs Bänden, Dietz Verlag Berlin, 1988, Bd. I, S.397.
[3] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, ebd., S.430.
[4] Karl Marx/Friedrich Engels, Manifest der Kommunistischen Partei, ebd., S.450.
[5] Die sog. „Kommunistische Partei der Russischen Föderation“ – eine pseudokommunistische, revisionistische Partei
[6] W.I. Lenin, Einheit, in LW, Dietz Verlag, Berlin, 1961, Bd.20, S.228.
[7] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.158 (russ.)
[8] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.39, S.219 (russ.)
[9] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.37, S.110 (russ.) – ein Artikel Lenins, erschienen in der Prawda № 219, vom 11. Oktober 1918 unter dem Titel: „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“
[10] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.40, S.24 (russ.)
[11] W.I. Lenin, Vollständige Gesamtausgabe, Bd.25, S.343 (russ.)

Übersetzung:
Max Schmidt, Halle/S.

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-online.

Teil 1:
http://kommunisten-online.de/dank-der-sozialistischen-errungenschaften-in-der-sowjetunion-und-den-anderen-sozialistischen-landern-war-die-bourgeoisie-der-kapitalistischen-lander-gezwungen-der-arbeiterklasse-bei-der-gewahrung-dem/

Teil 2:
http://kommunisten-online.de/entweder-diktatur-d-h-die-eiserne-macht-der-gutsbesitzer-und-der-kapitalisten-oder-diktatur-der-arbeiterklasse-w-i-lenin/

Siehe auch:
…wie zu Lenins Zeiten
Was ist Vergesellschaftung?
M.W.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution

Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?

Pieck und Grotewohl
Freunde und Kampfgefährten: Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl (1950)

Im April 1954 auf dem IV. Parteitag der SED hielt Ministerpräsident Otto Grotewohl eine Rede, in der er begründet, warum der Kommunismus gut für die Menschen ist. Hinter ihm, an der Wand war die Aufschrift befestigt:

DIE STÄRKE DER PARTEI
LIEGT IN IHRER UNLÖSBAREN
VERBUNDENHEIT
MIT DEN MASSEN

Das war mehr als nur symbolisch. Durch das Vertrauen der Arbeiterklasse in die Politik der Partei, durch die enge Verbindung der Partei zum Volk, und durch dessen enthusiastische Kraft und mit Hilfe der Sowjetunion, war es damals möglich, binnen weniger Jahre auf den Trümmern des 2.Weltkrieges eine neue, sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten. Die DDR gehörte bald darauf wirtschaftlich, wie sozial zu den fortgeschrittensten Ländern der Erde. Zwar hatten wir noch keinen Kommunismus in der DDR (wie im übrigen nirgendwo auf der Welt), doch wir hatten den Sozialismus, die Vorstufe der kommunistischen Gesellschaft. Und der war dem heutigen Kapitalismus haushoch überlegen. Davon können die meisten Menschen heute nur träumen. (Bei allen Fehlern und Mängeln, die es gab!) Und das sind unsere praktischen Erfahrungen damit. Otto Grotewohl sagte damals zu den Anwesenden:

Der dem Parteitag vorgelegte Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees ist ein umfangreiches Dokument für die umgestaltende Kraft der Arbeiter und der Bauern in der Deutschen Demokratischen Republik, die sich aus der sinnvollen Verbindung marxistisch-leninistischer Theorie und marxistisch-leninistischen Handelns ergibt.

Für eine neue Offenheit, Ehrlichkeit und Begeisterung

Trotzdem gestattet mir zu sagen, daß viele der von den Genossen gehaltenen Diskussionsreden bis jetzt noch nicht in allen Punkten den Erwartungen entsprachen, die die umfangreiche marxistisch-leninistische Analyse des Rechenschaftsberichtes des Zentralkomitees erwarten ließ. Gewiß waren viele der hier gegebenen Berichte voll von heroischen Beispielen im Kampf um Planerfüllung, um Übererfüllung und Selbstverpflichtung. Aber viele dieser Berichte waren eben gute Wirtschaftsberichte. Man vermißte in ihnen oft noch den Willen, Kritik und Selbstkritik mit jener leidenschaftlichen Begeisterung und klassenmäßigen Bindung zur Beseitigung von Fehlern und Mängeln zu verbinden, wie es zum Beispiel Genossin Erna Wilcken, Parteisekretär der Verkehrsbetriebe Rostock, und andere uns gezeigt haben.

Das sozialistische Bewußtsein entwickelt sich nicht im Selbstlauf

Der Marxismus-Leninismus führt den Nachweis, daß das gesellschaftliche Bewußtsein nicht von selbst entstanden ist, sondern sich auf der Grundlage der sich stets verändernden gesellschaftlichen Produktion entwickelt und sich ebenfalls verändert. Das gesellschaftliche Bewußtsein der Menschen formt und entwickelt sich im Prozeß des Lebens und der Arbeit, im Zuge der historischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Gesellschaftliches Bewußtsein muß seinen Inhalt aus dem Leben und aus der Wirklichkeit schöpfen, wenn es die objektive Realität widerspiegeln und sich im Kampf um den gesellschaftlichen Fortschritt zu einer gewaltigen, aktiven und bewegenden Kraft entwickeln soll.

Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein!

Mit dieser Lehre vom gesellschaftlichen Bewußtsein, legten die Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus der Arbeiterklasse starke theoretische Waffen in die Hände im Kampf um den Sozialismus, für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung. Sie zerschlugen die „Theorien“ der idealistischen Philosophen, wonach Wesen und Inhalt der gesellschaftlichen Bewußtseinsformen den Ideen und Anschauungen der Menschen, der „absoluten Idee“, der Religion, dem „blinden Schicksal“ oder einzelnen hervorragenden Persönlichkeiten entspringen. Mit Hilfe solcher „Theorien“ versuchen die Ausbeuterklassen die objektiven Tatsachen zu verdrehen und ihre besonderen Klasseninteressen zu verschleiern.

Die DDR – ein fortschrittlicher Staat der Arbeiter und werktätigen Bauern

In Wirklichkeit sind die werktätigen Massen die wahren Schöpfer aller materiellen und geistigen Werte. Ihre bewußte Tätigkeit drückt der Entwicklung der Geschichte den Stempel auf. Das ist in der Deutschen Demokratischen Republik so, weil die Arbeiterklasse im Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft und in Zusammenarbeit mit allen anderen fortschrittlichen Kräften den Staat, die Deutsche Demokratische Republik, in ihre Hände genommen hat. Genosse Ulbricht hat die Rolle der Arbeiterklasse in der DDR genau dargelegt. Die Arbeiterklasse spielt in der DDR die führende Rolle. Von 6,1 Millionen werktätigen Männern und Frauen, die in Lohnarbeit stehen, sind in der DDR mehr als 4,5 Millionen Arbeiter. Gemeinsam mit ihren Familienangehörigen machen die Arbeiter mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung der Republik aus. Schon allein da spricht von der überaus bedeutenden Rolle, die die Arbeiter im Leben der DDR spielen. Sie schaffen mit ihrer Arbeit alle materiellen Werte. Doch die zahlenmäßigen Angaben allein geben noch keine volle Vorstellung von der Rolle der Arbeiterklasse in der DDR.

Der entscheidende Unterschied zu Westdeutschland

Auch in Westdeutschland stellen die Arbeiter und ihre Familien die Mehrheit der Bevölkerung dar. Auch ihre Arbeit schafft die größten Reichtümer der Gesellschaft, doch sie haben keinerlei entscheidenden Einfluß auf das Leben der Gesellschaft in Westdeutschland, wie es in der DDR für unsere Arbeiterklasse der Fall ist. Das Wichtigste ist, daß in der DDR der größte Teil der Wirtschaft und die gesamte Staatsmacht der Arbeiterklasse gehören, die ein Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft eingegangen ist und eng mit allen fortschrittlichen Kreisen, mit Wissenschaftlern, Technikern und Künstlern zusammenarbeitet, während in Westdeutschland die Wirtschaft und die Staatmacht ebenso wie früher den Großkapitalisten und Gutsbesitzern gehören.

Der Kampf um soziale Gerechtigkeit – gegen Ausbeutung und Unterdrückung

Lenin hat nachgewiesen, daß die werktätigen Massen stets die Hauptkraft historischer Prozesse sind, alle sozialen Revolutionen und jeden gesellschaftlichen Fortschritt selbst vollbracht haben und vollbringen, und daß im Verlaufe der historischen Auseinandersetzung der Klassen das Bewußtsein und die Organisiertheit der Werktätigen wachsen. … Die unbesiegbare geistige Waffe der Arbeiter und Bauern in diesem ihrem heroischen Kampf ist die Lehre von Marx, Engels und Lenin. Ihre Partei verteidigt und verficht die ureigensten Interessen der Arbeiterklasse und aller Werktätigen, nur sie ist auch imstande, dem Grundgesetz des Sozialismus zum Durchbruch zu verhelfen, indem sie die Mehrheit der Werktätigen für ihre Politik gewinnt und ihre führende Rolle auf allesn Gebieten des gesellschaftlichen Lebens verwirklicht.

Warum war Kommunismus stets gut für die Menschen?

Es geht einfach darum, daß die Arbeiter in der DDR den entscheidenden Teil der Produktionsmittel in ihren Besitz genommen haben, daß sie für sich selbst arbeiten und nicht für Kapitalisten, daß die von den Arbeitern geschaffnen Werte nicht der Bereicherung eines kleinen Häufleins von Großkapitalisten dienen, sondern – zum mindesten in der volkseigenen Industrie – dem Wohl der ganzen Gesellschaft. Die Arbeiter in der DDR sind schon nicht mehr Objekt der Ausbeutung durch die Großkapitalisten, sondern sie haben die Ausbeutung beseitigt und ihren eigenen Staat errichtet. Die Werktätigen erkennen, daß dieser neue Staat ihr eigener Staat ist, mit dem sie ihre eigenen Geschicke lenken und leiten. Damit werden die Werktätigen, die Arbeiter und Bauern, zum grundlegenden Träger der Staatsmacht. [1]

Um das alles zu erreichen, was in der DDR in diesen wenigen Jahren erreicht wurde, und um die Macht der Arbeiterklasse zu verteidigen, um das Volk vor den inneren und äußeren Feinden zu schützen, war es notwendig, die Diktatur des Proletariats zu errichten. Es ist die Macht der Mehrheit des Volkes über die Minderheit der gestürzten Ausbeuterklasse.

Ist eine Diktatur nicht etwas Schreckliches?

Nein: Die Diktatur des Proletariats ist die ungeteilte politische Herrschaft der Arbeiterklasse, die von ihr in der sozialistischen Revolution errichtet wird und dem Aufbau und der Festigung des Sozialismus dient. Um die neue, sozialistische Ordnung aufbauen zu können, muß die Arbeiterklasse ihre eigene politische Herrschaft errichten, ihr eigene Staatlichkeit konstituieren, den Staat der Diktatur des Proletariats. Sie nutzt den sozialistischen Staat als Machtinstrument der Arbeiterklasse, um „der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staates, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte … rasch zu vermehren“ (MEW, B.4, S.481). [2]

„Der Kommunismus beginnt dort“, so sagte Lenin, „wo einfache Arbeiter in selbstloser Weise, harte Arbeit bewältigend, sich Sorgen machen um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität, um den Schutz eines jeden Puds Getreide, Kohle, Eisen und anderer Produkte, die nicht den Arbeitenden persönlich und nicht den ihnen ‚Nahestehenden‘ zugute kommen, sondern ‚Fernstehen­den‘, d.h. der ganzen Gesellschaft.“ [3]

Quellen:
[1] Otto Grotewohl, im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik, Reden und Aufsätze, Bd.IV, Dietz Verlag Berlin 1959, S.65-69. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
[2] Jugendlexikon Politische Ökonomie, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1981, S.47.
[3] W.I. Lenin: Die große Initiative, in: Werke, Bd.29, Dietz Verlag, Berlin/DDR 1977, S.417.

Dreizehn Fragen und Antworten:
1. Die DDR war nicht pleite, sie war aber ohne die Sowjetunion nicht zu halten.
2. Der Sozialismus war lebensfähig, er wurde aber durch innere und äußere Feinde zerstört.
3. Die Feinde der DDR waren eine verschwindend kleine Minderheit, dennoch gefährlich.
4. Die Unzufriedenheit in der DDR war auf Abweichungen vom Sozialismus zurückzuführen.
5. Die Sowjetunion war unbesiegbar, solange sie am Marxismus-Leninismus festhielt.
6. Die angeblichen 20 Millionen Toten unter Stalin sind eine statistische Erfindung.
7. In den sozialistischen Ländern gab es keine Arbeitslosigkeit und keine Ausbeutung.
8. Der Kapitalismus ist nicht unbesiegbar, er muß aber überwunden werden.
9. Die sozialen Errungenschaften (wie z.B. in der DDR) sind nur im Sozialismus möglich.
10. Die globalen Menschheitsprobleme sind im Kapitalismus nicht lösbar.
11. Die Verbindung der Partei der Arbeiterklasse zu den Massen ist lebensnotwendig.
12. Der Sozialismus ist nicht gescheitert, sondern er wurde von seinen Feinden zerstört.
13. Der Kommunismus ist gut für die Menschen, Marx konnte beweisen, warum das so ist.

Worin besteht nun die Aufgabe der Kommunisten?
1. Die Apathie im Proletariat überwinden.
2. Die Zerfahrenheit in Zeiten der Krise beseitigen.
3. Das Wesen der Krise erkennen und verdeutlichen.
4. Dem Proletariats seine führende Rolle bewußt machen und
5. sich fest zusammenzuschließen und einen Parteikern zu bilden.
… sagte Lenin im Jahre 1910. (Siehe hier)

Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Vor der Gründung der DDR (1)
Vor der Gründung der DDR (2)
Leben in der DDR, Lebensweise und Familie
Kurt Gossweiler: Die Vorzüge des Sozialismus (DDR)
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Wer oder was ‚motivierte‘ eigentlich die Kommunisten?

Die Oppositionellen in der SED

SED-ParteitagEs gab ganz gewiß auch in der SED eine ganze Menge Genossen, die wußten nicht, was vorne und hinten ist, sie waren „dafür“, weil es der Mehrheit entsprach. Sie schwammen mit dem Strom, und als es andersherum kam und die Konterrevolution zu siegen begann, warfen sie ganz schnell ihr Parteibuch weg, „gestanden ihren Irrtum“ ein. Und sie erklärten, daß sie ja schon immer „gewisse Vorbehalte“ gehabt hätten, daß „die Menschen einfach noch nicht reif“ seien für den Sozialismus. Und dergleichen billige Sprüche mehr. Man nannte sie „Wendehälse“ – aber eigentlich waren sie nie Kommunisten, sie gehörten einfach nur zum Sumpf dieser Partei. Sie hatten nicht begriffen, daß man für das Neue in der Gesellschaft auch KÄMPFEN muß. Und dann gab es noch die Oppositionellen in der Partei, wie Krenz, Modrow, Gysi, Bisky, die Professoren Meißner, Wagner, Lieberam, Roß und Konsorten. Das sind diejenigen, die den Marxismus irgendwie für überholt halten, die meinen, man müsse Marx revidieren und einen „demokratischen Sozialismus“ anstreben. Diese Leute gehören niemals zu den Revolutionären in einer Gesellschaft, sondern immer zu den Bedenkenträgern und Bremsern, wenn nicht sogar zu den Antikommunisten, wie das Beispiel des Herrn Professor Kara-Mursa aus Moskau zeigt. Genosse Stalin sagte:

Man sollte nicht vergessen, daß in jeder großen Partei, besonders in einer Partei wie die unsrige, die an der Macht steht und in der es einen gewissen Teil Bauern und Angestelltenelemente gibt, sich im Laufe einer bestimmten Zeit gewisse indifferente, den Fragen der Parteipraxis gleichgültig gegenüberstehende Elemente ansammeln, die mit geschlossenen Augen stimmen und mit dem Strom schwimmen. Das Vorhandensein einer großen Zahl solcher Elemente ist ein Übel, gegen das man kämpfen muß. Diese Elemente bilden den Sumpf unserer Partei.

Der Sinn der Diskussion

Die Diskussion ist ein Appell an diesen Sumpf. An ihn appellieren die Oppositionellen, um einen gewissen Teil von ihm loszureißen. Und sie reißen wirklich seinen schlechteren Teil weg. Die Partei appelliert an ihn, um den besseren Teil von ihm loszureißen und ihn in das aktive Parteileben einzugliedern. Das Ergebnis ist, daß der Sumpf trotz seiner Passivität zur Entscheidung gezwungen wird. Und er entscheidet sich wirklich infolge dieser Appelle, er gibt einen Teil an die Opposition ab, den andern an die Partei, und auf diese Weise hört er als Sumpf zu bestehen auf. In der gesamten Entwicklungsbilanz unserer Partei ist das ein Plus. Ein Ergebnis der jetzigen Diskussion ist die Verminderung des Sumpfes, der entweder ganz zu bestehen aufgehört hat oder doch aufzuhören im Begriff steht. Das ist das Plus der Diskussion.

Was kam dabei heraus?

Die Ergebnisse der Diskussion? Die Ergebnisse sind bekannt. Bis zum gestrigen Tage stimmten, wie sich herausstellt, für die Partei 724.000 Genossen, für die Opposition etwas über 4.000. Da haben Sie das Ergebnis. Die Oppositionellen bei uns wetterten, das ZK habe sich von der Partei losgelöst, die Partei habe sich von der Klasse losgelöst, und wenn das Wenn und das Aber nicht wär’, dann flögen gebratene Tauben daher, dann hätten sie, die Oppositionellen, unfehlbar 99 Prozent auf ihrer Seite. Da ihr aber die gebratenen Tauben nicht in den Mund fliegen, hat die Opposition nicht einmal 1 Prozent der Stimmen bekommen. Das ist das Ergebnis.

Warum war die Opposition so schmählich unterlegen?

Wie konnte es kommen, daß die Partei in ihrer Gesamtheit und mit ihr die Arbeiterklasse die Opposition so unsanft isoliert hat? Dort, an der Spitze der Opposition, stehen doch bekannte Leute mit Namen, Leute, die es verstehen, Reklame für sich zu machen (Zurufe: „Sehr richtig!“), Leute, die nicht an Bescheidenheit kranken (Beifall), die es verstehen, sich anzupreisen und die Ware von der vorteilhaften Seite zu zeigen. Das geschah deshalb, weil die führende Gruppe der Opposition sich als eine Gruppe kleinbürgerlicher Intellektueller entpuppte, losgerissen vom Leben, losgerissen von der Revolution, losgerissen von der Partei, von der Arbeiterklasse. (Zuruf: „Sehr richtig!“. Beifall)

Wer sind eigentlich (oder waren) die Oppositionellen in der Partei?

Stalin: Ich sprach vorhin über die Erfolge unserer Arbeit, über unsere Errungenschaften auf dem Gebiet der Industrie, auf dem Gebiet des Handels, auf dem Gebiet der gesamten Wirtschaft, auf dem Gebiet der Außenpolitik. Aber die Opposition kümmert sich nicht um diese Errungenschaften. Sie sieht sie nicht oder will sie nicht sehen. Sie will diese Erfolge nicht sehen, teilweise aus Ignoranz, teilweise kraft einer gewissen Halsstarrigkeit vom Leben losgerissener Intellektueller.

Quelle:
J.W. Stalin, Der XV. Parteitag der KPdSU( B ) 1927, in: Stalin, Werke Bd.10, Dietz Verlag Berlin, 1953, S.291f. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
Stalinwerke Bd.11 (pdf)

Siehe auch:
Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger
Danke, lieber Genosse Gorbatschow
Ein Lump, der sich mit linken Phrasen schmückt
Trotzki verrät die junge Sowjetmacht
Der Sozialismus war und ist lebensfähig
Der Sozialismus und die SED

Wer gehört eigentlich zur Arbeiterklasse?

RußlandUkraineFrankreichGroßbritannienChinaBulgarienStreiks in der kapitalistischen Welt

Manchmal muß man wirklich beim „Urschleim“ anfangen. Da liest man solche dummen Bezeichnungen, wie „emanzipatorische“ oder „interventionistische“ Linke. Und da fragt man sich, was diese Leute eigentlich wollen. Ein wahrer WortSCHATZ ist das! Und das DENKEN der Bourgeoisie. Wo stehen denn diese „Linken“ und diese falschen „Kommunisten“, wie Wagenknecht, Gysi, Stehr, Meyer, Steigerwald und Co. – stehen sie an der Theke oder auf der Seite der Arbeiter. Oder sitzen sie vielleicht genüßlich beim Hummeressen im Adlon und zahlen (selbstverständlich!) ihren Champagner selbst? (Man ist ja nicht käuflich!) Und warum gibt es eigentlich immer wieder diese Klassenauseinandersetzungen zwischen Arbeitern und den Kapitalisten? Wer gehört denn nun heute noch zum Proletariat? Diese „Linken“ etwa? Oder gehören ein Programmierer, ein selbständiger Handelsvertreter, ein Postbote oder eine Mitarbeiterin beim Finanzamt etwa nicht zur Arbeiterklasse? Wie verhält es sich eigentlich mit dem Klassenbewußtsein, mit der Klassensolidarität? Wer unterstützt denn z.B. einen Streik der Fluglotsen oder der Verwaltungsangestellten? Oder wird da nur gemeckert über die Verspätung, über die Behinderungen? Und woher kommt denn diese Feindschaft zwischen der Arbeiterklasse und den Kapitalisten? Keine Frage: Sie ist einfach da. Niemand hetzt die Arbeiter auf. Nur irgendwann haben sie einfach die Nase voll von dem Betrug. Diese Feindschaft resultiert aus den unüberbrückbaren Gegensätzen dieser kapitalistischen Gesellschaft. Überall auf der Welt. Und daran hat sich seit Marx‘ Zeiten nichts geändert. Absolut nichts…

Wer oder was ist eigentlich die Arbeiterklasse?

Die Arbeiterklasse ist im Kapitalismus eine der sich feindlich gegenüberstehenden Grundklassen; im Sozialismus Grundklasse, führende Kraft und Schöpfer der sozialistischen Gesellschaft. Im Kapitalismus besteht die Arbeiterklasse, das Proletariat, aus rechtlich freien Lohnarbeitern, die keine Produktionsmittel besitzen. Um existieren zu können, sind sie gezwungen, ihre Arbeitskraft den Besitzern von Produktionsmitteln zu verkaufen. Die Arbeiter sind die unmittelbaren Produzenten der kapitalistischen Produktion und erzeugen den größten Tei! des gesellschaftlichen Reichtums. Dennoch erhalten sie nur so viel, wie zur ständigen Reproduktion ihrer Arbeitskraft notwendig ist. Die Arbeiterklasse wird durch die herrschende Bourgeoisie Ökonomisch ausgebeutet, politisch unterdrückt und ideologisch niedergehalten. Diese Lebensbedingungen zwingen sie zum unversöhnlichen Klassenkampf gegen die Bourgeoisie. Mit der Entwicklung der kapitalist. Produktionsweise formierte sich das Proletariat als Klasse. Im „Manifest der Kommunistischen Partei“ formulierten MARX und ENGELS die Entwicklung des Proletariats zu einer Grundklasse:
Manifest der Kommunistischen Partei
Infolge ihrer objektiven Stellung ist die Arbeiterklasse die einzig konsequent revolutionäre Klasse der kapitalistischen Gesellschaft. Das ist in folgendem begründet:
Arbeiterklasse
Auf Grund ihrer Stellung hat die Arbeiterklasse objektiv die welthistorische Mission, die Bourgeoisie zu entmachten, sich selbst und damit alle anderen werktätigen Schichten von der Ausbeutung zu befreien und Sozialismus und Kommunismus aufzubauen. Diese objektiven Aufgaben werden der Arbeiterklasse im Klassenkampf unter Führung ihrer revolutionären Partei bewußt. Die Arbeiterklasse wird damit zur Führerin aller Werktätigen beim Sturz der alten und beim Aufbau der neuen Gesellschaftsordnung. Für die führende Rolle der Arbeiterklasse und für ihre Kampfkraft sind folgende Faktoren weiterhin entscheidend:
Bedingungen
Die Geschichte beweist, daß die Arbeiterklasse nur dort siegen und die politische Macht erobern kann, wo sie über diese marxistisch-leninistische Partei verfügt und die sozialistische Ideologie die ganze Klasse erfaßt. Mit der Errichtung der Diktatur des Proletariats ändern sich die Stellung und der Charakter der Arbeiterklasse grundlegend. Aus einer ausgebeuteten und unterdrückten Klasse wird sie zur körperlich und geistig produktiv tätigen und machtausübenden Klasse, die gemeinsam mit den übrigen Werktätigen die entscheidenden Produktionsmittel besitzt. Sie übt die politische Macht aus, setzt ihre wissenschaftliche Ideologie durch und errichtet im Bündnis mit den Genossenschafts-bauern, der sozialistischen Intelligenz und allen anderen Werktätigen Sozialismus und Kommunismus.

Wie wird das im Sozialismus sein?

In einem sozialistischen Land ist die Arbeiterklasse und ihre Partei die ausschlaggebende gesellschaftliche Kraft und Träger der Macht. Sie leitet die Wirtschaft und den Staat, eignet sich die Errungenschaften der modernen Wissenschaften an und produziert als die am engsten mit dem sozialistischen Eigentum verbundene Klasse den größten Teil aller materiellen Werte. Dabei entwickelt die Arbeiterklasse immer stärker solche Eigenschaften wie Streben nach höheren Leistungen, Schöpfertum, Selbstlosigkeit, Verantwortungsbewußtsein, Diszipliniertheit, Kollektivgeist, Drang nach Bildung und den Stolz, Angehöriger der Arbeiterklasse zu sein. Als führende Kraft der sozialistischen Gesellschaft bereitet sie damit die Herausbildung eines hochqualifizierten, wissenschaftlich und kulturell gebildeten und bewußten Gestalters der zukünftigen kommunistischen Gesellschaft vor.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.49f.
(der letzte Absatz wurde aktualisiert, N.G.)

N.B. Ungefähr so war es auch im Sozialismus schon mal. Und darauf können wir stolz sein, die wir unseren Beitrag dazu geleistet haben! Ob und wann das Proletariat jedoch seine historische Mission erfüllt, wo und wann es wieder eine revolutionäre Rolle spielen wird, das hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt vom eigenen Klassenbewußtsein und der Beherzigung der Lehren aus der Geschichte.
Worin besteht nun die Aufgabe der Kommunisten?
1. Die Apathie im Proletariat überwinden.
2. Die Zerfahrenheit in Zeiten der Krise beseitigen.
3. Das Wesen der Krise erkennen und verdeutlichen.
4. Dem Proletariats seine führende Rolle bewußt machen und
5. sich fest zusammenzuschließen und einen Parteikern zu bilden.
sagte jedenfalls Lenin im Jahre 1910!

Siehe auch:
Die Arbeiter und die Schmarotzer
Gibt es heute noch eine Arbeiterklasse?
Kleines Politisches Wörterbuch: Was ist eine Klasse?

Lenin: Was sind die aktuellen Aufgaben der Kommunisten?

Max Seydewitz: Die große Kraft

KraftWohl wissend, daß die verleumderische Geheimrede Chruschtschows nicht ohne Wirkung auf die kommunistischen Parteien bleiben würde, unterzog sich der Dresdner Kommunist Max Seydewitz 1961 der schwierigen Aufgabe, die große Kraft der Sowjetunion darzustellen, ohne jedoch mit Hinweisen auf die bedeutende Rolle Stalins für die kommunistische Bewegung zu sparen. Es war ein Drahtseilakt, denn auch in der SED mehrten sich nach 1956 diejenigen Stimmen, welche bereit waren, den Verleumdungen antikommunistischer Kräfte im Land des Roten Oktober Glauben zu schenken. Im Klappentext des Buches heißt es: „Die große Kraft der Sowjetunion – das ist kein Schlagwort, sondern eine entscheidende weltpolitische Realität. Wie konnte sich auf dem Boden des ehemals rückständigen zaristischen Agrarlandes eine mächtige sozialistische Industriemacht entwickeln? … Was sind die Quellen der großen Kraft der Sowjetunion? Auf diese und andere Fragen antwortet der bekannte Publizist Professor Max Seydewitz in diesem Buch.“ Der heldenhafte Sieg der Sowjetunion unter Führung Stalins im Großen Vaterländischen Krieg war der überzeugendste Beweis für die Richtigkeit der Lehren Lenins und die Lebenskraft des Sozialismus. Es ist klar, wenn es um die Leninsche Generallinie der Partei geht, daß dabei auch eine klare Abrechnung mit antikommunistischen Kräften gezogen werden muß. Denn auch heute noch gibt es diese Kräfte in diversen trotzkistischen Medien…

Um die Leninsche Generallinie der Partei

Als Lenin im Januar 1924 starb, hinterließ er als Vermächtnis an die Partei, an die Sowjetregierung und das Sowjetvolk die Mahnung, in dem von ihm vorgeschlagenen Sinne den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion zu verwirklichen. Trotzki und seine Anhänger nannten Lenins Vermächtnis eine „reaktionäre Utopie“. Sie behaupteten, daß es unmöglich wäre, den Sozialismus in einem einzigen Lande aufzubauen. Man müßte die Kraft des Sowjetstaates für die Entfesselung der Weltrevolution einsetzen, weil der Weg zum Sozialismus nur beschritten werden könne, nachdem die Arbeiterklasse in den entscheidenden kapitalistischen Ländern durch eine siegreiche Revolution die politische Macht erobert hätte.

Trotzkis irreführende und gefährliche Behauptungen

Trotzki erklärte, daß nach dem ersten Weltkrieg die Sowjetunion ebenso wie jedes andere Land immer mehr in den Kreislauf der Weltwirtschaft einbezogen würde und zwangsläufig von der Entwicklung in der Welt abhängig wäre. Er bezeichnete es als unsinnig, angesichts dieser „Tatsache“ von der Möglichkeit des Aufbaus des Sozialismus in einem Lande zu reden, denn „ein isolierter sozialistischer Staat kann nur in der Phantasie eines Journalisten oder eines Verfassers von Resolutionen bestehen“. In der Broschüre „Unsere Revolution“ behauptete Trotzki, daß die Arbeiterklasse Rußlands außerstande wäre, sich „ohne direkte staatliche Unterstützung des europäischen Proletariats“ an der Macht zu halten und ihre zeitweise Herrschaft in eine dauernde zu verwandeln. Diese Behauptung „begründete“ Trotzki unter anderem auch damit, daß „die Widersprüche in der Stellung der Arbeiterregierung in einem rückständigen Lande mit einer erdrückenden bäuerlichen Bevölkerung nur im internationalen Maßstabe gelöst werden können, in der Arena der proletarischen Weltrevolution“.

Der Sieg der Sowjetunion bestätigte die Leninschen Ideen

In diesem Satz sind zwei wesentliche Gedanken der trotzkistischen „Ideologie“ enthalten. Erstens die Behauptung, daß die Arbeiterklasse im agrarischen Rußland nach der Eroberung der politischen Macht solange auf der Stelle treten müsse, bis die Arbeiterklasse in den entscheidenden europäischen Industrieländern im revolutionären Kampf die politische Macht erobert hätte. Zweitens die Behauptung, daß die Arbeiterklasse die Masse der Bauern in Rußland nicht für die Unterstützung des sozialistischen Aufbaus gewinnen könne. Damit verneinte Trotzki die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen Arbeitern und werktätigen Bauern, das Lenin immer als die entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion bezeichnet hatte. Die Entwicklung hat die ganze „Konzeption“ Trotzkis und auch seine These von der „Unmöglichkeit“ eines Bündnisses zwischen Arbeitern und Bauern in der Sowjetunion widerlegt. Die Kommunistische Partei hat unter Führung ihres Zentralkomitees ein inniges unlösbares Bündnis zwischen Arbeiterklasse und. Bauernschaft zustande gebracht. Die Stärke und die Festigkeit dieses Bündnisses offenbarten sich in ganz besonders überzeugender Weise in dem Abwehrkampf der Sowjetvölker gegen die die Freiheit und die Unabhängigkeit ihrer Heimat bedrohenden nazistischen Welteroberer, in dem Arbeiter und Bauern in edlem Wettstreit miteinander das letzte für die Verteidigung und für den Sieg ihres Sowjetvaterlandes hergaben.

Stalin entlarvt die ultralinken Verräter Trotzki, Sinowjew und Kamenew

Um die Durchführung des Leninschen Vermächtnisses wurde in der Kommunistischen Partei jahrelang eine lebhafte Diskussion geführt. Dabei trat Stalin als Repräsentant der Leninschen Lehre gegen die defätistischen und sowjetfeindlichen „Theorien“ und Praktiken Trotzkis, Sinowjews, Kamenews und anderer auf. Stalin brandmarkte Trotzkis ultralinke Phrasen über die Inszenierung der Weltrevolution als einen Versuch, den jungen Sowjetstaat auf Abwege zu führen und von der Erfüllung der ihm gestellten realen Aufgaben abzuhalten. Stalin wies nach, daß die trotzkistischen Auffassungen, wenn sie verwirklicht würden, kein anderes Ergebnis als den Zusammenbruch des Sowjetstaates und den Sieg der Konterrevolution haben könnten. Die Grundgedanken zu der damals entscheidenden Streitfrage findet man unter anderem in einem Brief, den Stalin im Januar 1925 an einen zweifelnden Genossen schrieb.

In diesem Brief heißt es:
„Es wäre töricht gewesen, die Oktoberrevolution in Rußland zu beginnen, wenn man überzeugt gewesen wäre, daß sich das siegreiche Proletariat Rußlands bei offenkundiger Sympathie von Seiten der Proletarier der anderen Länder, aber ohne den Sieg in mehreren Ländern, einem konservativen Europa gegenüber nicht behaupten kann. Das ist kein Marxismus, sondern ganz gewöhnlicher Opportunismus … Das Gefährlichste in unserer politischen Praxis ist, wenn man das siegreiche proletarische Land als etwas Passives zu betrachten sucht, das, solange nicht die siegreichen Proletarier anderer Länder zu Hilfe kommen, zu nichts weiter fähig ist, als auf der Stelle zu treten. Nehmen wir an, daß es in den nächsten fünf bis zehn Jahren Sowjetordnung in Rußland im Westen noch nicht zur Revolution kommt; nehmen wir an, daß unsere Republik während dieser Periode ihre Existenz trotzdem behauptet als Sowjetrepublik, die unter den Verhältnissen der NÖP die sozialistische Wirtschaft aufbaut – glauben Sie, daß sich unser Land während dieser fünf bis zehn Jahre damit beschäftigen wird, Wasser ins Meer zu tragen, und nicht damit, die sozialistische Wirtschaft zu organisieren? Man braucht diese Frage nur zu stellen, um zu begreifen, wie gefährlich die Theorie der Leugnung des Sieges des Sozialismus in einem Lande ist.“ [1]

Der Sozialismus ist keine Utopie

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei wandte sich entschieden gegen diejenigen, die es als eine „Utopie“ bezeichneten, die sozialistische Wirtschaft in der Sowjetunion zu organisieren, und dem jungen Sowjetstaat empfahlen, passiv auf den Sieg der Weltrevolution zu warten. Zweifellos wäre der Sowjetstaat früher oder später zusammengebrochen, wenn die Arbeiterklasse entsprechend den falschen und konterrevolutionären Parolen Trotzkis ihre in der Oktoberrevolution eroberte politische Macht nicht nach den Vorschlägen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei zielbewußt für den Aufbau des Sozialismus eingesetzt hätte.

Die Vorteile der Bündnispolitik

In seiner Broschüre über „Die Ergebnisse der XIV. Konferenz der Kommunistischen Partei Rußlands“ wies Stalin nach, daß der von einer kapitalistischen Umwelt umgebene Sowjetstaat sehr wohl imstande ist, „die inneren Widersprüche zwischen dem Proletariat und der Bauernschaft aus eigenen Kräften aufzuheben“ und das Bündnis zwischen diesen beiden entscheidenden Klassen zustande zu bringen. Weil aber durch dieses Bündnis die den Aufbau des Sozialismus hemmenden inneren Schwierigkeiten überwunden werden können, ist der Sowjetstaat auch „ohne direkte staatliche Unterstützung durch das europäische Proletariat“ in der Lage, „eine sozialistische Wirtschaft bei sich zu organisieren“.

Überwindung der nationalen Bourgeoisie – oder Rücktritt

In einem Referat auf dem VII. Plenum des EKKI (Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale) im Dezember 1926 sagte Stalin über die Konsequenzen, die sich zwangsläufig daraus ergeben würden, wenn man die Möglichkeit des sozialistischen Aufbaus in einem Lande verneint: „Entweder können wir, indem wir unsere ,nationale’ Bourgeoisie überwinden, den Sozialismus aufbauen und ihn letzten Endes errichten – dann ist die Partei verpflichtet, an der Macht zu bleiben und den sozialistischen Aufbau im Lande zu leiten im Namen des Sieges des Sozialismus in der ganzen Welt; oder wir sind nicht imstande, aus eigener Kraft unsere Bourgeoisie zu überwinden – dann müssen wir, unter Berücksichtigung der Tatsache, daß uns die sofortige Unterstützung von außen her; durch die siegreiche Revolution in anderen Ländern, fehlt, offen und ehrlich von der Macht zurücktreten und Kurs darauf nehmen, für die Zukunft eine neue Revolution in der UdSSR zu organisieren.“ [2]

Das Zentralkomitee war vom Sieg des Sozialismus überzeugt

Der Standpunkt der Trotzki und Sinowjew war der Standpunkt des Klassenfeindes, der mit allen Mitteln auch mit Hilfe der mit ihm verbündeten Trotzkisten, seine frühere Herrschaft in Rußland wieder aufrichten wollte. Der Verzicht auf den Aufbau des Sozialismus im Sowjetstaat hätte zwangsläufig zur Niederlage der Revolution und zur Wiederaufrichtung der alten Klassenherrschaft der Bourgeoisie und Gutsbesitzer geführt. Aber das Zentralkomitee der Partei Lenins war fest davon überzeugt, daß die Arbeiterklasse der Sowjetunion nach der erfolgreich durchgeführten Oktoberrevolution im festen Bündnis mit der Bauernschaft fähig war, aus eigener Kraft die russische Bourgeoisie zu überwinden und die sozialistische Wirtschaft zu organisieren. Doch hat es nie einen Hehl daraus gemacht, daß der Aufbau des Sozialismus in einem Lande inmitten einer feindlichen kapitalistischen Umwelt eine ungewöhnlich schwierige Aufgabe ist, die nur gelöst werden kann, wenn sich alle Kräfte des Sowjetlandes vorbehaltlos dafür einsetzen.

[1] J.W. Stalin, Werke, Dietz Verlag, Berlin, 1952, Bd.7, S.14/15.
[2] Ebenda, Bd.89, S.19/20.

Quelle:
Max Seydewitz: Die große Kraft, Kongreß-Verlag Berlin, 1961, S.27-31. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Siehe auch:
Der sowjetfeindliche Verschwörer Trotzki
Stalin und Kirow: Eine revolutionäre Freundschaft
Eine konterrvolutionäre Verschwörung (1936)
Max Seydewitz: Warum wurde Dresden zerstört?