UdSSR (1953): Karrieristen kamen an die Macht

Wieso wurden solche Leute wie Chruschtschow, Shukow, Gorbatschow und andere zu Verrätern? Waren es persönliche Motive wie Rache, oder war es Egoismus, Geldgier? War es Machtrausch? Über die Motive kann man lange rätseln. Doch das ist ebenso unnütz, wie über die Beweggründe eines Göring, Goebbels oder Hitler nachzudenken.

Im Jahre 1964 sprach es Mao Tse-tung unmißverständlich aus:

Mao 1964

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War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag der KPdSU (1956) noch ein sozialistischer Staat?

sowjetische ArbeiterklasseSowjetische Arbeiterklasse

Was unter SOZIALISMUS zu verstehen ist, darüber gibt es weitverbreitete Unkenntnis.
Mal abgesehen von denen, die wissentlich oder unwissentlich verleumderische Mitteilungen darüber verbreiten, sind auch von jenen, die den Sozialismus selbst erlebt haben oder nur vom Hörensagen her zu kennen glauben, oft recht dumme Bemerkungen zu vernehmen. Der Sozialismus ist die einzige menschliche Alternative, um auf dieser, unserer Welt weiterzuleben. Natürlich werden die damaligen und die heutigen Kapitalisten und ihre Hoftrompeter dem nicht zustimmen, aber das hat ja auch niemand erwartet. Ob es damals in der DDR einen Sozialismus gegeben hat, darüber hatten wir schon geschrieben (siehe: Gab es einen Sozialismus in der DDR?), wie aber war das nun in der Sowjetunion? Was ist eigentlich Sozialismus? Und ist es wirklich so, daß die Sache selbst an und für sich gut ist, die Menschen aber schlecht sind? Oder wurde der Sozialismus von der Partei nur mißbraucht? Auf alle diese Fragen wollen wir versuchen, eine Antwort zu geben:

Die Grundzüge des Sozialismus?

Im Lehrbuch für die politischen Grundschulen von 1951 lesen wir: „In der Sowjetunion ist der Staat ein sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern, und die gesamte Macht gehört den Werktätigen in Stadt und Land. Die ökonomische Grundlage des Sozialismus bilden das sozialistische Wirtschaftssystem und das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln. Es gibt zwei Formen des sozialistischen Eigentums: das staatliche (Gemeingut des Volkes) und das genossenschaftlich-kollektivwirtschaftliche Eigentum. In der sozialistischen Gesellschaft gibt es schon keine Ausbeuterklassen mehr, und die Hauptunterschiede zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft sind überwunden, da die Arbeiter und Bauern in der einheitlichen sozialistischen Wirtschaft arbeiten. (…) Das wirtschaftliche Leben der sozialistischen Gesellschaft wird bestimmt und gelenkt durch den staatlichen Volkswirtschaftsplan, im Interesse der Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums des Landes, der ununterbrochenen Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus der Werktätigen, der Festigung der Unabhängigkeit der UdSSR und der Stärkung ihrer Verteidigungskraft. Dank dem sozialistischen Eigentum an den Produktionsmitteln und der planmäßigen Lenkung der Volkswirtschaft sichert die sozialistisehe Gesellschaft sowohl ein hohes Entwicklungstempo der Produktion als auch ein hohes Produktionsniveau. Die Sowjetunion verfügt über eine mächtige sozialistische Industrie und über die am besten mechanisierte sozialistische Landwirtschaft, die die bedeutendste der Welt ist. Die Arbeit ist in der Sowjetunion Pflicht und eine Sache der Ehre eines jeden Bürgers. In der Sowjetunion wird das Prinzip verwirklicht: ‚Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung.‘ Das Prinzip des Sozialismus besteht darin, daß jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Gebrauchsgüter nicht nach seinen Bedürfnissen erhält, sondern nach der Arbeit, die er für die Gesellschaft geleistet hat, also nach der Menge und Qualität seiner Arbeit. In Übereinstimmung damit führt der Sowjetstaat eine strenge Kontrolle über das Maß der Arbeit und über das Maß des Verbrauchs der Mitglieder der Gesellschaft, legt die Arbeitsnormen und die Entlohnung der Arbeit fest. Die Art der Bestimmung und Staffelung des Arbeitslohns wird durch die Arbeitsgesetzgebung genauestens geregelt. Das Lohnsystem in den Sowjetbetrieben beruht auf dem Prinzip, das in der Sowjetverfassung in folgenden Worten festgelegt ist: ‚Die Bürger der UdSSR haben das Recht auf Arbeit, d.h. das Recht auf garantierte Beschäftigung mit Entlohnung ihrer Arbeit nach Menge und Qualität.‘ “ [1]

Wurde nach dem XX.Parteitag in der Sowjetunion der Kapitalismus eingeführt?

Darüber wurde häufig diskutiert. Die „Marxistisch-leninistische Partei Deutschlands“ (MLPD), eine linke Splittergruppe, behauptet: Ja. – Genosse Dr. Kurt Gossweiler sagt: Nein. Andere hingegen möchten das Thema am liebsten vom Tisch wischen und diskutieren derweil mit der Bourgeoisie über die angeblichen „Verbrechen Stalins“. Doch wenden wir uns den Tatsachen zu. Hier also Genosse Dr.Gossweiler: „Darüber, daß mit Chruschtschow ein Exponent des modernen Revisionismus sich an die Spitze der KPdSU gemogelt hat, dessen Ziel die Restauration des Kapitalismus war, gibt es zwischen uns keine Meinungsverschiedenheiten. Das argwöhnte und befürchtete ich ziemlich bald nach dem XX.Parteitag; dessen war ich mir sicher nach der ungarischen Konterrevolution vom Herbst 1956. Aber genau so sicher war ich mir auch, daß die Chruschschow-Clique nicht die ganze KPdSU war; Chruschtschows Machterschleichung bedeutete eine große Gefahr für den Sozialismus, aber noch keineswegs die Liquidierung des Sozialismus und die Umwandlung der Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat.“ [2] Ausführlich legt Kurt Gossweiler dar, wie dies geschah, und welche Rolle die revisionistische Chruschtschow-Clique dabei spielte. Dieser Text ist unbedingt lesenswert. (s.Anhang)

Woran erkennt man einen kapitalistischen Staat?

Die grundlegenden Wesenszüge der kapitalistischen Staaten sind (nach Dr.Kurt Gossweiler:)
(1) Ziel der Produktion ist die Erzielung von Mehrwert bzw. Maximalprofit.
(2) Die anarchische Produktion. Es gibt keine gesamtstaatliche Planung.
(3) Verwandlung von allem Lebensnotwendigen in Waren. (Auch Arbeitskraft ist eine Ware!)
(4) Kapitalistische Profitmacherei in allen Lebensbereichen
(5) Einigkeit der kap.Länder gegen revolutionäre oder antiimperialistische Bewegungen.
Das alles traf weder auf die Sowjetunion zu, noch auf die anderen sozialistischen Länder.

Ist die Sache selbst gut, und sind die Menschen schlecht?

Es wäre eine sehr kurzsichtige, vereinfachende Schlußfolgerung aus der Zerstörung der Sowjetunion, wollte man die Schuld dafür pauschal „den Menschen“ zuschieben, die einfach „noch nicht reif“ für den Sozialismus seien. Es ist eine typische, undialektische Methode der bürgerlichen Geschichtswissenschaft, die Ursachen historischer Ereignisse allein bestimmten Personen zuzuschreiben, soziale Verhaltensweisen oder nationale Besonderheiten zu psychologisieren oder aber das Verhalten der Volksmassen zu mystifizieren. Die marxistisch-leninistische Geschichtswissenschaft geht immer von den konkreten Tatsachen aus, und nicht von irgendeiner Interpretation. „Der Darstellung liegt die marxistisch-leninistische Auffassung von der gesetzmäßigen Aufeinanderfolge einander ablösender Gesellschaftformationen zugrunde, die von der Urgesellschaft über mehrere Formationen der Klassengesellschaft zum Sozialismus und Kommunismus führt. Den Prinzipien des historischen Materialismus entsprechend wird die geschichtliche Entwicklung als ein objektiv bedingter, durch soziale Interessen – in der antagonistischen Klassengesellschaft durch Klassenkampf – bestimmter Prozeß verstanden.“ [3] Oder wie Friedrich Engels es ausdrückte: „Die Menschen machen ihre Geschichte, wie diese auch immer ausfalle, indem jeder seine eigenen, bewußt gewollten Zwecke verfolgt, und die Resultante dieser vielen in verschiedenen Richtungen agierenden Willen und ihrer mannigfaltigen Einwirkung auf die Außenwelt ist eben die Geschichte.“ [4]

Welche Rolle spielte in der Sowjetunion die Kommunistische Partei?

„Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) entwickelte sich aus marxistischen Zirkeln, besonders aus dem von LENIN 1895 geschaffenen ‚Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse‘. Der II.Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands legte den Grundstein für eine Partei neuen Typus* (Bolschewiki). Unter ihrer Führung siegte die Große Sozialistische Oktoberrevolution, bauten die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft der UdSSR den Sozialismus auf (…) Im Interventionskrieg (1918-1920) und im Großen Vaterländischen Krieg (1941-1945) leitete die KPdSU den Kampf des Sowjetvolkes und verteidigte das sozialistische Vaterland. Die KPdSU ist die lenkende und leitende Kraft der Sowjetgesellschaft. In ihrer gesamten Tätigkeit läßt sie sich vom Marxismus-Leninismus und dem auf seiner Grundlage ausgearbeiteten Programm leiten. Getreu dem Prinzip der proletarischen Internationalismus unterstützt sie die um ihre Freiheit kämpfenden Völker und hilft den Bruderparteien beim Aufbau des Sozialismus. Sie ist die erfahrenste revolutionäre Partei und Pionier des gesellschaftlichen Fortschritts. Deshalb ist sie den kommunistischen und Arbeiterparteien ein leuchtendes Vorbild.“ [5] – so schrieb man noch 1976 in Meyers Jugendlexikon offenbar in Unkenntnis der vor sich gehenden revisionistischen Veränderungen innerhalb dieser Partei. Viel zu lange hielt man auch in der DDR an diesem Klischee fest. Genosse Dr. Gossweiler schreibt: „Nach Stalins Tod und der Übernahme der Parteiführung durch Chruschtschow setzten die Chruschtschow-Revisionisten einen Prozeß der Denaturierung des Sozialismus, der Untergrabung seiner Fundamente, in Gang, in dem die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollten und in begrenztem Maße auch geschaffen wurden, um in einer zweiten Phase dieses Prozesses zu direkten Zerstörung des Sowjetsystems und zu seiner Überleitung in die Restaurierung des Kapitalismus übergehen zu können.“ [6] Und das genau geschah 1990.

Mißbrauchte die Partei ihre Macht?

Kurz gesagt: Nein. Sie mißbrauchte nicht ihre Macht, sondern umgekehrt wurde die Partei von einer kleinen Gruppe revisionistischer Halunken mißbraucht, um nicht nur die Partei, sondern mit ihr auch den Sozialismus zu zerstören… „Um zu zerstören, was in 36 Jahren aufgebaut worden war, brauchten die Konterrevolutionäre von Chruschtschow bis Gorbatschow 38 Jahre. Diese 38 Jahre waren angefüllt mit einem erbitterten, unaufhörlichen Kampf zwischen den Revisionisten auf der einen, den Verteidigern der marxistisch-leninistischen Positionen auf der anderen Seite. Wer die Augen offen hatte, konnte diesen Kampf nicht übersehen….“ [7]

Quellen:
[1] Lehrbuch für die politischen Ggrundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag Berlin, 1951, S.249f.
[2] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (November 1994); vollständiger Text: hier
[3] Autorenkollektiv: Deutsche Geschichte in zwölf Bänden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin, 1982, Bd.1, S.5.
[4] Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie (1888), Berlin 1955, S.47.
[5] Autorenkollektiv: Meyers Jugendlexikon, VEB Biliographisches Institut Leipzig, 1976, S. 365.
[6] Kurt Gossweiler: Zu den Positionen…, ebd.
[7] ebd.

* Partei neuen Typus: von Lenin geschaffener neuer Parteityp, der den Anforderungen des Kampfes gegen den Imprialismus gerecht wird.

Anhang:
Dr. Kurt Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD (Nov.1994).

Gossweiler: Zu den Positionen der MLPD 1994
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Die Frage ist nun: Wie soll der SOZIALISMUS der Zukunft aussehen? Darüber kann es freilich noch keine genauen Aussagen geben. Doch wir können uns an der Geschichte orientieren…
Zukunft – wie bitte?
Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
…und der Jugend eine Zukunft
Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft

Klara Zetkin: Wider den sozialdemokratischen Revisionismus. Eine Polemik gegen Bernstein

Wer den rechten Weg verläßt, aus welchem Grund auch immer, der kann sich am Ende nur in seinem eigenen gedanklichen Kuddelmuddel verheddern. Ebenso erging es dem kleinbürgerlichen Hochstapler Eduard Bernstein (1850-1932), der im Überschwang seiner geistigen Höhenflüge zu der wahrlich ‚revolutionären‘ Erkenntnis kam: „Das, was man gemeinhin Endziel des Sozialismus nennt, ist mir nichts, die Bewegung alles.“ [1]
Also, kurzgesagt: Der Weg ist das Ziel. Was steckt dahinter? Ein paar superschlaue ‚Erfolgstrainer‘ und ein ganzer Schwarm ’systemischer Psychotherapeuten‘ haben sich indessen diese Idiotie zunutze gemacht und verkaufen sie gar als Rezept für ein ausgeglicheneres und erfolgreicheres Leben, indem sie argumentieren, daß einem durch eine übermäßige Zielfokussierung all die schönen Dinge des Lebens entgingen, und man auf diese Weise (… ‚lösungsorientiert‘ – versteht sich!) all die Probleme des Alltags überwinden könne. Wie schön – und doch: wie dumm! Denn in Wahrheit handelt es sich bei dieser geistreichelnden Phrase um nichts anderes als um das Lebensmotto orientierungsloser Menschen, die mangels klar gesteckter Ziele kurzerhand den Weg zum eigentlichen Sinn des Daseins erklären [2] – und folglich den Sozialismus zur Utopie –, um am Ende das Ziel ganz und gar aus den Augen zu verlieren. Und das ist auch schon der ganze Kern von Bernsteins antimarxistischem Revisionismus. Schon Klara Zetkin setzte sich in scharfer Form damit auseinander. Sie schrieb:

Die von Freund und Feind mit gleicher Spannung erwartete Schrift Bernsteins zur Kritik der sozialdemokratischen Theorie und Taktik ist kürzlich erschienen. Was die Freunde befürchtet, was die Feinde erhofft, das bestätigt sie mit wünschenswertester Klarheit: die vollzogene Schwenkung des Verfassers nach rechts hin. Wo Bernstein auf Grund seiner jetzigen Überzeugung steht, darüber können sich nach der Veröffentlichung seiner Schrift nur die täuschen, die aus Liebhaberei oder Beruf die Blinden spielen wollen. Was dagegen die Gründe anbelangt, welche die Preisgabe des alten Standpunkts, die Richtigkeit der veränderten Auffassung stützen sollen, so bleibt die Schrift erheblich hinter den Ansprüchen zurück, die man billigerweise an einen Mann von der Fähigkeit, dem Wissen und der Gewissenhaftigkeit Bernsteins stellen durfte. Sie ist in dieser Hinsicht geradezu dürftig und enthält weder neue beweiskräftige Tatsachen noch neue beweiskräftige Gedankengänge.

Bernstein – ein „Wendehals“ wie er im Buche steht…

Die Entwicklung unseres wirtschaftlichen und politischen Lebens bestätigt im großen ganzen geradezu glänzend die Marx-Engelssche Theorie des geschichtlichen Werdegangs zur sozialistischen Gesellschaft. Die zehnmal widerlegten Ansichten gewinnen dadurch nichts an beweisender Kraft, daß mit ihnen zur Abwechslung ein Mann aufwartet, der bisher einer der angesehensten Vorkämpfer für die Theorie von Marx und Engels gewesen ist und im Vordertreffen des Klassenkampfes gestanden hat. Wenn Bernstein heute verbrennt, was er früher angebetet, und anbetet, was er früher verbrannt hat, so ist dieser Umstand allein wahrlich nicht hinreichend, das als anbetungs- oder verbrennungswürdig zu begründen, wie bürgerliche Blätter frohlockend ausposaunen. Es spricht nur für eins: dafür, daß Bernstein heute Tatsachen und Theorien mit einem anderen Maßstab mißt als früher, und zwar mit einem Maßstab, der uns durchaus falsch dünkt.

Reformismus statt Klassenkampf

Der von Marx und Engels begründete moderne wissenschaftliche Sozialismus ist sicher nicht ein schwächliches Treibhauspflänzchen, das den leisesten Lufthauch freier Kritik fürchten muß. Aber was Bernsteins Schrift bringt, ist in der Hauptsache nicht eine kritische Sichtung, Weiterführung und Vertiefung der einschlägigen Theorien, es ist vielmehr die unzweideutige Preisgabe der prinzipiellen Auffassung, in der das sozialdemokratische Programm gründet. Bezüglich der Taktik der sozialdemokratischen Bewegung aber enthalten des Verfassers Ausführungen nicht bloß die Mahnung, jede Gelegenheit zu positiver Reformarbeit zu ergreifen, den Hinweis aufrichtigere Bewertung und bessere Nutzung dieses und jenes Wirkungsgebiets, sondern sie gipfeln in dem Anraten einer entschiedenen Frontänderung, in dem Befürworten einer Mauserung der Sozialdemokratie aus der revolutionären Partei des klassenbewußten Proletariats zu einer demokratisch-sozialistischen Reformpartei. (…)

Haarspaltereien und Phrasen statt klarer Begriffe

Mit dem Eifer des Neubekehrten bemüht er sich, bei Marx und Engels eine Entwicklung zur Verschwommenheit und Zerfahrenheit und in der Folge Widersprüche zu sich selbst nachzuweisen. Aber diese Widersprüche werden mittels Haarspaltereien und Unterstellungen aus einzelnen Worten und aus dem Zusammenhang gerissenen Sätzen zusammengeklaubt. Sie sind nur ein Widerschein der Widersprüche, in die sich Bernstein bei der vergeblichen Liebesmüh’ verstrickt, seine jetzige Überzeugung eines bürgerlichen Sozialreformlers mit seiner alten sozialistischen Auffassung zusammenzuflicken. (…)

Ist der Sozialismus nur ein frommer Wunschtraum?

Bernstein setzt an die Stelle der Wissenschaft die Utopie, er läßt die Gründe für die Verwirklichung des Sozialismus als einer wirtschaftlichen Notwendigkeit fallen und sucht das Proletariat mit dem frommen Glauben zu trösten, daß der Sozialismus eine sittliche, eine kulturelle Notwendigkeit sei. Er weist den Gedanken an den Zusammenbruch der kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung als eine der unerläßlichen Voraussetzungen für die sozialistische Gesellschaft zurück und hofft auf eine allmähliche stückweise Einschmuggelung des Sozialismus in die kapitalistische Gesellschaft durch soziale Reformen, Gewerkschaften, Konsumvereine, Produktivgenossenschaften. Genau betrachtet, erweist sich die von ihm ins Auge gefaßte allmähliche Sozialisierung nicht als ein Mittel zur Zertrümmerung des Kapitalismus, sondern als Mittel zu seiner Befestigung durch die Verbürgerlichung des Proletariats.

Bernsteins Aussöhnung mit dem Klassenfeind

Mit ethisch-demokratischem Gruseln schiebt Bernstein den proletarischen Klassenkampf beiseite und trägt dessen geschichtliche Mission auf das “Rechtsbewußtsein” über, auf den steigenden Einfluß der “Ethik” und des “Allgemeininteresses” innerhalb der ausbeutenden und herrschenden Klassen. Statt des Kampfes wider die Bourgeoisie predigt er die Aussöhnung mit ihr im Zeichen des “Liberalismus”, das heißt, er vertröstet das Proletariat mit dem Schaugericht einer abstrakten Formel, statt ihm die Notwendigkeit des festen Zugreifens nach dem sicheren Brot seiner wirtschaftlichen Befreiung einzuschärfen.

“Demokratisierung” … wie schön das klingt!

Bernstein fordert eine dieser Auffassung entsprechende Umänderung der sozialdemokratischen Taktik. (…) An Stelle des proletarischen Klassenkampfes gegen die Bourgeoisie zur Eroberung der politischen Macht tritt nun die Reformarbeit auf dem Gebiet der Gesetzgebung, des Gewerkschafts- und Genossenschaftswesens, der Gemeindeverwaltung usw. im Bunde mit dem anständig und gerecht denkenden Teil der Bourgeoisie zum Zwecke der Demokratisierung der Gesellschaft. Auf den friedlichen Wellen dieser Demokratisierung gleitet die geschichtliche Entwicklung zum Sozialismus hinüber. Selbstverständlich zu einem Sozialismus, der auch den herrschenden Klassen mit harmloser Freundlichkeit entgegenlächelt. Denn offenbar hat Bernstein … auch die charakteristischen Merkmale des Sozialismus zum alten Eisen geworfen: die Überführung der Produktionsmittel aus dem Privateigentum in den Gesellschaftsbesitz, die Beseitigung der Warenproduktion und der freien Konkurrenz. Er erklärt den Sozialismus als “Bewegung zur oder der Zustand der genossenschaftlichen Gesellschaftsordnung”.

Wie andere Begriffe, so verliert auch der des Sozialismus bei ihm seine scharf umrissene geschichtliche Bedeutung und wird zu einem verschwommenen, nebelhaften, vieldeutigen, alles- und nichtssagenden Etwas, zu dem sich heutigentags jeder leidlich anständige und gutmütige Mensch bekennen kann, ohne deshalb befürchten zu müssen, salonunfähig oder gar “gerichtsnotorisch” zu werden. Die von Bernstein angepriesene Theorie und Taktik ist die Theorie und Taktik all der bürgerlichen Elemente, die ihr Zelt an der Grenze des geschichtlichen Kampfplatzes zwischen Proletariat und Bourgeoisie aufgeschlagen haben.

Der Weg der Sozialdemokratie zu Friede, Freude und Eierkuchen

Wollte die Sozialdemokratie sich diese Theorie und Taktik zu eigen machen, sie müßte aufhören, sie selbst zu sein, sie müßte mit Nationalsozialen, Reformlern jeder Schattierung, doktrinären Liberalen und bürgerlichen Demokraten den Bruderschmatz tauschen und sich mit ihnen zu einem großen Reformlerkuddelmuddel vermengen. Es mag dies das Ideal der sozialen und politischen Parteichen und Gruppen sein, die so gern den feurigen Renner der Sozialdemokratie mit etwas Reformhaber kapitalfromm machen möchten, um ihn vor ihren eigenen, nicht vom Flecke kommenden Karren zu spannen. Es mag dies als holder Traum die guten Leute und schlechten Musikanten umgaukeln, die sich zum Nachweis ihres verfeinerten Empfindens und Denkens wider die materialistische Geschichtsauffassung und den Klassenkampf sträuben und an der Lösung der sozialen Frage durch geistreichelnde “ethisch-psychologisch-literarische” Debatten “arbeiten”. Es wäre der Selbstmord der Sozialdemokratie als einer politischen Partei als der Partei des klassenbewußten, revolutionären Proletariats. Durch die ihr angesonnene Frontänderung würde sie zwar ihre Gegner nicht versöhnen und entwaffnen, wohl aber das Vertrauen und die Gefolgschaft der proletarischen Massen verlieren. Wenn Bernsteins Schrift ein großes Verdienst unbestritten beanspruchen darf, so ist es das: klar zu zeigen, wohin die in der Partei vorhandenen possibilistischen Strömungen führen müssen, und dadurch eine kräftige Aktion hervorzurufen nicht etwa für die Verwischung des grundsätzlichen Charakters der Sozialdemokratie und für die Taktik der Nurpraktischen-Reformarbeit, sondern gegen die Verbannung ihrer Grundsätze in den Silberschrein und gegen die Taktik der Kompromisselei mit der bürgerlichen Gesellschaft. [3]

Quellen:
[1] Eduard Bernstein: Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie. J.H.W.Dietz, Stuttgart, 1899, S.201
[2] eine sehr schöne Satire findet man hier: http://de.uncyclopedia.org/wiki/Der_Weg_ist_das_Ziel
[3] Klara Zetkin, Ausgewählte Reden und Schriften, Bd.1, Berlin 1957, S.149-156.
(Gekürzt und mit Zwischenüberschriften versehen von mir, N.G. – vollständiger Text hier:
http://www.kommunisten.ch/index.php?article_id=378 )

Nachtrag:
Eduard Bernstein hatte sich vom Marxismus und von der Arbeiterklasse abgewandt, und die Bourgeoisie ließ ihn fallen, nachdem er sich als einer der wenigen Abgeordneten des Reichstages zur deutschen Kriegsschuld bekannt hatte. Er starb vereinsamt, ohne daß man ihm Ehre erwiesen hätte, 1932 in Berlin.

Siehe auch:
Klara Zetkin: Über die Frauenarbeit
Das Wesen des Revisionismus

Ein Gespräch im Hause Chruschtschow nach der erfolgreichen Beseitigung des Genossen Stalin

Es war eine dramatische, eine folgenschwere Veränderung, die sich nicht nur auf die Sowjetunion, sondern später auch auf die ganze Welt auswirken sollte, und die vielen erst bewußt wurde, als es schon zu spät war: Mit der Ermordung J.W. Stalins im Jahre 1953 hatte in der Sowjetunion eine Konterrevolution begonnen! Doch nur wenigen war damals so richtig klar, was das für Konsequenzen haben würde, und sie bezahlten es mit ihrem Leben. Nur wenige vermochten es, diese scharfe Kehrtwendung so unmittelbar und so treffend zu beschreiben, wie es der albanische Kommunist und Mitbegründer der albanischen kommunistischen Partei Enver Hoxha tat. Unbeirrt von den Intrigen und Anfeindungen durch die damalige sowjetische Parteiführung setzte die albanische kommunistische Partei ihren marxistisch-leninistischen Kurs fort. Ein sehr aufschlußreiches Gespräch hatten die albanischen Genossen mit dem sowjetischen Chefideologen Michail Suslow…
enver_hoxha_17.10.1971Enver Hoxha (1908-1985) in seinem Arbeitszimmer
– nur auf wenigen Bildern sieht man ihn derart betroffen

Kurz nach dem XX.Parteitag der KPdSU begann unter der Anführerschaft von Nikita Chruschtschow allmählich die Zerstörung des ersten sozialistischen Staates der Erde. Und es gab weitere Todesfälle … 1953: Der tschechische Kommunist Klement Gottwald starb in Moskau an den „Folgen einer Erkältung“. 1956: Der polnische Kommunist Bolesław Bierut starb in Moskau nach einem Herzmuskelinfarkt. 1964: Der französische Kommunist Maurice Thorez starb bei einer Überfahrt auf dem Schwarzen Meer. Kurz danach, ebenfalls 1964 starb in Jalta der italienische Kommunist Palmiro Togliatti. (Man muß lesen, was Togliatti kurz vor seinem Tode über seine Mörder schrieb! Siehe: [1] Memorandum) – Ein Zufall? Nein, keineswegs! „Die Umstände ihres Todes sind mysteriös“, schreibt Genosse Kurt Gossweiler, „und bis heute ungeklärt. Gemeinsam ist ihnen jedoch, daß der Tod die Genannten ereilte, als sie die Sowjetunion besuchten oder gerade von einem solchen Besuch zurückgekehrt waren.“ [2] Enver Hoxha beschreibt diese eigenartige Situation wie folgt:

Was geschah nach 1953 in der Sowjetunion?

Schon gleich nach Stalins Tod, bis hin zum XX.Parteitag, operierten die chruschtschowianischen Verschwörer auf füchsische Weise mit der „bürokratischen Legalität“, den „Parteiregeln“, der „Kollektivität“ und dem „demokratischen Zentralismus“, mit Krokodilstränen über Stalins Verlust, um so Schritt für Schritt die Torpedierung von Stalins Werk, seiner Persönlichkeit, des Marxismus-Leninismus anzubahnen. Für den Marxisten-Leninisten ist dies eine sehr lehrreiche Periode, denn sie zeigt den Bankrott der „bürokratischen Legalität“, die für eine marxistisch-leninistische Partei sehr gefährlich ist; sie zeigt die Methoden, mit denen die Revisionisten diese „bürokratische Legalität“ für sich ausnutzten; sie zeigt, wie ehrliche und erprobte Führer, die allerdings den revolutionären Klassengeist eingebüßt haben, den Intriganten auf den Leim gehen und den Erpressungen und der Demagogie der mit einer revolutionären Phraseologie getarnten revisionistischen Verräter Zugeständnisse machen, nachgeben. Wir sahen, wie die Chruschtschowianer während dieser Übergangsperiode, um ihre Macht zu konsolidieren, unter riesigem Spektakel angeblich mit „großer Parteilichkeit“, befreit vom „Alptraum der Angst vor Stalin“, mit „wahrhaft demokratischen und leninistischen Formen“ aktiv zu Werke gingen, wie sie damit beschäftigt waren, die gemeinsten Verleumdungen gegen die Sowjetunion, gegen Stalin und die sozialistische Ordnung überhaupt auszuhecken, wie sie sonst nur der Bourgeoisie zuzutrauen sind.

Eine von langer Hand vorbreitete Demontage

All diese ungeheuerlichen Verleumdungen der Chruschtschow-Revisionisten, ihre ganze zerstörerische Tätigkeit, untermauerten die seit vielen Jahren umgehenden Verleumdungen der reaktionären Bourgeoisie gegen den Marxismus-Leninismus, die Revolution und den Sozialismus und versuchten sie mit angeblich authentischen Dokumenten, mit „Argumenten“ und „Analysen“ in neuem Geist „zu belegen“. … Der opportunistische „neue Geist“, den Chruschtschow im Begriff war zu wecken und zu schüren, zeigte sich schon daran, wie dieser Parteitag organisiert war und ablief. Dieser liberale Geist drückte wie eine schwarze Wolke auf die ganze Atmosphäre, durchzog die sowjetische Presse und Propaganda in jenen Tagen, herrschte in den Sälen und Gängen des Parteitags, spiegelte sich auf den Gesichtern, in den Gesten und in den Worten der Menschen wider.
XXI. Parteitag der KPdSUXXI. Parteitag der KPdSU – nur eine heuchlerische Show

Es fehlte die frühere Ernsthaftigkeit, wie sie eigentlich für ein so außerordentlich wichtiges Ereignis im Leben einer Partei und eines Landes kennzeichnend sein sollte. Auf dem Parteitag sprachen auch Parteilose. In den Pausen zwischen den Sitzungen spazierten Chruschtschow und Genossen lachend in den Sälen und Gängen umher, wobei sie um die Wette Anekdoten erzählten, Geistreicheleien austauschten, sich volkstümlich gaben und an den übervollen Tischen, die überall aufgestellt waren, Getränke in sich hinein stürzten. Mit all dem wollte Chruschtschow den Eindruck nachhelfen, die „drückende Zeit“, die „Diktatur“, die „düstere Analyse“ der Dinge sei nun ein für allemal vorüber, und nun sei offiziell die „neue Zeit“ der „Demokratie“, der „Freiheit“, des „schöpferischen Herangehens“ an die Ereignisse und Phänomene angebrochen, innerhalb wie außerhalb der Sowjetunion. [3]

Der Tisch bog sich unter den Speisen

Man hatte auch Vertreter der Bruderparteien aus den anderen sozialistischen Ländern dazu eingeladen, darunter die Delegation Albaniens unter Leitung von Enver Hoxha. Da spielte sich dann etwa das folgende ab: Während seines Aufenthalts in Moskau anläßlich des XXI. Parteitags der KPdSU wurden er und die anderen albanischen Gäste von einem Politbüro-Mitglied zu einem Mittagessen auf seiner Datscha bei Moskau eingeladen. Es war 10 Uhr morgens, und der Tisch war schon wie in einem russischen Märchen üppig gedeckt. Die Gastgeber tranken Wodka und verschiedene Weine. Die Albaner waren dabei, loszufahren, als ihre Gastgeber ein Mittagessen ankündigten. „Wir waren überrascht und fragten, ob wir denn nicht genug gegessen hatten“, schreibt Enver Hoxha. „O nein, war die Antwort, das war nur ein kleiner Imbiß. Jetzt beginnt aber eine richtige Mahlzeit.“ „Daraufhin wurden wir in den Speiseraum eingeladen. Der Tisch bog sich unter den Speisen. All diese Gerichte wurden auf Kosten des sowjetischen proletarischen Staates für dessen Parteifunktionäre produziert!“, schrieb Enver Hoxha, entrüstet über die sowjetischen Revisionisten. [4]

Ein sehr aufschlußreiches Gespräch mit Suslow

Inzwischen war klar, daß sich die Tito-Clique im Nachbarland Jugoslawien vom Marxismus-Leninismus verabschiedet hatte. Und so hatten auch die albanischen Kommunisten ihre Schlußfolgerungen aus diesem Verrat gezogen. In diesem Zusammenhang berichtet Enver Hoxha von der folgenden Episode: Am Vorabend des 3.Parteitags unserer Partei, der Ende Mai/Anfang Juni 1956 tagte, verlangte Suslow von unserer Führung ungeschminkt, sie solle ihre bisherige Linie „überprüfen“ und „korrigieren“.

„Es gibt nichts, was unsere Partei an ihrer Linie zu überprüfen hätte“, entgegneten wir bestimmt. „Wir haben niemals schwere prinzipielle Fehler in der Linie zugelassen.“
„Die Sache mit Koçi Xoxe und seinen Genossen, die ihr bestraft habt, muß überprüft werden“, sagte Suslow uns.
„Sie waren und bleiben Verräter und Feinde unserer Partei und unseres Volkes, Feinde der Sowjetunion und des Sozialismus“, erwiderten wir entschieden. „Und wenn wir die Prozesse gegen sie hundert Mal überprüfen würden, hundert Mal würde dabei herauskommen, daß sie Feinde waren. Und so haben sie auch gehandelt.“

Nun fing Suslow zu reden an. Er sprach von dem, was in den anderen Parteien und in der sowjetischen Partei selbst gerade vor sich ging, von einer „großzügigeren“, „humaneren“ Betrachtungsweise des Problems.

„Das“, sagte er, „hat großen Eindruck gemacht und ist von den Völkern gut aufgenommen worden. Das muß auch bei euch passieren.“
„Unser Volk würde uns steinigen, wenn wir die Feinde und Verräter rehabilitieren würden, die das Land in die Ketten einer neuen Sklaverei schlagen wollten“, entgegneten wir Chruschtschows Ideologen.

Als Suslow sah, daß er so nicht durchkam, versuchte er es mit einer anderen Karte.

„Gut“, sagte er. „Wenn ihr davon überzeugt seid, daß sie Feinde sind, dann sollen sie es eben bleiben. Aber eines müßt ihr tun: sprecht nicht über ihre Verbindungen zu den Jugoslawen, bezeichnet sie nicht mehr als Agenten Belgrads.“
„Wir sprechen hier über die Wahrheit“, gaben wir zurück. „Und die Wahrheit ist, daß Koçi Xoxe und seine Spießgesellen bei dem Komplott von Kopf bis Fuß Agenten der jugoslawischen Revisionisten waren. Wir haben die gegen unsere Partei und unser Land gerichteten Verbindungen Koçi Xoxes zu den Jugoslawen, die vielen Fakten, die dies beweisen, aller Welt bekannt gegeben. Die Sowjetführung kennt sie genau. Weil sie vielleicht noch keine Gelegenheit hatten, die Fakten kennen zu lernen, und weil Sie auf Ihrer Meinung bestehen, wollen wir Ihnen einige aufzählen.“

Suslow vermochte kaum seine Nervosität zu zügeln. Wir zählten ihm in aller Ruhe einen Teil der wichtigsten Fakten auf und betonten abschließend:

„Das ist die Wahrheit über Koçi Xoxes Verbindungen zu den jugoslawischen Revisionisten.“ „Da da!“ [Russisch im Original: Ja, ja!] sagte er ungeduldig.
„Wie könnten wir dann diese Wahrheit verdrehen?!“ fragten wir ihn. „Und darf eine Partei irgend jemand zuliebe verheimlichen oder verdrehen, was durch zahllose Fakten bewiesen ist?“
„Aber anders lassen sich die Beziehungen zu Jugoslawien nun einmal nicht in Ordnung bringen“, schnaubte Suslow.

Uns wurde nun alles sonnenklar. Hinter Suslows „brüderlicher“ Vermittlung steckten Chruschtschows Schachereien mit Tito. [5]

Doch es kam noch schärfer: „Wir haben uns nie jemandem gebeugt…!“ (Ein Gespräch zwischen dem Spitzbuben und Volksverräter Chruschtschow und Genossen Enver Hoxha)

Der Revisionismus ist die Idee und die Tat, die die Rückverwandlung eines Landes vom Sozialismus zum Kapitalismus, einer kommunistischen Partei leiten. Er schürt ideologisches Chaos, Konfusion, Korruption, Unterdrückung, Willkür, Instabilität, den Ausverkauf des Vaterlands an den Meistbietenden. Diese Tragödie ereignete sich in der Sowjetunion und in den anderen revisionistischen Ländern. Diese Verhältnisse wurden geschaffen durch Chruschtschow und die Chruschtschowianer, sie wurden geschürt und gefördert durch den amerikanischen Imperialismus und den Weltkapitalismus.
…das schrieb Enver Hoxha schon 1980. [6]

Zitate:
[1] Palmiro Togliatti, Memorandum zu Fragen der internationalen Arbeiterbewegung und ihrer Einheit, Jalta, August 1964, in: P.Togliatti, Ausgewählte Reden und Aufsätze, Berlin 1977, S.778.
[2] Kurt Gossweiler, Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtschowiade, Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung, München, 2002, Bd.1, S.383.
[3] Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer, Verlag „8 NËNTORI“, Tirana 1980, S.195–226, deutsche Ausgabe. Hier: Kommunisten-online
[4] Stimme Rußlands: Beobachtungen eines albanischen Stalinisten
[5] Enver Hoxha, Die Chruschtschowianer, ebd.
[6] ebd. S.226, Siehe: http://archive.250x.com/hoxha/german/20ptgkpdsu.html

Siehe auch:
Ljubow Pribytkowa: Die Demontage der Sowjetunion
Jugoslawien: Die faschistische Tito-Clique
„Sie haben mich bespuckt, mit Ihnen kann man nicht reden!“ (pdf-Datei)
Erik Hobsbawm: Zweimal 10 Tage, die die Welt erschütterten
Ist Lynchjustiz ein berechtigtes Mittel?
Enver Hoxha: Begegnungen mit Stalin
Enver Hoxha am 11. April 1985 in Tirana gestorben
Enver Hohxha: Laßt uns den Marxismus verteidigen!

Eine konterrevolutionäre Verschwörung (1936)

stalin_kirowJ.W.Stalin und S.M.Kirow

Zentralkomitee der KPdSU( B )
Über die terroristische Tätigkeit des trotzkistisch-sinowjewistischen konterrevolutionären Blocks

(Interner Brief des ZK der KPdSU, Juli 1936)

An die Komitees der Gebiete und Regionen, die Zentralkomitees der nationalen kommunistischen Parteien, die Komitees der Städte und Rayone der KPdSU( B )

Am 18. Januar 1935 richtete das ZK der KPdSU( B ) einen internen Brief an alle Organisationen der Partei über die Lehren aus den Ereignissen im Zusammenhang mit dem Meuchelmord am Genossen Kirow. In diesem Brief wurde erklärt, wie dies Gericht und Voruntersuchung festgestellt haben, der Meuchelmord an Sergei Mironowitsch Kirow wurde von der Leningrader Gruppe der Sinowjew-Leute begangen, die sich „Leningrader Zentrum“ nannten. In diesem Brief hieß es weiter: „Das „Leningrader Zentrum“ wurde ideologisch beeinflußt vom „Moskauer Zentrum“ der Sinowjew-Leute, das offensichtlich nichts von der Vorbereitung des Mordes an Gen. Kirow wußte, das aber mit Sicherheit von der terroristischen Stimmung des „Leningrader Zentrums“ wußte und diese Stimmung schürte.“ Wie bekannt haben damals Sinowjew und Kamenew nur ihre Schuld zugegeben, was das Schüren einer terroristischen Stimmung betrifft, und lediglich eine moralische und politische Verantwortung für den Mord an S.M. Kirow auf sich genommen. Wie sich jetzt aber herausstellt, wurden bei der Untersuchung des Mordes an S.M. Kirow vor eineinhalb Jahren nicht alle Tatsachen der hinterhältigen konterrevolutionären weißgardistischen und terroristischen Tätigkeit der Sinowjew-Leute aufgedeckt, wie auch die Rolle der Trotzkisten nicht völlig geklärt ist, bei der Ermordung des Genossen Kirow. Auf der Basis neuer Materialien des NKWD, die 1936 gefunden wurden, kann als sicher gelten

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Griechenland und die opportunistische SYRIZA

Ebenso wie die Sjuganowsche KPRF, die Hager-Meyer-Steigerwaldsche DKP oder die Bartsch-Gysi-Wagenknechtsche Linke gibt es in Europa eine ganze Reihe weiterer opportunistischer, oder um es deutlicher zu sagen: in Wahrheit antikommunistischer Parteien und Organisationen, die sich dennoch fälschlicherweise als „Kommunisten“ bezeichnen. Sie schmücken ihre Äußerungen gelegentlich mit Marx-Zitaten; ihre geistigen Anführer nutzen indes jede Gelegenheit, um Marx ad absurdum zu führen, und sie tun alles, um sich selbst ihre gutdotierten Parlamentssitze warmzuhalten. Im Manifest der Kommunistischen Partei hat Karl Marx erklärt, was Kommunisten sind: „Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste Teil der Arbeiterparteien aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“ Alles das trifft auf die obengenannten Parteien nicht zu. In Griechenland ist die Syriza eine solche Partei.
Demonstration
Die KKE hingegen ist der Bourgeoisie und den Opportunisten ein „Dorn im Auge“. In einer Stellungnahme zu einem Syriza-freundlichen Artikel in der „jungen Welt“ vom 16.6.2012 erwidert die Abteilung Internationale Beziehungen des ZK der KKE folgendes:

Die internationalen Massenmedien beschäftigen sich nach wie vor mit den politischen Entwicklungen nach den Wahlen vom 6. Mai 2012

In den letzten Tagen lasen wir den Bericht der deutschen linken Zeitung „Junge Welt“ aus Athen. Während darin das Wahlergebnis von SYRIZA, dem Bündnis der opportunistischen Kräfte und der Kräfte, die aus der sozialdemokratischen ehemaligen Regierungspartei PASOK ausgetreten waren, hochgelobt wird, wird über das Wahlergebnis der KKE in einer feindseligen und verächtlichen Art berichtet, und unter anderem erwähnt, dass für die KKE „nur die traditionelle Wählerschaft der Partei stimmte“.

Dadurch verschweigt die Korrespondentin dieser Zeitung die Tatsache, daß die KKE trotz der politischen Druckausübung durch die Kräfte des Opportunismus, weder auf ihr Programm und ihre Prinzipien verzichtete, noch in ihren Stimmanteilen zurückgegangen ist. Im Gegenteil: die KKE konnte einen kleinen Zuwachs an Stimmen und Stimmanteilen verzeichnen.

Die Fakten: Die KKE konnte mit 8,5 % den größten Stimmanteil seit 1985 erzielen und verbesserte sich um 1 % im Vergleich zu 2009. Auch in absoluten Zahlen hatte die KKE Stimmgewinne: sie bekam wieder über eine halbe Million Stimmen (536.072) und verzeichnete einen Zuwachs von 19.000 Stimmen. Bei der Sitzverteilung im griechischen Parlament (300 Sitze) konnte die KKE ebenfalls zulegen: sie gewann insgesamt 26 Sitze (+5). In vielen Arbeitervierteln hat die Partei ihren landesweiten Durchschnitt sogar verdoppeln können. Zum ersten Mal wurde die KKE in einem der 57 griechischen Wahlbezirken (Samos-Ikaria) erste politische Kraft mit 24,7 % der Stimmen.

Die Korrespondentin der deutschen Zeitung verkannte, daß Tausende arbeitende Menschen die kämpferische und konsequente Haltung der KKE und die Klarheit ihrer Positionen, die Selbstlosigkeit der Kommunistinnen und Kommunisten schätzten und die Partei bei der Wahl unterstützten.

Zu den Wahlen vom 6. Mai 2012 hatte die KKE ihren politischen Vorschlag für den Kampf zu Gunsten der Macht des Volkes unterbreitet. Dieser Kampf wird in der nächsten Zeit objektiv in den Mittelpunkt geraten, denn der Unterschied zwischen Regierungsverantwortung und Ausübung der wirklichen Volksmacht wird deutlicher werden. Genauso deutlicher wird der Gesamtvorschlag für die dringenden Existenzfragen des Volkes. Aus dieser Sicht war der politische Wahlkampf der KKE, der sich, wie es sich gehörte, in Einklang mit ihrer Strategie befand, ein wichtiges Vermächtnis für die nächsten politischen Kämpfe.

e-mail: cpg@int.kke.gr

Quelle:
http://de.kke.gr/news/news2012/2012-05-010-info (Bild: KKE)

Über die faulen Tricks bzw.Fälschungen der opportunistischen Syriza siehe auch hier: http://inter.kke.gr/News/news2012/2012-10-24-lathroxireia-syriza

Absturz in die Katastrophe – ein Rückblick

Das Gräberfeld vor Verdun:
VerdunDer erste Weltkrieg. Man kann es nun schon nicht mehr als eine Tragik bezeichnen, wohl aber als eine gewisse Schicksalhaftigkeit, deren Folgen sehr wohl vermeidbar gewesen wären: Der Absturz in die deutsche Katastrophe. Noch dazu, da diese Katastrophe keineswegs die letzte blieb. Kein Vierteljahrhundert später führten die Nazis das deutsche Volk in nächste Katastrophe: den zweiten Weltkrieg. Und kaum war dieser Krieg zu Ende, bahnte sich mit den XX. Parteitag der KPdSU in der Sowjetunion die dritte Katastrophe des Jahrhunderts an: Zerstörung der Sowjetunion und die bald darauf folgende Auflösung der Sozialistischen Staatengemeinschaft – und somit auch der Deutschen Demokratischen Republik. Als Alexander Abusch 1950 den „Irrweg einer Nation“ – nämlich der deutschen – beschrieb, ahnte er noch nicht, daß mit der Ermordung Stalins bereits der nächste Absturz begonnen hatte…

Die Schwäche der so stark anwachsenden Arbeiterbewegung bestand in ihrer mangelhaften Klarheit über den Weg zur Macht. Gewiß teilte sie diesen Mangel mit den westeuropäischen sozialistischen Parteien, ja sie war ihnen zeitweilig sogar an Klarheit voraus. Die großem Debatten über die neue Waffe des politischen Massenstreiks – eine Lehre der russischen Revolution von 1905 – zeigten die deutsche Sozialdemokratie auf dem Weg zur Anwendung neuer Kampfmethoden. Die deutsche Arbeiterbewegung war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts politisch viel selbständiger als die Bewegungen etwa in England oder Nordamerika. Doch, dies entsprang den unterschiedlichen historischen Voraussetzungen: Das französische Volk und auch das englische Volk hatten schon vorher ihre feudalen Bastillen im revolutionären Sturm bezwungen; das nordamerikanische Volk hatte seine demokratische Tradition seit der Erklärung der Bürgerrechte von 1776. Aber in Preußen-Deutschland, obwohl es der modernste Industriestaat auf dem Kontinent geworden war, ging das Ringen noch um die Sprengung der letzten feudalen Fesseln – und gerade die deutsche Arbeiterklasse übernahm selbständig diese geschichtliche Aufgabe, die das Bürgertum nicht zu erfüllen bereit war.

Durch die internationale Arbeiterbewegung ging in jenen Jahrzehnten die Auseinandersetzung zwischen dem rechten und dem linken Flügel. Zwei Lager hatten sich gebildet, und zwischen ihnen wurde um die Grundfrage gerungen: durch Reform oder durch Revolution zum Sozialismus? Der Reformismus in den Ländern des Westens bedeutete eine politische Verbürgerlichung der Arbeiterklasse, deren Führer aber – abgesehen von jenen, die als Einzelpersonen zur Reaktion übergingen – weiter eine bürgerlich-demokratische Politik verfochten. Der „Revisionismus“, der unter der Führung Georg von Vollmars sich in der deutschen Sozialdemokratie ausbreitete, hatte schlimmere Folgen: er war die Fortsetzung des lassalleanischen Paktierens mit der preußisch-deutschen Reaktion. Natürlich war es notwendig, Reformen zu erkämpfen, solange die Kraft der Arbeiterbewegung nicht ausreichte, den wilhelminischen Halbabsolutismus zu stürzen, — aber ein Verzicht auf den revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus, ein Glaube an Reformen als Allheilmittel mußte unter den besonderen nationalen Bedingungen in Deutschland auf eine Verewigung der Pickelhaubenherrschaft, auf die Preisgabe des demokratisch-revolutionären Geistes hinauslaufen.

Eduard Bernstein, das geistige Haupt der Revisionisten, prägte das Wort: „Das Endziel ist nichts, die Bewegung ist alles“ — und gab sich damit opportunistisch ganz den kleinen Zielen des Tages hin. Gustav Noske machte seinen ersten Vorstoß für die Unterstützung der Kolonialansprüche des jungen deutschen Imperialismus; Heinrich Cunow, Paul Lensch und ähnliche Leute traten offen dafür ein, daß die deutsche Arbeiterschaft zu einer Nutznießern der Extraprofite werde, die der moderne Imperialismus einheimsen würde. Dies alles — aus dem Reich der Theorie auf den Boden der wilhelminischen Wirklichkeit gesetzt — bedeutete ein Paktieren mit einem Imperialismus, der zu Aggressionen drängte, und folgerichtig auch ein Paktieren mit seinen feudal-militaristischen Schildträgern.

August Bebel, nun weißhaarig geworden, warnte die Revisionisten auf dem Jenaer Parteitag der Sozialdemokratie 1905 vor ihrem verhängnisvollen Weg. Er trat 1910 bei dem deutschen „Panther“-Sprung nach Marokko noch einmal mit all seinem unbestechlichen Mut auf und drohte im Reichstag an die Adresse Wilhelms II. und Mannesmanns: „Macht ihr den Krieg, so machen wir Generalstreik.“ Doch der alte Bebel führte die Partei weniger durch eine theoretische Überlegenheit als durch die Macht seiner in vielen Kämpfen erprobten lauteren Persönlichkeit. Er hielt bis zu seinem Tod die Partei zusammen, die im Jahre 1912 bei den Wahlen 4.250.000 Stimmen errang; aber er vermochte nicht mehr, die Partei für das Kommende zu wappnen.

Ein Jahr nach Bebels Tod war ihre politische Katastrophe da, als der erste Weltkrieg ausbrach. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bewilligte am 4. August 1914 die Kriegskredite – dem Regime der Hohenzollern, der Krupp und Oldenburg-Januschau. Es war ein Sturz aus den Höhen der geschichtlichen Mission, Deutschland von diesen Verderbern zu befreien, in die Tiefe des schimpflichen Verrats…

Quelle:
Alexander Abusch, Der Irrweg einer Nation – Ein Beitrag zum Verständnis deutscher Geschichte, Aufbau Verlag Berlin (DDR), 1950, S.211-214.

Nachsatz: Keineswegs waren diese deutschen Katastrophen unvermeidliche Naturereignisse. Solche Verräter, Paktierer mit dem Klassenfeind, wie dereinst Bernstein, Trotzki, Chruschtschow, Gorbatschow und deren Anhänger trugen dazu bei, daß sich die Macht des Kapitalismus in seinem letzten Stadium wieder verfestigen konnte. Auch gibt es solche Verräter heute noch. Sie sitzen in den etablierten „linken“ Parteien, retten ihre eigene Haut und bezeichnen sich mitunter sogar noch als „Kommunisten“. Wem dienen sie? An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen! Immerhin – die geschichtliche Mission der Arbeiterklasse, für ihre Befreiung von Ausbeutung durch jene Handvoll Konzernherren und ihre Lakaien zu sorgen, steht noch bevor. Und sie wird kommen. Ohne jeden Zweifel! Man darf die Fehler der Vergangenheit nur nicht noch einmal wiederholen…

Marxfälscher und andere Revisonisten unserer Zeit…

Nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in der DDR krochen nach dem berüchtigten XX.Parteitag der KPdSU, auf dem Chruschtschow mit seiner dubiosen, stalinfeindlichen Rede das Signal zur Demontage des Marxismus-Leninismus gab, zahlreiche Marx-Überwinder und Lenin-Widerleger aus ihren Löchern hervor und schrieben dicke, revisionistische Bücher, welche leider auch in der DDR weite Verbeitung fanden. Daß diese chamäleonhaften Gestalten sich oftmals sogar im direkten Widerspruch zu ihren eigenen Aussagen befanden, störte sie offenbar recht wenig.

Ein solcher Typ war beispielsweise das sowjetische Akademiemitglied P.N.Fedossejew. In der Zeitung „Iswestija“ (vom 17.Oktober 1952) schwärmte er noch von der „allseitigen und tiefgründigen Analyse schwierigster Probleme der politischen Ökonomie durch Stalin“ und schon 10 Jahre später las man von ihm in der Zeitschrift „Kommunist“ (Nr.3, S.15-47), die ihren Namen nicht mehr wert war: „Stalin begrenzte die Warenproduktion fehlerhaft auf die Sphäre der Waren des täglichen Bedarfs, indem er die Produktionsmittel davon ausnahm.“ oder 1952 in der „Iswestija“ (s.ebd.): „Es wurden 13 Bände der Werke Stalins herausgegeben, die einen unerschöpflichen Schatz marxistisch-leninistischer Gedanken darstellen. … Man kann keinen Zweig der Wissenschaft, Kultur und Kunst nennen, keinen Abschnitt an der ideologische Front, an dem unser großer Lenker und Lehrer Stalin nicht eine inspirierende und richtungweisende Rolle gespielt, und mit seinen genialen Ideen einen wertvollen Beitrag geleistet hätte.“ (das trieft förmlich vor untertänigster Huldigung…) und zehn Jahre später hieß es dann: „Stalin mißachtete völlig eines der grundlegenden Gesetze der Dialektik, das Gesetz der Negation der Negation, was eine falsche Behandlung der Frage zur Folge hatte, ob die Produktionsverhältnisse in der sozialistischen Gesellschaft dem Charakter der Produktivkräfte entsprechen.“ (ders. in der Zeitschrift „Kommunist“, ebd.)

Von ebendiesem (1967 mit dem Leninorden geschmückten) P.N.Fedossejew erschien 1973 im Akademie-Verlag, Berlin: Der Marxismus im 20. Jahrhundert – 533 Seiten und rd. 800g gedruckter Unrat. Etwas ähnliches in dieser Art kann man z.B. auch von solchen Autoren wie einem gewissen Brauseschlauch-Meißner lesen, der sich auf der Themen-Seite einer überregionalen, linken Tageszeitung ausgiebig darüber ausläßt (jW, 9.5.08), „ob in der Tat die hochentwickelten Produktivkräfte von den Produktionsverhältnissen gehemmt und gefesselt werden“ und ob man daher eine Überwindung der kapitalistischen Eigentumsverhältnisse überhaupt „fordern“ (!) könne.

Das muß man sich das mal auf der Zunge zergehen lassen! Diesen geistigen Unrat verbreitet ausgerechnet eine sich „marxistisch orientiert“ nennende Zeitung. Also: entweder Marx nicht gelesen, nicht verstanden, und – die Oktoberrevolution fand niemals statt, oder aber: Marx gefälscht! (Und darauf wird noch einzugehen sein!)

Kurzum: Daß in der DDR solchen ideologischen Scharlatanen auch nur eine Druckseite zur Verfügung gestellt wurde, zeugt vom Verfall des wissenschaftlichen Denkens auf dem Gebiete des Marxismus-Leninismus. Der Applaus der Bourgeoisie war denen jedenfalls sicher. Also da bleiben wir doch lieber gleich beim bewährten und angeblich so erfolgreichen Kapitalismus-Modell des „Wirtschaftswunders“…
Oder etwa nicht?

Quelle:
http://le-tireur-bis.ucoz.ru/publ/divenrsija_protiv_marksizma/divenrsija_protiv_marksizma_statja_3/5-1-0-16
(Übersetzung: P.Walther)

Siehe auch:
Ein Lump der sich mit linken Phrasen schmückt
Die Oppositionellen in der SED
Das Wesen des Revisionismus

Die faschistische Tito-Clique in Jugoslawien

Im Dienste des amerikanischen Imperialismus

…zwei Ganoven in einem Auto – Chruschtschow und Tito:
Tito_Chrutschtschow
Wir erinnern uns noch sehr gut an die seltsamen Diskussionen in der DDR um einen angeblichen jugoslawischen „Sonderweg zum Sozialismus“. Dabei war eigentlich schon 1951 klar, daß sich die Tito-Clique im Dienste des amerikanischen Imperialismus befand. So wie auch Chruschtschow später – nach Stalins Tod – als Dulles-Freund und CIA-Agent in Erscheinung trat. Ende Mai 1955 verkündete er nach der Methode „Haltet den Dieb!“ der überraschten Welt, daß die „schweren Anschuldigungen“, die seinerzeit gegen den Führer des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens erhoben worden waren, Erfindungen gewesen seien, „von Volksfeinden, niederträchtigen Agenten des Imperialismus fabriziert“. [1]
Das war natürlich eine glatte Lüge!

Der Historiker Dr.Kurt Gossweiler schreibt dazu: Daß dies nicht stimmen konnte, mußte eigentlich jedem Genossen klar sein. Denn keine Erfindung von irgendwem, sondern eine allbekannte Tatsache war es doch, daß „Marschall Tito“ sein Land in den imperialistischen Balkan-Pakt geführt hatte, dem es gemeinsam mit den NATO-Mächten Griechenland und Türkei angehörte, und daß Jugoslawien gewissermaßen als Belohnung für diesen klaren Übertritt ins Lager des Imperialismus – mit Waffen aus den USA beliefert wurde. [2]
Im 1951 in der DDR erschienenen Lehrbuch für die Politischen Grundschulen findet sich dazu folgendes:

Tito-Clique verrät die Interessen der Völker Jugoslawiens

Die faschistische Tito-Clique spielt eine schändliche Rolle im Kampf gegen den Frieden, gegen Demokratie und Sozialismus. Die Tito-Clique verriet die Sache des proletarischen Internationalismus, sie führte offen eine der Sowjetunion, den Ländern der Volksdemokratie und den Werktätigen der ganzen Welt feindliche Politik durch. Vom bürgerlichen Nationalismus gingen die Tito-Leute zum Faschismus und zum direkten Verrat der nationalen Interessen der Völker Jugoslawiens über. Wie sich in den Prozessen in Ungarn und Bulgarien herausgestellt hat, ist die verräterische nationalistische Clique Titos seit langer Zeit ein Söldling der anglo-amerikanischen Imperialisten und handelt nach deren Anweisung.

Unter dem sowjetfeindlichen Einfluß der USA

Jugoslawien geriet in die Macht käuflicher faschistischer Mörder und Spione. Infolge der konterrevolutionären Politik der Tito-Clique wurde das volksdemokratische System in Jugoslawien beseitigt und ein antikommunistisches, polizeistaatliches Regime faschistischen Charakters errichtet. Die Tito-Leute brachten Jugoslawien unter die Kontrolle der amerikanischen Monopole. Sie ordneten das Land dem amerikanischen Kapital sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht unter. Die titoistischen Lakaien des Imperialismus halten sich in Jugoslawien durch einen beispiellosen Terror an der Macht, den man nur mit dem Terror der Hitlerfaschisten, der griechischen und spanischen Faschisten oder der amerikanischen Söldlinge in Korea vergleichen kann.

Jugoslawien – Kolonie und strategische Basis des amerikanischen Kapitals

Die Beherrscher Jugoslawiens, die die Aufträge ihrer imperialistischen Herren ausführen, wurden unmittelbar selbst zu Brandstiftern eines neuen Krieges. Sie setzten sich zum Ziel, mit Hilfe reaktionärer Banden einen konterrevolutionären Umschwung in den Ländern der Volksdemokratie herbeizuführen, diese Länder von der Sowjetunion und dem gesamten sozialistischen Lager loszulösen, sie in Kolonien des amerikanischen Kapitals und in Aufmarschplätze für einen neuen Krieg zu verwandeln. Die Entlarvung der Spionagegruppen Rajks in Ungarn und Kostoffs in Bulgarien versetzte all diesen Plänen einen vernichtenden Schlag.

Verrat und Spionage der Tito-Clique

Die jetzige, in die Hände der Volksfeinde geratene sogenannte Kommunistische Partei Jugoslawiens ist lediglich ein Apparat, der die Spionageaufträge der Tito-Clique ausführt. Jedoch wachsen und festigen sich die Kräfte, die fähig sind, den Sieg über diese Clique davonzutragen. Unter den schweren Bedingungen faschistischen Terrors führen die besten Söhne des jugoslawischen Volkes einen mannhaften Kampf gegen die faschistischen Beherrscher Jugoslawiens.

Der sowjetische Außenminister Molotow hatte gewarnt

In seiner Rede auf der Festsitzung in Warschau anläßlich des siebenten Jahrestages der Wiedergeburt Polens erklärte Genosse W. M. Molotow:
„Allen steht das Schicksal Jugoslawiens vor Augen, das durch Betrug in die Hände von Spionen und Provokateuren geraten ist, die ihr Volk verraten und sich an die anglo-amerikanischen Imperialisten verkauft haben. Jetzt sehen alle, daß die Bande Tito-Kardelj-Rankovic bereits die kapitalistische Ordnung in Jugoslawien wiederhergestellt, dem Volk all seine revolutionären Errungenschaften geraubt und das Land in ein Werkzeug der aggressiven, imperialistischen Mächte verwandelt hat. Diese gedungene Verbrecherbande, die sich die Macht erschlichen hat, weiß genau, daß sie vom jugoslawischen Volk gehaßt wird; sie hält deshalb ihre Macht durch blutigen Terror und faschistische Verwaltungsmethoden vorläufig aufrecht. Das kann nicht lange dauern. Die Völker Jugoslawiens werden den Weg zur Freiheit und zur Liquidierung des faschistischen Tito-Regimes finden.“ (siehe: „Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie“ Nr.30 vom 27. Juli bis 2. August 1951) [3]

Quellen:
[1] „Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie“, Bukarester Organ des Informationsbüros der Kommunistischen und Arbeiterparteien, Nr. 21 v. 27. Mai bis 2. Juni 1955, S.1.
[2] Kurt Gossweiler, Die Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade, Bd.1 (1953- 64), Stephan Eggerdinger Verlag, München, 2002, S.14.
[3] Lehrbuch für die Politischen Grundschulen, Erster Teil, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1951, S.320f. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Das kann man im übrigen alles sehr schön nachlesen bei
Dr.Kurt Gossweiler in der Taubenfußchronik (s.Abb.):

Tauben1Tauben2

Dazu auch noch ein interessanter Hinweis darauf, wie die sozialistische volkseigene Wirtschaft Jugoslawiens zu kapitalistischer Wirtschaft entartete (aus einem Kommentar des ZK der KP Chinas: „Ist Jugoslawien ein sozialistischer Staat?“ vom 26. September 1963).
http://politiekencultuur.blogspot.com/2011/10/1955-normalisierung-der-beziehungen.html
Danke, Nadja!

Die Diktatur des Proletariat und ihre Kritiker

Nach dem verräterischen XX.Parteitag der KPdSU nahmen die Angriffe der modernen Antikommunisten erneut an Schärfe zu. Sie hatten mit Chruschtschow einen Agenten der Konterrevolution im Herz der kommunistischen Bewegung, in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, installiert, und sie begannen nun mit vielerlei ideologischen Winkelzügen auch und vor allem gegen Lenin zu Felde zu ziehen. Dazu schrieb der bulgarische Philosoph Panajot Gindev:

Das theoretische Erbe Lenins ist in seinem Reichtum erstaunlich. Es umfaßt vor allem die drei Grundbestandteile des Marxismus – den dialektische und historischen Materialismus, die politische Ökonomie und den wissenschaftlichen Sozialismus. Das bedeutet, daß, wenn man den Leninismus studieren will, man im wesentlichen den Marxismus in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen studieren muß. Das besagt, daß der Leninismus vor allem Marxismus ist, d. h., er ist von der Lehre von Marx und Engels untrennbar, er ist dieselbe Lehre. Gleichzeitig ist der Leninismus nicht nur einfach Marxismus. Er ist die schöpferische Weiterentwicklung des Marxismus in unserer Epoche, was bedeutet, daß er eine neue, höhere Etappe in seiner Entwicklung darstellt. Und gerade, um die Unteilbarkeit von Leninismus und Marxismus manifestieren zu können und ihre hervorragende Rolle beim Aufbau der Weltanschauung der Arbeiterklasse hervorzuheben, bezeichnet die kommunistische Weltbewegung ihre Ideologie mit vollem Recht und wissenschaftlicher Begründung, als Marxismus-Leninismus. [1]

Der Kern der antikommunistischen Angriffe gegen den Marxismus-Leninismus

Von außergewöhnlich großer Bedeutung für den siegreichen Kampf der Arbeiterklasse ist die Leninsche Lehre von der Diktatur des Proletariat. Das hatten auch die Feinde des Sozialismus vom Typ eines Z.Brzezinski, Sulzberger, W.Griffith. G.Ionescu und R.Garaudy erkannt. Indem sie Marx Lenin gegenüberstellten, versuchten diese Theoretiker, einen weiteren Fuß in die Türe zu bekommen. Sie empfahlen die „Linie des Brückenschlages“, die „Aufweichung“ des Sozialismus von innen her, und eine Kritik an angeblichen „weißen Flecken“ des Marxismus-Leninismus. Die Theorie des „nationalen Kommunismus“ und der Abweichungen in der kommunistischen Bewegung wurde dann zum Hauptmittel im Kampf gegen den Leninismus. Am 23.4.1956 schrieb Sulzberger in der „New York Herald Tribune“: „Es ist sehr gut, daß wir auf das Entstehen dieser neuen Formen des nationalen Kommunismus in den europäischen Satellitenstaaten hoffen können. Wir müssen wissen, daß es auch Verhältnisse gibt, unter denen die Häresien vorteilhaft werden können.“ (Häresie=Abweichung, Ketzerei)

…aber auch trotzkistische Theorien sind Antikommunismus!

Auf dem 10.Kongreß der Sozialistischen Internationale, der 1966 in Stockholm stattfand, wurde die Frage der Diktatur des Proletariats einer Kritik unterzogen. In den Diskussionsbeiträgen Myrdals, Brandts, J.Mochs und anderer Führer der rechten Sozialdemokratie finden sich Behauptungen, daß „der Sozialismus in der UdSSR und in den anderen sozialistischen Ländern als Ergebnis der Errichtung der Diktatur des Proletariats degradiert“ sei, und daß Lenin „der Hauptschuldige“ an der Spaltung in der Arbeiterbewegung sei. Lenin habe rücksichtslos die Diktatur des Proletariats verteidigt, er habe Marx mit der Theorie revidiert, daß der Sieg des Sozialismus in einem einzelnen Land möglich sei, was als Theorie schon ein „tragischer Fehler“ Lenins gewesen sei, der im Zusamenhang mit dem politischen System der Sowjetmacht „gesetzmäßig“ zum Personenkult geführt habe. Nach Meinung der rechten Sozialdemokraten müsse nicht Stalin, sondern Lenin kritisiert werden, denn Stalin habe den Sozialismus nach dem dodell Lenins errichtet, weshalb also namentlich Lenin den Sozialismus im Weltmaßstab „kompromittert“ habe. [2] Das ist auch heute noch die antikommunistische Linie der Sozialdemokratie!

Die Logik der Kapitulanten und Verräter

Der französische Theoretiker R.Garaudy unterzieht gleich das ganze Staatswesen der Sowjetunion einer erbitterten Kritik. Er meint: „was das sowjetische Modell des Sozialismus charakterisiert, … (sei) die Identifizierung des kollektiven Eigentums an den Produktionsmitteln mit dem Staatseigentum“. [3] Und „der bürokratisch-militärische Block … in der Sowjetunion (habe) eine mit dem militär-industriellen Block in den Vereinigten Staaten vergleichbare Bedeutung angenommen“. [4] So sieht die Logik der Kapitulanten und Verräter an den Interessen der Arbeiterklasse aus. Zuerst beginnt man mit „neutralem“ Gerede über Freiheit und Demokratie, von Toleranz und Zusammenarbeit aller Kräfte, und dann geht man zu einer totalen Kritik am Kommunismus über. Die antisowjetische Kampagne des Roger Garaudy war schließlich keine neue Erscheinung unter den westlichen Revisionisten.

Der Prüfstein für wirklichen Marxismus

Abschließend sei hier noch einmal Lenin zitiert, der schrieb: „Wer nur den Klassenkampf anerkennt, ist noch kein Marxist, er kann noch in den Grenzen bürgerlichen Denkens und bürgerlicher Politik geblieben sein. Den Marxismus auf die Lehre vom Klassenkampf beschränken heißt den Marxismus stutzen, ihn entstellen, ihn auf das reduzieren, was für die Bourgeoisie annehmbar ist. Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt. Hierin besteht der tiefste Unterschied des Marxisten vom durchschnittlichen Klein-(und auch Groß-)bourgeois. Das muß der Prüfstein für das wirkliche Verstehen und Anerkennen des Marxismus sein.“ [5]

Zitate:
[1] Panajot Gindev, Die Diktatur des Proletariats und ihre Kritiker, Akademie-Verlag Berlin (DDR), 1973, S.9f.
[2] ebd. S.17.
[3] Roger Gauraudy, Die große Wende des Sozialismus, Wien-München-Zürich, 1970, S.144.
[4] ebd. S.141.
[5] W.I. Lenin, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1960, Werke, Bd.25, S.424.

Siehe auch:
Trotzki verrät die junge Sowjetmacht
Der politische Mord im Auftrag der Bourgeoisie