Chruschtschow – der Mörder Stalins und der UdSSR

Chruschtschow Mörder

Der Führer der Völker der Sowjetunion wurde nicht von Lawrenti Berija ermordet, sondern von dem künftigen Anführer der Parteinomenklatur. Für diejenigen, die sich mit der Frage „Wer ermordete Stalin?“ beschäftigt haben, ist das Thema abgeschlossen. Doch eine einheitliche Meinung, wer dafür verantwortlich ist, gibt es darüber nicht. Zum Beispiel behauptet N. Dobrjucha (siehe «АН», №7 und №8, 2013), daß Berija den Mord Stalins organisiert habe. Nachdem zur Erforschung der Epoche Stalins und Berijas nicht wenig Zeit aufgewendet und darüber eine ganze Reihe von Büchern geschrieben wurden (einschließlich des Buches von J. Muchin „Warum wurde Stalin ermordet?“), kann ich dem Leser versichern, daß die Erklärungen über die Mitwirkung Berijas an der Ermordung Stalins nichts weiter sind als eine Fiktion.

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Sowjetischer Rubel anstatt Dollar???

UdSSR
Bildüberschrift: „Wem kommt das Nationaleinkommen zugute? – In den kapitalistischen Ländern: der Löwenanteil den Ausbeutern, in der UdSSR: den Werktätigen.“

In den 50er Jahren hätte die Sowjetunion beinahe das USA-Finanzimperium zerstört

Im Jahre 1964 erzählte der französische Finanzminister dem französischen Präsidenten General de Gaulle eine Geschichte, wie sich das Vorkriegs-, und später das internationale Nachkriegsfinanzsystem gebildet hat. Er nannte folgendes Beispiel:
„Stellen Sie sich vor, auf einer Auktion wird ein Bild Raffaels verkauft, und der Streit geht zwischen dem Deutschen Friedrich, dem Araber Abdullah, dem Russen Iwan und Yankee John. Jeder von ihnen bietet für das Bild seine Waren an: der Araber Erdöl, der Deutsche Technik, der Russe Gold, und mit dem lustigen Lächeln bot der Yankee John bot den doppelten Preis, nahm aus seinem Geldbeutel ein Paket neuer 100-Dollar-Noten heraus, zählte sie ab, nahm das Bild und verschwand.“

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Zerbrochene Kinderfreuden…

Es war einmal in den 1980er Jahren in der Sowjetunion…
Irgendwo in der Nähe von Moskau gab es mal ein Kinderferienlager:

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…das heute verlassen dasteht und dem Vandalismus überlassen bleibt:
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Moskau hatte damals über 8 Millionen Einwohner. Es gab also Hunderte solcher Kinderferienlager. Sie sind heute alle in einem ähnlichen Zustand. Man kann sich sicher vorstellen, was es bedeutet, wenn es heute für die Kinder Moskaus keine solche kostenlosen Ferienfreuden mehr gibt. Nur wer die Straßenkinder dort gesehen hat und die Armut in Rußland kennt, der kann den Verlust ermessen. In der Bibliothek dieses Kinderferienlagers sind zum Beispiel noch bedeutende Werke der Weltliteratur zu finden (N.Leskow, M.Lermontow, W.Majakowski) und in der Großküche wurde das Essen für 200 Kinder täglich frisch zubereitet, sogar die Stühle wurden beim Verlassen sorgsam hochgestellt…

Quelle:
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Das Gesundheitswesen in der DDR

KrankenhausIm Krankenhaus

Das Gesundheitswesen in der DDR zählte zu den fortgeschrittensten in der Welt. Hervorzuheben ist hierbei insbesondere die kostenlose medizinische Versorgung und Betreuung der DDR-Bürger, die generelle Arzneimittelfreiheit und die Vorsorge am Arbeitsplatz. Die DDR war ein sozialistischer Staat, in dem mit der Krankheit eines Menschen kein Geld zu verdienen war. (An dieser grundsätzlich positiven Einschätzung ändern auch die lügenhaften und fachlich inkompetenten Beschuldigungen an die Adresse des DDR-Gesundheitswesens nichts, die DDR-Ärzten unterstellen, verantwortungslos irgendwelche riskanten Medikamententests für westdeutsche Pharmakonzerne durchgeführt zu haben. Das ist wieder mal so eine typische Luftnummer der Gauck-Birthler-Jahn-Behörde!) Heute, in der kapitalistischen BRD, sind die Ärzte in erster Linie Geschäftsleute, die mit ihrem Beruf, ihren technischen Ausrüstungen und den verkauften Medikamenten Gewinne machen müssen. Freilich – Ausnahmen bestätigen die Regel – auch hier gibt es ehrbare und besorgte Mediziner, denen in erster Linie das Wohl ihrer Patienten am Herzen liegt. Doch immer wieder tauchen in den Medien Skandalgeschichten auf, die vom Organhandel, von der Bestechlichkeit der Ärzte durch Pharmakonzerne, von Medikamentenmißbrauch und unnötigen Operationen berichten. Das alles gab es in der DDR nicht, denn die Gesundheitsvorsorge lag in den den Händen des Staates…

Prinzipien des sozialistischen Gesundheitswesens

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde ein umfassendes sozialistisches Gesundheitswesen mit staatlichem Charakter entwickelt und aus­ gebaut. Grundlagen des sozialistischen Gesundheitswesens stellen die von Lenin formulierten Prinzipien dar:

• Orientierung auf das konsequente Verhüten von Krankheiten sowie die Erhaltung und Festigung der Gesundheit
• Staatlicher Charakter des Gesundheitswesens und gesamtgesellschaftliche Verantwortung für den Schutz der Gesundheit aller Bürger
• Einheitlichkeit der Leitung und Planmäßigkeit der Arbeit in allen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens
• Kostenfreiheit und allgemeine Zugänglichkeit medizinischer Hilfe für alle Bürger in Stadt und Land
• Einheit von Theorie und Praxis, von Forschung und Betreuungsaufgaben, von Grundversorgung und hochspezialisierter medizinischer Versorgung sowie Einheit von ambulanter und stationärer Betreuung
• Umfassende Nutzung der modernen Errungen­ schaften von Wissenschaft und Technik zur Er­ höhung der Qualität der medizinischen Betreuung
• Aktive Teilnahme der Werktätigen und Mitarbeit der Öffentlichkeit bei der Sicherung des umfassen­ den Gesundheitsschutzes.

Diese Prinzipien stellen auch die Grundlage für das sozialistische Gesundheitswesen in der DDR dar. Die prophylaktische Orientierung, die den sozialistischen Gesundheitsschutz kennzeichnet, macht die Medizin jedoch nicht als Heilkunde überflüssig, denn niemals können alle Krankheiten oder das Sterben verhütet werden. Auch die optimale Behandlung unvermeid­barer Krankheiten oder Körperschäden und die möglichst umfassende Wiedereingliederung des Patienten in das gesellschaftliche Leben stellen Grundanliegen des sozialistischen Gesundheits­schutzes dar. Die aktive Mitwirkung der Bürger bei der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit sowie die Mitverantwortung der gesellschaftlichen Öffentlichkeit umfassen alle Maßnahmen der gesundheitsfördernden Lebensführung und Umweltgestaltung, der Ausschaltung von Risikofaktoren und der zielstrebigen Erhöhung der Leistungsfähigkeit. Sie gelten nicht als Aufforderung zur Laiendiagnose der zur Selbstbehandlung oder als Freibrief für unwissenschaftliche pseudomedizinische Heilpraktiken.

Gesundheitsschutz verfassungsmäßig garantiert

Dauerhafte Gesundheit und uneingeschränkte Leistugsfähigkeit stellen einen alten Traum der Menschheit dar. In den Kampfprogrammen der internationalen Arbeiterbewegung waren seit jeher Forderungen nach wirksamerem Schutz der Gesundheit und nach sozialer Sicherheit bei Erkrankungen verankert. Die jahrtausendealte Entwicklung der Medizin als Wissenschaft und als praktische Heilkunde erbrachte eine Vielzahl von Möglichkeiten und Erkenntnissen, Krankheitsursachen auszuschalten und einstmals weltweit gefürchtete Krankheiten (Pest, Kinderlähmung, Pocken u.a.) praktisch auszurotten. Das allgemeine humanistische Anliegen der Medizin kann jedoch nur verwirklicht werden, wenn die entsprechenden gesellschaftlichen Voraussetzungen vorhanden sind. Der sozialistische Gesundheitsschutz unterscheidet sich insofern von allgemeinen humanitären Idealen medizinischer Menschenfreundlichkeit, als er Verfassungswirklichkeit ist und gemeinsam mit allen staatlichen und gesellschaftlichen Kräften verwirklicht wird, also nicht entgegenwirkenden Interessen abgerungen werden muß.

In dem Bemühen um hohe Qualität und große Wirksamkeit aller medizinischen Maßnahmen und sozialpolitischen Beschlüsse vereinen sich die persönlichen Wünsche der Bürger mit den gesellschaftlichen Interessen. Gesundheit ist sowohl persönliches als auch gesellschaftliches Anliegen, ihr Schutz ist nicht nur Angelegenheit der Beschäftigten des Gesundheitswesens, sondern aller gesellschaftlichen Bereiche und des Bürgers selbst. „Das Streben nach Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Lebensfreude bis ins hohe Alter wird inuner mehr zum Bestandteil einer Von der ganzen Gesellschaft getragenen, vom sozialistischen Staat geförderten und vom Bürger selbst mitgestalteten Lebensweise.“ (E.Honecker auf dem IX. Parteitag der SED)

Staatlicher Charakter des Gesundheitswesens in der DDR

Den gesellschaftlichen Auftrag zum umfassenden Schutz der Gesundheit kann nur ein Gesundheitswesen unter sozialistischen Bedingungen erfüllen. Die Mehrzahl der Einrichtungen des Gesundheitswesens sind daher Volkseigentum. Ihre Unterhaltung, Ausstattung, Finanzierung, Rekonstruktion u.ä. werden mit staatlichen Mitteln realisiert und in den jeweiligen, Volkswirtschaftsplänen verankert. Die Einrichtungen unterstehen den Räten der Kreise (bzw. Stadtbezirke) oder Bezirke oder werden direkt vom Ministerium für Gesundheitswesen (zentrale Einrichtungen) geleitet. Medizinische Einrichtungen existieren auch im Leitungsbereich des Ministeriums für Hoch-und Fachschulwesen (Kliniken und Institute der Bereiche Medizin der Universitäten bzw. medizinischen Akademien), des Staatssekretariats für Körperkultur und Sport (sportmedizinische Einrichtungen), an der Akademie der Wissenschaften der DDR sowie im Rahmen der medizinischen Dienste im Verkehrswesen, in der NVA und in der Deutschen Volkspolizei.

Insgesamt sind rund 440.000 Mitarbeiter, darunter über 40.000 Ärzte und Zahnärzte, in den Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens beschäftigt (Stand 1977). Neben den staatlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens gibt es weiterhin private Ärzte in eigener Niederlassung und medizinische Einrichtungen sowie Pflegeheime, die von den Kirchen getragen werden. Diese nichtstaatlichen medizinischen Einrichtungen arbeiten in enger Abstimmung und Koorordinierung mit den Einrichtungen des Gesundheitswesens, so daß keine Disproportionen oder territoriale Überschneidungen entstehen und der gesamtstaatliche Charakter des Gesundheitsschutzes sowie die einheitliche inhaltliche Leitung gewährleistet sind.

Einheitlichkeit der Leitung

Trotz territorialer Besonderheiten und unterschiedlicher Unterstellung der verschiedener medizinischen Dienste wird das Gesundheitheitswesen nach einheitlichen Prinzipien geleitet und geplant. Das Ministerium für Gesundheitswesen besitzt die Gesamtverantwortung, die es in enger Zusammenarbeit mit den übrigen staatlichen Organen realisiert. Die einheitliche Leitung und abgestimmte Entwicklung garantieren, daß sich die medizinischen Fachgebiete den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechend und nach den territorialen Erfordernissen entwickeln. Die noch in manchen Ländern (z.B. auch in der BRD) übliche strenge Trennung zwischen ambulanter und klinischer (stationärer) Betreuung ist in der DDR nicht mehr vorhanden. Beide medizinische Leitungsbereiche sind gleichberechtigte Bestandteile, des einheitlichen sozialistischen Gesundheitswesens und haben spezifische Aufgabenbereiche, die jedoch eng miteinander verflochten sind.

Kostenfreiheit der medizinischen Versorgung in der DDR

Bei Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe entstehen dem Patienten keinerlei Kosten. Sowohl ärztliche Beratung als auch Medikamente, Hilfsmittel (z. B. orthopädische Hilfsmittel), physikalische Behand­ lungert werden ihm kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch für aufwendige Operationen, Zusatzuntersuchungen (Röntgen, Endoskopie, psychologische Testung u.a.) oder Kuraufenthalte entstehen dem Patienten keine Kosten. Alle Kosten werden aus dem Staatshaushalt bzw. über die Beiträge zur Sozialversicherung beglichen. Auch die kompliziertesten und modernsten Untersuchungs- und Behandlungsverfahren stehen damit – wenn sie ärztlich angezeigt sind – allen Bürgern gleichermaßen zur Verfügung. Dasselbe trifft für prophylaktische Untersuchungen und Maßnahmen (prophylaktische Kuren) zu. Jährlich werden in der DDR über 150 Millionen ärztliche Konsultationen durchgeführt. Im Durchschnitt besucht demnach jeder DDR-Bürger etwa neunmal pro Jahr den Arzt oder wird zu Hause betreut. Lediglich beim Mißbrauch ärztlicher Hilfsbereitschaft (z.B. Alkoholmißbrauch) müssen die entstandenen Kosten vom Bürger erstattet werden.

Allgemeine Zugänglichkeit

In der DDR wurde ein lückenloses Netz ärztlicher Betreuungseinrichtungen geschaffen, so daß trotz territorialer Unterschiede keine einzige Region medizinisch unterversorgt ist. Von jedem Punkt der DDR ist medizinische Hilfe in höchstens 20 Kilometer Entfernung erreichbar. Auch in ländlichen Gebieten sind mit Gemeindeschwesternstationen und Landambulatorien Bedingungen für eine gute medizinische Versorgung geschaffen worden. Alle ertorderlichen medizinischen Einrichtungen und Maßnahmen stehen jedem Bürger prinzipiell und ohne Rücksicht auf territoriale und soziale Herkunft gleichermaßen zur Verfügung. Daß bei medizinischen Spezialbehandlungen mitunter Wartezeiten erforderlich sind, hängt mit dein schrittweisen Aufbau hochspezialisierter Einrichtungen und mit der allmählichen Rekonstruktion der oftmals sehr alten Krankenhausbauten und ihrem Zusammenschluß zu größeren Einheiten zusammen. Gästen und Besuchern der DDR wird medizinische Hilfe entsprechend den zwischen den jeweiligen Herkunftsländern und der DDR abgeschlossenen Vereinbarungen kostenlos gewährt. Bestehen keine Vereinbarungen, ist medizinische Hilfe an Ausländer kostenpflichtig.

Vorbeugender Gesundheitsschutz in der DDR

Nicht nur das Heilen von Krankheiten, auch das Verhüten von Erkrankungen ist eine entscheidende Aufgabe aller am Gesundheitsschutz Beteiligten. Die Vorbeugung kann darin bestehen, daß Ursachen für Krankheiten beseitigt bzw. in ihrer Wirkung abgeschwächt werden oder der Organismus in die Lage versetzt wird, die krankheitsbegünstigenden oder -auslösenden Einflüsse besser zu überwinden (primäre Prävention, ursächliche Vorbeugung). Eine weitere Möglichkeit prophylaktischer Arbeit ist die gezielte Suche nach Frühformen einer Erkrankung (Screening) oder die Überwachung bzw. Betreuung von gefährdeten Personengruppen (Reihenuntersuchung, Dispensaire), um noch vor Auftreten schwerer Krankheitssymptome und Ausfallerscheinungen die Krankheit durch gezielte Maßnahmen bekämpfen zu können (sekundäre Prävention, Früherkennung von Krankheiten), Die Verhütung schwerer Komplikationen wird gelegentlich als tertiäre Prävention bezeichnet (Komplikationsprophylaxe), Maßnahmen der primären Prävention betreffen beispielsweise die hygienische Überwachung und Kontrolle, um krankmachende Mikroorganismen aus der menschlichen Umwelt auszuschalten und somit Infektionskrankheiten ursächlich zu verhüten. Die Gestaltung einer gesunden Lebensweise, Maßnahmen des Umweltschutzes, zweckmäßige Ernährung, Abhärtung und Sport stellen Maßnahmen zur primären Prophylaxe dar. Reihenuntersuchungen auf Tuberkulose (Schirm­ bild), zytologische Abstriche zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs der Frau, Streifentests auf Zuckerausscheidung u.ä. sind sekundäre Vorbeugungsmaßnahmen, die frühzeitiges therapeutisches Eingreifen oder gezieltere Diagnostik ermöglichen und somit die Heilungsaussichten steigern.

Wie war die Gesundheitsprophylaxe in der DDR?

Prophylaktische Untersuchungen und Maßnahmen sind Bestandteil des staatlichen Gesundheitsschutzes und werden gemeinsam mit anderen medizinischen Aktivitäten geplant und realisiert. Obwohl jeder Arzt grundsätzlich auch prophylaktisch tätig ist, gibt es einige medizinische Tätigkeitsbereiche mit ausgesprochen prophylaktischen Aufgaben: die staatliche Hygieneinspektion, das Impfwesen, das Betriebsgesundheitswesen. die medizinischen Dienste u.a.m. In wachsender Zahl werden den Werktätigen prophylaktische Kuren zur Festigung der Gesundheit zur Verfügung gestellt. In der Regel dauern sie drei Wochen. Die prophylaktische Arbeit wird von verschiedenen Massenorganisationen (Deutsches Rotes Kreuz der DDR, Volkssolidarität, Demokratischer Frauenbund
Deutschlands, Freie, Deutsche Jugend, URANIA u.a.) unterstützt. Über 260.000 Gewerkschafter arbeiten im Rahmen des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes ( FDGB ) als Bevollmächtigte der Werktätigen in verschiedenen Kommissionen und unterstützen gleichfalls die prophylaktische Tätigkeit.

Wissenschaftlichkeit der Medizin

Die Medizin hat sowohl naturwissenschaftliche als auch gesellschaftswissenschaftliche Wurzeln. Sie ist eine angewandte Wissenschaft, die sich dadurch auszeichnet, daß sie unmittelbar mit ihren Ergebnissen auf den Menschen wirkt. Viele Erkenntnisse der Medizin sind aus der Empirie, der Beobachtung von Erscheinungen und Zufällen, entstanden. Doch die moderne Medizin besitzt eioe gesicherte wis­ senschaftliehe Grundlage. Neue Erkenntnisse über Gesetzmäßigkeiten des menschlichen Lebens und der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie der­ Einwirkungen der Umwelt auf den Menschen erschließen der Heilkunde neue Wege beim Verhüten, Erkennen und Behandeln von Krankheiten. Unwissenschaftliche, spekulative Heilmethoden, deren Unwirksamkeit in exakten Überprüfungen nachgewiesen wurde, haben im Rahmen des sozialistischen Gesundheitsschutzes keinen Platz.

Die Medizin als Heilkunde darf nur ausüben, wer als Arzt oder mittlerer medizinischer Kader eine ent­ sprechende Ausbildung erworben, in einer Prüfung die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten nachgewiesen hat und eine staatliche Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde besitzt (Approbation). Durch eine umfangreiche Ausbildung während des Studiums, durch gesetzlich festgelegte Spezialisierung (Facharztweiterbildung) und durch systematische Weiterbildungsveranstaltungen für den Facharzt wird gesichert, daß allen Ärzten die modernsten wissenschaftlichen Behandlungs- und Diagnosemethoden vertraut sind. Ausübung von Heilmethoden ohne wissenschaftliche Ausbildung bedeutet stets eine Gefahr für den hilfesuchenden Patienten.

Freie Arztwahl in der DDR

Ein Prinzip unseres sozialistischen Gesundheits­ wesens ist, daß der Patient den Arzt seines Vertrauens wählen kann und nicht zur Einhaltung eines bezrenzten ärzthchen Einzugsbereichs verpflichtet ist. Das Prinzip der freien Arztwahl schließt nicht aus, daß die Territorien in Arztbereiche aufgegliedert sind, die von einem Bereichsarzt betreut werden. Der Bereichsarzt ist meist zugleich der „Hausarzt“, der die Familie und die Lebensumstände am besten kennt und bei therapeutischen Empfehlungen mit berücksichtigen kann. Im Interesse optimaler ärztlicher Betreuung ist allerdings der beliebige Wechsel des Arztes nicht möglich. Es sind zeitliche Bezrenzungen (Quartale) einzuhalten, und bei erforderlicher Beratung durch einen Spezialisten ist in der Regel die Überweisung des behandelnden Arztes notwendig, da der Patient selbst die Erfordernisse einer Spezialbehandlung nicht sicher abschätzen kann.

Quelle:
Kleine Enzyklopädie Gesundheit, VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1980, S.575-578. (Ausschnitte)

Siehe auch:
Prof.Dr. Karl Linser: Warum wir Ärzte in der DDR unserem Staat vertrauen
Leben in der DDR – Lebensweise und Familie
Die Sozialpolitik in der DDR
Kinderkrippen in der DDR

Kurt Gossweiler: Wider die linke Resignation!

Daß sich ausgerechnet Christen aus der ehemaligen DDR mit aufrechten Kommunisten dieses Landes in enger Gemeinschaft zusammenfinden würden, hatte zuvor wohl kaum einer von denen so richtig glauben wollen. Zu tief war noch die Enttäuschung über die Verwandlung einiger ehemaliger Genossen aus der SED in von opportunistischer Blindheit geschlagene PDS-Anhänger, in Nachläufer einer Partei, die sich sehr bald als ein Helfershelfer und Instrument der westlichen Bourgeoisie herausstellen würde. Seiner Biografie nach hatte Prof. Hanfried Müller schon immer sehr deutlich auf Seiten des Sozialismus in der DDR gestanden und vertrat auch zu Stalin eine klare und von Respekt geprägte Haltung. Keinen Grund gab es damals für ihn und viele Gleichgesinnte, auch nur mit einer Faser seines Lebens an der Richtigkeit des von Lenin und Stalin eingeschlagenen Weges und an der historischen Überlegenheit und Zukunft des Sozialismus zu zweifeln. Kein Grund also zu einer Resignation der Linken! Zum Gedenken an den am 3.März 2009 verstorbenen Theologieprofessor Hanfried Müller schrieb Dr.Kurt Gossweiler in einem Beitrag folgendes:
Prof. Hanfried MüllerDer Theologe Prof. Hanfried Müller (1925-2009)

Nach dem – zeitweiligen! – Sieg der Konterrevolution hat sich die Dialektik des Geschichtsganges auch darin bestätigt, daß selbst dieses böseste Ereignis noch Gutes hervorbrachte: es führte Menschen zusammen, die – ohne es zu wissen – schon lange zusammengehörten, und die ohne dieses böse Ereignis sich wohl nie begegnet wären: ich meine damit die Zusammenführung von Kommunisten wie „Kled“, also Karl Eduard von Schnitzler und Martha Raffael, Heinz und Ruth Kessler, Ulrich Huar, Hermann Leihkauf, mich und andere, – mit Theologen wie Hanfried Müller, Rosemarie Müller-Streisand, Renate Schönfeld und anderen.

Der schwere, aber richtige Weg Stalins

Ein Dauerthema war natürlich die Frage nach den Ursachen des Siegs der Konterrevolution, der XX. Parteitag der KPdSU, die Rolle Stalins und Chruschtschows. Hanfried Müller sagt in seinen Erinnerungen zu Stalin (S.117/18): „Stalin stand angesichts der Notwendigkeit des Aufbaus des Sozialismus in nur einem, (und zudem höchst rückständigen) Lande für die Entscheidung, auf der einen Seite unter riesigen Opfern eine Grundindustrie aus dem Boden zu stampfen und dabei den revolutionären Prozess gegen die Isolation einer Avantgarde von den sie tragenden Massen einerseits, andererseits vor dem Rückfall zu schützen, der durch eine schleichende Rekapitalisierung vom Lande her drohte. Die Entscheidung fiel gegen Trotzki und Bucharin. Sie enthielt zugleich die schmerzhafte Bewältigung der `konstantinischen Wende´ der Revolution von der Zerschlagung fremder zum Aufbau eigener Staatsmacht. Dafür und für die Wahrung des Klassenherrschaft gegen jeden Angriff von innen und außen wurde der Preis der Beeinträchtigung der Balance zwischen innerparteilicher Demokratie und demokratischem Zentralismus gezahlt und die damit verbundene Erschwernis künftiger Entwicklung der sozialistischen Demokratie in Kauf genommen. Gewiß, auch dafür steht der Name Stalin. Aber war das ein `Fehler´? Es gibt Situationen, man könnte von historischen Dilemmata sprechen, die dazu zwingen, Bitternisse in Kauf zu nehmen, um Schlimmeres zu vermeiden. So mußte um des Sieges über den Faschismus willen in Kauf genommen werden, daß man den Kampf gegen ihn nur als großen vaterländischen Krieg´ und nicht als sozialistischen Befreiungsschlag gewinnen konnte. Zweifellos bremste das die weitere Reifung des Sozialismus in der Sowjetunion ab. Aber er führte zum Sieg über den Faschismus, und dafür vor allem steht der Name Stalin!“

Antikommunisten benutzten den XX.Parteitag der KPdSU zum Verrat

Und zum XX. Parteitag und zu Chruschtschow ist in den Erinnerungen zu lesen: „Der XX. Parteitag blieb natürlich bei den Antikommunisten nicht ungenutzt. Ihr massendemagogisch wertvollster Gewinn daraus war es, daß sie ihren Antikommunismus nun als `Antistalinismus´ artikulieren konnten, so daß er auch unter kommunistischen Bündnispartnern und bis in die kommunistischen Parteien und sozialistischer Länder hinein ungestraft propagiert werden konnte. An die Stelle der Frage: `Für oder gegen Privateigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln´ trat damit die Frage für oder gegen Stalin´. … Trotz aller Kritik am XX. Parteitag der KPdSU war mir damals nicht deutlich, daß schon damals in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre die Aufstiegsphase im Frühsozialismus in eine Abstiegsphase umschlug, so daß bereits hier von einer konterrevolutionären Wende zu sprechen gewesen wäre. Wir waren zwar vom ersten Tage an gegen den XX. Parteitag, aber wir haben seine Folgen verniedlicht, als wir Chruschtschow nur als `Hampelmann auf der Bühne der Weltpolitik´ und nicht als ernsthafte Gefahr für den Sozialismus sahen.“ (S.122) Diese Seite aus Hanfried Müllers Erinnerungen macht verständlich, weshalb er ohne jegliche Bedenken meine seinerzeit sowohl von PDS- wie von DKP-Seite heftig angefeindete Brüsseler Rede auf dem 1.-Mai-Seminar 1994 der Partei der Arbeit Belgiens „Der Anti-Stalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte“ [1] in das Heft 4/94 der WBl aufnahm.

Weltanschauliche Gemeinsamkeiten von Christen und Marxisten

Die Teilnehmer der Linken Runde, die – neben den Gastgebern und Renate Schönfeld – mir diese Runde besonders gewinnreich machten, waren damals von den Theologen besonders Dieter Frielinghaus und Dieter Kraft, von der „weltlichen“ Seite natürlich Kled Schnitzler, sodann der leider sehr früh verstorbene Friedrich Jung, ein Mediziner, dem u.a. die Aufsicht über die in der DDR hergestellten Pharmaka oblag und dessen strenger Kontrolle es mit zu verdanken ist, dass die Medikamente in der DDR nur zur Gesundung der Patienten und nicht zur Gewinnung von Maximalprofiten der Pharmaindustrie, wie in der BRD selbstverständlich, in die Apotheken geliefert wurden, und Margit Schaumäker, erste Nachrichtensprecherin des DDR-Fernsehens, dessen Geschichte sie bis zu seinem Ende mitgestaltet hat. Mit dem Hause Müller-Streisand ist sie jahrzehntelang eng befreundet und sie war eine unentbehrliche Mitarbeiterin bei der Gestaltung der Weißenseer Blätter.

Eine erfreuliche Begegnung unter Gleichgesinnten

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Zusammensetzung der Linken Runde, sei es durch Tod oder Ausscheiden aus anderen Gründen von Mitgliedern der ersten oder der zweiten Stunde, und es kamen neue hinzu. Von denen sind an erster Stelle zu nennen Heinz Kessler und seine Frau Ruth. Heinz Kesslers Teilnahme war ein unermeßlicher Gewinn für unsere Bemühungen, uns Klarheit über das Geschehen auf der Regierungsebene in den letzten Jahren der DDR zu verschaffen. Vieles von dem, was Heinz Kessler in seinem Buche „Zur Sache und zur Person“ [2] veröffentlicht hat, kam in unseren Tagungen zur Sprache. Zum anderen halfen uns Heinz und Ruth Kesslers Berichte über ihre mehrfachen Reisen in das sozialistische Land in der Karibik unser Wissen über dessen Schwierigkeiten und Fortschritte zu vertiefen und unsere inneren Bindungen an dieses Land noch inniger zu gestalten. Hocherfreulich war auch, daß die Linke Runde erweitert wurde durch den Hinzutritt von Hermann Leihkauf. Mit ihm, dem exzellenten Politökonomen und ehemaligen Mitarbeiter in der Staatlichen Plankomission der DDR, verloren die Diskussionen über ökonomische Sachverhalte und Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart den nicht seltenen Charakter von Meinungen und Vermutungen auf Grund von ungenauen Kenntnissen, weil Hermann Leihkauf mit einem phänomenalen Zahlengedächtnis und exakten Kenntnissen die Dinge immer genau auf den Punkt brachte. … Bliebe nur noch, schrieb Genosse Kurt Gossweiler abschließend, dem Theologen Hanfried Müller für all das zu danken, was er ihnen an Erkenntnissen, an Mut und Standhaftigkeit vermittelt hatte, um den Kampf um eine sozialistische Zukunft weiter zu führen.

Quelle:
Weißenseer Blätter

[1] http://www.kominform.at/article.php?story=20060222222507194
oder: trend (online-zeitung) 9/06: Kurt Gossweiler, Der Antistalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung
oder: Kurt Gossweiler, Der Antistalinismus… (pdf-Datei)
[2] Heinz Keßler, Zur Sache und zur Person, edition-ost, 1997
oder: Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

Siehe auch:
Weißenseer Blätter (reprint): Wider die Resignation der Linken, ISBN-926922-25-7
Ljubow Pribytkowa: …Und wieder mal über Stalin
XX.Parteitag: Eine verbrecherische Rede
Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden
Marxfälscher und andere Revisionisten unserer Zeit
Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger

Braucht Nordkorea Atomwaffen?

Von Ljubow Pribytkowa (7. April 2013)

Übersetzung u. Zwischenüberschriften: Michael Bauer

Kommunisten-online 16. April 2013 – Vor fünfzig Jahren hat der Gründer der Koreanischen Volksdemokratischen Republik Kim Ir Sen, als er das Land wieder herstellte, das von der vieljährigen japanischen Besatzungszeit und der amerikanischen Intervention von 1950-1953 zerstört worden war, das Volk zum Aufbau eines neuen sozialistischen Staates geführt und die Losung – „In einer Hand das Gewehr, in der anderen Hammer und Sichel“ hervorgebracht. Die Weisheit dieser Losung ist offensichtlich: Eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn sie sich zu verteidigen versteht.

Aber in einem halben Jahrhundert hat sich vieles geändert. Als gegen Ende des 20.Jahrhundert in der UdSSR und den Ländern Osteuropas die bürgerliche Konterrevolution geschah, hat sich das politische Kräfteverhältnis in der Weltarena auf gründliche Weise verändert. Das sozialistische Weltsystem hörte auf zu existieren, die gut eingestellten Wirtschaftsbeziehungen zwischen den sozialistischen Ländern wurden zerstört, es vollzog sich ein heftiger Absturz ihrer Wirtschaften und die materielle Lage der Menschen verschlimmerte sich. Die KVDR war da keine Ausnahme.
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Der soziale Fortschritt der menschlichen Gesellschaft kam zum Stillstand. Die Revanche erfaßte den globalen Imperialismus, der heute von den USA angeführt wird – als ein pro-faschistischer Staat, der auf dem Planeten über ein Netz von mehr Tausend Militärstützpunkten mit modernen, einschließlich nuklearer, Waffen verfügt.

Gerade deshalb sind die Stimmen der Politiker, der progressiven Denker aus Kanada und Rußland, Belgien und Israel, Deutschland und Frankreich, die die Frage positiv beantworten ob Nordkorea Kernwaffen braucht, ein Lichtstrahl. in einer sich verdunkelnden Welt

Der psychologische Krieg gegen die KVDR

Die westlichen Massenmedien können mit ihren Lügen von einer angeblich „aggressiven“ Einstellung der nordkoreanischen Politiker, ihren „provokatorischen“ Entscheidungen, von einem drohenden Krieg nicht alle verdummen … Der Psychologische Krieg gegen Nordkorea hat sich bis ans Limit verschärft. Informationen über die Ereignisse in der KVDR werden meistens verzerrt, die Kommentare sind abfällig, und sie werden größtenteils mit Ironie oder Verhöhnung, die Realitäten feindselig interpretierend, wiedergegeben. Das offizielle Rußland hat eine unverhohlen speichelleckerische Haltung gegenüber den amerikanischen Neofaschisten eingenommen. Deshalb ist vom Fernsehen und vom Rundfunk die Wahrheit über die Ereignisse in Korea nicht zu erwarten.
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In März 2013 trat das Staatsoberhaupt der KVDR Kim Tschen Yn auf einem Plenum des ZK der Partei der Arbeit Koreas auf und sagte: „Die Notwendigkeit eines parallelen wirtschaftlichen Aufbaus und des Aufbaus nuklearer Streitkräfte wird diktiert von der entstandenen Situation.“

Wenn man einen aufmerksamen und unvoreingenommenen Blick auf die moderne Welt wirft, über die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung nachdenkt und die komplizierter werdenden internationalen Beziehungen analysiert, so ist die Aktualität und Weisheit dieser Entscheidung der Führung der KVDR offensichtlich.

Die Wahrheit über die Lage in Korea

Wenn Sie, liebe Leser, die Wahrheit über die Lage auf der koreanischen Halbinsel erfahren wollen, wenn Sie bis zu den Wurzeln vordringen und verstehen wollen, von wem die Gefährdung des Friedens auf der Erde ausgeht, und wer das koreanische Volk mit Krieg bedroht, so lesen Sie die Artikel des bekannten kanadischen Politologen und talentierten Publizisten Stephen Gowans. Während der letzten Jahre hat er zehn gute Artikel über das schwierige Schicksal des koreanischen Volkes und über seine gegenwärtigen Feinde geschrieben, die sein Leben und die Sicherheit ihres Landes bedrohen. Auch die russischsprachige Webseite Juche Songun[1] wird Ihnen helfen, zur Wahrheit zu gelangen.
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Die explosive Situation auf der Koreanischen Halbinsel ist heute nicht die emotionale Frucht der koreanischen Marschälle, die angeblich aufgehört haben „mit dem Kopf zu denken“, sind nicht die Intrigen irgendwelcher in die Führung der KVDR eingedrungener Provokateure, wie es einige in Rußland nennen, die sich als „Bolschewiken“ bezeichnen. Heute sind die Beschlüsse des ZK der Partei der Arbeit Koreas und der Führung der Koreanischen Volksarmee von der objektiven Notwendigkeit diktiert.

Schon vor 65 Jahren haben die blutigen Schuhe der amerikanischen „Friedensstifter“ die koreanische Heimat zertreten. Außer unendlichem Leid hat diese Zeit der USA dem koreanischen Volk nichts gebracht, wie im Übrigen auch den anderen Völkern der Erde. Noch lebt im Gedächtnis der Koreaner der furchtbare Krieg, den die verfluchten Yankees auf koreanischem Boden geführt haben. Von 1950 an bis zum Jahre 1953 wüteten die Amerikaner buchstäblich in Korea. Sie zerstörten 80 Städte und Tausende Dörfer, 600.000 Wohnhäuser und etwa 9.000 Industriebetriebe. 3 Millionen Menschen wurden Opfer der amerikanischen Intervention. Auf Korea haben die USA mehr Bomben abgeworfen, als auf Deutschland in den Jähren des Zweiten Weltkriegs.

Eine moderne Form der Blockade

Heute gibt es auf koreanischem Boden keinen Krieg. Aber es gibt auch keinen Frieden. Die USA haben auf die Unterzeichnung eines Friedensvertrages verzichtet. Sie haben die kämpfenden Seiten gezwungen, ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen, das tatsächlich eine leere Formalität darstellt. Erstens, weil die Truppen der USA vom Territorium Koreas nicht abgezogen wurden. Zweitens, weil sich die USA seit Jahrzehnten ständig einmischen, weil sie zusammen mit südkoreanischen Satelliten subversive Tätigkeit, Spionage und Wirtschaftskrieg führten und mehrfach mit einem militärischen Überfall und einem nuklearen Angriff drohten. Keinesfalls soll das kommunistische Korea ein Beispiel für andere Länder werden.
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In einem analytischen Artikel „Warum braucht Nordkorea Kernwaffen?“[2], der auf vielen Webseiten veröffentlicht wurde, betont Stephen Gowans, daß das Land unter ständiger Belagerung, unter dem Regime einer modernen Form von Blockade lebt. Sein Leben wird reglementiert von Dutzenden kommerzieller, finanzieller, militärischer und außenpolitischer Sanktionen, die tatsächlich auf die Vernichtung des unnachgiebigen, sich den Amerikanern nicht ergebenden Staates gerichtet sind.

Die Sanktionen beinhalten Beschränkungen auf den Warenexport und auf Dienstleistungen, das Verbot des größten Teils der ausländischen Hilfe, das Verbot der Finanzierung von Exporten und Importen, das Verbot von Importen aus Nordkorea, die Blockierung jedweder Kredite bzw. der Finanzierung durch internationale Finanzinstitute, das Verbot der staatlichen Subventionierung von Lebensmitteln und Medikamenten für den Export nach Nordkorea, das Verbot von Import- und Exportoperationen, die mit Transport verbunden sind …

Die KVDR auf der „Achse des Bösen“

Im Jahre 2003 bezeichnete George W. Bush die KVDR als der Teil der „Achse des Bösen“. Der Irak wurde angegriffen und zerstört – das zeigte, was andere Länder erwartet, die zu dieser „Achse“ gezählt werden.
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Der UNO-Sicherheitsrat, der vom Diktat Washingtons geführt wird, erfindet eine Resolution nach der anderen, um der KVDR faktisch das Recht auf Selbstverteidigung, auf Herstellung ballistischer Raketen, das Recht auf den Austritt aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen, das Recht auf Herstellung und Nutzung von Satelliten, das Recht auf Waffenkäufe in anderen Ländern und die Übertragungsrechte von nuklearen Technologien anderer Ländern streitig zu machen. Obwohl die Mitglieder des Sicherheitsrats und auch eine Menge anderer Länder frei über diese Rechte verfügen.

Ständig werden die militärischen Kräfte Südkoreas von den USA buchstäblich mit der neuesten amerikanischen Ausrüstung ausgestattet. 1958 wurden sogar Atomwaffen eingeführt.

Am 28. März 2013 haben die USA aus dem Bundesstaat Missouri strategische Tarnkappenbomber W-2A und andere Angriffswaffen nach Südkorea gebracht. Die 7. Flotte steht bereit, zu deren Bestand drei atomare Unterwasserkreuzer gehören, die jeweils 25 Tomahawk-Raketen tragen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dort 30.000 amerikanische Soldaten stationiert.

Die südkoreanische Armee führt jährlich unter dem Kommando amerikanischer Militärs sogenannte „Militärübungen“ durch, die nicht weniger zwei Monate dauern, und die als „defensiv“ bezeichnet werden, obwohl sie die koreanische Halbinsel ständig an den Rand des Krieges bringen.

Die USA – eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit

Jahrzehnt um Jahrzehnt verübten die USA gegen den kleinen sozialistischen Staat Boykotte und Sanktionen, Provokationen und Blockaden, Drohungen und Erpressung … In der asiatisch-pazifischen Region gibt es Dutzende von Militärstützpunkten der USA. Sie sind ein sicheres Instrument für die Dominanz dieser imperialistischen Räuberbanden in der Welt und eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit …

Die Manöver mit den nuklearen Angriffswaffen schüren die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und zwingen Nordkorea, seine militärischen Kräfte zu mobilisieren, die Militärausgaben zu erhöhen und auf seinem Territorium ebensolche Militärmanöver durchzuführen. Die Antwort auf die Atomwaffen der Führers der imperialistischen Gesellschaft konnte nur sein: die Herstellung und Erprobung von Atomwaffen. Dabei darf man auch die Stunden der tragischen Ereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf unserem Planeten nicht unberücksichtigt lassen! – So wurde die Koreanische Volksdemokratische Republik zu einer Atommacht!

Ein fataler Fehler…

Stephen Gowans erinnert uns daran, daß die Amerikaner den Irak erst überfallen haben, nachdem Saddam Hussein die Forderung der USA erfüllt hatte, die Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Und die Absage des Führers Libyschen Volksjamahirija, Muhammar Ghaddafi, zur weiteren Entwicklung eines eigenen Programms von Massenvernichtungswaffen wurde sein schicksalhafter strategischer Fehler, der das libyschen Volk teuer zu stehen kam.

„Wer hätte gewagt, sich mit Ghaddafi oder Saddam Hussein anzulegen, wenn sie über ein nukleares Potential verfügt hätten?“ – diese Frage stellt Amir Eshel, der ehemalige Planungsleiter und heutige Luftwaffenchef der israelischen Armee. Und er antwortet selbst: „Niemand hätte es gewagt.“

Das wiederholt auch General Kevin P. Chilton, das Chef des Strategischen Kommandos der USA: „Während der 65jährigen Geschichte der Atomwaffen ist keine Atommacht jemals erobert worden und trug auch nicht das Risiko von Eroberungen.“

Stephen Gowans bringt Zitate aus der amerikanischen Presse, aus „The New York Times“ und „The Washington Post“. Es ist angenehm zu wissen, daß man auch im Lager der Feinde Vernunft antrifft.

Die Zerstörung Libyens, des am höchsten entwickelten Staates in Afrika, durch die neofaschistischen Truppen der NATO, hat bei den Koreanern die Überzeugung von der Richtigkeit der Songun-Politik bestärkt, daß es notwendig ist, die Militärmacht mit Hilfe der nuklearen Komponente zu befestigen.

Speichellecker…

Der 12. Dezember 2012 war in der KVDR ein Feiertag – es wurde der erste koreanische Satellit in den Kosmos gestartet. Der Westen ist vor antikommunistischer Hysterie wieder schier geplatzt, um zu beweisen, daß die KVDR kein Recht darauf hat, Satelliten in den Kosmos zu starten. Und erneut gibt es vor Washington speichelleckerische Resolutionen des Sicherheitsrats gegen die KVDR …

Der UNO-Sicherheitsrat, wie auch die UNO selbst, haben bei den progressiven Kräften der Erde ihre Autorität verloren. Wer es sehen will, der kann feststellen, daß diese Organisation seit langem mit zweierlei Maßstab mißt. Internationale Gerechtigkeit und Unvoreingenommenheit sind ihr fremd. „Die internationale Gesetzlichkeit“ und „allgemeinmenschliche Werte“ sind für sie nicht mehr als ein heuchlerischer Vorwand. Von Objektivität der Betrachtung internationaler Fragen kann auch in den Sitzungen der UNO keine Rede sein. Diese Organisation wurde zu einem Hilfsorgan der Washingtoner Administration, die seit langem selbst nur ein Instrument transnationaler Gesellschaften ist.

Während der Existenz der UNO wurden auf der Erde mehr als 9.000 mal Satelliten gestartet und über 2.000 Atomtests durchgeführt. Aber es gab keine Resolution der Sicherheitsrat der UNO über das Verbot nuklearer Tests und des Starts von Sputniks. Am meisten übten sich die Amerikaner bei der Vervollkommnung ihrer Atomwaffen, sie erprobten sie erstmals im Mai 1945 an friedlichen Japanern, wobei mehr als 200.000 unschuldige Einwohner der Städte Hiroshima und Nagasaki getötet wurden.

Was ist das Ziel der USA in Korea?

Und was wollen nun die USA von Nordkorea? Das gleiche, wonach sie in allen Ländern der Erde streben. Das sozialistische Korea ist unzugänglich für die imperialistische Ausbeutung, und soll für den offenen Markt zugänglich sein. Es soll sich dem kapitalistischen System unterordnen, sich seinen ökonomischen Gesetzen unterwerfen, es soll das Ergebnis seines Landes, der Betriebe, der Bergwerke und Minen in privaten Hände legen. Es soll das Privateigentum und das private Unternehmertum zur Grundlage der Wirtschaftswirtschaftsführung machen, die Zentralbank vom Staat unabhängig machen und dem ausländischen Kapital gestatten, sich in die Wirtschaft des Landes einzumischen. Es soll dem weltweiten Kapital die Freiheit geben, aus den koreanischen Naturreichtümern ihren Profit herauszuziehen.

Nordkorea ist die einzige verbliebene Oase des Kommunismus auf der Erde. Die USA haben das Ziel gesetzt, es zu zerstören.

Gerade deshalb ist es die Verantwortung aller Kommunisten unseres Planeten, die Stimme zum Schutz des Volkes von Nordkorea gegen die faschistischen Bestrebungen der USA zu erheben.

Aus der Erklärung des Außenministers der KVDR:

„Unser Land ist zur endgültigen Schlußfolgerung gekommen, und unsere Überzeugung hat sich darin bestätigt, daß die Demontage des nuklearen Potentials auf der koreanischen Halbinsel unmöglich ist, solange die Welt nicht darin überein gekommen ist, daß eine weltweite nukleare Abrüstung notwendig ist, und solange die USA ihre unverändert feindselige Politik gegenüber der Koreanischen Volksdemokratischen Republik fortsetzen.“

Ljubow Pribytkowa, 7. April 2013

(Übersetzung u. Zwischenüberschriften: Michael Bauer)

Hinweise:
[1] http://juche-songun.ru/
[2] http://gowans.wordpress.com/2013/02/16/why-north-korea-needs-nuclear-weapons/

Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-Online:
http://kommunisten-online.de/eine-revolution-ist-nur-dann-etwas-wert-wenn-sie-sich-zu-verteidigen-versteht/

Siehe auch:
Nordkorea im Blickpunkt
Hintergründe des Koreakrieges (1950-53)
Korea: Der Westen lügt – wie immer!

Gab es einen Sozialismus in der DDR?

StadtzentrumBoulevardStraßenbahnErfurtBerlin WeltzeituhrBerlin Hauptstadt der DDRPalast der RepublikSpreeufer bei Nacht
Ein paar Bilder aus der DDR (auf den beiden letzten Bildern ist unser schöner ‚Palast der Republik‘, der dem westdeutschen Vandalismus zum Opfer fiel)

Die Frage ist von grundlegender Art. Deshalb halten wir es für angebracht, hier einiges klarzustellen. Die DDR war unser sozialistisches Vaterland. Die sozialistischen Produktionsverhältnisse hatten gesiegt. Es gab keine Ausbeutung mehr und keine Arbeitslosigkeit, erst recht keine Armut und keine Obdachlosigkeit. Wir hatten niemals irgendwelche existentiellen Ängste oder etwa die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. Die soziale Sicherheit in der DDR war garantiert durch die fleißige Arbeit der Werktätigen, der Ingenieure und technischen und wissenschaftlichen Intelligenz, durch den Fleiß der Bauern und natürlich der Lehrer, die die Kinder zu ordentlichen Menschen erzogen. Folglich brauchten sich junge Leute auch keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Jeder bekam eine Lehrstelle und hatte danach das Recht auf einen Arbeitsplatz. Lehrlinge und Studenten erhielten Lehrlingsentgelt bzw. Stipendium, das nicht zurückzuzahlen war, und die Meisterausbildung wurde vom Staat finanziert. Es gab auskömmliche Renten, stabile Einzelhandelspreise, eine kostenlose medizinische Versorgung und ein hervorragendes Bildungssystem. Für 20 Pfennige konnte man mit der S-Bahn durch ganz Berlin fahren (natürlich nur durch die Hauptstadt der DDR), ein halber Liter Milch kostete überall 0,56 Mark und das Monatseinkommen eines Arbeiters reichte locker aus, um damit die Wohnungsmiete für ein ganzes Jahr zu bezahlen. Ob das nun immer richtig war, sei dahingestellt. Aber so war es eben. Die Kinder fuhren im Sommer fast kostenlos ins Ferienlager an die Ostsee, und das Geld der Familie reichte dann sogar oft noch für einen gemeinsamen Urlaub. Die DDR verfügte über zahlreiche schöne Ferienheime, aber auch die anderen sozialistischen Länder waren ein beliebtes Reiseziel. Die Frauen waren in der DDR sehr hoch geachtet. Selbstverständlich erhielten sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und selbstverständlich gab es für alle Kinder einen kostenlosen Kindergartenplatz. Wer übrigens in der DDR straffällig wurde, weil er z.B. was größeres geklaut hatte, der wurde nach Absitzen seiner Haftstrafe wieder in ein Kollektiv eingegliedert, so daß es nur wenige Rückfalltäter gab (nicht wie heute 73%). Überhaupt war die Quote der Straftaten in der DDR auffällig niedrig. Das nur mal ganz nebenbei. Und wer jetzt hier was von Stasi lesen möchte und von Bespitzelung, der wird enttäuscht sein, denn das spielte im Alltag der DDR so gut wie keine Rolle. Wer sich allerdings staatsfeindlicher Handlungen strafbar machte, durch kriminelle Gewalt, Betrug zum Nachteil des Volkseigentums oder Sabotage, der wurde in der DDR zurecht dafür bestraft. Angesichts der ständigen Einmischung in die inneren Angelegenheiten unseres Landes und der ungeminderten Sabotage- und Diversionsakte von Seiten der BRD war auch die strenge Abgrenzung zu diesem uns feindlich gesinnten Nachbarland eine existentielle Notwendigkeit. Was aber diese „Brüder und Schwestern“ aus dem Westen von uns hielten, das hat man nach 1990 gemerkt, als die okkupierte DDR ausgeplündert wurde…

Nun denn: Was ist Sozialismus?

Sozialismus und Kommunismus sind, wie MARX nachwies, zwei Phasen der einheitlichen sozialökonomischen Gesellschaftsformation, die den Kapitalismus ablöst. Der Sozialismus ist die erste Phase dieser Gesellschaftsformation. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln, das in zwei Formen existiert: als Volkseigentum und als genossenschaftliches Eigentum. Der gemeinsame Inhalt des sozialistischen Eigentums bildet die Grundlage für das Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der sozialistischen Intelligenz und den anderen Werktätigen.

Der Aufbau des Sozialismus

Die materiellen Voraussetzungen für den Aufbau des Sozialismus werden im Kapitalismus vorbereitet. Durch die proletarische Revolution wird die Bourgeoisie gestürzt, die Diktatur des Proletariats errichtet, und die Produktionsmittel werden vergesellschaftet. Der Aufbau des Sozialismus vollzieht sich etappenweise. Unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei werden in der ersten Etappe durch die Schaffung der volkseigenen Industrie, durch die Planung und Organisation der Volkswirtschaft, durch den allmählichen Übergang der Bauern und Handwerker zur genossenschaftlichen Produktion sowie durch grundlegende Veränderungen im Bildungswesen und in der Kultur die Grundlagen des Sozialismus aufgebaut. Mit dem Abschluß dieser Etappe haben die sozialistischen Produktionsverhältnisse gesiegt. Die Bedeutung dieser Etappe ist gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
1. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird beseitigt.
2. der Klassenantagonismus wird überwunden,
3. eine Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse ist damit unmöglich geworden.
(Der letzte Punkt ist ein Irrtum, denn eine Konterrevolution – und die hatten wir 1989 – kann diese positive Entwicklung jederzeit wieder rückgängig machen, jedenfalls solange es auf der Welt noch Klassengegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat gibt.)

Die Veränderung der menschlichen Umgangsformen

In der zweiten Etappe wird umfassend und allseitig die entwickelte sozialistische Gesellschaft gestaltet. Die bewußten und planmäßigen Anstrengungen der Werktätigen unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei richten sich auf die weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität. Die allseitig entwickelte Persönlichkeit ist eines der edelsten Ziele und eine der größten Errungenschaften der sozialistischen Gesellschaft. Sozialistische Persönlichkeiten entwickeln sich in ihren Arbeitskollektiven, im Ringen um höchste Ergebnisse im sozialistischen Wettbewerb, beim Lernen, im Sport und bei der Aneignung der Schätze der Kultur, bei der Teilnahme an der Leitung und Planung unserer Gesellschaft und durch die ideologische Arbeit auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus. Durch die ständige Weiterentwicklung der sozialistischen Demokratie prägen sich die Lebensweise und das sozialistische Bewußtsein der Werktätigen. Das findet seinen Ausdruck in der immer umfassenderen und verantwortungsbewußteren Teilnahme an der Staatsmacht der Diktatur des Proletariats bzw. des Staates des ganzen Volkes.
(Das letztere, der ‚Staat des ganzen Volkes‘, ist eine falsche Orientierung, eine folgenschwere Abweichung von Marxismus-Leninismus, die entstanden ist durch den modernen Revisionismus. Es bleibt bis zum endgültigen Sieg des Sozialismus eine ‚Diktatur des Proletariats‘. Die herrschende Klasse ist und bleibt also die Arbeiterklasse!)

Und was ist nun Kommunismus?

Zwischen Sozialismus und Kommunismus gibt es keine starre Grenzlinie. Auf der Grundlage der Entwicklung der sozialistischen Produktionsverhältnisse und ihrer materiell-technischen Basis wächst der Sozialismus allmählich in den Kommunismus. Der Kommunismus ist als zweite Phase der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation die höchste Stufe in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln, das nun umfassend als einheitliches Volkseigentum, als gesamtgesellschaftliches Eigentum, existiert und damit die Voraussetzung dafür wurde, daß allmählich sämtliche sozialen Unterschiede beseitigt wurden. Das Dorf erreicht das Niveau der Stadt, und körperliche und geistige Arbeit verschmelzen organisch miteinander. Auf der Grundlage der materiell-technischen Basis des Kommunismus erfolgt eine außerordentlich rasche Steigerung der Arbeitsproduktivität, so daß der Grundsatz „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verwirklicht werden kann. Der Kommunismus ist eine hochorganisierte Gemeinschaft freier Menschen mit hochentwickeltem Bewußtsein sowie gesunden, vernünftigen und kulturvollen Bedürfnissen. Der objektive Gang der gesellschaftlichen Entwicklung im Weltmaßstab führt gesetzmäßig zum Kommunismus, dessen planmäßiger Aufbau in der Sowjetunion begonnen hat.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.597f.
Zwischenüberschriften und Anmerkungen von mir, N.G.)

Anmerkung:
Zugegeben, das klingt heute alles ein bißchen unrealistisch. Doch dies ist die einzige Perspektive, wenn nicht die Menschheit eines Tages im Chaos versinken will. Die einzige realistische Chance für ein Überleben der Menschheit besteht in der Entmachtung der Bourgeoisie und dem absoluten Bruch mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, d.h. in der umfassenden Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln, welches der Ausgangspunkt für die immer mörderischer werdende Ausbeutung und Unterdrückung des werktätigen Volkes, die rücksichtslose Ausplünderung der Bodenschätze, die Verarmung und Verwüstung ganzer Landstriche und die ökologische Zerstörung unseres Planeten ist. Einen anderen Weg gibt es nicht. Inwieweit das nun alles in der DDR realisiert wurde oder auch nicht, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Lange Zeit blieb die Sowjetunion unser großes Vorbild, obwohl die konterrevolutionäre Entwicklung und die Demontage des Sozialismus nach 1956 ausgerechnet in der Sowjetunion ihren Anfang nahm. Einer der wenigen, die dies sehr bald erkannten, war der Historiker, Genosse Dr. Kurt Gossweiler. Er berichtet davon in seiner Taubenfußchronik. Tatsache ist, daß Abweichungen vom Marxismus-Leninismus, fehlende Wachsamkeit gegenüber konterrevolutionären Bestrebungen und nicht zuletzt folgenschwere Irrtümer den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus beeinträchtigt haben bzw. verhinderten. Dennoch hatten wir in der DDR trotz aller Fehler und Widrigkeiten eine sozialistische Gesellschaftordnung. Und es ist die historische Mission der Arbeiterklasse, den Aufbau des Sozialismus erneut in Angriff zunehmen.

Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Inge Viett: Was war die DDR?
Die DDR – ein kinderfreundliches Land
Der Sozialismus war und ist lebensfähig
Benjamin fragt: Was denkst Du eigentlich über die DDR,
und was sagst Du zu Stalin?

Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger
DDR-Staatsgenze: Der Feind ist zynisch und schlau
Das verzerrte DDR-Bild

Das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR

Schule
Eine typische DDR-Schule, heute leerstehend…

Wozu brauchen wir eigentlich noch Wissen und Bildung? Tucholsky schrieb: „Kaufen, was einem die Kartelle vorwerfen; lesen, was einem die Zensoren erlauben; glauben, was einem die Kirche und Partei gebieten. Beinkleider werden zur Zeit mittelweit getragen. Freiheit gar nicht.“ [1] – Wozu braucht man da noch eine Demokratie? Man braucht sie eigentlich nicht. Und braucht man überhaupt noch Bildung? Ebenfalls nicht. Ein dummes Volk läßt sich leichter regieren. Die Herrschenden haben freie Hand, sie können beschließen, was immer sie wollen, das Volk darf wählen oder auch nicht. Ein paar „Wutbürger“ regen sich zwar noch auf, doch am Ende fressen sie den Kapitalisten alle aus der Hand. Die nämlich haben das Scheckbuch, wozu braucht man da noch eine Schule … verrückt, oder etwa nicht???

Zur Geschichte: Nach der Zerschlagung des deutschen Faschismus durch die Sowjetunion mußte das gesamte deutsche Schulsystem erneuert werden (was allerdings nur in der DDR geschah!). Die faschistische Schule war ein Instrument der reaktionärsten Kreise des deutschen Imperialismus. Dem Faschismus war es gelungen, große Teile der Lehrerschaft für sich zu gewinnen. Mehr als 70% der Lehrer waren Mitglieder der Nazipartei, viele von ihnen aktive faschistische Funktionäre. Neben den vielen Toten und den materiellen Verwüstungen, die der Krieg hinterlassen hatte, war vor allem die Vergiftung des deutschen Volkes und besonders seiner Jugend durch die faschistische Ideologie das schwerste Erbe der Naziherrschaft. Schon vor dem Kriege bestand im Gefolge der Herabsetzung des Lehrerberufs durch die Nazis ein Lehrermangel. Das bedenklich gesunkene Bildungsniveau hatte zur Folge, daß es nach dem Krieg wieder Analphabeten im Alter von 12-15 Jahren gab. (Zum Vergleich: In der BRD sind heute etwa bei sieben Millionen Erwachsenen die Lese- und Schreibkompetenzen stark eingeschränkt. Sie werden als ‚funktionale Analphabeten‘ bezeichnet.) In der DDR war das Bildungsprivileg der Bourgeoisie mit der ihm entsprechenden Dreiteilung des Bildungswesens – wie es auch heute wieder existiert – abgeschafft worden, und erstmals hatten auch Arbeiter- und Bauernkinder uneingeschränkt Zugang zu höheren Schulen und Universitäten. Und: Analphabeten gab es in der DDR nicht. Nicht einen einzigen! Und – vielleicht muß man das noch hinzufügen: Bildung, Lehrausbildung, Fachschul- und Hochschulstudium usw., waren in der DDR für alle völlig kostenfrei! Ein Physikbuch für die 8.Klasse kostete bspw. 1,80 Mark. So war das in der DDR.

Fortschrittliche Traditionen

In Deutschland erhielt die Novemberrevolution von 1918 durch die Große Sozialistische Oktoberevolution von 1917 entscheidende Impulse. Das galt auch für die Schulpolitik. Während die fortschrittlichen Kräfte anfangs einiger Erfolge erzielen konnten, z.B. die Abschaffung der geistlichen Schulaufsicht und die Aufhebung des obligatorischen Religionsunterrichts, führte der Kampf um die Beseitigung des Bildungsmonopols aufgrund der reformistischen Schulpolitik der SPD nicht zum Erfolg. Clara Zetkin erkannte richtig, daß „eine durchgreifende, grundlegende Schulreform … nicht vor der Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat“ steht, sondern vielmehr „eine ihrer wichtigsten und wertvollsten Früchte“ sein wird. [2] Die Forderungen der KPD konzentrierten sich daher zunächst auf drei wesentliche Schwerpunkte:
► Einheitlichkeit des Schulwesens
► Weltlichkeit des Schulwesens
► Wissenschaftlichkeit des Unterrichts.

Die antifaschistisch-demokratische Schulreform

Die Erziehung in der DDR war konsequent. In der DDR wurden (im Gegensatz zu Westdeutschland!) alle alten Nazis aus ihrem Positionen entfernt. Man nannte das „Entnazifizierung“. Insbesondere an den Schulen. Es gab nicht einen einzigen Lehrer, der weiterhin unterrichten durfte, wenn er zuvor ein aktiver Anhänger der Nazis gewesen war. Sehr schnell wurden Arbeiter zu „Neulehrern“ ausgebildet. Diese „Neulehrer“ konnten sicher nicht alle fachlichen Fragen der Schüler beantworten, aber sie hatten eines gemeinsam: sie waren Antifaschisten. Und ebenso wurden wir, ihre Schüler, im antifaschistischen Sinne erzogen. Als Jugendliche besuchten alle Schüler die Nationalen Mahn- und Gedenkstätten der DDR, die ehemaligen faschistischen KZ’s in Buchenwald und Sachsenhausen. Wir wußten, was für eine giftige Saat der Faschismus in den Köpfen der Menschen gestreut hatte. Und wir wußten, welche Blutspur die deutsche Wehrmacht in ganz Europa hinterlassen hatte. Wir kannten die Folgen des Faschismus… Heute ist das KZ Buchenwald nur noch ein Museum. Alles bleibt abstrakt und unvorstellbar. Die Grausamkeiten der Nazis erscheinen weniger schlimm als das, was in Horrorfilmen und Computerspielen geschieht.
Der antifaschistisch-demokratischen Schulreform lagen (neben der grundsätzlichen antifaschistischen Zielstellung) folgende Prinzipien zugrunde:
1. Prinzip der hohen Bildung für alle.
2. Prinzip der Trennung von Kirche und Staat (bzw. der Weltlichkeit).
3. Prinzip der Wissenschaftlichkeit.
4. Prinzip der Einheitlichkeit.
5. Prinzip der Staatlichkeit.

Die Einheit von Bildung und Erziehung

In der DDR waren die Bildung und Erziehung verschmolzen zu einem einheitlichen System. Das zeigte sich u.a. in folgendem:
a) Verbindung von Schule und Leben, von Unterricht und produktiver Arbeit: Erziehung und Bildung sind „unlöslich mit dem Kampf der Werktätigen gegen die Ausbeuter (zu) verknüpfen“, das heißt, „an alle Aufgaben des Lernens (ist) so heranzugehen, daß die Jugend tagaus, tagein in jedem beliebigen Dorf, in jeder beliebigen Stadt die eine oder andere Aufgabe der gemeinsamen Arbeit – und sei es die geringste, sei es die einfachste – praktisch löst“ [3], und zwar gemeinsam mit den Arbeitern und Bauern. Diese grundsätzliche Forderung Lenins auf dem III. Gesamtrussischen Kongreß des Komsomol 1920 ist weitgehend identisch mit der Forderung, die Schule mit dem sozialistischen Leben zu verbinden.
b) Wissenschaftlichkeit und wissenschaftliche Weltanschauung: Die Verwirklichung dieses Erziehungsgrundsatzes erfordert vom Pädagogen vor allem ein hohes politisches und fachliches Wissen, pädagogisches Können, Parteilichkeit und Prinzipienfestigkeit. Da die Lehre des Marxismus-Leninismus selbst das Ergebnis der wissenschaftlichen Entwicklung ist, kann man nur dann Kommunist* werden, wenn man „sein Gedächtnis um alle Schätze bereichert, die von der Menschheit gehoben sind … wir müssen das Gedächtnis jedes Lernenden durch die Kenntnis der grundlegenden Tatsachen entwickeln und vervollkommnen …“ (Lenin). Diese Kenntnisse sollen sich die Heranwachsenden kritisch aneignen, wobei der moderne Stand der Wissenschaftsentwicklung zu beachten ist.
c) Einheitlichkeit von Kollektiv- und Persönlichkeitsentwicklung: Da das Kollektiv mit seinen vielfältigen zwischenmenschlichen Beziehungen die optimale Bedingung für die Entwicklung der Persönlichkeit darstellt, ist es erstes wichtiges Teilziel, dann wichtiges Mittel der sozialistischen Erziehung. Die Erziehung im und durch das Kollektiv ist entscheidender Grundsatz, weil nur bei seiner Beachtung von Anfang an Ordnung, Disziplin, Zielstrebigkeit, Organisiertheit und Kameradschaftlichkeit möglich sind. Im Grunde geht es hier um die Möglichkeiten des Heranwachsenden, im Prozeß des Änderns der Umstände sich selbst zu verändern, das heißt zu erziehen.
d) Hohe Achtung der Persönlichkeit und höchste Anforderungen an sie: Diese „Formel“ der sozialistischen Gesellschaft besagt, daß hohe Forderungen an jeden einzelnen auch die „Achtung vor seinen Kräften und Möglichkeiten zum Ausdruck“ bringen. Umgekehrt zeigen sich in der Achtung zugleich die Forderungen an den Menschen als höchstes Lebewesen, an den Mitgestalter der neuen Gesellschaft (Makarenko). Die Beachtung dieses Grundsatzes bestimmt maßgeblich das Verhältnis der Pädagogen (Lehrer, Eltern usw.) zu den Heranwachsenden.

Schulpflicht und Schulgeldfreiheit

In der DDR gab es für alle Kinder vom beginnenden 7.Lebensjahr eine Schulpflicht. Sie dauerte 10 Jahre und wurde durch den Besuch der zehnklassigen allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule (POS) erfüllt. Es bestand eine generelle Schulgeldfreiheit. Außerdem wurden Lehrmittelfreiheit, Erziehungsbeihilfen sowie Stipendien gewährt. Lehrlinge erhielten ein nicht-zurückzahlbares Lehrlingsentgelt. Auch das Stipendium oder Leistungsstipendium mußten nicht zurückgezahlt werden. Nach erfolgreichem Abschluß der 8.Klasse war bei entsprechenden schulischen Leistungen der Besuch einer Erweiterten Oberschule (EOS) bis zur 12.Klasse möglich. Diese Schulausbildung schloß mit dem Abitur ab, was die Zugangsvoraussetzung für ein Hochschulstudium war.

Proportionen der Bildungsbereiche und Stundentafel

In der sozialistischen Schule soll sich der Schüler die Grundlagen der Wissenschaften und der Kultur in ihrer ganzen Breite aneignen, um seine Persönlichkeit allseitig zu entwickeln. Geistige und körperliche Arbeit, politische, sportliche und kulturell-ästhetische Tätigkeiten werden in ihren Proportionen abgesteckt, soweit sie im Unterricht zu verwirklichen sind. Doch immer sind sie in ihrer engen Verflechtung mit außer-unterrichtlichen Aktivitäten, mit Spiel und Freizeitgestaltung zu sehen. Die Stundentafel legt die gesamte Stundenzahl pro Woche auf allen Klassenstufen und für alle Fächer fest. Ausgehend vom Erziehungs- und Bildungsziel, hat jeder Lehrer nicht nur den konkreten Entwicklungsstand der Klasse und jedes einzelnen Schülers, den zu vermittelnden Stoff und seine eigenen Fähigkeiten zu beachten, wenn er seinen Unterricht plant und durchführt, sondern auch die zur Verfügung stehende Zeit. Sie wird durch die Stundentafel generell und für jede Stoffeinheit im Lehrplan des Faches festgelegt, der die Stundenzahl beachten muß. (Lediglich für Klassen mit verstärktem Unterricht in modernen Sprachen und in alten Sprachen gilt als Besonderheit die Wahlmöglichkeit zwischen Biologie und Chemie und für die Klassen mit verstärktem Unterricht in alten Sprachen der Wegfall der wissenschaftlich-praktischen Arbeit, um die notwendige Stundenerhöhung für Fremdsprachen zu ermöglichen. Dafür kommen drei- bzw. zweiwöchige Produktionseinsätze der Klassen 11 und 12 in sozialistischen Betrieben.)
Tabelle
Stundentafel für alle polytechnischen Oberschulen in der DDR (zum Lesen bitte anklicken!)

Berufsbildung

Das sozialistische Bildungsgesetz sicherte jedem Jugendlichen das Recht auf Berufsbildung zu (so wie auch jeder Bürger der DDR das Recht auf einen Arbeitsplatz besaß). Und die Verfassung der DDR formulierte auch die Pflicht dazu. Ebenso war die Aus- und Weiterbildung der Werktätigen und die Förderung der Frauen und Mädchen gesetzlich geregelt und war generell kostenfrei.

Quellen und Zitate:
Werner Naumann, Einführung in die Pädagogik, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1977, S.98-113
Kleine Enzyklopädie Das Kind, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1978, S.200-215
[1] Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke in zehn Bänden. Rowohlt Verlag, Hamburg, 1975, Bd.10, S.110.
[2] Clara Zetkin, Zur kommunistischen Schulpolitik, Rede im Reichstag Januar 1922, in: Clara Zetkin, Ausg.Reden und Schriften, Dietz Verlag Berlin, 1960, Bd.II, S.344.
[3] W.I. Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände, in: W.I. Lenin, Ausg.Werke in sechs Bänden, Bd.V, S.698.

* Kommunist: Warum soll einer eigentlich Kommunist werden, wenn er das nicht will. In der DDR wurde niemand gezwungen, Kommunist zu werden. Es gab jegliche Art von Anschauungen und Ansichten. Aber es gab auch eine auf wissenschaftlichen Grundsätzen beruhende Erziehung, und die orientierte sich am dialektischen und historischen Materialismus, weil dieser (immer noch) die fortschrittlichste Weltanschauung unserer Zeit ist. Wie wir (auch in der DDR) mit Andersdenkenden umgegangen sind, ist hier nachzulesen.
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Nachtrag:
In der DDR waren sehr viele Schulen neu errichtet worden. Heute dagegen werden in Ostdeutschland fast alle diese Schulen, sowie ganze Wohnsiedlungen von Neubauten aus den 1980er Jahren zerstört und dem Erdboden gleichgemacht. Der Grund dafür ist die kapitalistische Entwicklung, der Wegzug der Familien aus den entindustrialisierten östlichen Bundesländern und der allgemeine Geburtenrückgang in der BRD. Schließlich, der Markt bestimmt den Preis: Je weniger Wohnungen es gibt, desto höher steigt der Mietpreis. Und äußerst kriminell ist auch das, was heute auf ideologischem Gebiet in der BRD geschieht: Die DDR wird gleichgesetzt mit dem faschistischen System – Hitler gleich Stalin. Das trägt zur Verharmlosung des faschistischen Terrors bei. Was dabei herauskommt, sieht an den endlosen und wirkungslosen Scheingefechten gegen die Neonaziszene in der BRD: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…“

Siehe auch:
Welches ist das beste Bildungssystem der Welt?
Das Volksbildungssystem der DDR
Schulbücher in der BRD und der DDR
Das Land der Dichter und Denker???
Der sowjetische Pädagoge Wassili Suchomlinski

Der Sozialismus und die SED

DDR 30Wie war das Leben in der DDR?
Wie war es denn nun wirklich? Gab es einen Sozialismus? Und was muß man sich darunter vorstellen? Was war die SED für eine Partei? Warum gab es „die Mauer“? Und wie ist das mit der „Stasi“? Offensichtlich sind die in den Schulbüchern, den bürgerlichen Massenmedien und die von diversen Bildungszentralen und Stiftungen vermittelten „Informationen“ nicht nur sehr einseitig, sondern sogar falsch. Hier werden angeblich „Tatsachen“ – eine Mischung von Wahrheiten, Halbwahrheiten, Lügen bis hin zu dreisten Fälschungen – präsentiert, die „richtige“ Interpretation wird gleich noch dazu geliefert. Und um den Eindruck von historischer Authentizität zu erwecken, führt man bestimmte „Zeitzeugen“ oder „Historiker“ an, die alles das auch noch „bestätigen“ können. Es ist ihre „Wahrheit“ – doch die Wirklichkeit war eben eine andere. Ohne Kenntnis der Vergangenheit haben wir keine Chance; der Weg in eine bessere Zukunft wird so kaum zu finden sein. Wir werden im Kapitalismus stecken bleiben und man wird uns weismachen, der Kapitalismus sei eben doch die beste aller möglichen Gesellschaftsformen. Wie falsch! Hier nun ein paar Hintergründe aus der Perspektive jener Zeit:

Der Sozialismus
Mit dem Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution im Jahre 1917 begann zum erstenmal in der Geschichte der Menschheit der Aufbau des Sozialismus in einem Land: in der Sowjetunion. Die Bedingungen und die Grundlagen für die Verwirklichung des Sozialismus haben Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir lljitsch Lenin erforscht Diese drei genialen Männer gaben den Revolutionären aller Länder ein wissenschaftlich begründetes Programm für den Sturz der Ausbeuterordnung. Der Sozialismus ist deshalb das Ziel des Kampfes der Arbeiterklasse aller Länder. In der DDR bauen die Werktätigen unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die entwickelte sozialistische Gesellschaft auf.
Eisenhüttenstadt
Eine neue sozialistische Großstadt: Eisenhüttenstadt (l.), innerstädtisches Bauen in der Bezirksstadt Frankfurt/Oder (r.)

Die Macht der von einer marxistisch-leninistischen Partei geführten Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten ist das wichtigste Kennzeichen eines sozialistischen Staates. Im Sozialismus gehören Grund und Boden, Betriebe und Maschinen nicht mehr den Kapitalisten, sondern dem Volk. Die wichtigste Form des Volkseigentums in der DDR sind die volkseigenen Betriebe. Eine andere Form ist das genossenschaftliche Eigentum. Im Sozialismus ist das Streben der Menschen darauf gerichtet, den gesellschaftlichen Reichtum zu mehren. — Der Sozialismus ist eine gerechte Gesellschaftsordnung. Jeder kann nach seinen Fähigkeiten arbeiten und wird nach seinen Leistungen entlohnt. Alle Mädchen und Jungen haben die gleichen Möglichkeiten der Bildung. Frau und Mann sind gleichberechtigt. Ein fester Grundsatz des Sozialismus ist die internationale Solidarität und die Freundschaft mit allen Völkern.

Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED)
Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands ist die Partei der geeinten Arbeiterklasse in der DDR. Sie ist die stärkste und führende Partei unserer Republik. Sie läßt sich in ihrer Politik leiten von der Weltanschauung des Marxismus-Leninismus. Unter Führung der SED entstand der erste deutsche Arbeiter-und-Bauern-Staat, die DDR. Unter der Führung der SED werden in der DDR die Ideen von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir lljitsch Lenin verwirklicht und der Sozialismus aufgebaut. Damit erfüllt sich, wofür die besten Vertreter der deutschen Arbeiterbewegung jahrzehntelang kämpften und große Opfer brachten. — Lange Jahre war die deutsche Arbeiterbewegung gespalten. Davon hatten nur die Feinde der Arbeiter Gewinn. So gelang es den Faschisten 1933, in Deutschland ihre Macht zu errichten. Im Kampf gegen den Hitlerfaschismus schlossen sich Kommunisten und Sozialdemokraten immer enger zusammen. Sie kämpften in Deutschland, in den Internationalen Brigaden in Spanien und an der Seite der Sowjetunion für die Niederwerfung des Faschismus. Als der Faschismus geschlagen war, bildeten sich in vielen Orten Deutschlands Einheitskomitees, in denen kommunistische, sozialdemokratische und auch parteilose Arbeiter den Zusammenschluß der beiden Arbeiterparteien vorbereiteten. In Westdeutschland wurde die Vereinigung durch sozialdemokratische Funktionäre, die sich auf die westlichen Besatzungsmächte stützten, hintertrieben. Im östlichen Teil Deutschlands vereinigten sich im April 1946 die KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Es war eines der größten historischen Ereignisse in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, als sich Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl auf dem Vereinigungsparteitag die Hände reichten.
Delegierte1Delegierte2
Die Delegierten der 2.Parteikonferenz der SED beschließen den Aufbau der Grundlagen des Sozialismus in der DDR (12. Juli 1952)

Die Vereinigung der Arbeiterparteien war die Voraussetzung für alle Erfolge, die in der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Weg zum Sozialismus errungen wurden. – Das höchste Organ der SED ist der Parteitag. Auf den Parteitagen kommen die Delegierten der gesamten Partei zusammen. Sie beschließen das Programm und die weiteren Aufgaben der Partei und wählen das Zentralkomitee (ZK). Zwischen den Parteitagen finden Tagungen des Zentralkomitees statt. Sie werden Plenum genannt. Das Zentralkomitee wählt zur Leitung der politischen Arbeit das Politbüro. — Das ganze Wirken der Partei dient einem immer besseren Leben des Volkes. Die SED steht fest an der Seite der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und der Bruderparteien in aller Welt, sie tritt ein für internationale Solidarität und Freundschaft zwischen den Völkern.

Quelle:
Von Anton bis Zylinder, Das Lexikon für Kinder, Der Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 11. Auflage 1985, S.353f.
Bilder: oben: DDR-Plakat, mitte: Die DDR im Spiegel ihrer Bezirke – S.125, unten: Seht, welche Kraft – S.112/113

N.B. Soweit — so gut. Das ist das Buch. Wie aber war die Realität?
Die SED war, wie fast alle kommunistischen Parteien, nach der verbrecherischen Rede Chruschtschows auf dem XX.Parteitag der KPdSU in den Sog des Revisionismus gezogen worden. Die Entartungen und Abweichungen vom Marxismus/Leninismus führten zu immer größeren Verwerfungen beim Aufbau des Sozialismus. Davon blieb auch die DDR nicht verschont. Angefangen von den irrsinnigen Entscheidungen des Maisanbaus in der Schwarzerdezone der Sowjetunion bis hin zu Rinderoffenställen in der DDR, wurde mehr und mehr der Bruch in der kommunistischen Bewegung und demzufolge ein Abwärtstrend bei der Entwicklung der sozialistischen Länder sichtbar. Der moderne Revisionismus ist im übrigen auch heute noch präsent. Nicht nur deshalb gibt es also hier keinen Grund für eine nostalgische Rückbesinnung, sondern viel eher für eine kritische Bewertung des Sozialismus in der DDR, die jedoch verbunden sein muß mit der uneingeschränkten Wertschätzung des selbstlosen Kampfes unzähliger aufrechter Kommunisten, die zum Kern dieser Partei gehörten — und mit der Hochachtung vor den enormen Leistungen der Werkätigen in der DDR.

Siehe auch:
Fragen eines jungen Lesers: Benjamin fragt…
Johannes R.Becher: Die DDR – ein Menschenstaat
Der Physiker Albert Einstein: Warum Sozialismus?
Stalin: Was ist besser – Sozialismus oder Kapitalismus?
Die Oppositionellen in der SED
Inge Viett: Was war die DDR?

Das Russische Wunder

Zur Erinnerung an die am 26.12.2012 im Alter von 87 Jahren verstorbene DDR-Dokumentarfilmregisseurin, die Kommunistin Annelie Thorndike.

Nur wenige Jahre nach der Gründung der DDR erhielten Annelie und Andrew Thorndike vom Kulturministerium der UdSSR die Einladung, einen Dokumentarfilm über dieses riesige Land, das Land Lenins und Stalins, zu drehen. Das war eine große Herausforderung für die beiden noch jungen Regisseure. Herausgekommen sind dabei über 200.000 Meter Filmmaterial (bestehend aus über 10 Millionen Einzelbildern) davon die Hälfte gesammelt in den Archiven. Man müßte 125 Stunden im Kino sitzen, um sich das alles anzusehen. So entstand 1963 ein unvergängliches Heldenepos über das erste sozialistische Land der Erde, der Film „Das Russische Wunder“. Für viele Generationen waren dieser Film, und auch das zuvor erschienene gleichnamige Buch, ein beeindruckendes Dokument revolutionären sowjetischen Kämpfertums. Das wird uns für immer unvergeßlich bleiben. Eines der besten Bilder aus jener heroischen Zeit des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR ist das folgende:

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