Der Staat — Machtinstrument der herrschenden Klasse

Wie Pseudomarxisten und intellektuelle Spinner der jungen, erkenntnissüchtigen geistigen „Elite“ neuzeitlicher Politikseminare den Kopf vernebeln können, zeigt der nachfolgende Ausschnitt aus einem Beitrag, der offenbar von einem gewissen Dr.Karl Held stammt. Selbiger, angeblich ein Marxist, aber doch wiederum keiner, da er sich von Marx längst entfernt hat, schreibt in Resultate Nr.3, Theoretisches Organ der MARXISTISCHEN GRUPPE folgendes über den bürgerlichen Staat:
Mistbild

In diesem krausen und verwirrenden Stile geht es seitenweise fort und fort — weit weg vom Marxismus-Leninismus. Doch nun genug von diesem pseudowissenschaftlichen Geschwätz! Das ist nichts als eine geistige Manipulierung. Bei Lenin lesen wir:

„Der Staat — ein Produkt der Unversöhnlichkeit der Klassengegensätze

Mit der Lehre von Marx geschieht jetzt dasselbe, was in der Geschichte wiederholt mit den Lehren revolutionärer Denker und Führer der unterdrückten Klassen in ihrem Befreiungskampf geschah. Die großen Revolutionäre wurden zu Lebzeiten von den unterdrückenden Klassen ständig verfolgt, die ihrer Lehre mit wildestem Ingrimm und wütendstem Haß begegneten, mit zügellosen Lügen und Verleumdungen gegen sie zu Felde zogen. Nach ihrem Tode versucht man, sie in harmlose Götzen zu verwandeln, sie sozusagen heiligzusprechen, man gesteht ihrem Namen einen gewissen Ruhm zu zur »Tröstung« und Betörung der unterdrückten Klassen, wobei man ihre revolutionäre Lehre des Inhalts beraubt, ihr die revolutionäre Spitze abbricht, sie vulgarisiert. Bei solch einer »Bearbeitung« des Marxismus findet sich jetzt die Bourgeoisie mit den Opportunisten innerhalb der Arbeiterbewegung zusammen. Man vergißt, verdrängt und entstellt die revolutionäre Seite der Lehre, ihren revolutionären Geist. Man schiebt in den Vordergrund, man rühmt das, was für die Bourgeoisie annehmbar ist oder annehmbar erscheint. Alle Sozialchauvinisten sind heutzutage »Marxisten« — Spaß beiseite! …
Bei dieser Sachlage, bei der unerhörten Verbreitung, die die Entstellungen des Marxismus gefunden haben, besteht unsere Aufgabe in erster Linie in der Wiederherstellung der wahren Marxschen Lehre vom Staat.“
[1]

Und im Kleinen Politischen Wörterbuch finden wir dann die folgende kurze Erklärung (Ausschnitt), was unter einem Staat zu verstehen ist:
WB
(Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag 1967, S.623)

Quelle:
[1] W.I. Lenin: Staat und Revolution, Ausgew.Werke, Bd.III, S.467.

Siehe auch: Bourgeoisie und Kleinbürgertum

Nachsatz:
Zugegeben — witzig, klug und streitbar war Karl Held allemal, und einigen Dichtern und Dumpfbacken der „linken“ Szene weitaus überlegen. Dennoch: das obige Zitat ist, wie der ganze Text (hier), keineswegs von jener pragmatischen Einfachheit und sprachlichen Präzision, wie wir sie bspw. in Lenins Texten finden. Und zu jener Zeit gab es durchaus auch „…genügend lauthalse Redner, die bei der studentischen Jugend beliebt waren, mit denen man nicht so leicht fertig wurde in Anbetracht der prasselnden Leere ihrer Phraseologie, die jedoch der mittleren Universitätsintelligenz angepaßt waren. Wladimir Iljitsch sah es oft einfach als Zeitvergeudung an, in solchen Versammlungen zu sprechen.“
(A.Lunatscharski: Wie war Lenin? APN-Verlag, Moskau, 1981, S.85f.)

—> Sprache und Stil Lenins
–> Der Marxismus-Leninismus – eine interessante Wissenschaft mit revolutionärer Perspektive

Siehe auch:
Friedrich Engels: Über den Staat