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Blogtitel

Kleine Such-Hilfe:
Leben in der DDR
Was ist Marxismus?
Über J.W. Stalin
Thema: Katyn
Über die Sowjetunion

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Zukunft — wie bitte?

Wie soll die Zukunft der Menschheit einmal aussehen?
Sowetische Heimat
Schon Ernst Thälmann sagte: „Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen!“
Und er meinte damit die Sowjetunion unter Lenin und Stalin…

Wir wissen: Der Kapitalismus erweist sich zunehmend als unfähig, die wachsenden Menschheitsprobleme auch nur ansatzweise zu lösen. Im Gegenteil: er schafft ständig neue, bedrohlichere. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt eilt dem gesellschaftlichen Fortschritt weit voraus, aber auch der ist, wie es scheint, nun nicht mehr aufzuhalten. Auch die Niederlage des Sozialismus wurde analysiert; nicht immer richtig, nicht immer ehrlich. Es gibt Unmengen an verlogener bürgerlicher Propaganda darüber.

Bei den fortschrittlichen Kräften unseres Planeten herrscht jedoch weitgehend Einigkeit darüber, daß nicht nur der sich verschärfende Klassenkampf, sondern auch der moderne Revisionismus die Schuld am Niedergang des Sozialismus tragen. Es war eine bessere Gesellschaft als die, in der wir heute leben. Und so erstrahlt das Bild des Sozialismus (nicht nur der DDR, sondern auch der Sowjetunion) trotz aller Fehler, die wir kannten, weithin als leuchtendes Beispiel einer besseren, zukunftsfähigen Gesellschaftsform. Die Suche nach einem Ausweg, nach einer Alternative zum Kapitalismus ist also groß. Und so wird es immer wieder Versuche und Anfänge geben, vermittels organisatorischer Gründungen und kommunistischer Initiativen nun endlich in den Gang der Geschichte einzugreifen, und gewissermaßen das Ruder doch noch herumzureißen, um nicht noch weiter in die Barbarei hineingestoßen zu werden, als wir es heute schon sind. Und damit hier nicht der Eindruck entsteht, der heutige Kapitalismus sei nur ein Koloß auf töneren Füßen, und es bedürfe nur einer Revolution, um ihn zu Fall zu bringen, sei als Gedankenanstoß nochmals zitiert, was Genosse Stalin in den Jahren kurz nach der Oktoberrevolution darüber sagte:

Das erste Stadium:
„Die Entwicklung des Kommunismus in Rußland hat eine lange, mehrere Jahrzehnte währende Geschichte theoretischer Arbeit und theoretischen Kampfes innerhalb des russischen Sozialismus. Aus diesem Kampf ging eine festgefügte Gruppe führender Elemente hervor, die genügend stark in der Theorie und standhaft in prinzipieller Hinsicht waren, um die Parteimassen führen zu können.“ [1]

Die Partei:
„Die Entwicklungsetappen der Partei vor 1917:
a) Schaffung des Grundkerns, insbesondere der Gruppe ‚Iskra‘ usw. Kampf gegen den Ökonomismus, Credo
b) Herausbildung von Parteikadern als Grundlage der zukünftigen Arbeiterpartei im gesamtrussischen Maßstab (1895-1903). II.Parteitag
c) Entwicklung der Kader zur Arbeiterpartei und Auffüllung der Partei mit neu mobiliserten Parteiarbeitern im Verlauf der proletarischen Bewegung (1903-1904). III.Parteitag.
d) Kampf der Menschewiki gegen die Parteikader, für deren Auflösung in einer parteilosen Masse (‚Arbeiterkongreß‘) und Kampf der Bolschewiki für die Erhaltung der Parteikader als Grundlage der Partei. Londoner Parteitag und Niederlage der Anhänger des Arbeiterkongresses.
e) Liquidatoren und Parteianhänger. Niederlage der Liquidatoren (1908-1910)
f) 1908-einschließlich 1916. Periode der Verbindung der illegalen und der legalen Formen der Arbeit und Wachstum der Parteiorganisationen in allen Arbeitsbereichen.“ [2]

Gegen den Opportunismus:
„Hatte Lenin recht, wenn er einen unversöhnlichen Kampf gegen die Versöhnler führte? Jawohl, denn sonst wäre die Partei verwässert worden und wäre nicht ein Organismus, sondern ein Konglomerat verschiedenartiger Elemente, sonst würde die Partei nicht über den inneren Zusammenhalt und die Geschlossenheit, die beispiellose Disziplin und die unübertroffene Elastizität verfügen, ohne die sie und die von ihr geleiteten Sowjetmacht nicht imstande gewesen wären, sich gegen den Weltimperialismus zu behaupten.“ [3]

Das Hineintragen des sozialistischen Bewußtseins in die Arbeiterbewegung:
„Man sagt“, schrieb Genosse Stalin, als er die Leninschen Ideen entwickelte, „daß die Arbeiterklasse in einigen Ländern selbst eine sozialistische Ideologie (den wissenschaftlichen Sozialismus) herausgearbeitet habe und sie auch in den übrigen Ländern herausarbeiten werde, weshalb es ganz überflüssig sei, sozialistisches Bewußtsein in die Arbeiterbewegung von außen hineinzutragen. Das ist jedoch ein schwerer Irrtum. Um den wissenschaftlichen Sozialismus herauszuarbeiten, muß man an der Spitze der Wissenschaft stehen, muß man mit wissenschaftlichen Kenntnissen gewappnet sein und es verstehen, die Gesetze der historischen Entwicklung eingehend zu erforschen. Die Arbeiterklasse aber, solange sie Arbeiterklasse bleibt, ist außerstande, an die Spitze der Wissenschaft zu treten, sie vorwärtszubringen und die historischen Gesetze wissenschaftlich zu erforschen: sie hat hierfür weder Zeit noch Mittel.“ [4]

Die proletarische Revolution:
„Wie ist der Eintritt eines Moments revolutionärer Explosionen zu bestimmen? Wann kann man sagen, daß ‚die Frucht reif geworden‘, daß die Verbereitungsperiode zu Ende sei und daß man zu handeln beginnen könne?
a) Wenn die revolutionäre Stimmung der Massen anschwillt und überschäumt (…)
b) Wenn die Unsicherheit und die Verwirrung, die Zersetzung und der Zerfall im Lager des Gegners ihren Höhepunkt erreicht hat, wenn die Zahl der Überläufer und Abtrünnigen aus dem Lager des Gegners mit jedem Tag, ja mit jeder Stunde wächst (…)
c) Wenn diese beiden Momente (Punkt a und b) zeitlich zusammenfallen, was auch wirklich der Fall ist.“ [5]

Der Sozialismus:
„Um aber die Organisierung einer richtigen Weltwirtschaft in Angriff nehmen zu können (wenigstens in Angriff zu nehmen), muß das Proletariat wenigstens in einigen fortgeschrittenen Ländern gesiegt haben. Solange das nicht der Fall ist, ist unsere Partei gezwungen, Umwege zu suchen, Umwege einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den kapitalistischen Gruppen. (…) Das sind die durch den Oktober 1917 geschaffenen eigenartigen Bedingungen…“ [6]

Zitate von J.W.Stalin (Werke):
[1] „Rede bei der Eröffnung der Beratung der Kommunisten der Turkvölker“, Bd.5, S.1
[2] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.60f
[3] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.61
[4] „Kurze Darlegung der Meinungsverschiedenheiten in der Partei“, Bd.1, S.86
[5] „Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten“, Bd.5, S.63
[6] „Die Partei vor und nach der Machtergreifung“, Bd.5, S.95

Nachtrag:
Wie Karl Marx schon sagte, wird es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Praxis geben. Es gibt nur diese eine Alternative: Sozialismus oder Barbarei! Die Barbarei haben wir heute: den räuberischen, ausbeuterischen Kapitalismus/Imperialismus mit faschistoider Tendenz. Damit jedoch eine Alternative zur kapitalistischen Ausbeutergesellschaft verwirklicht werden kann, muß der ganze geistige Unrat jahrhundertelanger kapitalistischer Herrschaft aus den Köpfen beseitigt werden, und in der Arbeiterklasse muß wieder ein proletarisches Bewußtsein entstehen. Dazu bedarf es einer führenden Kraft, einer marxistisch-leninistischen Partei, die frei von Opportunismus und Revisionismus ist. Wir befinden uns heute also wieder ganz am Anfang…

Siehe auch:
A.G.Grigorenko über Lenin’s Schrift „Was tun?“

In Hessisch-Sibirien ist die Welt noch in Ordnung

… bis auf ein paar Kleinigkeiten, versteht sich. Doch darüber wird noch zu reden sein.
Derzeit wird ja viel über den Sinn und Unsinn von Wahlen diskutiert. Bekanntlich hat die Wahlfreudigkeit des deutschen (Bundes-)Bürgers nach mehrmaligen Bundestagswahlen erheblich nachgelassen. Ganz klar warum: die bürgerlichen Repräsentanten vertreten nicht die Interessen der arbeitenden Menschen, der Lohnempfänger in diesem Lande, d.h. die Interessen des Proletariats, auch wenn ihre Sprüche mitunter sehr „kämpferisch“ erscheinen. Die sogenannte „Linke“ ist ebenfalls eine bürgerliche Partei: Sie hat sich vollständig von den Interessen der Arbeiterklasse abgewandt. Und das ist ganz einfach zu erkennen, nämlich an ihren Taten und an ihrer Ideologie. Auch wenn einzelne Parteimitglieder, wie zum Beispiel in Hessisch-Sibirien, hier durchaus eine andere Auffassung vertreten. Doch eins nach dem anderen:

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Die Wurzeln des Übels

privatIm gebildeten Bürgertum gibt es gar viele, recht unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die künftige Gesellschaft einmal aussehen sollte, was sich ändern müßte und wo man ganz und gar nicht hinkommen will. Am besten natürlich im Rahmen der bestehenden Gesetze. Beibehalten werden sollte unbedingt die deutsche Gemütlichkeit, jedenfalls für diejenigen, die sie heute schon haben. Denn wir haben ja mit der ’sozialen Marktwirtschaft‘ das beste Wirtschaftssytem der Welt. Wirklich??? Nein, denn die rauhe Wirklichkeit sieht anders aus. Der Kapitalismus ist am Ende, sein Sterben zögert sich nur noch etwas hinaus, da die Palliativmedizin ja doch sehr weit entwickelt ist. Reden wir hier einmal über die Ursachen der sozialen Misere. Reden wir darüber, was wirklich in unserer Gesellschaft geschieht! Und danach reden wir über die Zukunft…

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Kurt Gossweiler: Wider die linke Resignation!

Daß sich ausgerechnet Christen aus der ehemaligen DDR mit aufrechten Kommunisten dieses Landes in enger Gemeinschaft zusammenfinden würden, hatte zuvor wohl kaum einer von denen so richtig glauben wollen. Zu tief war noch die Enttäuschung über die Verwandlung einiger ehemaliger Genossen aus der SED in von opportunistischer Blindheit geschlagene PDS-Anhänger, in Nachläufer einer Partei, die sich sehr bald als ein Helfershelfer und Instrument der westlichen Bourgeoisie herausstellen würde. Seiner Biografie nach hatte Prof. Hanfried Müller schon immer sehr deutlich auf Seiten des Sozialismus in der DDR gestanden und vertrat auch zu Stalin eine klare und von Respekt geprägte Haltung. Keinen Grund gab es damals für ihn und viele Gleichgesinnte, auch nur mit einer Faser seines Lebens an der Richtigkeit des von Lenin und Stalin eingeschlagenen Weges und an der historischen Überlegenheit und Zukunft des Sozialismus zu zweifeln. Kein Grund also zu einer Resignation der Linken! Zum Gedenken an den am 3.März 2009 verstorbenen Theologieprofessor Hanfried Müller schrieb Dr.Kurt Gossweiler in einem Beitrag folgendes:
Prof. Hanfried MüllerDer Theologe Prof. Hanfried Müller (1925-2009)

Nach dem – zeitweiligen! – Sieg der Konterrevolution hat sich die Dialektik des Geschichtsganges auch darin bestätigt, daß selbst dieses böseste Ereignis noch Gutes hervorbrachte: es führte Menschen zusammen, die – ohne es zu wissen – schon lange zusammengehörten, und die ohne dieses böse Ereignis sich wohl nie begegnet wären: ich meine damit die Zusammenführung von Kommunisten wie „Kled“, also Karl Eduard von Schnitzler und Martha Raffael, Heinz und Ruth Kessler, Ulrich Huar, Hermann Leihkauf, mich und andere, – mit Theologen wie Hanfried Müller, Rosemarie Müller-Streisand, Renate Schönfeld und anderen.

Der schwere, aber richtige Weg Stalins

Ein Dauerthema war natürlich die Frage nach den Ursachen des Siegs der Konterrevolution, der XX. Parteitag der KPdSU, die Rolle Stalins und Chruschtschows. Hanfried Müller sagt in seinen Erinnerungen zu Stalin (S.117/18): „Stalin stand angesichts der Notwendigkeit des Aufbaus des Sozialismus in nur einem, (und zudem höchst rückständigen) Lande für die Entscheidung, auf der einen Seite unter riesigen Opfern eine Grundindustrie aus dem Boden zu stampfen und dabei den revolutionären Prozess gegen die Isolation einer Avantgarde von den sie tragenden Massen einerseits, andererseits vor dem Rückfall zu schützen, der durch eine schleichende Rekapitalisierung vom Lande her drohte. Die Entscheidung fiel gegen Trotzki und Bucharin. Sie enthielt zugleich die schmerzhafte Bewältigung der `konstantinischen Wende´ der Revolution von der Zerschlagung fremder zum Aufbau eigener Staatsmacht. Dafür und für die Wahrung des Klassenherrschaft gegen jeden Angriff von innen und außen wurde der Preis der Beeinträchtigung der Balance zwischen innerparteilicher Demokratie und demokratischem Zentralismus gezahlt und die damit verbundene Erschwernis künftiger Entwicklung der sozialistischen Demokratie in Kauf genommen. Gewiß, auch dafür steht der Name Stalin. Aber war das ein `Fehler´? Es gibt Situationen, man könnte von historischen Dilemmata sprechen, die dazu zwingen, Bitternisse in Kauf zu nehmen, um Schlimmeres zu vermeiden. So mußte um des Sieges über den Faschismus willen in Kauf genommen werden, daß man den Kampf gegen ihn nur als großen vaterländischen Krieg´ und nicht als sozialistischen Befreiungsschlag gewinnen konnte. Zweifellos bremste das die weitere Reifung des Sozialismus in der Sowjetunion ab. Aber er führte zum Sieg über den Faschismus, und dafür vor allem steht der Name Stalin!“

Antikommunisten benutzten den XX.Parteitag der KPdSU zum Verrat

Und zum XX. Parteitag und zu Chruschtschow ist in den Erinnerungen zu lesen: „Der XX. Parteitag blieb natürlich bei den Antikommunisten nicht ungenutzt. Ihr massendemagogisch wertvollster Gewinn daraus war es, daß sie ihren Antikommunismus nun als `Antistalinismus´ artikulieren konnten, so daß er auch unter kommunistischen Bündnispartnern und bis in die kommunistischen Parteien und sozialistischer Länder hinein ungestraft propagiert werden konnte. An die Stelle der Frage: `Für oder gegen Privateigentum an gesellschaftlichen Produktionsmitteln´ trat damit die Frage für oder gegen Stalin´. … Trotz aller Kritik am XX. Parteitag der KPdSU war mir damals nicht deutlich, daß schon damals in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre die Aufstiegsphase im Frühsozialismus in eine Abstiegsphase umschlug, so daß bereits hier von einer konterrevolutionären Wende zu sprechen gewesen wäre. Wir waren zwar vom ersten Tage an gegen den XX. Parteitag, aber wir haben seine Folgen verniedlicht, als wir Chruschtschow nur als `Hampelmann auf der Bühne der Weltpolitik´ und nicht als ernsthafte Gefahr für den Sozialismus sahen.“ (S.122) Diese Seite aus Hanfried Müllers Erinnerungen macht verständlich, weshalb er ohne jegliche Bedenken meine seinerzeit sowohl von PDS- wie von DKP-Seite heftig angefeindete Brüsseler Rede auf dem 1.-Mai-Seminar 1994 der Partei der Arbeit Belgiens „Der Anti-Stalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte“ [1] in das Heft 4/94 der WBl aufnahm.

Weltanschauliche Gemeinsamkeiten von Christen und Marxisten

Die Teilnehmer der Linken Runde, die – neben den Gastgebern und Renate Schönfeld – mir diese Runde besonders gewinnreich machten, waren damals von den Theologen besonders Dieter Frielinghaus und Dieter Kraft, von der „weltlichen“ Seite natürlich Kled Schnitzler, sodann der leider sehr früh verstorbene Friedrich Jung, ein Mediziner, dem u.a. die Aufsicht über die in der DDR hergestellten Pharmaka oblag und dessen strenger Kontrolle es mit zu verdanken ist, dass die Medikamente in der DDR nur zur Gesundung der Patienten und nicht zur Gewinnung von Maximalprofiten der Pharmaindustrie, wie in der BRD selbstverständlich, in die Apotheken geliefert wurden, und Margit Schaumäker, erste Nachrichtensprecherin des DDR-Fernsehens, dessen Geschichte sie bis zu seinem Ende mitgestaltet hat. Mit dem Hause Müller-Streisand ist sie jahrzehntelang eng befreundet und sie war eine unentbehrliche Mitarbeiterin bei der Gestaltung der Weißenseer Blätter.

Eine erfreuliche Begegnung unter Gleichgesinnten

Im Laufe der Jahre veränderte sich die Zusammensetzung der Linken Runde, sei es durch Tod oder Ausscheiden aus anderen Gründen von Mitgliedern der ersten oder der zweiten Stunde, und es kamen neue hinzu. Von denen sind an erster Stelle zu nennen Heinz Kessler und seine Frau Ruth. Heinz Kesslers Teilnahme war ein unermeßlicher Gewinn für unsere Bemühungen, uns Klarheit über das Geschehen auf der Regierungsebene in den letzten Jahren der DDR zu verschaffen. Vieles von dem, was Heinz Kessler in seinem Buche „Zur Sache und zur Person“ [2] veröffentlicht hat, kam in unseren Tagungen zur Sprache. Zum anderen halfen uns Heinz und Ruth Kesslers Berichte über ihre mehrfachen Reisen in das sozialistische Land in der Karibik unser Wissen über dessen Schwierigkeiten und Fortschritte zu vertiefen und unsere inneren Bindungen an dieses Land noch inniger zu gestalten. Hocherfreulich war auch, daß die Linke Runde erweitert wurde durch den Hinzutritt von Hermann Leihkauf. Mit ihm, dem exzellenten Politökonomen und ehemaligen Mitarbeiter in der Staatlichen Plankomission der DDR, verloren die Diskussionen über ökonomische Sachverhalte und Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart den nicht seltenen Charakter von Meinungen und Vermutungen auf Grund von ungenauen Kenntnissen, weil Hermann Leihkauf mit einem phänomenalen Zahlengedächtnis und exakten Kenntnissen die Dinge immer genau auf den Punkt brachte. … Bliebe nur noch, schrieb Genosse Kurt Gossweiler abschließend, dem Theologen Hanfried Müller für all das zu danken, was er ihnen an Erkenntnissen, an Mut und Standhaftigkeit vermittelt hatte, um den Kampf um eine sozialistische Zukunft weiter zu führen.

Quelle:
Weißenseer Blätter

[1] http://www.kominform.at/article.php?story=20060222222507194
oder: trend (online-zeitung) 9/06: Kurt Gossweiler, Der Antistalinismus – das Haupthindernis für die Einheit aller antiimperialistischen Kräfte und der kommunistischen Bewegung
oder: Kurt Gossweiler, Der Antistalinismus… (pdf-Datei)
[2] Heinz Keßler, Zur Sache und zur Person, edition-ost, 1997
oder: Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

Siehe auch:
Weißenseer Blätter (reprint): Wider die Resignation der Linken, ISBN-926922-25-7
Ljubow Pribytkowa: …Und wieder mal über Stalin
XX.Parteitag: Eine verbrecherische Rede
Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden
Marxfälscher und andere Revisionisten unserer Zeit
Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger

Was versteht man unter einer Revolution?

Lenin-Werbung
Lenin-Werbung in Rußland: „Nun, wie lebt es sich im Kapitalismus?“

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Vermutlich aber ist es die Dummheit, die überlebt – wenn sie nicht durch die Bildung beseitigt wird. Immer wieder erleben wir es in der Welt, daß kommunistische Bewegungen von der Dummheit, genauer gesagt: vom Gift des modernen Revisionismus geschwächt oder ganz und gar zerfressen werden. Und immer wieder tun sich einige halbgebildete WELTVERBESSERER damit hervor, daß sie glauben und behaupten, man könne den Kapitalismus ganz einfach abwählen. So als ob man sagt: Geh weg, du gefällst mir nicht mehr! Mögen sich diese Erneuerer nun als „Linke“, als „Kommunisten“ als „Revolutionäre Demokraten“ oder als „alternative Oberfuzzis“ bezeichnen. Das ist sozusagen „Wurscht“, wie der Berliner sagt! Daher ist es an der Zeit, wieder zurückzufinden zu Marx, Engels und Lenin. Einmal über die REVOLUTION nachzudenken und von Thälmann und Stalin zu lernen: Was ist eine Revolution und wie verläuft sie? Wer führt sie an? Und was kommt danach?

Natürlich muß man nachlesen. Das folgende steht in Meyers Jugendlexikon (DDR):
Die Revolution (lat.) ist eine grundlegende qualitative Veränderung in der menschlichen Gesellschaft. Als soziale Revolution vollzieht sie die entscheidende Wendung im Leben der Gesellschaft und ds Staates durch den Sturz der überlebten, und die Errichtung einer neuen, fortschrittlichen Gesllschaftsordnung.

Die bürgerliche Revolution ist eine gegen den Feudalismus gerichtete Revolution, durch die die Staatsmacht in die Hände der Bourgeoisie übergeht. Sie führt zur Schaffung bürgerlicher Zentralstaaten und beseitigt die Hindernisse, die der Entwicklung des Kapitalismus entgegenstehen. – Die bürgerlich-demokratische Revolution ist eine bürgerliche Revolution, in der die überwiegende Mehrheit des Volkes, die werktätigen Massen, ihre ökonomischen und politischen Forderungen erhebt und als vorwärtstreibende Kraft für den Sieg der Revolution kämpft und in der dann die Voraussetzung für die sozialistische Revolution gegeben sind, wenn das Proletariat unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei und im Bündnis mit den werktätigen Bauern die Massen führt.

Die sozialistische (proletarische) Revolution führt zur Errichtung der Diktatur des Proletariats, hebt das Privateigentum an den wichtigsten Produktionsmitteln auf und vollzieht damit den Übergang zu einer Gesellschaft, in der erstmals die Menschen ihre Geschichte bewußt, mit Einsicht in die Bewegungsgesetze der Gesellschaft gestalten. Die sozialistische Revolution verläuft ihrem Grundinhalt nach überall gleich. Das Grundbeispiel hierfür bildet die Sowjetunion. Zugleich gilt es, in der sozialisischen Revolution bestimmt nationale Besonderheiten und Traditionen zu berücksichtigen. Eine Überbetonung dieser nationalen Bsonderheiten führt in Theorie und Praxis zu Fehlern. Die sozialistische Revolution, die die größte Umwälzung in der Menschheitsgeschichte darstellt, hatte bereits (bis 1989) ein Drittel des Erdballs erobert. [1]

Und wer ist nun ein Revolutionär?

War Che Guevara einer? Vielleicht Spinoza? Oder Leo Mayer* gar? Letzterer ganz gewiß nicht. Trotzki war zum Beispiel ein Konterrevolutionär – wie auch Gorbatschow und Gysi. Auch hier kann man nachlesen, und zwar im Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik (DDR):
Ein Revolutionär ist ein unbeugsamer Verfechter der Ziele der Revolution, der seine ganze Persönlichkeit uneigennützig in den Dienst der revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft und des gesllschaftlichen Fortschritts stellt. Er tritt leidenschaftlich für die sich aus der gesetzmäßigen Entwicklung der Gesellschaft ergebenden revolutionären Ziele in der jeweiligen Epoche ein und handelt in Übereinstimmung mit dem sich objektiv vollziehenden historischen Prozeß. Jede historische Entwicklungsetappe bringt Revolutionäre hervor und stellt objektive neue Anforderungen an sie. In der Klassen-gesellschaft (also heute! N.G.) ist erfolgreiches revolutionäres Wirken nur durch einen festen Klassenstandpunkt und durch leidenschaftliches Eintreten für die Ziele und Interessen der revolutionären Klasse möglich. Die Kommunisten sind die konsequentesten Revolutionäre, weil sie mit einer wissenschaftlichen Gesellschafts- und Revolutionstheorie ausgerüstet sind, damit Einblick in die Gesetzmäßgkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung haben und die Massen zu führen in der Lage sind. Als der revolutionärste Teil der Arbeiterklasse vertreten sie zugleich die Interessen aller Werktätigen des eigenen Landes und als proletarische Internationalisten treiben sie den revolutionären Weltprozeß voran. [2]

Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur einmal gegeben, und er muß es so nützen, daß ihn später sinnlos vertane Jahre nicht qualvoll gereuen, die Schande einer unwürdigen, nichtigen Vergangenheit ihn nicht bedrückt und daß er sterbend sagen kann: Mein ganzes Leben, meine ganze Kraft habe ich dem Herrlichsten auf der Welt – dem Kampf für die Befreiung der Menschheit – geweiht. [3]
(Nikolai Ostrowski)

Quelle:
[1] Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.548f.
(leicht aktualisiert im letzten Satz, N.G.)
[2] Wörterbuch zur sozialistischen Jugendpolitik, Dietz Verlag Berlin, 1975, S.223.
[3] Nikolai Ostrowski, Wie der Stahl gehärtet wurde, Verlag Neues Leben, Berlin (DDR), 1967, S.289.

Siehe auch:
M.Frunse: Über Strategie und Taktik der Revolution
Was ist ein Revolutionär?
Was ist Diktatur des Proletariats?
Gab es einen Sozialismus in der DDR?
Gibt es eine revolutionäre Weltanschauung?
Das Kommunistische Manifest auf dem Prüfstand
Wie ist das mit der „Freiheit der Andersdenkenden“?
Was war eigentlich die Oktoberrevolution?
…und was ist Revisionismus?
Gibt es noch eine Arbeiterklasse?
Neue Website: Kommunisten-Online

Einige berühmte Kommunisten:
Oskar Niemeyer, Pablo Picasso, Juri Gagarin, Alexander Saburow, Kurt Gossweiler, Erich Honecker, Wiktor Iljuchin, Ernst Thälmann

* Anmerkung:
Wer ist Leo Mayer? Er ist der Inhaber einer Website der DKP.
Siehe dazu: Antikommunistische Hetze auf DKP-Website

Gab es einen Sozialismus in der DDR?

StadtzentrumBoulevardStraßenbahnErfurtBerlin WeltzeituhrBerlin Hauptstadt der DDRPalast der RepublikSpreeufer bei Nacht
Ein paar Bilder aus der DDR (auf den beiden letzten Bildern ist unser schöner ‚Palast der Republik‘, der dem westdeutschen Vandalismus zum Opfer fiel)

Die Frage ist von grundlegender Art. Deshalb halten wir es für angebracht, hier einiges klarzustellen. Die DDR war unser sozialistisches Vaterland. Die sozialistischen Produktionsverhältnisse hatten gesiegt. Es gab keine Ausbeutung mehr und keine Arbeitslosigkeit, erst recht keine Armut und keine Obdachlosigkeit. Wir hatten niemals irgendwelche existentiellen Ängste oder etwa die Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. Die soziale Sicherheit in der DDR war garantiert durch die fleißige Arbeit der Werktätigen, der Ingenieure und technischen und wissenschaftlichen Intelligenz, durch den Fleiß der Bauern und natürlich der Lehrer, die die Kinder zu ordentlichen Menschen erzogen. Folglich brauchten sich junge Leute auch keine Sorgen um ihre Zukunft zu machen. Jeder bekam eine Lehrstelle und hatte danach das Recht auf einen Arbeitsplatz. Lehrlinge und Studenten erhielten Lehrlingsentgelt bzw. Stipendium, das nicht zurückzuzahlen war, und die Meisterausbildung wurde vom Staat finanziert. Es gab auskömmliche Renten, stabile Einzelhandelspreise, eine kostenlose medizinische Versorgung und ein hervorragendes Bildungssystem. Für 20 Pfennige konnte man mit der S-Bahn durch ganz Berlin fahren (natürlich nur durch die Hauptstadt der DDR), ein halber Liter Milch kostete überall 0,56 Mark und das Monatseinkommen eines Arbeiters reichte locker aus, um damit die Wohnungsmiete für ein ganzes Jahr zu bezahlen. Ob das nun immer richtig war, sei dahingestellt. Aber so war es eben. Die Kinder fuhren im Sommer fast kostenlos ins Ferienlager an die Ostsee, und das Geld der Familie reichte dann sogar oft noch für einen gemeinsamen Urlaub. Die DDR verfügte über zahlreiche schöne Ferienheime, aber auch die anderen sozialistischen Länder waren ein beliebtes Reiseziel. Die Frauen waren in der DDR sehr hoch geachtet. Selbstverständlich erhielten sie gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Und selbstverständlich gab es für alle Kinder einen kostenlosen Kindergartenplatz. Wer übrigens in der DDR straffällig wurde, weil er z.B. was größeres geklaut hatte, der wurde nach Absitzen seiner Haftstrafe wieder in ein Kollektiv eingegliedert, so daß es nur wenige Rückfalltäter gab (nicht wie heute 73%). Überhaupt war die Quote der Straftaten in der DDR auffällig niedrig. Das nur mal ganz nebenbei. Und wer jetzt hier was von Stasi lesen möchte und von Bespitzelung, der wird enttäuscht sein, denn das spielte im Alltag der DDR so gut wie keine Rolle. Wer sich allerdings staatsfeindlicher Handlungen strafbar machte, durch kriminelle Gewalt, Betrug zum Nachteil des Volkseigentums oder Sabotage, der wurde in der DDR zurecht dafür bestraft. Angesichts der ständigen Einmischung in die inneren Angelegenheiten unseres Landes und der ungeminderten Sabotage- und Diversionsakte von Seiten der BRD war auch die strenge Abgrenzung zu diesem uns feindlich gesinnten Nachbarland eine existentielle Notwendigkeit. Was aber diese „Brüder und Schwestern“ aus dem Westen von uns hielten, das hat man nach 1990 gemerkt, als die okkupierte DDR ausgeplündert wurde…

Nun denn: Was ist Sozialismus?

Sozialismus und Kommunismus sind, wie MARX nachwies, zwei Phasen der einheitlichen sozialökonomischen Gesellschaftsformation, die den Kapitalismus ablöst. Der Sozialismus ist die erste Phase dieser Gesellschaftsformation. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln, das in zwei Formen existiert: als Volkseigentum und als genossenschaftliches Eigentum. Der gemeinsame Inhalt des sozialistischen Eigentums bildet die Grundlage für das Bündnis der Arbeiterklasse mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der sozialistischen Intelligenz und den anderen Werktätigen.

Der Aufbau des Sozialismus

Die materiellen Voraussetzungen für den Aufbau des Sozialismus werden im Kapitalismus vorbereitet. Durch die proletarische Revolution wird die Bourgeoisie gestürzt, die Diktatur des Proletariats errichtet, und die Produktionsmittel werden vergesellschaftet. Der Aufbau des Sozialismus vollzieht sich etappenweise. Unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei werden in der ersten Etappe durch die Schaffung der volkseigenen Industrie, durch die Planung und Organisation der Volkswirtschaft, durch den allmählichen Übergang der Bauern und Handwerker zur genossenschaftlichen Produktion sowie durch grundlegende Veränderungen im Bildungswesen und in der Kultur die Grundlagen des Sozialismus aufgebaut. Mit dem Abschluß dieser Etappe haben die sozialistischen Produktionsverhältnisse gesiegt. Die Bedeutung dieser Etappe ist gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
1. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen wird beseitigt.
2. der Klassenantagonismus wird überwunden,
3. eine Wiederherstellung kapitalistischer Verhältnisse ist damit unmöglich geworden.
(Der letzte Punkt ist ein Irrtum, denn eine Konterrevolution – und die hatten wir 1989 – kann diese positive Entwicklung jederzeit wieder rückgängig machen, jedenfalls solange es auf der Welt noch Klassengegensätze zwischen Bourgeoisie und Proletariat gibt.)

Die Veränderung der menschlichen Umgangsformen

In der zweiten Etappe wird umfassend und allseitig die entwickelte sozialistische Gesellschaft gestaltet. Die bewußten und planmäßigen Anstrengungen der Werktätigen unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei richten sich auf die weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus des Volkes auf der Grundlage eines hohen Entwicklungstempos der sozialistischen Produktion, der Erhöhung der Effektivität, des wissenschaftlich-technischen Fortschritts und des Wachstums der Arbeitsproduktivität. Die allseitig entwickelte Persönlichkeit ist eines der edelsten Ziele und eine der größten Errungenschaften der sozialistischen Gesellschaft. Sozialistische Persönlichkeiten entwickeln sich in ihren Arbeitskollektiven, im Ringen um höchste Ergebnisse im sozialistischen Wettbewerb, beim Lernen, im Sport und bei der Aneignung der Schätze der Kultur, bei der Teilnahme an der Leitung und Planung unserer Gesellschaft und durch die ideologische Arbeit auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus. Durch die ständige Weiterentwicklung der sozialistischen Demokratie prägen sich die Lebensweise und das sozialistische Bewußtsein der Werktätigen. Das findet seinen Ausdruck in der immer umfassenderen und verantwortungsbewußteren Teilnahme an der Staatsmacht der Diktatur des Proletariats bzw. des Staates des ganzen Volkes.
(Das letztere, der ‚Staat des ganzen Volkes‘, ist eine falsche Orientierung, eine folgenschwere Abweichung von Marxismus-Leninismus, die entstanden ist durch den modernen Revisionismus. Es bleibt bis zum endgültigen Sieg des Sozialismus eine ‚Diktatur des Proletariats‘. Die herrschende Klasse ist und bleibt also die Arbeiterklasse!)

Und was ist nun Kommunismus?

Zwischen Sozialismus und Kommunismus gibt es keine starre Grenzlinie. Auf der Grundlage der Entwicklung der sozialistischen Produktionsverhältnisse und ihrer materiell-technischen Basis wächst der Sozialismus allmählich in den Kommunismus. Der Kommunismus ist als zweite Phase der einheitlichen kommunistischen Gesellschaftsformation die höchste Stufe in der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Er beruht auf dem gesellschaftlichen Eigentum an Produktionsmitteln, das nun umfassend als einheitliches Volkseigentum, als gesamtgesellschaftliches Eigentum, existiert und damit die Voraussetzung dafür wurde, daß allmählich sämtliche sozialen Unterschiede beseitigt wurden. Das Dorf erreicht das Niveau der Stadt, und körperliche und geistige Arbeit verschmelzen organisch miteinander. Auf der Grundlage der materiell-technischen Basis des Kommunismus erfolgt eine außerordentlich rasche Steigerung der Arbeitsproduktivität, so daß der Grundsatz „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verwirklicht werden kann. Der Kommunismus ist eine hochorganisierte Gemeinschaft freier Menschen mit hochentwickeltem Bewußtsein sowie gesunden, vernünftigen und kulturvollen Bedürfnissen. Der objektive Gang der gesellschaftlichen Entwicklung im Weltmaßstab führt gesetzmäßig zum Kommunismus, dessen planmäßiger Aufbau in der Sowjetunion begonnen hat.

Quelle:
Meyers Jugendlexikon, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1976, S.597f.
Zwischenüberschriften und Anmerkungen von mir, N.G.)

Anmerkung:
Zugegeben, das klingt heute alles ein bißchen unrealistisch. Doch dies ist die einzige Perspektive, wenn nicht die Menschheit eines Tages im Chaos versinken will. Die einzige realistische Chance für ein Überleben der Menschheit besteht in der Entmachtung der Bourgeoisie und dem absoluten Bruch mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem, d.h. in der umfassenden Beseitigung des Privateigentums an Produktionsmitteln, welches der Ausgangspunkt für die immer mörderischer werdende Ausbeutung und Unterdrückung des werktätigen Volkes, die rücksichtslose Ausplünderung der Bodenschätze, die Verarmung und Verwüstung ganzer Landstriche und die ökologische Zerstörung unseres Planeten ist. Einen anderen Weg gibt es nicht. Inwieweit das nun alles in der DDR realisiert wurde oder auch nicht, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Lange Zeit blieb die Sowjetunion unser großes Vorbild, obwohl die konterrevolutionäre Entwicklung und die Demontage des Sozialismus nach 1956 ausgerechnet in der Sowjetunion ihren Anfang nahm. Einer der wenigen, die dies sehr bald erkannten, war der Historiker, Genosse Dr. Kurt Gossweiler. Er berichtet davon in seiner Taubenfußchronik. Tatsache ist, daß Abweichungen vom Marxismus-Leninismus, fehlende Wachsamkeit gegenüber konterrevolutionären Bestrebungen und nicht zuletzt folgenschwere Irrtümer den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus beeinträchtigt haben bzw. verhinderten. Dennoch hatten wir in der DDR trotz aller Fehler und Widrigkeiten eine sozialistische Gesellschaftordnung. Und es ist die historische Mission der Arbeiterklasse, den Aufbau des Sozialismus erneut in Angriff zunehmen.

Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Inge Viett: Was war die DDR?
Die DDR – ein kinderfreundliches Land
Der Sozialismus war und ist lebensfähig
Benjamin fragt: Was denkst Du eigentlich über die DDR,
und was sagst Du zu Stalin?

Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger
DDR-Staatsgenze: Der Feind ist zynisch und schlau
Das verzerrte DDR-Bild

Das Märchen vom „Strukturwandel“

MärchenES WAR EINMAL… so fangen alle Märchen an. Heute erzählt man uns dies und morgen das. Doch die Wirklichkeit ist anders. Im Verlaufe der letzten 20 Jahre hat sich die Gesellschaft in der BRD enorm verändert. Nach einer Zeit der neuen Hoffnungen (oder sollte man besser sagen: der dummen Illusionen?) bei der ostdeutschen Bevölkerung, und einer Zeit der „Goldgräberstimmung“ bei den westdeutschen Firmen, hat sich die Krise wieder bemerkbar gemacht. Vor allem bei der Masse des Volkes, bei den einfachen Leuten, den Arbeitern, den Angestellten, den Bauern, den Lohnempfängern. Die Wirtschaft boomt. Und doch klafft die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Neue Armut macht sich breit. Wohin geht eigentlich der ganze produzierte Reichtum? Und wem gehören all die schönen neuen Gebäude, die Straßen, die Brücken und Tunnel, die Maschinen und Industrieanlagen? Wer verfügt letztendlich über die dicken Bankkonten und Vermögenswerte? Auf der anderen Seite wird überall gespart. Man redet von klammen Kassen, von Haushaltssperre, von Sparzwang, von Eurokrise und – von den gierigen Managern. Und man sieht die Folgen dieser Politik: Verarmung großer Teile der Bevölkerung, soziale Verwahrlosung, Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit, Entlassungen, erhöhter Arbeitsdruck und Mobbing. Die soziale Moral sinkt auf einen Tiefpunkt. Die strukturelle Gewalt nimmt zu. Und die sozialen Sicherungssysteme sind bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit ausgereizt. Woran liegt das alles? Was läuft da schief? „Die Zeit ist schuld“ sagen die einen. „Jede Krise ist auch eine neue Chance“ sagen die anderen. Was ist nun wahr, und was ist falsch? Es herrscht allgemeine Unklarheit. Und doch sind diese Erscheinungen keineswegs ein Zufall. Wir stellen fest:

1. Die Armut hat stark zugenommen
a) Kinderarmut: inzwischen ist jedes 5.Kind von Armut betroffen,
b) Armut im Alter: jeder vierte Rentner lebt unter dem Existenzminimum,
c) arm trotz Arbeit: viele Berufsttätige und kleine Selbständige sind auf Sozialhilfe angewiesen,
d) die Warteschlangen an den „Tafeln“ und in den Suppenküchen werden länger.

2. Der Reichtum der besitzenden Klasse ist enorm angewachsen
a) Es gibt immer mehr Milliardäre, die über unermeßlichen Reichtum verfügen,
b) es gibt pensionierte Beamte, die monatlich 6.000-20.000 Euro kassieren,
c) es gibt Firmeninhaber, die nicht arbeiten und von ihren Profiten leben,
d) es gibt Geschäftsführer, Manager, Politiker und Sparkassendirektoren die allein für ihre „Verwaltungstätigkeit“ und ihre „Vorträge“ monatlich bspw. 25.000 Euro einstreichen. Und das sind nur die kleinen Fische.

3. Kriminalität und Gewaltverbrechen gehören mittlerweile zum Alltag:
a) Drogendelikte, Raubüberfälle und Materialdiebstähle sind keine Seltenheit mehr,
b) Trickreiche Wirtschaftsverbrechen werden durchs Deals mit den Gerichten „beglichen“,
c) der Rechtsradikalismus hat sich weiter ausgebreitet (Morde und brutale Überfälle), durch Tricks und gegenseitige Schuldzuweisungen versucht der Staat, die Sache zu verharmlosen,
d) in Krankenhäusern wird oft sogar nur operiert, um damit „Kohle“ zu machen, in technische Geräte werden Chips eingebaut, die das Gerät nach einer gewissen Zeit unbrauchbar machen.

4. Die soziale Kälte hat weiter zugenommen
a) Jeder ist sich selbst der Nächste, es gibt keine Solidarität,
b) Mobbing in der Schule, in der Nachbarschaft und im Beruf sind gang und gäbe,
c) psychosomatische Erkrankungen sind zu einer Volkskrankheit geworden,
d) die zunehmende Rücksichtslosigkeit und der Egoismus im Straßenverkehr und im Umgang mit anderen ist nicht mehr zu übersehen.

5. Es wird überall gebaut, investiert und erweitert
a) Ob Großflughafen oder Bahnhofsneubau – Milliardensummen fließen aus öffentlichen in die privaten Taschen der Bauunternehmer, der Berater und ihrer Zuträger,
b) ohne Rücksicht auf die „klammen Kassen“ entstehen neue Museen, Schwimmbäder, Sportarenen und Kulturbauten – woher kommen die Millionen, und wer profitiert davon?
c) neue Einfamilienhäuser entstehen, alte Bauten werden kostspielig restauriert – wer sind die neuen Besitzer?

6. Die Gesellschaft krankt an zunehmender Überalterung
a) Die Geburtenrate sinkt, die Leute werden angeblich immer älter,
b) Die Pflegeheime sind voll – Altenpfleger wird zu einem „Zukunftsberuf“
c) Das Rentenalter wird erhöht, obwohl zunehmend junge Leute vorzeitig berufsunfähig sind,
d) Die Alterspyramide ist deformiert, eine Erholung ist nicht zu erwarten.

7. Die Dummheit und Unbildung der Bevölkerung nimmt rapide zu
a) die Manipulierung der Bevölkerung hat gigantische Ausmaße angenommen, die meisten Menschen laufen nur noch fremdgesteuert und sind nicht in der Lage, Ursachen und Zusammenhänge zu erkennen. Viele haben schon resigniert.
b) in den Schulen wird nicht mehr gelernt, sondern nur noch mit „Schulmodellen“ experimentiert. Das Durcheinander im Bildungssystem ist eine reine Katastrophe.
c) Es gibt kaum noch gute, inhaltsreiche Filme, Bücher oder Theateraufführungen – die Texte sind nur noch wertlose und inhaltsleere „Sprechblasen“,
d) die Beschäftigung mit den modernen Medien (TV, PC, Computerspiele, Handy, iPad) „frißt“ unnötig Lebenszeit und den Verstand.

8. Die strukturelle Arbeitslosigkeit ist unvermindert hoch
a) Es fehlt permanent an Arbeitsplätzen, was zu extremer Mobilität (Pendler) führt,
b) die Anzahl der Fachkräfte ist begrenzt, man greift auf Billigarbeitskräfte und auf Fachpersonal aus dem Ausland zu, während gebildeter eigener Nachwuchs fehlt,
c) Arbeitsbeschaffungsmanahmen und Umschulungen sind ein reiner Schwindel, da sie keine Arbeitsplätze herbeischaffen und keine Perspektive bieten.
d) Die Androhung von Entlassungen führt zu Lohnverzicht und Teilarbeit usw.

War das schon alles?

Nein. Es gibt noch weit mehr solche Erscheinungen im heutigen Stadium des entwickelten, weltweit monopolisierten Kapitalismus, die auf seine Morbidität hinweisen, die in weiten Kreisen der Bevölkerung eine gewisse Endzeitstimmung erzeugen und Beweis sind für die Unfähigkeit dieses Gesellschaftssystems, die entstandenen Probleme in Griff zu bekommen. Freilich existiert diese Stimmung nicht bei denen, die bis jetzt in einigermaßen gesicherten Verhältnissen gelebt haben oder sich an Profiten bereicherten. Wer noch nicht hat und dazu imstande ist, der versucht sich jetzt zu raffen, was nicht niet- und nagelfest ist. Wälder werden ohne Rücksicht auf die Folgen abgeholzt und zu Geld gemacht, es wird geraubt, geplündert, geschachtert was das Zeug hält. Das ist nicht verwunderlich, denn:
„Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um.“ (Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort, 1859) [1]

Wird es eine Revolution geben???

Das ist im Moment wohl eher nicht zu erwarten. Wobei zu bemerken ist, daß diese angekündigten sozialen Revolutionen erst dann eintreten können, wenn folgendes zutrifft:
„1. Für die herrschenden Klassen ist es unmöglich, ihre Herrschaft unverändert aufrechtzuerhalten; (…) Damit es zur Revolution kommt, genügt es in der Regel nicht, daß die ‘unteren Schichten’ in der alten Weise ‘nicht leben wollen’, es ist noch erforderlich, daß die ‘oberen Schichten’ in der alten Weise ‘nicht leben können’. 2. Die Not und das Elend der unterdrückten Klassen verschärfen sich über das gewöhnliche Maß hinaus. 3. Infolge der erwähnten Ursachen steigert sich erheblich die Aktivität der Massen, die sich in der ‘friedlichen’ Epoche ruhig ausplündern lassen, in stürmischen Zeiten dagegen sowohl durch die ganze Krisensituation als auch durch die ‘oberen Schichten’ selbst zu selbständigem historischem Handeln gedrängt werden.“ (W.I.Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale, 1915) [2] Aber nicht jede revolutionäre Situation mündet in eine Revolution. Zu den objektiven Voraussetzungen, die nabhängig sind vom Willen einzelner Parteien und Klassen, muß diue subjektive Voraussetzung hinzukommen: die Fähigkeit der revolutionären Klasse zu revolutionären Massenaktionen, die die alte Regierung stürzen oder erschüttern. Diese Fähigkeit kann die Arbeiterklasse nur unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei erwerben. Bewußtheit und Organisiertheit der revolutionären Klasse sind von ausschlaggebender Bedeutung für die Durchführung einer Revolution. [3]
Capitalism isn't workingFazit: Gibt es nun also einen „Strukturwandel“ von der „Industriegesellschaft“ in die „Informationsgesellschaft“ oder die „Dienstleistungsgesellschaft“? Oder vielleicht gar in die Wegwerfgesellschaft? Nein, das ist Unsinn. Die technischen und technologischen Veränderungen der letzten zwanzig Jahre haben den Kapitalismus in seinem Wesen nicht verändert. Die sozialökonomische Struktur ist geblieben. Der Kapitalismus erweist sich als ein Anachronismus. Das wirft natürlich eine Reihe weiterer Fragen auf:

1. Was genau ist eigentlich Kapitalismus?
2. Gibt es heute noch eine Arbeiterklasse?
3. Worin besteht eigentlich die Ausbeutung?
4. Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
5. Wir leben doch in einem demokratischen Land, oder?
6. Wer ist schuld an der Finanzkrise?
7. Wie kann man die Krise überwinden?
8. Warum ist der Sozialismus gescheitert?
9. Und wie ist die Perspektive?

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Und hier sind ein paar kurze Antworten:

1. Der Kapitalismus ist eine ökonomische Gesellschasftsformation, die auf dem kapitalistischen Privateigentum an Produktionsmitteln und auf der Ausbeutung der Lohnarbeiter beruht. Die bewegende Kraft der kapitalistischen Produktion ist das Streben nach höchstmöglichem Profit. Demzufolge ist das Mehrwertgesetz das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus. Der Grundwiderspruch des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatkapitalistischen Aneignung. Der daraus hervorgehende Konkurrenzkampf und die Anarchie der Peroduktion haben periodoische Wirtschaftskrisen zur Folge. Der Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat entsteht gesetzmäßig aus dem antagonistischen Widerspruch zwischen diesen beiden Grundklassen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. [4] Dieser Widerspruch ist nur lösbar durch die Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuterordnung.

2. Es gibt heute noch eine Arbeiterklasse, auch wenn sie nicht immer als solche zu erkennen ist. Es sind dies die lohnabhängigen Beschäftigten in allen Bereichen der Wirtschaft. Im Kapitalismus ist die Arbeiterklasse (auch: Proletariat) als ausgebeutete, politisch unterdrückte und ideologisch niedergehaltene Klasse ohne Eigentum an Produktionsmitteln gezwungen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen. Sie ist die revolutionärste Klasse, denn sie ist die am meisten ausgebeutete und unterdrückte Klasse.

3. Die Ausbeutung besteht darin, daß sich die Eigentümer der Produktionsmittel, die Kapitalisten, die unbezahlte Mehrarbeit der Lohnarbeiter aneignen. Das heißt, eine parasitäre Minderheit von Menschen lebt auf Kosten der Mehrheit.
(Siehe: Was ist eigentlich Ausbeutung?)

4. Die Arbeitslosigkeit (Erwerbslosigkeit) resultiert aus dem allgemeinen Gesetz der kapitalistischen Akkumulation. Die kapitalistische Rationalisierung und die schnelle Entwicklung der Produktivkräfte bewirkt eine Freisetzung der damit überflüssig gewordenen menschlichen Arbeitskraft. Es sind die Arbeiter, die für ihre Ware Arbeitskraft keinen Käufer mehr finden. (siehe auch: Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?)

5. Wir leben in einer bürgerlichen Demokratie, die gewisse Freiheiten erlaubt, die aber weit entfernt ist von einer wirklichen Herrschaft des Volkes. Sie ist begrenzt durch die Klasseninteressen der herrschenden Bourgeoisie, welche auch die Produktionsmittel besitzt. Die bürgerliche Demokratie hat daher einen scheindemokratischen Charakter.

6. Die Finanzkrise ist nicht allein die Folge der Habgier irgendwelcher Bankmanager oder das Resultat von Fehlspekulationen, sondern Ausdruck des Grundwiderspruchs des Kapitalismus in seinem letzten Stadium, dem Imperialismus. Die zyklischen Überproduktionskrisen des Kapitalismus sind gesetzmäßig und nicht zu vermeiden.

7. Die endgültige Überwindung wirtschaftlicher Krisen ist erst nach der Liquidierung des kapitalistischen Eigentums an Produktionsmitteln und der Schaffung sozialistischer Produktionsverhältnisse möglich. Die planmäßige Entwicklung der Volkswirtschaft im Sozialismus (Planwirtschaft) kennt keine Wirtschaftskrisen.

8. Der Sozialismus ist nicht gescheitert. Er wurde zerschlagen.
(siehe auch: Der Sozialismus war und ist lebensfähig)

9. Die einzige realistische Perspektive besteht in der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Errichtung einer sozialistischen Gesellschaft.
(siehe auch: Über Perspektiven im gesellschaftlichen Leben)

Quellen:
[1] Karl Marx, Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort, 1859, MEW 13, S.9
[2] W.I.Lenin: Der Zusammenbruch der II. Internationale, 1915 in: Werke, Bd.21, S.206/207.
[3] Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin, 1973, S.733.
[4] Meyers Lexikon A-Z, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1980, S.461.

Thomas Mann (1875-1955): Der Antibolschewismus, die Grundtorheit unserer Epoche

Thomas Mann (1875-1955)
war einer der bedeutendsten deutschen Dichter. Er setzte die besten Traditionen des bürgerlichen Humanismus fort. Nach der Machtübertragung an die Nazis 1933 ging er ins Exil. Zentrales Thema seines bedeutenden kritisch-realistischen Werkes ist der als historische Notwendigkeit begriffene Verfallsprozeß der kapitalistischen Gesellschaft. Thomas Mann schrieb Romane, wie „Buddenbrooks“, „Der Zauberberg“ und „Doktor Faustus“, sowie meisterhafte Novellen und Essays. Bekannt wurden auch seine aufrüttelnden und mahnenden antifaschistischen Rundfunkansprachen an die deutschen Hörer.

Thomas MannIch glaube, ich bin vor dem Verdacht geschützt, ein Vorkämpfer des Kommunismus zu sein. Trotzdem kann ich nicht umhin, in dem Schrecken der bürgerlichen Welt vor dem Kommunismus, diesem Schrecken, von dem der Faschismus so lange gelebt hat, etwas Abergläubisches und Kindisches zu sehen, die Grundtorheit unserer Epoche. Der Kommunismus ist als Vision viel älter als der Marxismus und enthält auch wieder Elemente, die erst einer Zukunftswelt angehören. Älter ist er, weil schon die religiösen Volksbewegungen des ausgehenden Mittelalters einen eschatologisch-kommunistischen Charakter hatten: schon damals sollten Erde, Wasser, Luft, das Wild, die Fische und Vögel allen gemeinsam gehören, auch die Herren sollten um das tägliche Brot arbeiten, und alle Lasten und Steuern sollten aufgehoben sein. So ist der Kommunismus älter als Marx und das 19. Jahrhundert. Der Zukunft aber gehört er insofern an, als die Welt die nach uns kommt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, und die langsam ihre Umrisse zu enthüllen beginnt, schwerlich ohne kommunistische Züge vorzustellen ist, das heißt, ohne die Grundidee des gemeinsamen Besitz- und Genußrechts an den Gütern der Erde, ohne fortschreitende Einebnung der Klassenunterschiede, ohne des Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit für alle.

Aus: DER ANTIBOLSCHEWISMUS – DIE GRUNDTORHEIT UNSERER EPOCHE. (1946)

Quelle:
Thomas Mann, Eine Materialsammlung für Festveranstaltungen zum 80. Geburtstag des Dichters, Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, Berlin, 1955, S.103.

Was ist Bolschewismus?
Bolschewiki [russ. -´ki:; Sing. -wik] m Pl.: histor. Bezeichnung für die Mitglieder der KPdSU. Der Begriff entstand 1903 auf dem II. Parteitag der SDAPR, als die um Lenin gruppierten revolutionären Marxisten bei den Wahlen zu den zentralen Parteiinstitutionen die Mehrheit (russ. «bolschinstwo») errangen und daraufhin B. gen. wurden, während die opportunist. Minderheit die Bezeichnung Menschewiki erhielt. (Quelle: BI Universallexikon in fünf Bänden, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1985, Bd.1, S.279.)
Der Begriff „Bolschewismus“ ist etwa gleichzusetzen mit „Kommunismus“, wobei sich Thomas Mann hier sehr deutlich auf die Sowjetunion unter Lenin und Stalin bezieht.
„Ich möchte keine Zweifel lassen“, sagte er in einem Referat, „an meiner Ehrerbietung vor dem meiner Zeit angehörigen historischen Ereignis der Russischen Revolution. Sie hat in ihrem Lande längst unmöglich gewordene, anachronistische Zustände beendet, ein zu 90 Prozent analphabetisches Volk intellektuell gehoben, das Lebensniveau seiner Massen unendlich menschlicher gestaltet.“ Aus: MEINE ZEIT (1950), ebd.S.104.

Siehe auch:
Albert Einstein: Warum Sozialismus?
Hermann Kant und die DDR-Literatur
Der Sozialismus war und ist lebensfähig
W.Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
Über Perspektiven im gesellschaftlichen Leben
Die antikommunistische Manipulierung der Schuljugend der BRD